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Liste französischer Redewendungen
Die französische Sprache kennt eine Vielzahl an Redewendungen, auch Phraseologismus, Idiom oder idiomatische Wendung. Es handelt sich um den Spezialfall …
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Gegenstand und Bedeutung
Französische Redewendungen sind feste Wortverbindungen, auch Phraseologismen, Idiome oder idiomatische Wendungen genannt. Sie gelten als Spezialfall einer Kollokation. Ihre Gesamtbedeutung erschließt sich fremdsprachigen Leserinnen und Lesern oder Zuhörenden meist nicht unmittelbar aus den einzelnen Wörtern. Gründe dafür können landesspezifische, historische oder kulturelle Zusammenhänge sein. Die Liste stellt französische Wendungen mit ihren deutschen Bedeutungen oder sinngemäßen Entsprechungen zusammen. Darunter stehen Sprichwörter, bildhafte Aussagen, feste Gesprächsformeln sowie Ausdrücke aus Alltag, Gesellschaft, Essen, Mode und Politik.
Wendungen von A bis F
Zu den Wendungen mit A bis F gehören unter anderem:
- „À la“ bedeutet „nach Art von“, „À la carte“ „Auswahl nach Speisekarte“ und „À la minute“ einen zeitgenauen Speisenablauf. „À la guerre comme à la guerre“ fordert dazu auf, sich den Umständen anzupassen.
- „Accorder ses violons“ heißt, sich untereinander einig zu werden; „Aide-toi, le ciel t’aidera“ entspricht „Hilf dir selbst, so hilft dir Gott“. „Appeler un chat un chat“ bedeutet, das Kind beim Namen zu nennen.
- „Avoir la frite“ steht für glücklich sein, „Avoir le cafard“ für niedergeschlagen sein, „Avoir un chat dans la gorge“ für einen Frosch im Hals haben und „Avoir une faim de loup“ für einen Bärenhunger haben.
- „Baisser les bras“ bedeutet aufgeben.
- „C’est bonnet blanc et blanc bonnet“ heißt „Das ist gehüpft wie gesprungen“. „C’est la fin des haricots“ bedeutet „Jetzt können wir einpacken“ oder „Jetzt sind wir erledigt“. „C’est la goutte d’eau qui fait déborder le vase“ ist der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt.
- „C’est la vie“ bedeutet „So ist es halt im Leben“, „C’est un secret de Polichinelle“ ein offenes Geheimnis und „C’est le ton qui fait la musique“ „Der Ton macht die Musik“. „C’est monnaie courante“ heißt „Das ist gang und gäbe“.
- „C’est tiré par les cheveux“ bedeutet „Das ist an den Haaren herbeigezogen“ oder „weit hergeholt“. „C’est un coup d’épée dans l’eau“ ist „ein Schlag ins Wasser“. „Ça tombe comme à Gravelotte“ spielt auf schweren und dichten Beschuss an und bedeutet „Es schüttet aus Eimern/Gießkannen“.
- „Ce n’est pas la mer à boire“ heißt, dass etwas zu schaffen oder hinzukriegen ist. „Ce n’est que partie remise“ entspricht „Aufgeschoben ist nicht aufgehoben“. „Cela ne me fait ni chaud ni froid“ bedeutet, dass etwas vollkommen kaltlässt.
- „Chacun est l’artisan de sa fortune“ bedeutet „Jeder ist seines Glückes Schmied“, „Chapeau!“ „Hut ab!“ und „Chaque chose en son temps“ „Alles zu seiner Zeit“. „Cherchez la femme“ heißt „Suche die Frau“.
- „Chercher midi à quatorze heures“ bedeutet, etwas unnötig zu erschweren; „Couper les cheveux en quatre“ steht für Haarspalterei. „Courir les filles“ heißt, ein Schürzenjäger zu sein.
- „D’accord“ bedeutet „einer Meinung, einig, einverstanden“. „Danser sur un volcan“ bezeichnet den Tanz auf dem Vulkan, „Déformation professionnelle“ Betriebsblindheit und „Déjà-vu“ das schon Gesehene. „Donnant, donnant“ entspricht „Eine Hand wäscht die andere“; „Dormir sur ses deux oreilles“ heißt ruhig schlafen und sich keine Sorgen machen.
- „Élever un enfant dans du coton“ bedeutet, ein Kind in Watte zu packen oder zu verzärteln. „Être dans la lune“ heißt, nicht bei der Sache zu sein; „Être le dindon de la farce“, der Dumme zu sein; „Être sur des charbons ardents“, wie auf glühenden Kohlen zu sitzen; „Être tout feu, tout flamme“, Feuer und Flamme zu sein; „Être tout sucre, tout miel“, übertrieben freundlich oder zuckersüß zu sein.
- „Faire bouillir la marmite“ bedeutet, die Familie zu ernähren. „Faire l’autruche“ heißt, den Kopf in den Sand zu stecken; „Faire l’école buissonnière“, die Schule zu schwänzen; „Faire la grasse matinée“, bis in den hellen Tag hinein zu schlafen; „Faire la sourde oreille“, etwas geflissentlich zu überhören. „Faire son beurre“ bedeutet, sein Schäfchen ins Trockene zu bringen. Weitere feste Ausdrücke sind „Fait accompli“ für vollendete Tatsache, „Femme fatale“ für verhängnisvolle Frau, „Fin de siècle“ für Ende des Jahrhunderts und „Foie gras“ für Stopfleber.
Wendungen von G bis O
Die folgenden Ausdrücke verbinden bildhafte Sprache mit Verhaltensregeln, Wertungen oder festen gesellschaftlichen Bezeichnungen:
- „Garder quelque chose pour la bonne bouche“ bedeutet, sich das Beste für den Schluss aufzuheben; „Garder la pêche“ heißt, die Haltung zu bewahren. „Grande Nation“ bedeutet „große Nation“.
- „Haute Couture“ bezeichnet gehobene Schneiderei. „Honi soit qui mal y pense“ entspricht „Ein Schelm, wer Böses dabei denkt“, „Haut comme trois pommes“ bedeutet „Dreikäsehoch“.
- „Il faut battre le fer tant qu’il est chaud“ heißt „Man muss das Eisen schmieden, solange es heiß ist“. „Il faut souffrir pour être belle“ entspricht „Wer schön sein will, muss leiden“, „Il y a que la vérité qui blesse“ „Nur die Wahrheit verletzt“.
- „Jamais deux sans trois“ bedeutet „Aller guten Dinge sind drei“. „Jamais-vu“ heißt „Niemals gesehen“, „Je maintiendrai“ „ich werde bestehen“ und „Jour fixe“ ein fester, eingeplanter Tag.
- „Laissez-faire“ bedeutet, etwas einfach passieren oder laufen zu lassen. „L’amour d’une mère est toujours dans son printemps“ stellt die Liebe einer Mutter als immer in ihrem Frühling dar. „L’appétit vient en mangeant“ heißt „Der Appetit kommt beim Essen“, „L’argent n’a pas d’odeur“ „Geld stinkt nicht“.
- „L’art pour l’art“ bedeutet „Die Kunst für die Kunst“. „L’occasion fait le larron“ entspricht „Gelegenheit macht Diebe“, „La force prime le droit“ „Macht geht vor Recht“ und „La peur est mauvaise conseillère“ „Furcht ist ein schlechter Ratgeber“.
- „La nuit tous les chats sont gris“ heißt „In der Nacht sind alle Katzen grau“. „Le roi est mort, vive le roi“ bedeutet „Der König ist tot, es lebe der König“. „Les carottes sont cuites“ beschreibt eine völlig verfahrene Lage: „Der Karren ist völlig verfahren“ oder „Das Kind ist in den Brunnen gefallen“.
- „Malheur“ bedeutet Unglück. „Mettre l’eau à la bouche“ heißt, das Wasser im Mund zusammenlaufen zu lassen; „Mettre son grain de sel“, seinen Senf dazuzugeben; „Mettre de l’eau dans son vin“, klein beizugeben oder zurückzustecken.
- „Ne pas mélanger les torchons et les serviettes“ bedeutet „Nicht alles in einen Topf werfen“.
- „On lui donnerait le bon Dieu sans confession“ beschreibt eine Person, die aussieht, als könne sie kein Wässerchen trüben. „On ne fait rien avec rien“ heißt „Aus nichts wird nichts“.
- „On ne voit bien qu’avec le cœur. L’essentiel est invisible pour les yeux“ bedeutet: „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“ „On récolte ce qu’on a semé“ entspricht „Wie die Saat, so die Ernte“, „On revient toujours à ses premières amours“ „Alte Liebe rostet nicht“.
Wendungen von P bis R
„Pièce de résistance“ bedeutet wörtlich „widerspenstiges Stück“ und kann „Hauptsache“, „Herzstück“, „Meisterleistung“ oder den Hauptgang eines Menüs bezeichnen. „Prêt-à-porter“ heißt „bereit zum Tragen“.
„Pleurer dans le gilet de quelqu’un“ bedeutet, jemandem sein Leid zu klagen. „Quand le vin est tiré, il faut le boire“ entspricht „Wer A sagt, muss auch B sagen“. „Être sur le Quivive“ heißt, auf der Hut zu sein.
„Répondre du tac au tac“ bedeutet, schlagfertig zu antworten. „Rester bouche bée“ heißt, Mund und Nase aufzusperren. Die Wendungen in diesem Bereich beschreiben somit sowohl eine zentrale Sache oder Leistung als auch das Klagen, die Bereitschaft zur Konsequenz, Aufmerksamkeit und spontane Reaktion.
Wendungen von S bis T
- „Sans phrase“ bedeutet „Ohne Umschweife“ oder „Direkt zur Sache“. „Savoir quelque chose sur le bout du doigt“ heißt, etwas im Schlaf zu können; „Savoir-vivre“, zu leben verstehen.
- „Se jeter dans la gueule du loup“ bedeutet, sich in die Höhle des Löwen zu begeben. „Se noyer dans un verre d’eau“ heißt, rasch den Mut zu verlieren. „Se plaindre que la mariée est trop belle“ beschreibt jemanden, der mit nichts zufrieden ist und sich über nichts freuen kann.
- „Se serrer la ceinture“ bedeutet, den Gürtel enger zu schnallen. „Système D“ steht für „Trick 17“.
- „Table d’hôte“ bedeutet Tisch des Gastgebers, „Tête-à-tête“ „Kopf an Kopf“. „Tel est pris qui croyait prendre“ entspricht „Wer andern eine Grube gräbt, fällt selbst hinein“.
- „Tirer la couverture à soi“ bedeutet, nur auf den eigenen Vorteil bedacht zu sein. „Tout ce qui brille n’est pas or“ heißt „Es ist nicht alles Gold, was glänzt“, „Tout vient à point à qui sait attendre“ „Was lange währt, wird endlich gut“. „Tu peux balayer ça“ bedeutet „Das kannst du dir abschminken“.
Wendungen von U bis V
„Un ami est long à trouver et prompt à perdre“ bedeutet „Ein Freund ist schwer zu finden und leicht zu verlieren“. „Une fois n’est pas coutume“ heißt „Einmal ist keinmal“. „Une journée commence mal quand le bain est plus chaud que le thé“ beschreibt einen schlecht beginnenden Tag, wenn das Bad wärmer als der Tee ist.
„Vendre la peau de l’ours avant de l’avoir tué“ bedeutet, dass man das Fell des Bären nicht verkaufen soll, bevor man ihn erlegt hat. Die Wendung warnt davor, über ein Ergebnis zu verfügen, bevor es erreicht ist. „Vivre au jour le jour“ heißt, in den Tag hineinzuleben, und „Voir dire“, die Wahrheit zu sagen.