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Duden

Der Duden ist ein Rechtschreibwörterbuch der deutschen Sprache. Das Werk war erstmals am 7. Juli 1880 von Konrad Duden als Vollständiges Orthographisches …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Bedeutung und Aufgabe
  2. 2. Entstehung und Entwicklung bis 1991
  3. 3. Reform und neuere Auflagen
  4. 4. Onlineangebot und Diskussionen
  5. 5. Weitere Duden-Angebote

Bedeutung und Aufgabe

Der Duden ist ein Rechtschreibwörterbuch der deutschen Sprache. Er erschien erstmals am 7. Juli 1880, herausgegeben von Konrad Duden, unter dem Titel Vollständiges Orthographisches Wörterbuch der deutschen Sprache. Das Werk trug wesentlich dazu bei, die deutsche Rechtschreibung zu vereinheitlichen. Wegen seiner lange marktbeherrschenden Stellung wurde „Duden“ auch als allgemeine Bezeichnung für deutsche Rechtschreibwörterbücher verwendet.

Der Rechtschreibduden ist heute nur ein Teil einer größeren Wörterbuchfamilie. Er wird auf Grundlage der aktuellen amtlichen Rechtschreibregeln des Rats für deutsche Rechtschreibung erstellt. Seit der Rechtschreibreform von 1996 ist nicht der Duden selbst verbindlich, sondern die amtliche Regelung; andere Wörterbücher, die diese Regeln darstellen, haben grundsätzlich denselben Stellenwert. Der Duden erscheint als Buch und in elektronischen Formaten im Cornelsen Verlag.

Entstehung und Entwicklung bis 1991

Vorläufer war Konrad Dudens Abhandlung Die deutsche Rechtschreibung von 1872. Sie enthielt bereits ein Wörterverzeichnis und Regeln für die Schule. Das 1880 veröffentlichte Hauptwerk, später „Urduden“ genannt, umfasste 27.000 Stichwörter auf 187 Seiten. Seine Schreibweisen wurden ab 1892 auch in der Schweiz verbindlich.

Die II. Orthographische Konferenz von 1901 bestätigte im Wesentlichen das preußische Schulregelwerk und den Urduden. Die Beschlüsse wurden 1902 in Deutschland, Österreich und der Schweiz umgesetzt; die 7. Auflage des Dudens passte sich daran an. Nach Konrad Dudens Tod 1911 führte die Redaktion das Werk weiter. Der Buchdruckerduden von 1903 sollte zugelassene Schreibvarianten verringern; seine Inhalte wurden 1915 in die 9. Auflage des Rechtschreibdudens übernommen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg erschienen ein Ost- und ein West-Duden. Sie unterschieden sich vor allem in der Wortauswahl: Der Ostduden enthielt stärker sozialistisch geprägte Begriffe, der Westduden mehr neue westdeutsche Alltags- und Jugendsprachwörter. In Westdeutschland erklärten die Kultusminister den West-Duden im November 1955 für alle orthografischen Zweifelsfälle verbindlich. In der DDR war der Ost-Duden durch Festlegungen des Ministeriums für Volksbildung und staatliche Standards faktisch ebenfalls verbindlich. Beide Redaktionen dokumentierten auch den Sprachgebrauch Österreichs und der Schweiz. Grundlage blieben bis 1996 die Rechtschreibregeln von 1901.

Die 20. Auflage vom 26. August 1991 heißt Einheitsduden, weil sie die zuvor getrennten deutschen Ausgaben wieder zusammenführte.

Reform und neuere Auflagen

Die 21. Auflage von 1996 setzte die Rechtschreibreform um. Neue Schreibungen waren rot markiert, und das amtliche Regelwerk stand im Anhang. Die 22. Auflage von 2000 führte reformierte und traditionelle Schreibweisen gleichzeitig auf und korrigierte Fehler der vorherigen Ausgabe. Ab der 23. Auflage von 2004 wurden traditionelle Schreibweisen nicht mehr verzeichnet; außerdem wurden weibliche Personenbezeichnungen wie Ziegelbrennerin aufgenommen.

Die 24. Auflage von 2006 hatte 1.216 Seiten und rund 130.000 Stichwörter, darunter 3.500 neue. Bei amtlich erlaubten Varianten gab sie Dudenempfehlungen, etwa Achtzigerjahre statt achtziger Jahre, Fantasie statt Phantasie und Eiscreme statt Eiskrem oder Eiskreme. Diese Empfehlungen waren nicht unumstritten.

Die Zahl der Stichwörter stieg weiter: rund 135.000 in der 25. Auflage 2009, etwa 140.000 in der 26. Auflage 2013, 145.000 in der 27. Auflage 2017, 148.000 in der 28. Auflage 2020 und 151.000 in der 29. Auflage vom 20. August 2024. Beispiele für neu aufgenommene Wörter sind Energiewende, QR-Code, Ampelfrau, Shutdown, Influencer, matchen, daten, woke, cringe und Vibe. Die 27. Auflage weist auf das große ß, ẞ, hin; ihr längstes Wort ist die 44 Buchstaben lange Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung.

Die 28. Auflage strich 300 veraltete Wörter und nahm 3.000 neue auf. Sie enthielt erstmals einen Abschnitt zum geschlechtergerechten Sprachgebrauch. Das Gendersternchen, etwa Schüler*innen, und andere Genderzeichen sind nicht von der amtlichen Rechtschreibung abgedeckt. Regelkonform ist zur Verkürzung von Paarformen Schüler/-innen; Klammerformen wie Schüler(innen) werden abgelehnt.

Onlineangebot und Diskussionen

Seit dem 2. Mai 2011 ist duden.de ein kostenloses Angebot. Es führt Wörterbuchinhalte zusammen und bietet unter anderem Wortverbindungen, Bilder und Flexionstabellen. Flexionstabellen zeigen die Formen eines Wortes. Im Mai 2019 umfasste das Angebot laut eigener Darstellung mehr als 236.000 Einträge mit Angaben zu Gebrauch, Aussprache, Herkunft und Synonymen.

Seit 2021 erhalten auch durch Movierung, also durch Bildung einer weiblichen Form, ableitbare Feminina eigenständige Onlineartikel. Bei Arzt steht beispielsweise „männliche Person, die …“, bei Ärztin „weibliche Person, die …“. Die geschlechtsübergreifende, generische Verwendung maskuliner Formen ist laut Dudenredaktion weiterhin möglich, wird aber nicht mehr empfohlen. Diese Änderung wurde kontrovers diskutiert. Kritikerinnen und Kritiker befürchteten unter anderem eine Einschränkung des generischen Maskulinums; die Redaktion erklärte, weibliche Formen sollten nicht wie ein bloßes Anhängsel der männlichen Form wirken.

Der Verein Deutsche Sprache kritisierte 2013 die Aufnahme angeblich noch nicht ausreichend etablierter Anglizismen und nannte den Duden deshalb „Sprachpanscher des Jahres 2013“. Die Redaktion entgegnete, sie mache Sprache nicht normativ, sondern bilde ihren tatsächlichen Gebrauch deskriptiv ab. 2022 wurde auch ein Hinweis beim Stichwort Jude kritisiert, wonach das Wort gelegentlich als diskriminierend empfunden werde. Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, wies dies zurück; die Redaktion kündigte eine Prüfung und Überarbeitung des Hinweiskastens an.

Weitere Duden-Angebote

Neben dem Rechtschreibduden gibt es seit 2017 ein Werk in zwölf Bänden zu verschiedenen Bereichen der deutschen Sprache. Dazu gehören unter anderem Stilwörterbuch, Bildwörterbuch, Grammatik, Fremdwörterbuch, Aussprachewörterbuch, Herkunftswörterbuch, Synonymwörterbuch, Wörterbuch der sprachlichen Zweifelsfälle, Bedeutungswörterbuch, Redewendungen sowie Zitate und Aussprüche.

Weitere Veröffentlichungen behandeln Fach- und Sachgebiete, etwa das Wörterbuch medizinischer Fachbegriffe, Duden Informatik und Duden Familiennamen. Das große Wörterbuch der deutschen Sprache erschien ab 1976 zunächst mehrbändig; das Deutsche Universalwörterbuch ab 1983. Für Schülerinnen und Schüler gab es die Reihe Schülerduden, außerdem Rechenduden und Übungsbücher.

Digitale Angebote umfassen die Duden-Bibliothek, den Duden Korrektor für Office-Programme sowie den Duden-Mentor. Der Duden-Mentor prüft Rechtschreibung, Grammatik, Zeichensetzung und Stil, weist beispielsweise auf lange Sätze, Umgangssprache, Füllwörter und Wortwiederholungen hin und schlägt Synonyme vor.

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