Zum Inhalt springen
L

Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Religion in Geschichte und Gegenwart

In kurzen, inhaltlich intensiven Artikeln werden Personen, Begriffe, Orte, Ereignisse, Institutionen und Vieles mehr aus unterschiedlichen Perspektiven erklärt.

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Zweck und Inhalt
  2. 2. Entwicklung der ersten drei Auflagen
  3. 3. Vierte Auflage und heutige Fassungen
  4. 4. Ausgaben und vergleichbare Lexika

Zweck und Inhalt

Religion in Geschichte und Gegenwart (RGG; in den ersten drei Auflagen „Die Religion in Geschichte und Gegenwart“) ist ein Handwörterbuch für Theologie und Religionswissenschaft. Es erklärt in kurzen, inhaltlich dichten Artikeln Personen, Begriffe, Orte, Ereignisse und Institutionen aus verschiedenen Perspektiven.

Der Schwerpunkt liegt auf dem evangelischen Christentum. Zugleich behandelt die RGG Themen anderer Religionen sowie inzwischen auch Philosophie, Ethik, Politikwissenschaft, Ökonomie, Psychologie, Soziologie, Literatur und weitere angrenzende Bereiche. Die Darstellung ist überwiegend von liberaler Theologie geprägt.

Entwicklung der ersten drei Auflagen

Die erste Auflage erschien 1909–1913 bei J. C. B. Mohr (Paul Siebeck) in Tübingen. Herausgeber waren Friedrich Michael Schiele und Leopold Zscharnack. Sie fasste den Forschungsstand der Theologie bis zum 19. Jahrhundert zusammen und überschritt den traditionellen Fächerkanon. Sie ging aus den Heften für Religion in Geschichte und Gegenwart der liberalen religionsgeschichtlichen Schule innerhalb der Theologie hervor.

Die zweite Auflage erschien 1927–1931, herausgegeben von Hermann Gunkel und Leopold Zscharnack. Sie war eine völlige Neubearbeitung. Neu betont wurden die Verbindung von „Religion und Kultur“ sowie eine intensivere Darstellung außerchristlicher Religionen. Die veränderte Lage der Theologie nach dem Ersten Weltkrieg zeigt sich in den Artikeln.

Die dritte Auflage gab Kurt Galling heraus; sie erschien 1957–1965. Sie verarbeitete die Neubesinnung nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, die Auseinandersetzung mit dem Geschehenen und die stärker werdende Ökumene. Ökumene bezeichnet das Bemühen um Zusammenarbeit und Einheit zwischen christlichen Kirchen.

Vierte Auflage und heutige Fassungen

Die vierte, völlig neu bearbeitete Auflage erschien 1998–2007. Herausgeber waren Hans Dieter Betz, Don S. Browning, Bernd Janowski und Eberhard Jüngel. Sie umfasst acht alphabetische Bände und einen Registerband, also insgesamt neun Bände.

Knapp 4000 Autoren aus 74 Ländern verfassten 15.665 Artikel und Teilartikel. Dargestellt werden der Wissensstand, Methodenprobleme und zukünftige Forschungsfelder. Die Verfasser stammen nicht ausschließlich aus Theologie und Religionswissenschaft; Kurt Beck ist beispielsweise mit einem Artikel über Medienpolitik vertreten.

2007 erschien ergänzend ein Abkürzungsverzeichnis. 2008 folgte bei UTB eine ungekürzte, vergünstigte broschierte Studienausgabe. 2020 erschien bei der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft Darmstadt eine stark vergünstigte Neuausgabe als unveränderter Nachdruck. Die vierte Auflage liegt außerdem unter dem Titel Religion Past and Present in englischer Übersetzung bei Brill in Leiden vor.

Ausgaben und vergleichbare Lexika

Die ersten beiden Auflagen bestehen jeweils aus fünf alphabetischen Bänden; zur zweiten Auflage kam 1932 ein Registerband hinzu. Die dritte Auflage umfasst sechs Bände aus den Jahren 1957–1962 sowie einen 1965 bearbeiteten Registerband. Sie wurde auch als CD-ROM in der Digitalen Bibliothek und 2007 auf einer DVD-ROM veröffentlicht.

Vergleichbare theologische Fachenzyklopädien sind unter anderem die Catholic Encyclopedia, das Lexikon für Theologie und Kirche, die Realenzyklopädie für protestantische Theologie und Kirche, das Reallexikon für Antike und Christentum, The Encyclopedia of Religion und die Theologische Realenzyklopädie.

Weiterlesen

Theologie Theologie in anderen Religionen · Judentum · Islam · Hinduismus · Wicca und Neopaganismus. Religionswissenschaft Die Religionswissenschaft ist eine Geisteswissenschaft oder auch Kulturwissenschaft, die Religion empirisch, historisch und systematisch erforscht. Christentum Das Christentum ist eine Weltreligion, die aus dem Judentum hervorging und sich ab dem 4. Jahrzehnt n. Chr. über Judäa hinaus ausbreitete. Ethik Ein aussichtsreiches Beispiel für eine nachpositivistische Ethik ist die am Kriterium des zwangfreien Konsenses orientierte Diskursethik. Mit der … Politikwissenschaft Die Politikwissenschaft zählt von ihrer Entwicklung als Wissenschaftsdisziplin im weiteren Sinne auch zu den Staatswissenschaften. Mit Nachbardisziplinen wie … Wirtschaft Wirtschaft oder Ökonomie ist die Gesamtheit aller Einrichtungen und Handlungen, die der planvollen Befriedigung der Bedürfnisse dienen. Psychologie Analyseebenen der Psychologie · Biologische Einflüsse · Psychologische Einflüsse · Soziokulturelle Einflüsse. Soziologie In neuerer Zeit steht der soziale Wandel im Fokus von Modernisierungstheorien. ... soziale Verbände oder die Politik, selten aber nachhaltiger auch durch soziale … Literatur Als Literatur bezeichnet man seit dem 19. Jahrhundert den Bereich aller mündlich (etwa durch Versformen und Rhythmus) oder schriftlich fixierten … Liberale Theologie Wesentliche Forschungsgebiete der liberalen Theologie sind Exegese (Literarkritik, historisch-kritische Exegese) und Kirchengeschichte, insbesondere die … Religionsgeschichtliche Schule Der Name Religionsgeschichtliche Schule steht für eine Gruppe von deutschen evangelischen Theologen, die sich um 1890 vorwiegend in Göttingen habilitierten. Hermann Gunkel Johann Friedrich Hermann Gunkel (* 23. Mai 1862 in Springe, Königreich Hannover; † 11. März 1932 in Halle) war ein deutscher evangelischer Alttestamentler.