Zum Inhalt springen
L

Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Punische Kriege

Der Erste Punische Krieg wurde zwischen 264 und 241 v. Chr. hauptsächlich mit Seestreitkräften und auf Sizilien geführt. · Der Zweite Punische Krieg wurde …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Konflikt um die Vorherrschaft
  2. 2. Vom Bündnis zum Ersten Krieg
  3. 3. Hannibal und der Zweite Krieg
  4. 4. Zerstörung Karthagos und Überlieferung

Konflikt um die Vorherrschaft

Die Punischen Kriege waren drei Kriege der Antike zwischen 264 und 146 v. Chr. Sie wurden zwischen Karthago, einer See- und Handelsmacht, und dem jungen Römischen Reich geführt. Rom ging als Sieger hervor und setzte sich damit als führende Macht im westlichen Mittelmeer durch.

Die Karthager hießen bei den Römern Poeni, auf Deutsch Punier. Sie waren ein levantinisches Seefahrervolk. Karthago lag im heutigen Tunesien und war zunächst eine Kolonie der phönizischen Stadt Tyros. Als Tyros durch die Expansion der Assyrer, Babylonier und Perser unter Druck geriet und seine Selbstständigkeit verlor, übernahm Karthago im 6. Jahrhundert v. Chr. die meisten phönizischen Kolonien im Westen. Es wurde zu ihrer Mutterstadt und Schutzmacht.

Mitte des 3. Jahrhunderts v. Chr. kontrollierte Karthago weite Teile des westlichen Mittelmeerraums. Dazu gehörte der Westen Siziliens mit der Festung Lilybaion. Die ganze Insel eroberte Karthago jedoch nie, weil sich besonders die griechischen Städte der Magna Graecia widersetzten.

Vom Bündnis zum Ersten Krieg

Vor den Punischen Kriegen arbeiteten Rom und Karthago zusammen und schlossen mehrere Verträge. Im Pyrrhischen Krieg von 280 bis 275 v. Chr. waren sie noch Verbündete. Danach dehnte Rom seine Herrschaft auf Unteritalien aus.

264 v. Chr. wollte Rom einen Brückenkopf auf Sizilien gewinnen. Karthago widersetzte sich, weil es seine Besitzungen im Westen der Insel schützen wollte. Schon in der Antike war umstritten, ob Rom mit der Intervention auf Sizilien bestehende Verträge brach. Aus dem zunächst örtlich begrenzten Streit entwickelte sich ein Kampf um die Vorherrschaft im westlichen Mittelmeer.

Der Erste Punische Krieg dauerte von 264 bis 241 v. Chr. und wurde vor allem mit Seestreitkräften sowie auf Sizilien geführt. Nach wechselvollen Kämpfen siegte Rom; Karthago musste Sizilien abtreten. In den Jahren 241 bis 237 v. Chr. folgte der Söldneraufstand. 238 v. Chr. nutzte Rom innere Konflikte in Nordafrika und besetzte vertragswidrig auch Sardinien und Korsika. Anschließend unterwarfen die karthagischen Barkiden den größten Teil der Iberischen Halbinsel, also Hispaniens.

Hannibal und der Zweite Krieg

218 v. Chr. begannen erneut Kämpfe. Ob Hannibal oder der römische Senat die Eskalation verursachte, ist umstritten. Hannibal kam einer römischen Invasion in Hispanien und Afrika zuvor: Er überschritt die Pyrenäen und die Alpen und machte Italien selbst zum Kriegsschauplatz.

Der Zweite Punische Krieg dauerte von 218 bis 201 v. Chr. Hannibals Alpenüberquerung ist sein bekanntestes Ereignis. Rom erlitt zunächst schwere Verluste und stand mehrmals kurz vor einer Niederlage. In der Schlacht von Cannae 216 v. Chr. erlitt es seine schwerste Niederlage überhaupt. Dennoch gewann Rom den Krieg, weil es großen Durchhaltewillen sowie überlegene Reserven an Menschen und Material besaß. Karthago wurde dadurch geschwächt.

Mit dem römischen Sieg in der Schlacht von Zama 202 v. Chr. war die Entscheidung um die Hegemonie im westlichen Mittelmeer zugunsten Roms gefallen. Karthago sank auf den Status eines römischen Vasallenstaats herab.

Zerstörung Karthagos und Überlieferung

Der Dritte Punische Krieg fand von 149 bis 146 v. Chr. statt. Römische Kräfte, besonders Gefolgsleute des Marcus Porcius Cato des Älteren, fürchteten angeblich ein Wiedererstarken Karthagos. Sie begünstigten Karthagos nordafrikanische Rivalen; außerdem lockte der weiterhin vorhandene Reichtum der Stadt. 146 v. Chr. zerstörte Rom Karthago endgültig und gründete die Provinz Africa.

Etwa ein Jahrhundert später wurde Karthago unter Gaius Iulius Caesar neu gegründet. Als Teil des Imperium Romanum blühte die Stadt bis zum Ende der Antike erneut auf. Die phönizisch-punische Sprache überlebte bis in arabische Zeit und starb möglicherweise erst im 10. Jahrhundert aus.

Wichtige Berichte über die Kriege stammen von Titus Livius, Polybios und Appian; weitere Quellen sind Cassius Dio, Cornelius Nepos und Plutarch. Cato dem Älteren wird der Satz „Ceterum censeo Carthaginem esse delendam“ zugeschrieben: „Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Karthago zerstört werden muss.“ Seine wiederholte Forderung im römischen Senat unterstützte den Ausbruch des dritten Krieges.

Lernvideos zu Punische Kriege

Weiterlesen

Krieg Als Krieg wird ein organisierter und unter Einsatz erheblicher Mittel mit Waffen und Gewalt ausgetragener Konflikt bezeichnet, an dem planmäßig vorgehende … Antike Die Antike (von lateinisch antiquus ‚alt, altertümlich, altehrwürdig') war eine Epoche im Mittelmeerraum, die etwa von 800 v. Chr. bis 600 n. Karthagisches Reich Karthago hat die drei Punischen Kriege mit Rom geführt. Zwischen dem Ersten und Zweiten Punischen Krieg ereignete sich der Libysche Krieg, ein Bürgerkrieg, … Römisches Reich Die altrömische Überlieferung datiert die Gründung Roms zwischen 814 und 728 v. Chr., meist jedoch um das Jahr 750 v. · Der letzte römische bzw. etruskische … Mittelmeer Zusammen mit den darin liegenden Inseln und den küstennahen Regionen Südeuropas, Vorderasiens und Nordafrikas bildet das Mittelmeer den Mittelmeerraum, der ein … Tyros Mit einer für 2016 geschätzten Einwohnerzahl von rund 200.000 in der Agglomeration gilt Tyros als drittgrößte Stadt des Libanon nach Beirut und Tripoli. Sie ist … Erster Punischer Krieg Der Erste Punische Krieg (lateinisch bellum Punicum primum), auch Erster Römisch-Punischer Krieg, wurde zwischen Karthago und Rom von 264 bis 241 v. Zweiter Punischer Krieg Der Zweite Punische Krieg wurde von 218 v. Chr. bis 201 v. Chr. zwischen Rom und Karthago ausgetragen. Er war der zweite von drei Punischen Kriegen, … Sardinien Sardinien (sardisch Sardigna, italienisch Sardegna, katalanisch Sardenya) ist nach Sizilien die zweitgrößte Insel im Mittelmeer. Die Insel gehört politisch … Hannibal Während des Zweiten Punischen Krieges (218–201 v. Chr.) fügte er dem Römischen Reich mehrere schwere Niederlagen zu und brachte Rom 216 v. Chr. in der Schlacht … Schlacht von Zama Die Schlacht von Zama fand im Jahr 202 v. Chr. statt und war die größte Schlacht in Nordafrika während des Zweiten Punischen Kriegs. Hegemonie In der Geschichte finden sich viele Beispiele von hegemonialen Herrschaftsstrukturen, in der Antike beispielsweise Athen und Sparta, Makedonien unter Philipp II …