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Religion in Geschichte und Gegenwart
In kurzen, inhaltlich intensiven Artikeln werden Personen, Begriffe, Orte, Ereignisse, Institutionen und Vieles mehr aus unterschiedlichen Perspektiven erklärt.
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Zweck und Inhalt
Religion in Geschichte und Gegenwart (RGG; in den ersten drei Auflagen „Die Religion in Geschichte und Gegenwart“) ist ein Handwörterbuch für Theologie und Religionswissenschaft. Es erklärt in kurzen, inhaltlich dichten Artikeln Personen, Begriffe, Orte, Ereignisse und Institutionen aus verschiedenen Perspektiven.
Der Schwerpunkt liegt auf dem evangelischen Christentum. Zugleich behandelt die RGG Themen anderer Religionen sowie inzwischen auch Philosophie, Ethik, Politikwissenschaft, Ökonomie, Psychologie, Soziologie, Literatur und weitere angrenzende Bereiche. Die Darstellung ist überwiegend von liberaler Theologie geprägt.
Entwicklung der ersten drei Auflagen
Die erste Auflage erschien 1909–1913 bei J. C. B. Mohr (Paul Siebeck) in Tübingen. Herausgeber waren Friedrich Michael Schiele und Leopold Zscharnack. Sie fasste den Forschungsstand der Theologie bis zum 19. Jahrhundert zusammen und überschritt den traditionellen Fächerkanon. Sie ging aus den Heften für Religion in Geschichte und Gegenwart der liberalen religionsgeschichtlichen Schule innerhalb der Theologie hervor.
Die zweite Auflage erschien 1927–1931, herausgegeben von Hermann Gunkel und Leopold Zscharnack. Sie war eine völlige Neubearbeitung. Neu betont wurden die Verbindung von „Religion und Kultur“ sowie eine intensivere Darstellung außerchristlicher Religionen. Die veränderte Lage der Theologie nach dem Ersten Weltkrieg zeigt sich in den Artikeln.
Die dritte Auflage gab Kurt Galling heraus; sie erschien 1957–1965. Sie verarbeitete die Neubesinnung nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, die Auseinandersetzung mit dem Geschehenen und die stärker werdende Ökumene. Ökumene bezeichnet das Bemühen um Zusammenarbeit und Einheit zwischen christlichen Kirchen.
Vierte Auflage und heutige Fassungen
Die vierte, völlig neu bearbeitete Auflage erschien 1998–2007. Herausgeber waren Hans Dieter Betz, Don S. Browning, Bernd Janowski und Eberhard Jüngel. Sie umfasst acht alphabetische Bände und einen Registerband, also insgesamt neun Bände.
Knapp 4000 Autoren aus 74 Ländern verfassten 15.665 Artikel und Teilartikel. Dargestellt werden der Wissensstand, Methodenprobleme und zukünftige Forschungsfelder. Die Verfasser stammen nicht ausschließlich aus Theologie und Religionswissenschaft; Kurt Beck ist beispielsweise mit einem Artikel über Medienpolitik vertreten.
2007 erschien ergänzend ein Abkürzungsverzeichnis. 2008 folgte bei UTB eine ungekürzte, vergünstigte broschierte Studienausgabe. 2020 erschien bei der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft Darmstadt eine stark vergünstigte Neuausgabe als unveränderter Nachdruck. Die vierte Auflage liegt außerdem unter dem Titel Religion Past and Present in englischer Übersetzung bei Brill in Leiden vor.
Ausgaben und vergleichbare Lexika
Die ersten beiden Auflagen bestehen jeweils aus fünf alphabetischen Bänden; zur zweiten Auflage kam 1932 ein Registerband hinzu. Die dritte Auflage umfasst sechs Bände aus den Jahren 1957–1962 sowie einen 1965 bearbeiteten Registerband. Sie wurde auch als CD-ROM in der Digitalen Bibliothek und 2007 auf einer DVD-ROM veröffentlicht.
Vergleichbare theologische Fachenzyklopädien sind unter anderem die Catholic Encyclopedia, das Lexikon für Theologie und Kirche, die Realenzyklopädie für protestantische Theologie und Kirche, das Reallexikon für Antike und Christentum, The Encyclopedia of Religion und die Theologische Realenzyklopädie.