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S.P.Q.R.
Es war das Hoheitszeichen des antiken Rom und bezeichnete seit der Zeit der ausgehenden Römischen Republik das gesamte Reich, indem es die Träger seiner …
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Kernbedeutung und heutige Verwendung
S.P.Q.R. oder SPQR ist die Abkürzung des lateinischen Ausdrucks „Senatus Populusque Romanus“. Üblicherweise wird er mit „Senat und Volk von Rom“ oder „der römische Senat und das römische Volk“ übersetzt.
Das Kürzel war das Hoheitszeichen des antiken Rom. Seit der ausgehenden Römischen Republik bezeichnete es das gesamte Römische Reich, indem es dessen Träger der Souveränität – Senat und Volk – nannte. In der Kaiserzeit trugen deshalb auch die römischen Legionen S.P.Q.R. auf ihren Signa, also ihren militärischen Feldzeichen.
Bis heute steht das Kürzel als Leitspruch im Wappen der Stadt Rom. Dort erscheint es außerdem auf Schrifttafeln, Kanaldeckeln, Abfalleimern und öffentlichen Einrichtungen.
Genauere Übersetzung und Sprachform
Wörtlicher bedeutet „Senatus Populusque Romanus“: „Der römische Senat und die Gesamtheit der römischen Stände“. Das lateinische Wort „populus“ bezeichnete in Rom ursprünglich nur die Patrizier, also die Angehörigen der führenden gesellschaftlichen Schicht. Erst später umfasste es alle Stände, an deren Spitze der Senat stand.
Die Verbindung „senatus populusque“ wird gewöhnlich als Hendiadyoin verstanden. Damit ist eine Ausdrucksweise gemeint, bei der zwei mit „und“ verbundene Wörter gemeinsam eine begriffliche Einheit bilden. Deshalb steht das zugehörige finite, also nach Person und Zahl bestimmte Verb im Singular.
Die Formel kam in mehreren Varianten vor. Cicero verwendete etwa „et senatus et populus Romanus“, Livius auch die kürzere Wendung „senatus populusque“ ohne „Romanus“. In Inschriften und auf Münzen ist die Formel seit Augustus bezeugt. Selten finden sich umgekehrte Reihenfolgen wie „populus et senatus Romanus“, „populus Romanus et senatus“, „populus Romanus senatusque“, „populus et senatus“ oder „populus senatusque Romanus“. Die letzte Form steht in der ältesten lateinischen Inschrift außerhalb Italiens.
Da es aus römischer Sicht nur einen Senat gab, muss dieser in einer deutschen Übersetzung nicht ausdrücklich als „römisch“ bezeichnet werden. Die Übersetzung „der römische Senat und das römische Volk“ ist grammatisch dennoch zulässig, richtig und häufig gebräuchlich.
Politische Aussage und städtische Varianten
S.P.Q.R. drückt die Mischverfassung der Römischen Republik aus. Darunter versteht man hier die Verteilung der Macht zwischen dem Senat, der die Aristokratie repräsentierte, und dem Volk. Beide galten als Träger der Souveränität. Das Kürzel wurde deshalb zum Sinnbild einer republikanischen Staatsform und allgemeiner zu einem Ausdruck von Bürgerstolz.
Viele Stadtstaaten passten die Formel an ihre eigene Stadt an. SPQR erscheint beispielsweise im Wappen der ehemaligen Reichsstadt Weil der Stadt und im Alten Rathaus von Regensburg. Andere Orte ersetzten den letzten Buchstaben durch einen Bezug auf den eigenen lateinischen Stadtnamen: Am Holstentor in Lübeck steht S. P. Q. L. für „Lubecensis“, an der Karlsbrücke in Nürnberg S. P. Q. N. für „Norimbergensis“. Stade verwendet S·P·Q·ST („Stadensis“), Bremen S. P. Q. B. („Bremensis“), Hamburg S. P. Q. H. („Hamburgensis“) und Palermo S. P. Q. P. („Palermitanus“).
Scherzhafte und satirische Deutungen
Die Buchstabenfolge wurde wiederholt als Akronym neu und spöttisch ausgedeutet. Bekannt ist die italienische Lesart „Sono Pazzi Questi Romani“ – „Die spinnen, die Römer“. Der Übersetzer Marcello Marchesi gab damit den französischen Satz „Ils sont fous ces Romains“ der Comicfigur Obelix wieder.
Im Film „Die römische Kanone“, dessen Originaltitel die Abkürzung SPQR enthält, ruft Massimo Boldi auf der Flucht vor römischen Soldaten: „Sono Porci Questi Romani“ – „Diese Römer sind Schweine“.
Während der konfessionellen Auseinandersetzungen wurde SPQR außerdem für Spott über Rom, das Papsttum und die katholische Kirche verwendet. Ein anonymes Beispiel aus London von 1606 lautet „Stultus Populus Quaerit Romam“ – „Ein töricht Volk, das nach Rom strebt“.
Der lutherische Theologe Johann Balthasar Schupp überlieferte 1667 einen satirischen Dialog. Die „alten Römer“ fragen darin: „Sancte Pater, Quare Rides?“ – „Heiliger Vater, warum lachst du?“ Der Papst antwortet mit einer „responsio cancrina“, einer krebsweise gebildeten Antwort in umgekehrter Buchstabenfolge: „Rideo, Quia Papa Sum“ – „Ich lache, weil ich Papst bin“.