Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand
Redewendung
Redewendung. feste Verbindung mehrerer Wörter, deren Gesamtbedeutung sich nicht unmittelbar aus der Bedeutung der Einzelelemente ergibt. Artikel · Diskussion.
Inhalt4 Abschnitte
Begriff und Abgrenzung
Eine Redewendung ist eine feste Verbindung mehrerer Wörter, deren Gesamtbedeutung sich nicht unmittelbar aus den Bedeutungen der einzelnen Wörter ergibt. Sie wird auch Phraseologismus, Idiom oder idiomatische Wendung genannt. Redewendungen sind rhetorische Stilmittel und ein Spezialfall der Kollokation, also einer typischen Verbindung von Wörtern.
Der Duden definiert eine Redewendung als eine „feste Verbindung von Wörtern, die zusammen eine bestimmte, meist bildliche Bedeutung haben“. Weitere teilweise gleichbedeutend verwendete Bezeichnungen sind Redensart, stehende Wendung, fester Ausdruck, Ausdrucksweise, Phrase, Floskel und Formel. Da diese Begriffe nicht immer einheitlich gebraucht werden, besteht eine unübersichtliche Terminologie.
Phraseologie bezeichnet sowohl die Gesamtheit der Redewendungen einer Sprache als auch die Wissenschaft, die sich mit ihnen beschäftigt. Eine phraseologische Einheit besteht aus mindestens zwei Wörtern und bildet eine Bedeutungseinheit, die nicht allein aus diesen Wörtern erklärt werden kann.
Eine Redewendung ist normalerweise nur Bestandteil eines Satzes. Darin unterscheidet sie sich nach der Abgrenzung von SWR Wissen vom Sprichwort, das selbst einen vollständigen Satz bildet.
Feste Form und Idiomatizität
Ein wichtiges Merkmal von Phraseologismen ist ihre Idiomatizität: Die Bedeutung der gesamten Wortverbindung lässt sich nicht regelmäßig aus ihren Bestandteilen ableiten. Der Austausch eines einzelnen Wortes kann deshalb eine nicht systematische Bedeutungsveränderung bewirken. „Jemandem einen Bärendienst erweisen“ kann beispielsweise nicht sinnvoll durch „jemandem einen Katzendienst erweisen“ ersetzt werden. Ebenso unterscheiden sich „unter der Hand“ und „über der Hand“ nicht nach einer einfachen, vorhersehbaren Regel.
Viele Redewendungen besitzen neben der übertragenen Bedeutung auch eine wortwörtliche Lesart. Sie werden von freien oder unfesten Wortverbindungen sowie von losen Wortverbindungen unterschieden. Im ungenauen Sprachgebrauch zählt man mitunter auch Sprichwörter, Redensarten, Funktionsverbgefüge und Zwillingsformeln zu den Redewendungen.
Der Wortlaut einer Redewendung ist in der Regel fest und damit ähnlich einprägsam wie der eines Sprichworts. Es heißt etwa „Maulaffen feilhalten“ und nicht „Maulaffen verkaufen“. Phraseologismen prägen die Besonderheiten einer Sprache sogar stärker als ihr einzelner Wortschatz. Wie andere Bestandteile des Wortschatzes können sie allerdings nur in bestimmten Regionen verbreitet sein.
Viele Wendungen enthalten frühere rhetorische Figuren, besonders Metaphern. Fast immer sind sie aus älteren Syntagmen, also Wortgruppen, hervorgegangen, die ursprünglich wörtlich verstanden wurden. Wenn ihre sprachgeschichtliche Entwicklung weit genug zurückverfolgt wird, lässt sich daher meist erklären, wie ihre heute nicht unmittelbar analysierbare Bedeutung entstanden ist. Literarische Zitate, die als Redewendungen in den allgemeinen Sprachgebrauch eingegangen sind, heißen geflügelte Worte.
Wörtliche und übertragene Bedeutung
Nach dem Sprachforscher Lutz Röhrich können die wörtliche und die übertragene Bedeutung einer Wendung nebeneinander bestehen. Der Satz „Der Ofen ist aus“ kann wörtlich bedeuten, dass das Feuer im Ofen erloschen ist. Übertragen kann er ausdrücken, dass das „Feuer“ einer Beziehung erloschen ist und die Beteiligten nichts mehr miteinander zu tun haben wollen.
Zum Verstehen einer Redewendung muss man ihren sprachlichen und kulturellen Hintergrund kennen. Die Fähigkeit, solche Sprachbilder zu erfassen, entwickelt sich über einen großen Teil der Kindheit und kann während des gesamten Lebens weiter ausgebaut werden. Besonders für Menschen, die eine Sprache nicht als Muttersprache sprechen, reicht die Kenntnis der einzelnen Wörter deshalb oft nicht aus.
So kann jemand zwar die Bedeutungen der Wörter „grün“ und „Zweig“ kennen, ohne die Wendung „auf einen grünen Zweig kommen“ zu verstehen. Diese bedeutet „den richtigen Weg einschlagen“, „erfolgreich werden“ oder „zu Wohlstand kommen“. Ihre Bedeutung erschließt sich erst durch eine größere Vertrautheit mit dem Deutschen.
Typisches Beispiel
Die Wendung „ins Gras beißen“ zeigt sowohl die feste Form als auch die nicht wörtlich ableitbare Bedeutung eines Phraseologismus. Sie bedeutet „sterben“. Ihre Bedeutung ergibt sich weder aus ähnlichen freien Verbindungen wie „in den Apfel beißen“ oder „ins Gras fallen“, noch darf ihr Wortlaut beliebig verändert werden: Formen wie „in die Wiese beißen“ oder „ins Gras schnappen“ ersetzen die Redewendung nicht. Das Beispiel verdeutlicht, dass bei einer Redewendung die Wörter gemeinsam eine feste, eigenständige Bedeutung tragen.
Lernvideos zu Redewendung
5:56:39
2000 wichtige englische Redewendung zum lebenslangen Gebrauch (In 6 Stunden lernen)
Kendra's Language School · 493.816 Aufrufe
13:34
Umgangssprachliche Ausdrücke, die du kennen musst (Deutsche Redewendungen im Alltag für B2, C1, C2)
Deutsch mit Rieke · 213.849 Aufrufe
43:38
Französisch lernen für Fortgeschrittene! 🔥Französische Redewendungen Einfach & Schnell Lernen!🥊
LingoJump - Sprachen Lernen · 148.536 Aufrufe
11:17
Besser Deutsch sprechen | 20 Redewendungen für den Alltag
Benjamin - Der Deutschlehrer · 115.894 Aufrufe