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Türkei

Die Türkei ist ein Schwellenland mit mittlerem Einkommen, liegt beim Bruttoinlandsprodukt weltweit auf dem 17. und bei der Kaufkraftparität auf dem 11. Platz.

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Überblick und Lage
  2. 2. Natur, Bevölkerung und Religion
  3. 3. Geschichte und Staatsbildung
  4. 4. Politik, Militär und Außenbeziehungen
  5. 5. Wirtschaft, Infrastruktur und Bildung
  6. 6. Kultur, Medien und Sport

Überblick und Lage

Die Türkei, amtlich Republik Türkei beziehungsweise in der Schweiz Republik Türkiye, ist ein Einheitsstaat in Vorderasien und Südosteuropa. Der größte Teil des Staatsgebiets liegt in Anatolien, etwa 3 % liegen in Ostthrakien in Europa. Hauptstadt ist Ankara, größte Stadt und wichtigstes wirtschaftliches und kulturelles Zentrum ist Istanbul. Die Amtssprache ist Türkisch, die Staats- und Regierungsform eine präsidentielle Republik. Staatspräsident und zugleich Regierungschef ist Recep Tayyip Erdoğan. Die Türkei hat keine Staatsreligion.

Das Land umfasst 783.562 km², davon 23.764 km² in Europa. Ende 2025 lebten 86.092.168 Menschen in der Türkei; die Bevölkerungsdichte betrug 110 Einwohner pro km². Der Grad der Urbanisierung lag 2021 bei 77 %. Neben Istanbul, wo knapp ein Fünftel der Bevölkerung lebt, gehören Ankara, Izmir, Bursa, Adana, Gaziantep, Konya und Denizli zu den Millionenstädten.

Geographisch wird die Türkei meist in sieben Regionen eingeteilt: Marmararegion, Ägäisregion, Mittelmeerregion, Schwarzmeerregion, Zentralanatolien, Ostanatolien und Südostanatolien. Sie grenzt an acht Staaten: Griechenland, Bulgarien, Georgien, Armenien, Aserbaidschan mit der Exklave Nachitschewan, Iran, Irak und Syrien. Außerdem liegt Zypern etwa 70 km vor der Südküste. Die Türkei hat rund 7200 km Küstenlinie an Ägäis, Mittelmeer und Schwarzem Meer. Zwischen Ägäis und Schwarzem Meer liegen das Marmarameer, die Dardanellen und der Bosporus.

Geologisch gehört die Türkei zum Alpidischen Gebirgsgürtel und liegt größtenteils auf der Anatolischen Platte. Wegen der Nordanatolischen und Ostanatolischen Verwerfung gehört besonders der Norden, aber auch der Süden zu den stark erdbebengefährdeten Regionen der Erde. Das Erdbeben von Gölcük 1999 ereignete sich weniger als 100 km von Istanbul entfernt.

Natur, Bevölkerung und Religion

Die Regionen der Türkei unterscheiden sich stark in Klima, Vegetation und Nutzung. Die Marmararegion ist wirtschaftlich besonders wichtig; Istanbul bildet dort das zentrale Ballungsgebiet. Die Ägäisregion ist landwirtschaftlich und touristisch stark erschlossen und enthält viele antike Stätten wie Troja, Pergamon und Ephesos. Die Schwarzmeerregion hat ein mildes, feuchtes Klima mit großen Wäldern sowie Tee-, Tabak-, Mais- und Haselnussanbau. Zentralanatolien ist von Hochebenen und Steppen geprägt; dort liegen der Tuz Gölü und Kappadokien. Ostanatolien ist eine Hochgebirgslandschaft mit Ararat, Süphan Dağı und Vansee. Südostanatolien ist eine alte Kulturregion an Euphrat und Tigris, in der auch das Südostanatolien-Projekt mit zahlreichen Staudämmen liegt.

Die Flora der Türkei gilt als die vielfältigste des Nahen Ostens: mehr als 9000 Arten aus über 850 Gattungen wurden bestimmt, etwa ein Drittel davon ist endemisch, also nur dort heimisch. Die Tierwelt umfasst unter anderem Wildschweine, Braunbären, Wölfe, Goldschakale, Eurasische Luchse, Streifenhyänen, zahlreiche Vogelarten und an den Küsten Fische, Delfine sowie wieder Mönchsrobben. 1,3 % der Landesfläche stehen unter Naturschutz; dazu gehören Küstenschutzgebiete, Naturschutzgebiete und 41 Nationalparks. Allerdings wird die geringe finanzielle Ausstattung des Umweltministeriums als Hindernis für wirksamen Schutz genannt.

Seit der Republikgründung 1923 wuchs die Bevölkerung stark: 1927 lebten knapp 14 Millionen Menschen in der Türkei, 2020 waren es 83.614.362. Die Türkei ist zugleich Auswanderungs- und Einwanderungsland. Viele Menschen gingen seit den 1960er Jahren als Arbeitsmigranten oder politische Flüchtlinge nach Westeuropa; zugleich kamen Aussiedler und Geflüchtete aus verschiedenen Regionen. 2016 hielten sich 2,8 Millionen Flüchtlinge im Land auf, die meisten aus Syrien. 2017 waren 6 % der Bevölkerung Migranten oder Geflüchtete. Die Bevölkerung ist vergleichsweise jung: 2014 lag der Altersdurchschnitt bei etwa 30,7 Jahren. Die Geburtenrate sank von 2,8 Kindern je Frau im Jahr 2002 auf 1,7 im Jahr 2022.

Die ethnische Zusammensetzung ist nicht exakt feststellbar, weil sie in offiziellen Volkszählungen nicht mehr erhoben wird. Angaben unterscheiden sich je nach Quelle. Genannt werden unter anderem 70 bis 77 % Türken, 19 % Kurden, 4 % Zazas, 3 % Tscherkessen sowie weitere Gruppen. Türkisch ist National- und Amtssprache; über 80 % sprechen es als Muttersprache, weitere 10–15 % als Zweitsprache. Daneben werden etwa 20 weitere Sprachen aus fünf Sprachfamilien gesprochen, darunter Kurmandschi, Zazaisch, Arabisch, Aserbaidschanisch, Kabardinisch, Bulgarisch, Adygeisch, Westarmenisch und Hamschen.

Nach offiziellen Statistiken sind etwa 99 % der Bevölkerung Muslime, doch diese Zahl ist nur bedingt aussagekräftig, weil Personen ohne anders eingetragene Religion automatisch als Muslime gezählt werden. Eine Umfrage von 2022 nennt 92 % Muslime, 2 % andere Religionen und 6 % ohne Religion. Die Türkei ist seit 1928 kein Staat mit Staatsreligion mehr und versteht sich als laizistisch; zugleich verwaltet das staatliche Präsidium für Religionsangelegenheiten die sunnitischen Einrichtungen.

Geschichte und Staatsbildung

Das Gebiet der heutigen Türkei ist seit der Altsteinzeit besiedelt. Frühneolithische Zeugnisse finden sich etwa in Göbekli Tepe, Nevalı Çori und Çatalhöyük. In der Antike bestanden in Anatolien zahlreiche Kulturen und Reiche, darunter Hattier, Hurriter, Hethiter, Phryger, Lyder, Urartu, griechische Siedlungen, Perser, das Reich Alexanders des Großen, hellenistische Herrschaften, das Römische Reich und später Byzanz.

Der Name der Türken geht auf Zentralasien zurück. Vom 6. bis 8. Jahrhundert bestand in der heutigen Mongolei das Chaganat der Kök-Türken. Die türkische Besiedlung Anatoliens begann mit den Seldschuken und ihrem Sieg gegen Byzanz in der Schlacht bei Manzikert im 11. Jahrhundert. Danach verlor Ostrom schrittweise die Kontrolle über Anatolien, und die Türkisierung begann. Aus einem der türkischen Fürstentümer entwickelte sich später das Osmanische Reich.

Um 1299 begründete Osman I. die Osmanendynastie. Nach der Eroberung Konstantinopels 1453 herrschten die Osmanen über große Teile des Nahen Ostens, Nordafrikas, der Krim, des Kaukasus und des Balkans. Ab dem 17. und 18. Jahrhundert wurde das Reich militärisch und politisch zurückgedrängt. Im Ersten Weltkrieg kämpfte das Osmanische Reich an der Seite der Mittelmächte. Zwischen 1915 und 1917 wurden nach internationaler Einschätzung ca. 300.000 bis 1,5 Millionen Armenier getötet; dies gilt international als Völkermord. Türkische Regierungen bestreiten bis heute, dass die Tötungen gewollt oder von der osmanischen Regierung begangen worden seien.

Nach dem Ersten Weltkrieg sollte der Vertrag von Sèvres das osmanische Restgebiet stark aufteilen, wurde aber nicht umgesetzt. Mustafa Kemal Pascha organisierte ab dem 19. Mai 1919 den Widerstand. Am 23. April 1920 erklärte sich die provisorische Regierung in Ankara zur rechtmäßigen Regierung. Nach militärischen und diplomatischen Erfolgen wurde am 1. November 1922 das Sultanat abgeschafft. Der Vertrag von Lausanne vom 24. Juli 1923 erkannte die Grenzen des neuen Staates an. Am 29. Oktober 1923 rief Mustafa Kemal Pascha die Republik aus.

Atatürk leitete tiefgreifende Reformen ein: Abschaffung des Kalifats am 3. März 1924, Abschaffung der Scharia, Kleiderreform, Koedukation, Verbot der Polygamie, Einführung der christlichen Jahreszählung und des metrischen Systems, Übernahme europäischer Rechtssysteme, Einführung der lateinischen Schrift 1928 und Stärkung der Frauenrechte. Frauen erhielten 1930 auf lokaler Ebene und 1934 auf nationaler Ebene das aktive und passive Wahlrecht.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Türkei Gründungsmitglied der Vereinten Nationen, ließ wieder mehrere Parteien zu und trat 1952 der NATO bei. Das Militär griff mehrfach in die Politik ein, besonders 1960 und 1980 durch Putsche. Seit den 1980er Jahren prägt der Kurdenkonflikt die Innenpolitik. Die PKK begann 1984 den bewaffneten Kampf; bis 2007 starben bei Anschlägen und Kämpfen zwischen Militär und PKK 40.000 Menschen. Seit 2003 steht Recep Tayyip Erdoğan an der Spitze des Landes. Nach dem Putschversuch vom 15./16. Juli 2016 folgten Ausnahmezustand, harte Gegenmaßnahmen und tiefgreifende politische Veränderungen.

Politik, Militär und Außenbeziehungen

Die Türkei war nach der Verfassung von 1982 zunächst eine parlamentarische Demokratie. Mit dem Verfassungsreferendum von 2017 und den vorgezogenen Wahlen vom 24. Juni 2018 wurde das parlamentarische System in ein Präsidialsystem umgewandelt. Der Ministerrat wurde abgeschafft; der direkt gewählte Präsident steht allein an der Spitze der Exekutive. Sein Einfluss auf die Besetzung der Gerichte wurde erweitert. Politikwissenschaftlich wird das System häufig als „defekte Demokratie“ oder „hybrides Regime“ beschrieben.

Das Parlament ist die Große Nationalversammlung der Türkei mit 600 direkt gewählten Abgeordneten. Wahlberechtigt und wahlpflichtig sind Staatsbürger ab 18 Jahren. Die letzten Parlamentswahlen fanden am 14. Mai 2023 statt. Eine kommunale Selbstverwaltung ist nur schwach ausgeprägt. Die Türkei ist in 81 Provinzen eingeteilt, die von Gouverneuren verwaltet werden; 30 Provinzen sind als Großstadtkommunen organisiert.

Menschenrechte und Grundfreiheiten sind wichtige Streitpunkte. Die Verfassung garantiert Grundrechte, doch problematisch sind laut Artikel die Umsetzung von Meinungs-, Informations- und Religionsfreiheit, der Schutz ethnischer Minderheiten und die Durchsetzung von Gewerkschaftsrechten. Die Meinungs- und Pressefreiheit gelten als stark eingeschränkt. Reporter ohne Grenzen führte die Türkei 2023 auf Platz 165 von 180 Staaten; in der Rangliste der Pressefreiheit 2026 steht sie mit 27,9 von 100 Punkten auf Rang 163 von 180. Zwischen April 2017 und Januar 2020 war Wikipedia in der Türkei gesperrt. Auch Kunstfreiheit wird durch Zensur, Verbote und Verfahren gegen Musiker und Filmschaffende eingeschränkt.

Die türkischen Streitkräfte verstehen sich traditionell als Hüter von Demokratie und Kemalismus, verloren aber im Zuge politischer Reformen an direktem Einfluss. Die Türkei ist seit 1952 NATO-Mitglied und stellt mit etwa 884.000 Soldaten nach den USA das zweitgrößte Heer im Bündnis. Im Wehretat für 2025 sind 47 Milliarden US-Dollar vorgesehen. Für Männer besteht ab dem 20. Lebensjahr Wehrpflicht; ein ziviler Ersatzdienst besteht nicht.

Außenpolitisch ist die Türkei westlichen Staaten etwas näher, sucht aber auch Einfluss in der islamischen Welt, in ehemaligen osmanischen Gebieten und unter Turkstaaten. Sie ist Mitglied unter anderem der UNO, OECD, NATO, OSZE, G20, Organisation für Islamische Zusammenarbeit und Organisation der Turkstaaten. Seit 1999 ist sie EU-Beitrittskandidat; Beitrittsverhandlungen laufen seit dem 3. Oktober 2005. Beziehungen zu Nachbarn sind teils stark belastet, etwa zu Griechenland, Zypern, Armenien, Irak und Syrien. Nordzypern hält die Türkei seit 1974 besetzt; seit 2016 besetzt sie auch Gebiete in Nordsyrien, was die meisten deutschen Völkerrechtler als völkerrechtswidrig einstufen.

Wirtschaft, Infrastruktur und Bildung

Die Türkei ist ein Schwellenland mit mittlerem Einkommen. 2024 lag das nominale Bruttoinlandsprodukt bei 1,4 Billionen US-Dollar, das BIP nach Kaufkraftparität bei 3,6 Billionen US-Dollar. Das nominale BIP pro Einwohner betrug 15.882 US-Dollar, nach Kaufkraftparität 41.549 US-Dollar. Im Index der menschlichen Entwicklung erreichte die Türkei 2023 einen HDI von 0,853 und zählt damit zu den sehr hoch entwickelten Staaten. Zugleich ist die wirtschaftliche Lage widersprüchlich: Der industrialisierte Westen und große Städte stehen einem stärker agrarischen und weniger entwickelten Osten gegenüber.

Wichtige Wirtschaftssektoren sind Textilindustrie, Tourismus, Automobilindustrie, chemische Industrie, Maschinenbau und Elektronik. 2017 arbeiteten 18,4 % der Beschäftigten in der Landwirtschaft, 26,6 % in der Industrie und 54,9 % im Dienstleistungssektor. Die Arbeitslosenquote lag 2017 bei 11,2 %. Probleme sind Schwarzarbeit und eine niedrige Erwerbsquote von Frauen von etwa 30 %. Die Türkei hat seit vielen Jahren ein Handelsbilanzdefizit; 2016 importierte sie Waren im Wert von 198,6 Milliarden US-Dollar und exportierte Waren im Wert von 142,6 Milliarden US-Dollar. Deutschland war 2016 der wichtigste Handelspartner.

Seit 2018 leidet die Türkei unter einer Währungs- und Schuldenkrise sowie hoher Inflation. Die Inflation betrug 2022 offiziell 72,3 %, 2023 53,9 % und 2024 58,5 %. Für 2021/2022 nennt der Artikel außerdem 83 % nach offiziellen Angaben und 186 % nach unabhängigen wissenschaftlichen Instituten; im Juni 2022 untersagte die Regierung die Veröffentlichung abweichender Zahlen. Ratingagenturen stuften die Kreditwürdigkeit mehrfach herab und kritisierten politische Einflüsse auf Notenbank und Gerichte.

Der Tourismus ist ein wichtiger Devisenbringer. Die Türkei gehört zu den wichtigsten Zielländern der Welt. 2019 kamen etwa 51 Millionen Besucher und brachten 34,5 Milliarden US-Dollar Einnahmen. 2023 wurde mit knapp 56,7 Millionen ausländischen Urlaubern ein neuer Besucherrekord erreicht. Beliebte Ziele sind die Türkische Riviera, die Ägäisküste, Bodrum, Fethiye, Kappadokien, Istanbul, Ephesos, Pamukkale und weitere UNESCO-Welterbestätten.

Die Infrastruktur ist wegen der Lage zwischen Asien und Europa zentral. Der Verkehr läuft im Inland überwiegend über Straßen: Das Straßennetz umfasst 413.724 km, davon 3532 km Autobahn im Jahr 2020. Der Schienenverkehr wurde lange vernachlässigt, wird aber ausgebaut; Hochgeschwindigkeitsstrecken verbinden unter anderem Ankara mit Istanbul und Konya. Die Türkei besitzt 117 Flughäfen, darunter 15 internationale. Wichtigster Flughafen ist der Flughafen Istanbul. Auch Häfen, Fähren und Pipelines wie Blue Stream, Baku-Tiflis-Ceyhan und die Südkaukasus-Pipeline sind bedeutend.

Im Bildungssystem besteht eine zwölfjährige Schulpflicht. Sie umfasst vier Jahre Grundschule, vier Jahre Mittelschule/Sekundarstufe I und II sowie vier Jahre Gymnasium. 98,7 % aller schulpflichtigen Kinder gehen zur Schule; 2015 konnten 95 % der Bevölkerung lesen und schreiben. In PISA 2015 lag die Türkei im unteren Drittel: Platz 50 von 72 in Mathematik, Platz 53 in Naturwissenschaften und Platz 50 beim Leseverständnis. Die Hochschulen werden durch den Hochschulrat YÖK kontrolliert. Es gibt 172 Universitäten, darunter 69 private Stiftungsuniversitäten; 3,6 Millionen Studierende besuchen Hochschulen.

Kultur, Medien und Sport

Die Kultur der heutigen Türkei verbindet alttürkische Nomadenkultur, osmanische Kultur mit byzantinischen, persischen, arabischen, kaukasischen, armenischen und kurdischen Einflüssen sowie die europäische Ausrichtung seit der Republikgründung. Kulturelles Zentrum ist Istanbul. Zur türkischen Literatur gehören frühe mündliche Traditionen, die Orhon-Inschriften aus dem 6. und 7. Jahrhundert, islamisch geprägte Diwan- und Volksliteratur, westlich beeinflusste Literatur seit der Tanzimat-Zeit und moderne Literatur der Republik. Orhan Pamuk erhielt 2006 den Nobelpreis für Literatur.

Wichtige Museen und Kulturstätten sind der Topkapı-Palast, die Hagia Sophia, Ephesos, Troja, das Archäologische Museum Istanbul und das Museum für anatolische Zivilisationen in Ankara. Die Hagia Sophia war byzantinische Hauptkirche, osmanische Moschee, ab 1934 Museum und dient seit 2020 wieder als Moschee. In der Türkei liegen 22 UNESCO-Welterbestätten, darunter die historischen Bereiche von Istanbul, Troja, Göreme und Kappadokien, Hierapolis-Pamukkale, Ḫattuša, Nemrut Dağı, Safranbolu, Ephesos, Pergamon und Çatalhöyük.

Die Medienlandschaft besteht aus staatlichen und privaten Sendern sowie großen Medienkonzernen. TRT betreibt mehrere nationale Fernseh- und Radiosender, verlor aber seit Zulassung privater Sender ab 1990 an Bedeutung. Die Medienfreiheit ist laut Artikel stark eingeschränkt, und viele Medien werden von regierungsnahen Geschäftsleuten kontrolliert.

Die türkische Küche entstand aus der Verbindung nomadischer Kochtraditionen, vorderasiatischer und mediterraner Einflüsse sowie der osmanischen Palastküche. Bekannte Beispiele sind Baklava, Döner Kebab, Cacık und Joghurt. Der wöchentliche Ruhetag ist der Sonntag; der Nationalfeiertag ist der 29. Oktober, der an die Ausrufung der Republik 1923 erinnert.

Die beliebteste Sportart ist Fußball. Die wichtigsten Vereine kommen aus Istanbul, vor allem Galatasaray, Beşiktaş, Fenerbahçe und Istanbul Başakşehir; Trabzonspor und Bursaspor wurden als nicht-Istanbuler Klubs türkischer Meister. Die Nationalmannschaft erreichte bei der Fußball-WM 2002 den dritten Platz und bei der EM 2008 das Halbfinale. Weitere wichtige Sportarten sind Basketball, Boxen, Ringen, Taekwondo, Motorsport und Volleyball. Nationalsport ist der Öl-Ringkampf Yağlı Güreş, der seit mehr als 650 Jahren ausgeübt wird.

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