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Pfund Sterling
Das Pfund (englisch Pound) Sterling (auch als britisches Pfund bezeichnet) ist die Währung des Vereinigten Königreichs sowie der Kanalinseln, der Isle of …
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Währung und heutige Einteilung
Das Pfund Sterling, auch britisches Pfund genannt, ist die Währung des Vereinigten Königreichs sowie der Kanalinseln, der Isle of Man und einiger britischer Überseegebiete. Es gehört zu den ältesten noch verwendeten Währungen der Welt. Die Währung heißt „Sterling“, während das Pfund die Recheneinheit ist.
Das Zeichen ist £, abgeleitet vom lateinischen libra („Pfund“); der ISO-4217-Code lautet GBP („Great Britain Pound“). Seit 1971 gilt: 1 Pfund Sterling = 100 Pence, abgekürzt p. Bei Aktienkursen an der London Stock Exchange wird häufig GBp verwendet: Das bezeichnet Pence, also 1/100 GBP.
Die Bank of England ist die Zentralbank und gibt die englischen Banknoten aus. Traditionell zeigen britische Geldscheine das Porträt des britischen Monarchen. Am 16. September 2026 entsprachen 1 EUR 0,857 GBP und 1 GBP 1,166 EUR.
Entwicklung von Silber- zu Papiergeld und Dezimalsystem
Um 775 n. Chr. ließen angelsächsische Könige erstmals Silberpennies nach dem Vorbild des karolingischen Denars prägen; als Einführer gilt König Offa von Mercia (757–796). Aus einem karolingischen Pfund Silber von etwa 406,5 g wurden 240 Pennies geprägt. Daraus entstand die frühere Einteilung: 1 Pfund = 20 Shilling = 240 Pence, denn 1 Shilling entsprach 12 Pence. Das Pfund Sterling war zunächst keine einzelne Münze, sondern eine Zähleinheit für 240 silberne Kleinmünzen.
Unter Heinrich II. blieb der Penny mit 1,3–1,45 g Gewicht und einem Feingehalt von 925/1000 stabil. Dieser Feingehalt wurde im 13. Jahrhundert als Sterlingsilber zum Standard. Heinrich VIII. führte das Troyes-Pfund als Gewichtsmaß ein.
1694 begann die neu gegründete Bank of England mit der Ausgabe handgeschriebener Banknoten. Sie versprachen dem Inhaber die Auszahlung eines bestimmten Pfundbetrags auf Verlangen. Gegen Fälschungen wurde 1697 ein Wasserzeichen eingeführt. Seit 1957 sind alle Banknoten der Bank of England mehrfarbig und beidseitig bedruckt.
Die Dezimalisierung erfolgte am 15. Februar 1971, dem „Decimal Day“. Sie ersetzte das seit dem 9. Jahrhundert bestehende System aus Shilling und Pence durch 100 Pence je Pfund. In einer 18-monatigen Übergangszeit wurden alte und neue Münzen parallel verwendet; 1 Shilling wurde dabei 5 New Pence gleichgesetzt, 1 Florin 10 New Pence. Später entfiel die ½-Penny-Münze; 20-Pence-, 1-Pfund- und 2-Pfund-Münzen kamen hinzu.
Goldstandard, Wechselkurse und Währungskrisen
Ab 1663 war die Guinee eine wichtige Goldmünze. 1717 legte der Münzmeister Isaac Newton ihren Wert auf 21 Shilling fest. Weil Gold damit in England gegenüber Silber überbewertet war, verschwanden vollhaltige Silbermünzen zunehmend aus dem Umlauf; Gold wurde zum maßgeblichen Edelmetall. 1816 führte England den Goldstandard offiziell ein. Banknoten waren dabei Forderungen auf Gold und konnten bei der Zentralbank zu einem festen Verhältnis in Gold umgetauscht werden. So entstand Ende des 19. Jahrhunderts ein internationales System fester Wechselkurse.
Der Sovereign war die Goldmünze im Wert von 20 Shilling, also 1 Pfund. Er wog 7,98805 g und hatte einen Feingehalt von 916/1000. Seine Prägung als britische Umlaufmünze endete 1917, weil sein Goldwert den Nennwert überstieg. Eine Guinea entsprach 1 Pfund und 1 Shilling, also 21 Shilling beziehungsweise heute 1,05 Pfund.
Während des Ersten Weltkriegs wurde der Goldstandard ausgesetzt. Die Rückkehr zur Vorkriegsparität von 4,86 US-Dollar je Pfund im Jahr 1925 bewertete das Pfund nach Berechnungen von Wirtschaftshistorikern um 10 % zu hoch; dies soll die Arbeitslosigkeit um 721.000 erhöht haben. Im September 1931 wurde die Goldkonvertibilität des Pfunds wieder aufgehoben.
Nach dem Zweiten Weltkrieg löste der US-Dollar das Pfund als Leitwährung ab. Im Bretton-Woods-System von 1944 war der Dollar mit 35 US-Dollar je Unze an Gold gebunden, während weitere feste Wechselkurse galten. Das Pfund wurde am 19. September 1949 von 4,03 auf 2,80 US-Dollar abgewertet und am 18. November 1967 um etwa 14,3 %. Nach starken Devisenabflüssen gab Großbritannien am 23. Juni 1972 die europäische Währungsschlange auf und ließ das Pfund frei schwanken.
1976 fiel das Pfund in einer Krise von über 2 US-Dollar auf 1,56 US-Dollar; Großbritannien nahm Hilfe des Internationalen Währungsfonds (IWF) an und erfüllte dessen Auflagen. Am 16. September 1992, dem „Schwarzen Mittwoch“, verließ das Pfund wegen Abwertungsdrucks das Europäische Währungssystem. In den folgenden Wochen sank es fast 15 % gegenüber der D-Mark und 25 % gegenüber dem US-Dollar.
Das Vereinigte Königreich war als EU-Mitglied durch eine Opting-Out-Klausel nicht zur Euro-Einführung verpflichtet. Mit dem EU-Austritt 2020 wurde dies gegenstandslos. Nach dem Referendum zum EU-Austritt im Juni 2016 verlor das Pfund deutlich gegenüber Euro und US-Dollar. Im September 2022 fiel es nach dem „Mini-Budget“ der Regierung Truss auf fast 1,03 USD. Im Oktober 2022 erreichte die Inflationsrate 11,1 %.
Währungsraum, Banknoten und Münzen
Zum Währungsraum gehören neben Großbritannien und Nordirland Kronbesitzungen und Überseegebiete. Guernsey, Jersey und die Isle of Man verwenden lokale Varianten des Pfunds und geben eigene Münzen und Banknoten aus; sie haben jedoch keinen eigenen ISO-4217-Code. Dieses Bargeld wird im übrigen Pfund-Währungsraum meist nicht allgemein akzeptiert. In Guernsey und Jersey wird jeweils auch das Geld der anderen Insel akzeptiert.
Das britische Pfund wird unter anderem auf Tristan da Cunha, im Britischen Territorium im Indischen Ozean, auf Südgeorgien und den Südlichen Sandwichinseln sowie im Britischen Antarktis-Territorium offiziell verwendet. Gibraltar (GIP), St. Helena und Ascension (SHP) sowie die Falklandinseln (FKP) besitzen eigene, im Verhältnis 1:1 an das Pfund gebundene Währungen. Andere frühere Gebiete mit Bindung an das Pfund verwenden heute meist Währungen mit Bindung an den US-Dollar oder andere Währungen.
Die Bank of England gibt 5-, 10-, 20- und 50-Pfund-Noten aus. Sie sind in England und Wales gesetzliches Zahlungsmittel und werden praktisch im ganzen Vereinigten Königreich akzeptiert. Die Serie G besteht aus Polymer, einem haltbaren Kunststoff. Seit dem 5. Juni 2024 erscheinen Noten mit Charles III.; Noten mit Elisabeth II. bleiben gültig. Die Rückseiten zeigen Winston Churchill auf 5 Pfund, Jane Austen auf 10 Pfund, JMW Turner auf 20 Pfund und Alan Turing auf 50 Pfund. Sicherheitsmerkmale sind Wasserzeichen mit dem Porträt des Königs, Sicherheitsfaden, fluoreszierende Wertziffern und ein Hologramm.
Schottische Banken geben 5-, 10-, 20-, 50- und 100-Pfund-Noten heraus; diese sind kein gesetzliches Zahlungsmittel. Auch Banknoten nordirischer Banken sind kein gesetzliches Zahlungsmittel und werden in England oder Wales teils nicht angenommen, können dort aber eins zu eins in Noten der Bank of England getauscht werden. Für die Deckung dieser Privatbanknoten existieren bankinterne Noten zu 1.000.000 £ („Giant“) und 100.000.000 £ („Titan“).
Die heutigen Münzen umfassen 1, 2, 5, 10, 20 und 50 Pence sowie 1 und 2 Pfund. Das 2008 eingeführte Design von Matthew Dent verteilt Teile des königlichen Wappenschilds auf die Münzen; die 1-Pfund-Münze zeigte den vollständigen Schild. Seit dem 28. März 2017 ist eine fälschungssicherere zwölfeckige 1-Pfund-Münze im Umlauf; die runde Pfundmünze verlor am 15. Oktober 2017 ihre Gültigkeit.
Bedeutung und Kaufkraft
Im 18. und 19. Jahrhundert war das Pfund Sterling die wichtigste internationale Reservewährung, also eine Währung, die Zentralbanken als Teil ihrer Währungsreserven halten. Im 20. Jahrhundert übernahm der US-Dollar diese führende Rolle. Das Pfund lag von 2006 bis 2016 auf Platz drei der Reservewährungen, bevor es vom Yen überholt wurde. Sein Anteil an den weltweit gehaltenen Reserven lag 2024 bei 4,6 % und 2025 bei 4,4 %.
Das Pfund wird besonders gegenüber US-Dollar, Euro und Yen gehandelt und ist nach diesen drei Währungen die am vierthäufigsten gehandelte Währung der Welt. Sein Außenwert, also sein Wechselkurs zu anderen Währungen, kann stark schwanken. So kostete 1 Euro Ende 2008 zeitweise 0,9801 Pfund; im Januar 2009 erreichte das Pfund ein 23-Jahr-Tief.
Der Binnenwert beschreibt die Kaufkraft im Inland. Sie nahm langfristig durch Preissteigerungen ab. Nach dem Index der Bibliothek des britischen Unterhauses hatten 100 Pfund von 1940 im Jahr 1950 noch 60,6 %, 1960 noch 40,7 %, 1970 noch 27,4 % und 1980 noch 7,58 % ihrer ursprünglichen Kaufkraft. Der Preisindex stieg von 73,1 im Jahr 1970 auf 263,7 im Jahr 1980, 497,5 im Jahr 1990 und 757,3 im Jahr 2005.
Seit 2016 beeinflussten Brexit-Unsicherheit und neue Handelsbeziehungen die wirtschaftliche Stabilität. Für Mitte 2019 wurde der Rückgang der Unternehmensinvestitionen durch Brexit-Unsicherheit auf rund 11 % gegenüber einem Szenario ohne Referendum geschätzt. Im ersten Quartal 2022 erreichte das Leistungsbilanzdefizit 7,7 %; 2024 lag es bei 3,0 % des BIP. Wissenschaftliche Schätzungen gehen bis Ende 2028 von etwa 3,25 % geringerer potenzieller Produktivität infolge des Brexits aus. Im dritten Quartal 2025 standen einem Warenhandelsdefizit von 57,4 Mrd. £ Dienstleistungsüberschüsse von 52,8 Mrd. £ gegenüber.