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Religionen in München

Hier finden jährlich das Vesakh-Fest (Mai) sowie im Sommer die buddhistischen Vollmondfeiern statt. Die Sōka Gakkai betreibt in Schwabing-West ein …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Religiöse Entwicklung und Konfessionsstatistik
  2. 2. Katholische und evangelische Kirchen
  3. 3. Orthodoxe und weitere christliche Gemeinschaften
  4. 4. Judentum in München
  5. 5. Islam in München
  6. 6. Buddhismus und Hinduismus

Religiöse Entwicklung und Konfessionsstatistik

München war historisch stark katholisch geprägt. Der Anteil der evangelischen und katholischen Kirchenmitglieder an der Gesamtbevölkerung sinkt jedoch seit vielen Jahren, während der Anteil der Konfessionslosen zunimmt. Bis zum Jahr 2000 waren die Katholiken die stärkste Bevölkerungsgruppe; heute stellen Konfessionslose in München die Mehrheit.

Laut dem Zensus 2022 waren im Mai 2022 27,2 % der Einwohner römisch-katholisch, 10,0 % evangelisch und 62,8 % konfessionslos, Mitglied einer anderen Glaubensgemeinschaft oder ohne Angabe. Für Mai 2026 nennt der Artikel 22,4 % Katholiken, 8,2 % Evangelische und 69,4 % Angehörige anderer Glaubensgemeinschaften oder Konfessionslose. Die Tabelle des Artikels weist für 2022 allerdings abweichend 25,9 % römisch-katholische, 9,4 % evangelische und 64,8 % andere oder konfessionslose Einwohner aus.

Die Tabellenwerte zeigen den langfristigen Wandel: 1961 waren 71,8 % der Bevölkerung römisch-katholisch, 22,6 % evangelisch und 5,6 % gehörten anderen Gruppen an oder waren konfessionslos. 1987 lagen die Werte bei 58,0 %, 19,1 % und 22,9 %, 2011 bei 36,6 %, 13,8 % und 49,6 %. Für 2015 nennt die Tabelle 33,1 %, 11,9 % und 55,0 %, für 2020 29,1 %, 10,4 % und 60,5 %. 2021 waren es 27,7 %, 9,9 % und 62,3 %, 2023 24,7 %, 9,0 % und 66,3 %, 2024 23,7 %, 8,6 % und 67,7 % sowie 2025 22,8 %, 8,3 % und 68,9 %.

Obwohl Konfessionslose die absolute Mehrheit bilden, gehört München zu den Städten, in denen Mariä Himmelfahrt am 15. August ein gesetzlicher Feiertag ist.

Katholische und evangelische Kirchen

München gehörte ursprünglich zum Bistum Freising, das ein Suffraganbistum von Salzburg war. Mehrere Versuche, ein eigenes Bistum zu gründen, scheiterten. 1817 wurde der Freisinger Bischofssitz jedoch nach München verlegt und das Bistum zum Erzbistum erhoben. Seitdem lautet die Bezeichnung Erzbistum München und Freising; Erzbischof ist seit 2008 Reinhard Marx. Die Frauenkirche, die Pfarrkirche zu Unserer Lieben Frau, ist die Bischofskirche und ein bekanntes Wahrzeichen Münchens. Das Stadtgebiet ist heute in mehrere Dekanate mit mehreren Pfarrgemeinden gegliedert. Die altkatholische Gemeinde nutzt die Kirche Sankt Willibrord. München ist außerdem Sitz der Apostolischen Exarchie für katholische Ukrainer des byzantinischen Ritus in Deutschland und Skandinavien. Daneben gibt es die Freikatholische Kirche, die Priesterbruderschaft St. Pius X. und eine Gemeinde der Episcopal Church in the USA in der Emmauskirche in Harlaching.

Die Lehre Martin Luthers fand zunächst gewisse Sympathie, konnte sich nach dem Wormser Reichstag 1522 aber nicht durchsetzen und wurde verfolgt. München blieb deshalb lange eine ausschließlich katholische Stadt. 1799 entstand unter dem Einfluss der damaligen Kurfürstin Karoline Friederike Wilhelmine von Baden eine kleine evangelische Gemeinde; 1806 wurde die erste evangelische Pfarrei gegründet. Die Protestanten erhielten die Salvatorkirche. 1817 wurde München Sitz des Oberkonsistoriums der Protestantischen Gesamtgemeinde des Königreichs Bayern. 1833 entstand mit St. Matthäus die erste evangelische Kirche Münchens, 1877 folgte St. Markus. 1920 wurde die Gesamtkirchengemeinde München mit mehreren Teilkirchengemeinden gebildet. Das Dekanat München wurde 1968 in vier Prodekanatsbezirke geteilt und gehört zum Kirchenkreis München. Seit den 1960er Jahren gibt es außerdem eine Gemeinde der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche.

Reformierte Christen fanden sich unter dem Einfluss Karolines bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts in München. Am 30. Juli 1801 erhielt Johann Balthasar Michel als erster evangelischer Christ das Münchner Bürgerrecht. Eine offizielle reformierte Gemeinde entstand erst 1926. Heute bestehen drei reformierte Gemeinden; außerdem gibt es eine niederländische, 1977 gegründete, und eine ungarische Gemeinde. Die reformierte Landeskirche ist wie die lutherische Landeskirche Bayerns Mitglied der Evangelischen Kirche in Deutschland. Der Artikel weist darauf hin, dass dieser Abschnitt nicht ausreichend belegt ist.

Zu den evangelischen Freikirchen gehören Gemeinden der Mennoniten, Baptisten, Methodisten, Siebenten-Tags-Adventisten, Heilsarmee sowie freie evangelische und pfingstliche Gemeinden. Eine erste Täufergemeinde entstand 1527, wurde aber verfolgt; die letzte Hinrichtung eines Münchner Täufers fand im September 1586 statt. 1892 wurde wieder eine Mennonitengemeinde gegründet, zunächst vor allem von aus Süddeutschland eingewanderten Pfälzer und Lothringer Mennoniten. Die Methodisten sind mit vier Kirchen und Gemeindezentren vertreten.

Orthodoxe und weitere christliche Gemeinschaften

Die orthodoxen Kirchen sind in München besonders wegen der starken Balkangemeinde vertreten. St. Salvator, die ehemalige Friedhofskirche der Frauenkirche, wurde 1829 der griechisch-orthodoxen Gemeinde überlassen. Diese Gemeinde war nach der um 1700 gegründeten Gemeinde im Griechenhaus in Leipzig die zweite griechisch-orthodoxe Gemeinde in Deutschland und ist heute die älteste griechisch-orthodoxe Kirchengemeinde Deutschlands. Sie gehört zur Griechisch-Orthodoxen Metropolie von Deutschland und bezeichnet die Kirche auf Griechisch als „Verklärung des Erlösers“ (Salvator). Eine weitere griechische Gemeinde entstand in Schwabing. Die Russisch-Orthodoxe, Serbisch-Orthodoxe und Mazedonisch-Orthodoxe Kirche besitzen eigene Kirchengebäude. Im Olympiapark steht die Ost-West-Friedenskirche von Timofei Wassiljewitsch Prochorow. Zu den altorientalischen Kirchen gehören Gemeinden der Kopten und der Äthiopisch-Orthodoxen Kirche.

Die Neuapostolische Kirche hatte 2014 im Stadtgebiet 28 Gemeinden, 2025 noch sieben. 2014 fand im Olympiapark ihr erster Internationaler Kirchentag mit etwa 50.000 Teilnehmern statt. Die Apostolische Gemeinschaft besitzt eine Gemeinde an der Westendstraße; nahe Schloss Nymphenburg hat die Katholisch-apostolische Gemeinde ein Gotteshaus.

Die Zeugen Jehovas sind mit 59 Gemeinden vertreten. Diese nutzen 16 Königreichssäle und Saalzentren im Stadtgebiet; in der Riesstraße befindet sich außerdem ein Kongresssaal für überregionale Treffen. Die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, auch Mormonentum genannt, hat in München vier Gemeinden in zwei Gemeindehäusern.

Judentum in München

Der Aufenthalt von Juden in München ist erstmals für 1229 nachweisbar. Am 12. Oktober 1285 kam es nach einer Ritualmordlegende zu einem Pogrom: Eine aufgebrachte Menge setzte die Synagoge in Brand, wobei 180 Juden starben. Zwei Jahre später durften Juden in die Stadt zurückkehren. 1442 wurden sie aus München und ganz Oberbayern vertrieben.

1816 erhielt die Jüdische Gemeinde die Erlaubnis, einen Friedhof anzulegen. König Ludwig II. stellte ihr 1882 ein Grundstück gegenüber der Maxburg für eine neue Synagoge zur Verfügung. 1910 lebten in München bei etwa 590.000 Einwohnern 11.083 Juden. Jüdische Künstler, Schriftsteller, Wissenschaftler, Kaufleute und Politiker prägten das kulturelle Leben der Stadt.

Im Januar 1933 begann die staatlich verordnete Diskriminierung und Verfolgung. Adolf Hitler befahl persönlich den Abbruch der Hauptsynagoge am 9. Juni 1938; die Jüdische Gemeinde musste die Abrisskosten tragen. Zwei weitere Synagogen wurden in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 während der Novemberpogrome zerstört. Es folgten Diffamierung, Vertreibung, Deportation und die Shoa.

Im März 1946 hatte die Jüdische Gemeinde wieder etwa 2.800 Mitglieder. Neben wenigen Rückkehrern aus Konzentrationslagern und dem Exil gehörten dazu viele Displaced Persons. Die am 19. Juli 1945 neu gegründete Israelitische Kultusgemeinde konnte am 20. Mai 1947 die wiederhergestellte Synagoge in der Reichenbachstraße einweihen. In den 1990er Jahren stieg die Mitgliederzahl durch Zuwanderung aus der ehemaligen Sowjetunion auf rund 8.000. Neben der orthodox geführten Einheitsgemeinde besteht die liberale Gemeinde Beth Shalom. Am 9. November 2006 wurde die neue Hauptsynagoge Ohel Jakob am Sankt-Jakobs-Platz als Teil des Jüdischen Zentrums eröffnet.

Islam in München

Die ersten Muslime kamen im 17. Jahrhundert mit türkischen Kriegsgefangenen nach München. Viele kehrten später nach Zahlung eines Lösegelds oder im Austausch gegen Gefangene in das Osmanische Reich zurück; ein kleinerer Teil blieb und trat zum Christentum über.

Der Anteil muslimischer Einwohner stieg vor allem durch den Zuzug von Gastarbeitern seit den 1960er Jahren und durch weitere Einwanderung. Die größte Moschee Münchens ist die von 1967 bis 1973 erbaute Freimann-Moschee in Großlappen. Insgesamt gibt es 43 Moscheen und muslimische Gebetsräume. Einige richten sich besonders an Gläubige türkischer, albanischer, bosnischer, afghanischer oder bengalischer Herkunft. Manche Gebetshäuser, etwa die Moschee Sendling, befinden sich in Hinterhöfen und sind von außen nicht als Moschee erkennbar.

Ein geplanter Neubau mit zwei Minaretten am Gotzinger Platz war in der Anwohnerschaft stark umstritten und wurde im Februar 2010 aus finanziellen Gründen aufgegeben. Unter der Leitung des Imams Benjamin Idriz sollte das „Zentrum für Islam in Europa – München“ mit großer Moschee, Kulturzentrum und Ausbildungsstätte für Imame entstehen. 2011 signalisierte das Emirat Katar seine Bereitschaft zur Finanzierung. SPD, Grüne, CSU und FDP im Rathaus unterstützten den Plan, während die rechtspopulistische Partei „Die Freiheit“ einen Bürgerentscheid anstrebte. Als Standorte wurden ein Grundstück beim Stachus und ein Gelände an der Dachauer Straße beim Olympiapark genannt.

Für 2009 werden bei knapp 1,3 Millionen Einwohnern etwa 80.000 Muslime, also 6 % der Bevölkerung, geschätzt. 2014 lebten gut 100.000 Muslime in München, etwa 7 % der Bevölkerung; 2024 waren es gut 120.000, etwa 8 %.

Buddhismus und Hinduismus

In München leben mehrere Tausend Buddhisten, die unterschiedliche buddhistische Traditionen praktizieren. Die Deutsche Buddhistische Union e. V. (DBU), der Dachverband der Buddhisten in Deutschland, hat ihre Geschäftsstelle in München. Buddhistische Gruppen können über ihr Verzeichnis gefunden werden.

Die vietnamesische Gemeinde trifft sich im Tempel Tâm Giác in Kirchseeon oder im Tempel Phổ Bảo. Zentren thailändischer Buddhisten sind Wat Buddhadhamma in Milbertshofen und Wat Thai München in Giesing. Zusammen mit dem 2009 gegründeten Buddhistischen Kloster Bodhi Vihara in Freising bilden sie die drei Theravada-Klöster im Großraum München. Die Sala Thai im Westpark wird ebenfalls für religiöse Zeremonien genutzt. Dort finden jährlich im Mai das Vesakh-Fest und im Sommer buddhistische Vollmondfeiern statt. Die Sōka Gakkai betreibt in Schwabing-West ein Kulturzentrum.

Hinduistische Gemeinschaften gibt es in München seit der SRF-Glaubensgemeinschaft von Yogananda, die seit 1957 besteht. Die Sri-Chinmoy-Gruppe begann 1980 mit ihren Treffen. Zur Förderung der hinduistischen Bhakti-Tradition wurde 1997 der gemeinnützige Verein für Vedische Kultur gegründet; in seinen Räumen befindet sich auch ein Krishna-Tempel. Das hinduistische Lichterfest wird im Westpark gefeiert.

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