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Schlacht von Zama

Die Schlacht von Zama fand im Jahr 202 v. Chr. statt und war die größte Schlacht in Nordafrika während des Zweiten Punischen Kriegs.

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Bedeutung und Ausgangslage
  2. 2. Weg zur Entscheidung
  3. 3. Taktik und Kampfverlauf
  4. 4. Friedensordnung und Folgen

Bedeutung und Ausgangslage

Die Schlacht von Zama am 19. Oktober 202 v. Chr. bei Zama nahe Karthago war die größte Schlacht in Nordafrika während des Zweiten Punischen Krieges (218–201 v. Chr.). Sie endete mit einem entscheidenden römischen Sieg über Karthago und führte zum Ende des Krieges. Befehlshaber waren auf römischer Seite Scipio Africanus Major und auf karthagischer Seite Hannibal.

Laut Übersicht standen den Römern 20.000 schwere und 14.000 leichte Infanteristen sowie 2.700 römische und 6.000 numidische Reiter zur Verfügung. Karthago verfügte demnach über etwa 50.000 Infanteristen, 3.000 Reiter und 80 Kriegselefanten. Im Text zum Schlachtverlauf wird dagegen angegeben, Karthago habe bei der Reiterei mit 6.000 gegen 3.000 überlegen gewesen; die Angaben zur Kavallerie sind innerhalb des Artikels somit widersprüchlich. Als Verluste werden für Rom 1.500 Tote und 4.000 Verwundete genannt, für Karthago 20.000 Tote und Verwundete sowie 15.000 Gefangene.

Weg zur Entscheidung

Nach der Niederlage auf den Großen Feldern musste Karthago zunächst einen demütigenden Frieden annehmen. Zu dessen Bedingungen gehörte, Hannibal und Mago aus Italien zurückzurufen. Hannibal landete mit etwa 15.000 Mann in Leptis Minor; 8.000 davon waren Veteranen aus langjährigen italienischen Feldzügen. Magos Truppen kamen später hinzu, obwohl Mago während der Überfahrt gestorben war.

Karthago wollte die harten Friedensbedingungen verbessern. Als römische Vorratsschiffe für Scipios Heer in der Bucht von Karthago Schiffbruch erlitten, ließ der karthagische Senat sie auf Druck der Bevölkerung beschlagnahmen. Die Bevölkerung fürchtete nach den Verwüstungen des Krieges eine Hungersnot. Römische Gesandte protestierten, wurden aber beschimpft und abgewiesen. Dadurch verschärfte sich die Krise.

Im Sommer 202 v. Chr. sammelten beide Feldherren ihre Truppen. Hannibals Unterhändler durften sich ungewöhnlicherweise frei im römischen Lager bewegen und bemerkten dort wenig Kavallerie. Deshalb entschied Hannibal sich zur Schlacht. Er wusste jedoch nicht, dass Scipio die bevorstehende Ankunft des numidischen Fürsten Massinissa mit 4.000 Berittenen erwartete. Massinissa hatte anfangs für Hannibal gekämpft, war aber wegen der Heirat seines Rivalen Syphax mit Sophonisbe auf die römische Seite gewechselt.

Kurz vor der Schlacht verhandelten Hannibal und Scipio persönlich zwischen den Heeren. Hannibal bot einen für Karthago günstigeren Frieden an als den ein Jahr zuvor vereinbarten. Scipio lehnte ab, weil er Karthago für den Bruch des Waffenstillstands bestrafen wollte.

Taktik und Kampfverlauf

Hannibal stellte etwa 40 noch wenig ausgebildete Kriegselefanten in die erste Reihe. Seine Infanterie gliederte er in drei Treffen, also hintereinander aufgestellte Schlachtreihen. Die aus Italien geretteten Veteranen – vor allem libysche Speerkämpfer, Bruttier und Gallier – bildeten die dritte und entscheidende Reihe. Die beiden vorderen Reihen sollten die römischen Legionäre zunächst in Unordnung bringen und erschöpfen.

Scipio begann mit einem Überraschungsmanöver. Die Legionen standen gewöhnlich im Schachbrettmuster. Er verschob jedes zweite Manipel, eine kleinere Einheit der Legion, zur Seite. So entstanden freie Gassen rechtwinklig zur Schlachtlinie. Die durch laute Geräusche aufgeschreckten Elefanten liefen meist durch diese Gassen und richteten wenig Schaden an. Andere Elefanten gerieten an den Flanken in die eigene karthagische Kavallerie und brachten dadurch die karthagische Linie in Unordnung.

Nach Vorgeplänkeln der leichten Infanterie trafen die Haupttruppen aufeinander. Die römische Kavallerie besiegte ihre Gegner rasch und verfolgte sie zunächst, statt in den zentralen Kampf zurückzukehren. Im Infanteriekampf bedrängte Hannibal die Römer stark. Dass seine erste und zweite Reihe zusammenbrachen, entsprach zunächst seinem Plan: Die frischen Veteranen der dritten Reihe sollten die erschöpften Römer besiegen. Als die zurückweichende zweite Reihe jedoch die Ordnung der Veteranen gefährdete, ließ Hannibal die Speere gegen die eigenen Leute senken. Fliehende Soldaten wichen seitlich zwischen den Heeren aus; einige sammelten sich an den Flanken der Veteranen.

Die Karthager drohten die Oberhand zu gewinnen. Dann kehrte die römische Reiterei von der Verfolgung zurück, fiel Hannibals Truppen in den Rücken und zerstörte ihre Schlachtordnung. Damit entschieden die Römer die Schlacht für sich.

Friedensordnung und Folgen

Hannibal entkam nach Hadrumetum und anschließend nach Karthago. Dort riet er dem Senat zur Kapitulation. Scipio kehrte zunächst in sein Lager bei Utica zurück und marschierte danach nach Tunis. Eine karthagische Gesandtschaft bat dort um Frieden. Karthago bot erneut an, alle europäischen Länder zu räumen, wenn Rom Afrika verlasse. Scipio verlangte jedoch die Kapitulation und verschärfte die bereits vor der Schlacht erhobenen Forderungen.

Nach einem dreimonatigen Waffenstillstand beauftragte der römische Senat Scipio mit den endgültigen Verhandlungen. Die Friedensbedingungen waren deutlich härter als 203 v. Chr.: Karthago musste alle Elefanten und die gesamte Flotte bis auf zehn Schiffe ausliefern. Die Kriegsentschädigung, ursprünglich 5.000 Talente, wurde erhöht; fünfzig Jahre lang waren jährlich 200 Talente zu zahlen. Massinissa erhielt große Gebiete, besonders das Reich seines Rivalen Syphax. Die Regel, dass er frühere Gebiete seiner Familie zurückerhalten solle, ermöglichte ihm später immer weitergehende Ansprüche gegen Karthago.

Besonders folgenreich war außerdem, dass Karthago außerhalb Afrikas keinen Krieg führen und auch in Afrika nur mit Zustimmung Roms kämpfen durfte. Dadurch wurde Karthago so geschwächt, dass es die römische Hegemonie im Mittelmeerraum nicht mehr gefährden konnte. 201 v. Chr. ließ Scipio als Zeichen seines Triumphs die Reste der karthagischen Flotte verbrennen.

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