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Römische Republik

Entstehung der Republik · Legendärer Anfang Roms: Die Zwillinge Romulus und Remus werden von einer Wölfin gesäugt und aufgezogen. · Mittelitalien um 500 vor …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Begriff und politische Ordnung
  2. 2. Von der Stadt zur Vormacht Italiens
  3. 3. Punische Kriege und mediterrane Weltmacht
  4. 4. Soziale Krise und politische Radikalisierung
  5. 5. Sulla, Triumvirate und Caesars Alleinherrschaft
  6. 6. Zweites Triumvirat und Übergang zum Prinzipat

Begriff und politische Ordnung

Die Römische Republik bezeichnet die römische Staats- und Verfassungsform zwischen dem Ende der Königsherrschaft und der Einrichtung des Prinzipats am 13. Januar 27 v. Chr. durch den Machtverzicht des Senats. Traditionell wird ihr Beginn auf 509 v. Chr. datiert, doch ist dieses Datum unsicher. Im antiken Sprachgebrauch konnte res publica („Gemeinwesen“, wörtlich „öffentliche Angelegenheit“) allgemein den römischen Staat bezeichnen. Für die eigentliche republikanische Epoche wurde auch res publica libera („freier Staat“) verwendet.

Eine geschriebene Verfassung im modernen Sinn gab es nicht. Die politischen Regeln entwickelten sich über Jahrhunderte. Wichtige Grundsätze waren:

  • Das Annuitätsprinzip: Magistraturen wurden grundsätzlich für ein Jahr vergeben. Eine Ausnahme bildeten die Censoren, die für fünf Jahre gewählt wurden, gewöhnlich aber 18 Monate amtierten.
  • Das Prinzip der Biennität: Zwischen zwei Ämtern sollte ein ämterloser Zeitraum von zwei Jahren liegen.
  • Das Iterationsverbot: Eine unmittelbar anschließende zweite Amtszeit war ausgeschlossen.
  • Die Kollegialität: Fast alle Ämter wurden von mindestens zwei Personen bekleidet. Durch das Interzessionsrecht konnte jeder Amtsinhaber Entscheidungen seines Kollegen verhindern oder rückgängig machen.
  • Der cursus honorum: Wer ein Amt ausüben wollte, sollte zuvor das nächstniedrigere Amt bekleidet haben. Diese Regel war lange nicht gesetzlich festgeschrieben und kannte Ausnahmen.

Der cursus honorum führte von der Quaestur zur Ädilität, zur Praetur und zum Konsulat. Quästoren verwalteten Staatskasse und Staatsarchiv. Ädilen waren unter anderem für Polizei, Märkte, Feste und Spiele zuständig; anstelle der Ädilität konnte häufig das Volkstribunat übernommen werden. Prätoren übten Rechtsprechung aus und konnten eigene Heere führen. Die zwei Konsuln leiteten Senat und Volksversammlungen, führten Rechtsprechung, Finanzen und Heer und besaßen das imperium maius, also die höchste reguläre Amtsgewalt.

In Krisen konnten Konsuln und Senat für ein halbes Jahr einen dictator ernennen. Dieser besaß das summum imperium und stand über den übrigen Ämtern; nur die Volkstribunen hatten eine vergleichbar sakrosankte Stellung. Die Amtsträger wurden von drei Volksversammlungen gewählt. Die comitia centuriata wählten Censoren, Konsuln, Prätoren und den Pontifex maximus und konnten allein ein imperium verleihen. Die comitia tributa wählten untere Ämter wie Ädilen und Quästoren. Das concilium plebis wählte Volkstribunen und plebejische Ädilen. Die comitia curiata hatte am Ende der Republik vor allem formale und sakralrechtliche Aufgaben.

Der Senat wurde nicht gewählt, sondern durch die Censoren besetzt. Senatoren hatten meist ein hohes Staatsamt bekleidet und behielten ihren Sitz gewöhnlich auf Lebenszeit. Ursprünglich war der Senat Patriziern vorbehalten; nach den Ständekämpfen konnten auch Plebejer über den cursus honorum in die senatorische Nobilität aufsteigen. Die Ämter waren unbesoldete Ehrenämter, weshalb nur ein begrenzter Personenkreis ihre Ausübung finanzieren konnte.

Polybios deutete Rom als Mischverfassung: Das Konsulat verkörperte das monarchische, der Senat das aristokratische und das römische Volk das demokratische Element. Moderne Historiker bezweifeln jedoch, dass diese griechischen Kategorien die römische Ordnung vollständig erklären. Tatsächlich waren zivile und militärische Aufgaben sowie Exekutive und Judikative nicht klar getrennt.

Von der Stadt zur Vormacht Italiens

Der genaue Beginn der Republik ist wegen der späten und widersprüchlichen Quellen unsicher. Titus Livius berichtet, 509 v. Chr. sei der letzte König Lucius Tarquinius Superbus vertrieben worden; Lucius Tarquinius Collatinus und Lucius Iunius Brutus seien die ersten Konsuln gewesen. Wahrscheinlich entstand die Republik frühestens um 475 v. Chr. und entwickelte ihre klassische Form erst während der folgenden zweihundert Jahre. Im 5. Jahrhundert v. Chr. kämpfte Rom besonders gegen die Etrusker. Wohl in der Mitte dieses Jahrhunderts, angeblich 451 v. Chr., wurde das Recht der Bürger in den Zwölf Tafeln aufgezeichnet.

Nach der Etablierung der Republik begann Rom mit der Ausweitung seiner Macht. Die Plünderung Roms durch die gallischen Senonen im Jahr 390 oder 387 v. Chr. wurde zu einem Wendepunkt. Danach zielte die Politik nicht mehr nur auf Verteidigung, sondern auf den endgültigen Sieg und die Unterwerfung von Gegnern. Rom schloss mit besiegten Gemeinwesen häufig foedera, also Bündnisse. Die socii oder foederati mussten Abgaben leisten und Truppen stellen, durften aber einen Teil der beweglichen Beute behalten. Die Oberschicht verbündeter Gemeinden konnte vergleichsweise leicht das römische Bürgerrecht erwerben; ein Abfall von Rom wurde hart bestraft. Das Bündnissystem beruhte auf getrennten Verträgen mit Rom und verhinderte Bündnisse der Unterworfenen untereinander: Divide et impera.

Andere Städte wurden direkt erobert. Veji, eine etruskische Stadt, fiel 396 v. Chr.; die Bevölkerung wurde versklavt und ihr Besitz unter römischen Bürgern verteilt. In den Samnitenkriegen von 343 bis 290 v. Chr. besiegte Rom die Samniten und gliederte ihr Gebiet ein. Auch die Etrusker wurden unterworfen.

Seit dem 4. Jahrhundert v. Chr. erkämpften sich wohlhabende Plebejer in den Ständekämpfen Zugang zu Ämtern und politischen Rechten. Aus Patriziern und aufgestiegenen plebejischen Familien entstand die Nobilität, eine neue republikanische Aristokratie. Ihr Ansehen hing wesentlich von den bekleideten Staatsämtern und vom Dienst am Gemeinwesen ab. Zugleich blieb die Konkurrenz um Ansehen und Macht ein grundlegendes Problem, das später in Bürgerkriege überging.

Nach 340 v. Chr. brachte Rom die meisten Städte Latiums unter seine Kontrolle. Um 280 v. Chr. unterwarf es Süditalien und gründete zur Sicherung mehrere Kolonien. Das italienische Bündnissystem unterschied zwischen römischen Vollbürgern, Gemeinden mit Bürgerrecht ohne Stimmrecht und Bundesgenossen mit innerer Autonomie. Dieses System wurde zum Grundpfeiler der späteren römischen Großmacht.

Punische Kriege und mediterrane Weltmacht

Zwischen 264 und 146 v. Chr. führte Rom drei Punische Kriege gegen Karthago. Im Ersten Punischen Krieg (264–241 v. Chr.) baute Rom wegen Karthagos Seemacht eine Flotte auf und besiegte die karthagische Flotte 241 v. Chr. bei den Ägadischen Inseln. Karthago musste Kriegsentschädigungen zahlen und auf Sizilien verzichten. Rom richtete die Provinz Sicilia 241 v. Chr. und Sardinia et Corsica 238 v. Chr. ein; ehemalige Prätoren verwalteten diese Gebiete. Ab 229 v. Chr. begann Rom durch die Illyrischen Kriege außerdem, Besitz an der östlichen Adriaküste zu erwerben.

Im Zweiten Punischen Krieg (218–201 v. Chr.) führte Hannibal den Krieg von Spanien aus nach Italien, überschritt die Alpen und besiegte die Römer mehrfach, unter anderem 217 v. Chr. am Trasimenischen See und 216 v. Chr. bei Cannae. Rom ernannte 217 v. Chr. einen Diktator. Quintus Fabius Maximus setzte auf eine hinhaltende Verteidigung, während Marcus Claudius Marcellus offensiver vorging. Hannibal konnte trotz seiner Erfolge das römische Bündnissystem nicht aufbrechen. Publius Cornelius Scipio Africanus vertrieb die Karthager bis 206 v. Chr. aus Hispanien, landete 204 v. Chr. in Afrika und besiegte Hannibal 202 v. Chr. bei Zama. Karthago verlor seine Außenbesitzungen und seine Flotte.

Rom richtete weitere Provinzen ein: Gallia cisalpina 203 v. Chr., Hispania citerior und Hispania ulterior 197 v. Chr. sowie Illyrien 168 v. Chr. Im Osten besiegte Rom im Zweiten Makedonisch-Römischen Krieg Philipp V. und erklärte Griechenland 196 v. Chr. für frei, übte dort aber weiterhin die politische Kontrolle aus. Im Römisch-Syrischen Krieg von 192–190 v. Chr. wurde Antiochos III. bei Magnesia besiegt. Nach der Ausschaltung Makedoniens und der Zerstörung Korinths 146 v. Chr. ging Griechenland in der Provinz Macedonia auf. Im selben Jahr wurde Karthago im Dritten Punischen Krieg (149–146 v. Chr.) zerstört und die Provinz Africa eingerichtet. 133 v. Chr. entstand durch einen Erbvertrag die Provinz Asia.

Der Aufstieg zur Weltmacht brachte jedoch Korruption und soziale Veränderungen. Statthalter konnten die Provinzen ausbeuten. Wahlkämpfe wurden teilweise durch Schulden finanziert, die man später durch Gewinne in den Provinzen auszugleichen hoffte. Repetundenverfahren gegen besonders rücksichtslose Statthalter konnten die Spannungen nicht beseitigen. Zugleich beeinflusste besonders die hellenistische Welt die römische Oberschicht. Marcus Porcius Cato der Ältere bekämpfte als Censor 184 v. Chr. griechische Einflüsse und den wahrgenommenen Sittenverfall, konnte diese Entwicklung aber nicht dauerhaft aufhalten.

Soziale Krise und politische Radikalisierung

Ab 133 v. Chr. geriet die Republik in eine schwere, dauerhafte Krise. Der Widerstand der Keltiberer im Spanischen Krieg (154–133 v. Chr.) und der Sklavenkrieg auf Sizilien ab 136 v. Chr. zeigten die Belastungen der Großmacht. Besonders wichtig waren die Agrarfrage und die Veränderung des Heeres. Das traditionelle Milizsystem, in dem Bürger ihre Ausrüstung selbst bezahlten, wurde durch die langen Kriege unpraktisch. Viele Kleinbauern verarmten, während wohlhabende Grundbesitzer mit Kriegsbeute große Latifundien erwarben und die Kleinbauern mit deren Erzeugnissen konkurrenzierten.

Der Volkstribun Tiberius Sempronius Gracchus schlug um 133 v. Chr. eine Landreform vor. Landbesitz über einer festgelegten Menge sollte an besitzlose Proletarier verteilt werden, um das Kleinbauerntum und damit auch die militärische Leistungsfähigkeit zu stärken. Weil der Senat den Vorschlag nicht unterstützte, brachte Tiberius ihn direkt in die Volksversammlung ein. Er ließ den Volkstribun Marcus Octavius wegen dessen Vetos absetzen und kandidierte entgegen den republikanischen Regeln für eine zweite Amtszeit. Mehrere Senatoren erschlugen ihn während einer Volksversammlung, weil sie ihm den Aufbau einer Tyrannis unterstellten.

Zehn Jahre später verfolgte Gaius Sempronius Gracchus weitergehende Ziele. Seine Leges Semproniae erneuerten das Ackergesetz, ermöglichten billiges Getreide für die bedürftige Stadtbevölkerung, betrafen die Besetzung der Richterstellen durch Ritter, die Besteuerung der Provinz Asia und die Verleihung des Bürgerrechts an italische Bundesgenossen. Besonders die Bürgerrechtsausweitung schadete seiner Unterstützung. Der Senat erklärte erstmals den Staatsnotstand, das Senatus consultum ultimum (SCU), und ließ Gracchus und seine Anhänger nach ihrer Verschanzung auf dem Aventin töten.

Danach standen sich Optimaten und Popularen zunehmend unversöhnlich gegenüber. Beide Gruppen bestanden aus Angehörigen der Nobilität und waren keine Parteien im modernen Sinn. Die Optimaten wollten den Einfluss des Senats bewahren. Die Popularen nutzten die Volksversammlung und häufig das Volkstribunat, um Reformen wie Landverteilungen oder Getreideversorgung gegen den Senat durchzusetzen und sich in der Konkurrenz innerhalb der Oberschicht Vorteile zu verschaffen. Das Tribunat konnte Reformen ermöglichen, wurde aber wegen wiederholter Rechtsbrüche zugleich mit Verfassungsumsturz verbunden. Lucius Appuleius Saturninus wurde 100 v. Chr. zum Staatsfeind erklärt und erschlagen.

Gaius Marius reagierte auf die militärischen Probleme der Kimbern und Teutonen (113–101 v. Chr.) und des Jugurthinischen Kriegs (111–105 v. Chr.) mit einer Heeresreform. Er schuf eine besoldete, gut ausgebildete und länger dienende Berufsarmee, die vor allem Besitzlose aufnahm. Diese Soldaten erwarteten von ihrem Feldherrn Beute und nach der Entlassung Land. So entstand eine Heeresklientel: Die Truppen fühlten sich stärker ihrem Feldherrn als Senat oder Volksversammlung verpflichtet. Daraus entwickelten sich private Armeen, mit denen ehrgeizige Politiker ihre Ziele auch gegen die republikanischen Institutionen durchsetzen konnten.

Sulla, Triumvirate und Caesars Alleinherrschaft

Im Bundesgenossenkrieg von 91–89 v. Chr. erkämpften sich die römischen Bundesgenossen das volle Bürgerrecht. 88 v. Chr. begann der Krieg gegen Mithridates VI. von Pontos. Gleichzeitig eskalierte der Konflikt zwischen Optimaten und Popularen. Lucius Cornelius Sulla und später die Popularen unter Gaius Marius und Lucius Cornelius Cinna marschierten mit bewaffneten Anhängern auf Rom. Nach seinem Sieg im Osten kehrte Sulla mit seinen Veteranen zurück, eroberte Rom erneut und ließ sich 82–79 v. Chr. zum Diktator ernennen.

Sulla ließ Gegner durch Proskriptionslisten für vogelfrei erklären und ermorden. Danach stärkte er den Senat, begrenzte die Befugnisse der Volkstribunen, erhöhte die Zahl der Senatoren von 300 auf 600 und ordnete die Magistraturen neu. Er schwächte die höchsten Ämter und führte Mindestalter sowie Wiederwahlbeschränkungen ein. Sulla legte seine Diktatur freiwillig nieder, doch seine Ordnung hielt nicht lange. Nach seinem Tod 78 v. Chr. führten die Verbrechen und Enteignungen zu weiteren Konflikten. 70 v. Chr. erhielten die Volkstribunen ihre vollen Rechte zurück.

Gnaeus Pompeius Magnus und Marcus Licinius Crassus wurden 70 v. Chr. gemeinsam Konsuln. Pompeius besiegte die Piraten, Mithridates und ordnete 64/63 v. Chr. Vorderasien neu; dabei entstand unter anderem die Provinz Syria. Wegen seiner außerordentlichen Imperien besaß er eine ungewöhnliche Machtfülle. Als der Senat die Versorgung seiner Veteranen erschwerte, schloss Pompeius 60 v. Chr. mit Crassus und Gaius Iulius Caesar das Erste Triumvirat. Dieses geheime Bündnis umging die reguläre Machtverteilung und beeinflusste Ämterwahlen sowie Provinzvergaben durch politische Absprachen, Bestechung und Einschüchterung.

Als Konsul setzte Caesar 59 v. Chr. unter Nichtbeachtung seines Amtskollegen die Anerkennung von Pompeius’ Anordnungen und Ackergesetze für dessen Veteranen durch. Er erhielt eine fünfjährige Statthalterschaft über zwei gallische Provinzen, die später um fünf Jahre verlängert wurde. Von 58 bis 51 v. Chr. unterwarf er Gallien bis zum Rhein. Nach Crassus’ Niederlage und Tod bei Carrhae 53 v. Chr. verschärfte sich die Konkurrenz zwischen Caesar und Pompeius.

Caesar überschritt Anfang 49 v. Chr. den Rubikon. Senat und Konsuln erklärten ihn zum Staatsfeind und flohen mit Pompeius nach Epirus. Caesar besiegte Pompeius 48 v. Chr. bei Pharsalos; Pompeius wurde in Ägypten ermordet. Nach weiteren Siegen bei Thapsus in Nordafrika und Munda in Spanien 45 v. Chr. war Caesar de facto Alleinherrscher. Er besetzte Ämter nach Belieben und betrachtete die Republik als „ein Nichts, ein bloßer Name ohne Körper und Gestalt“. Eine Verschwörung unter Marcus Iunius Brutus und Gaius Cassius Longinus ermordete ihn am 15. März 44 v. Chr.

Zweites Triumvirat und Übergang zum Prinzipat

Nach Caesars Ermordung unterstützte Cicero Caesars Großneffen und Haupterben Octavian zunächst gegen Marcus Antonius. Im April 43 v. Chr. besiegte die Koalition Antonius im Mutinensischen Krieg. Als der Senat Octavian anschließend fallen ließ, schloss dieser Anfang November 43 v. Chr. mit Antonius und Marcus Aemilius Lepidus das Zweite Triumvirat. Die Triumvirn veröffentlichten Proskriptionslisten; zu den Opfern der folgenden Mordwelle gehörte Cicero. Im Oktober/November 42 v. Chr. besiegten sie Brutus und Cassius bei Philippi in Makedonien. Damit war die Republik militärisch untergegangen.

Octavian übernahm die Landverteilungen an Veteranen in Italien und geriet deshalb mit Fulvia, der Gattin des Antonius, und dessen Bruder Lucius in Konflikt. Er besiegte sie 41 v. Chr. im Perusinischen Krieg. Im Vertrag von Brundisium 40 v. Chr. wurden die Machtbereiche geteilt: Octavian erhielt den Westen, Antonius den Osten. Der Vertrag von Misenum 39 v. Chr. rehabilitierte die meisten Proskribierten, ausgenommen die Caesarmörder. Nach dem Sieg über Sextus Pompeius und der Entmachtung des Lepidus war Octavian 36 v. Chr. unangefochtener Herrscher im Westen.

Der Endkampf zwischen Octavian und Antonius wurde propagandistisch als Krieg gegen Kleopatra und Ägypten dargestellt. 31 v. Chr. besiegte Octavian Antonius in der Schlacht bei Actium. Antonius und Kleopatra begingen 30 v. Chr. in Ägypten Selbstmord; Ägypten wurde als Provinz direkt Octavian unterstellt.

Nachdem Octavian alle Gegner ausgeschaltet hatte, übergab er 27 v. Chr. scheinbar die republikanischen Amtsvollmachten und begründete den Prinzipat. Er erhielt den Ehrennamen Augustus. Formal blieben Senat und Ämter des cursus honorum bestehen, tatsächlich lag die Macht beim Princeps, dem „Ersten unter Gleichen“, der als Alleinherrscher regierte. Die äußere republikanische Ordnung blieb noch Jahrhunderte erhalten. Erst 542 wurde das Konsulat faktisch abgeschafft; um 590 verschwand auch der weströmische Senat.

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