Das Video kommt von YouTube: erst beim Abspielen verbindet sich die Seite mit YouTube (Google).
Karthago, Hannibal und die Punischen Kriege
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 132 Zeilen
- Karthago. Das ist eine echte Großmacht der Antike.
- Mit Flotten von Galeeren, die das Mittelmeer beherrschen. Das Reich legt sich mit einer anderen antiken Großmacht an, dem Römischen Reich.
- Dreimal wird Krieg geführt, und dabei geht Karthago schließlich unter. Mindestens einen Karthager kennt ihr wahrscheinlich: den Feldherrn Hannibal;
- Berühmt dafür, dass er die Alpen mit Elefanten überquert hat. Wir erzählen euch heute die Geschichte von Karthago
- - vom Aufstieg bis zum Untergang. Unsere Reise beginnt im Mittelmeerraum um das Jahr 800 vor Christus.
- Damals bestimmen drei Kulturen die Region. Die Etrusker, die Griechen und die Phönizier.
- Der Name Phönizier kommt aus dem Griechischen, und er bezieht sich auf ein Handelsprodukt dieser Städte:
- Die Purpurfarbe, die aus Meerschnecken gewonnen wird. Eine der phönizischen Städte ist Tyros,
- eine jahrhundertealte Seefahrerstadt. Die Einwohner, wie eigentlich alle Seefahrer in der frühen Antike,
- sind Entdecker, Kolonisten, Händler und Piraten in einem. Sie gründen Niederlassungen entlang der Küsten des Mittelmeeres.
- Zwischen 850 und 750 ist eine Niederlassung, davon Karthago. Der Name bedeutet „Neue Stadt“.
- Auf der Karte hier könnt ihr sehen, dass die Stadt günstig liegt, egal, in welche Richtung man segeln will.
- Zum Stadtstaat Karthago gehört auch das Hinterland. Die Macht in diesem Staat liegt bei den Adligen.
- Sie besitzen das Land, auf dem Ackerbau und Viehzucht betrieben und Rohstoffe in Bergwerken abgebaut werden.
- Die Adelsversammlung entscheidet über Gesetze und Gerichte, über den Handel. Es gibt auch einen König, der vor allem religiöse und militärische Aufgaben hat.
- Die Macht ist also zwischen König und Adel aufgeteilt. Die nicht-adligen Bürger sind Händler, Handwerker, Dienstleister, Fischer usw.
- Sie können über eine Volksversammlung an der Gestaltung des Staates teilhaben und wählen die Verwaltungsbeamten.
- Die zwei Obersten nennt man „Sufeten“. Die Karthager beten zu verschiedenen Göttern.
- In der römischen Literatur wird immer wieder behauptet, dass sie diesen Göttern auch Kinder opfern würden.
- Zwar finden Archäologen bei Ausgrabungen Ansammlungen von Kinderknochen,
- aber es gibt keinen Beleg, dass diese Kinder tatsächlich geopfert wurden. Die Historiker streiten darüber.
- Karthago ist im westlichen Mittelmeer des fünften Jahrhunderts Die bestimmende Macht, kontrolliert den Handel und sichert ihn
- gegen fremde Piraten. In Kolonien auf Sardinien und Korsika bauen Sie Lebensmittel an, graben Rohstoffe aus und rekrutieren Soldaten.
- Aber auch den Atlantik erkunden sie. In Niederlassungen an der Küste Westafrikas handeln Sie mit Gold, Fellen und Elfenbein.
- Wo sie auf Widerstand treffen, treten die Karthager auch militärisch auf.
- Zum Teil besetzen karthagische Heere ganze Gebiete, zum Beispiel im heutigen Spanien. Die Besiegten müssen Abgaben zahlen
- und ihre Außenpolitik an die Wünsche der Karthager anpassen. Bei ihrer Ausbreitung kommen die Karthager vor allem mit den Griechen in Konflikt.
- Ein ständiger Krisenherd wird Sizilien, wo sowohl Karthago als auch die Griechen Siedlungen gründen.
- Während sich der karthagische Einflussbereich ausdehnt,
- wächst auf dem italienischen Festland eine neue Macht heran: Rom Zwischen 500 und 270 vor Christus unterhalten Karthago
- und Rom gute Beziehungen. Sie schließen mehrere Verträge miteinander und stecken ihre Interessenssphären ab.
- Sie unterstützen sich und kämpfen sogar gegen gemeinsame Feinde. Zwischen beiden steht im Westen von Sizilien die griechische Stadt Syrakus.
- Lange ein gemeinsamer Feind, aber eben auch ein möglicher Verbündeter gegen den Vertragspartner.
- Denn Rom und Karthago nehmen sich im Laufe der Zeit gegenseitig immer mehr als Bedrohung wahr.
- Es ist dann ein eher kleiner Konflikt an der Meerenge zwischen Sizilien und der italienischen Stiefelspitze, der die Stimmung zwischen Rom und Karthago
- kippen lässt. Die Hintergründe des Kriegsausbruchs
- sind ziemlich kompliziert, deshalb hier nur die Kurzfassung: Karthago, Syrakus und die Herrscher der Stadt Messana
- führen einen bewaffneten Konflikt. Im Zuge dieses Konflikts rufen Messanas Herrscher
- 264 vor Christus die Römer um Hilfe. Die Römer nutzen die Gelegenheit, um ihren Machtbereich auszudehnen.
- Sie senden Truppen nach Sizilien. Es dauert nicht lange und Karthago und Rom führen einen offenen Krieg.
- Den Ersten Punischen Krieg. Punisch, weil die Römer die Karthager auch Punier nennen.
- Weil Rom an Land zu mächtig ist, besinnen sich die Karthager auf ihre Stärken und nutzen die Schlagkraft ihrer Flotte.
- Sie erobern einige Küstenstädte auf Sizilien und halten die Kontrolle über das Meer.
- Sie starten auch Überfälle auf die italienische Küste. Die Römer wiederum sind im Seekrieg unerfahren.
- Um ihre Infanterie auch auf dem Meer einsetzen zu können, erfinden Sie darum für ihre Schiffe lange Enterbrücken,
- sogenannte Corvi, mit einem Eisendorn an der Unterseite. Diesen Steg lassen Sie auf das feindliche Schiff fallen
- und die Fußsoldaten können es dann entern. So zumindest die klassische Erzählung.
- Denn manche Historiker bezweifeln, ob es die Corvi in dieser Form überhaupt gegeben hat.
- Schlachten auf Schlachten folgen. Der Krieg zieht sich immer mehr in die Länge, und je länger er dauert,
- desto entscheidender wird, wer mehr Ressourcen mobilisieren kann. Und da stellt sich das römische System der Bundesgenossen,
- die regelmäßig Truppen stellen müssen, als effizienter heraus. Die Karthager setzen im Vergleich deutlich mehr Söldner ein,
- das macht ihren Krieg teuer. Im Jahr 241 vor Christus geht den Karthager
- nach mehr als 20 Jahren Krieg das Geld aus. Um nicht die Existenz ihres Staates zu riskieren.
- Bitten sie um Friedensverhandlungen. Als Verlierer müssen sie sehr große Zugeständnisse machen.
- Die Karthager verlieren Sizilien, müssen eine sehr hohe Wiedergutmachung zahlen und dürfen nicht mehr mit ihren Schiffen in italienischen Gewässern fahren.
- Aber damit enden die Probleme nicht. Nach der Niederlage ziehen unbezahlte Söldner plündernd
- durch Karthago und verbündete Städte proben den Aufstand. Vier Jahre lang dauert es, bis alle Aufstände niedergekämpft
- und Karthago wieder für Ruhe im eigenen Lager gesorgt hat. Allerdings verlieren sie in dieser Zeit zusätzlich die Kontrolle
- über Korsika und Sardinien. Auch diese Inseln gehen an Rom.
- Um wieder aufrüsten zu können, gerät ein anderer Landstrich in den Fokus: die Iberische Halbinsel, also das Gebiet des heutigen Spaniens und Portugals.
- Es sind reiche Landstriche, in denen beispielsweise Silber abgebaut wird. Im Jahr 237 vor Christus schicken die Karthager
- deshalb den General Hamilkar Barkas nach Spanien. Der erobert die halbe Halbinsel.
- Einige Jahre nach seinem Tod übernimmt sein ältester Sohn das Kommando. Sein Name ist Hannibal.
- Hannibal ist gerade mal Mitte 20, und er ist ein überaus ehrgeiziger und begabter Feldherr.
- Er sinnt auf Rache für die Niederlage im Ersten Punischen Krieg und provoziert die Römer.
- Die erklären im Jahr 218 vor Christus Karthago tatsächlich erneut den Krieg und schicken eine Armee Richtung Spanien.
- In dieser Situation wagt Hannibal ein Manöver, das Weltgeschichte schreiben wird.
- Ihr wisst wahrscheinlich, worum es geht. Hannibal will den Römern in den Rücken fallen.
- Dafür überquert er mit bis zu 50.000 Soldaten, gut 10.000 Reitern und 37 Elefanten die Alpen.
- Die Zahlenangaben schwanken dabei. Falls ihr mehr über Hannibals Alpenüberquerung erfahren wollt,
- Oben auf dem i gibt es von Terra X ein Video dazu. Dazu schaut er gerne mal rein.
- Auch wenn viele Männer Pferde und Elefanten bei der Überquerung umkommen, schafft es eine sehr gut ausgerüstete und kampferfahrene
- Armee nach Italien. Die Römer sind überrumpelt.
- Statt in der Ferne müssen sie den Krieg jetzt vor der eigenen Haustür führen. Die Alpenüberquerung von Hannibal gilt bis heute als ein Meisterwerk
- der Kriegskunst. Hannibal bringt den Römern trotz deren Übermacht in den kommenden Jahren
- eine Niederlage nach der anderen bei. Allein bei der Schlacht von Cannae fallen etwa 50.000
- römische Soldaten, gut 10.000 werden gefangen genommen. Also sehr viele Soldaten sind mit einer Schlacht weg kann.
- Cannae wird zu einem Trauma für die Römer. Und auch in anderen Schlachten gibt es riesige Verluste.
- Aber Hannibal siegt und siegt - nur den Krieg gewinnt er nicht.
- Warum das denn? Na ja, zunächst mal, weil die Römer nicht aufgeben.
- Selbst nach der Schlacht von Cannae suchen sie keinen Friedensschluss. Dazu hat Rom ein
- sehr gut organisiertes Gemeinwesen mit einem starken Bevölkerungswachstum. Und vor allem hat Rom die anderen italischen Stämme
- mit Verträgen an sich gebunden, die immer wieder neue Soldaten stellen. Auf einen Angriff auf die Stadt Rom verzichtet Hannibal allerdings
- wahrscheinlich, weil sie zu groß und zu gut befestigt ist und ihm die Ressourcen für eine lange Belagerung fehlen.
- Denn Hannibal muss gefallene Soldaten ersetzen und vor allem muss er sein Heer ernähren.
- So zieht Hannibal unablässig durch Italien. Er versucht, die römischen Bundesgenossen dazu zu bringen, sich von Rom abzuwenden.
- Aber die meisten bleiben Rom treu. Wohl auch, weil Rom die Verbündeten gezwungen hat, Geiseln
- aus den bedeutendsten Familien zu stellen und Abtrünnige extrem hart bestraft. Und Rom lernt aus seinen Fehlern und geht zum Gegenangriff über.
- Der junge römische Feldherr Publius Cornelius Scipio greift die Karthager in Spanien an und vertreibt sie von dort.
- Dann wendet er sich nach Nordafrika gegen das karthagische Kernland. Hannibal wird nach Hause beordert, um die Heimat zu schützen.
- 16 Jahre hatte er in Italien gekämpft. 202 vor Christus in der Schlacht von Zama in Nordafrika muss er sich Scipio geschlagen geben.
- Diese Niederlage entscheidet den Krieg. Wieder muss Karthago einen Friedensvertrag mit Rom unterschreiben.
- Mit noch härteren Bedingungen als im letzten. Der Stadtstaat bleibt zwar selbstständig und wird nicht besetzt,
- aber Karthago darf außenpolitisch nicht mehr ohne die Zustimmung Roms handeln oder Kriege führen.
- Karthago ist ab sofort zweitrangig. Rom hat seinen Großmachtstatus untermauert.
- Die Römer binden nach ihrem Sieg den numidischen König Massinissa einen ehemaligen Verbündeten Karthagos an sich.
- Das Ziel ist: Ein starker Nachbar soll den Wiederaufstieg Karthagos verhindern. Trotzdem schafft es Hannibal, der inzwischen oberster
- Regierungsbeamter ist, Karthago wirtschaftlich wieder aufzubauen. Hannibal selbst wird zwar von Gegnern innerhalb Karthagos bald
- kaltgestellt, der rasante Aufschwung geht dennoch weiter. 20 Jahre nach der Niederlage ist die Stadt wieder ein blühendes Zentrum.
- Sie liefert sogar Schiffe, um Roms Kriege in Makedonien zu unterstützen. Aber König Massinissa drängt Karthago immer weiter zurück,
- schmälert dessen Einflussgebiet und nimmt mit Waffengewalt eine Stadt nach der anderen.
- Dass die Römer diese Salami-Taktik unterstützen, erbost die Karthager. Sie stellen ein Heer auf, um Massinissa in seine Schranken zu weisen,
- um sich selbst zu verteidigen. Aber der Numider triumphiert auf dem Schlachtfeld.
- Und es kommt noch schlimmer für Karthago: Im Jahr 149 vor Christus, also gut 50 Jahre nach dem Hannibal-Krieg,
- erscheint eine römische Kriegsflotte vor der Stadt und greift Karthago an. Eine Strafaktion, die Rom damit begründet,
- dass Karthago gegen den Vertrag verstoßen und ohne Erlaubnis Krieg geführt habe. Das ist formal natürlich richtig,
- aber es ist nur ein Vorwand, um den Konkurrenten endgültig loszuwerden. Denn das Karthago-Trauma der Römer sitzt nach den blutigen Kriegen immer noch tief.
- Ein römischer Staatsmann, Cato der Ältere, soll seine Reden stets mit dem Satz beendet haben:
- „Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Karthago zerstört werden muss.“ - auch, wenn es in der Rede gar nicht um Karthago ging.
- Bei allem wirtschaftlichen Aufschwung den Karthagern ist klar, dass sie keine Chance haben. Und sie wollen sich ergeben.
- Die Römer fordern aber immer mehr, unter anderem die vollständige Entwaffnung. Zuletzt wollen sie, dass die Karthager ihre Stadt verlassen.
- Die mobilisieren nochmals alle Kräfte, um der römischen Belagerung zu trotzen. Drei Jahre lang, bis ins Jahr 146 vor Christus, halten sie durch.
- Dann wird Karthago von der römischen Armee erobert. Sechs Tage dauern die Kämpfe an, nur etwa 50.000 Einwohner überleben sie.
- Das sind geschätzt 10 % der ursprünglichen Bevölkerung. Sie werden in die Sklaverei verkauft.
- Die römische Armee zerstört die Stadt. Damit endet die Geschichte der Weltmacht Karthago.
- Aber halt! Moment mal! Das Video ist nicht vorbei. Karthago ist ein zweites Leben vergönnt.
- Etwa 100 Jahre nach der Zerstörung des phönizischen Karthagos entscheidet der römische Diktator Julius Cäsar, dass Karthago neu gegründet werden soll,
- als römische Stadt. Aber erst Cäsars Nachfolger und Erbe Augustus schickt im Jahr 29 vor Christus
- Siedler, die die Stadt Colonia Iulia Concordia Carthago gründen. Wiederum gut 100 Jahre später leben dort schon 300.000 Menschen.
- Das römische Karthago ist die viertgrößte Stadt des Römischen Reichs - nach Rom, Alexandria und Antiochia.
- Der Kirchenvater Augustinus von Hippo lebt hier zeitweise. Im Jahr 698 wird auch dieses
- Karthago erobert und zerstört, diesmal von den Arabern. Heute zeugen nur noch Ruinen von der einstigen Größe der Stadt Karthago.
- Ihre Geschichte ist ein gutes Beispiel dafür, dass oft Sieger die Geschichte schreiben.
- Karthago hatte eine bedeutende Bibliothek, aber davon ist praktisch nichts mehr erhalten.
- Unsere Informationen erhalten wir hauptsächlich durch den römischen oder griechischen Filter.
- Dabei stand die Zivilisation Karthago aus der römischen in kaum etwas nach. Wer weiß,
- wie die Weltgeschichte verlaufen wäre, wenn Karthago gegen Rom gewonnen hätte? Hätte es dann
- kein großes Römisches Reich gegeben und damit auch keine Varusschlacht, keine Kreuzigung von Jesus und heutzutage keinen Lateinunterricht?
- Was glaubt ihr, wie würde unsere Welt dann aussehen? Schreibt es mir gerne in die Kommentare.
- Ist natürlich schwierig zu sagen, aber wenn ihr eine Idee habt, dann teilt sie uns gerne mit.
- Und hier neben ihr findet ihr die Dokumentation von Terra X zu Hannibal, die ich vorhin schon mal kurz erwähnt hatte,
- und darunter ein Video von unserem Kanal auch da gerne mal reinschauen. Danke fürs Zuschauen und bis zum nächsten Mal.
Zum Nachlesen
Punische KriegeDer Erste Punische Krieg wurde zwischen 264 und 241 v. Chr. hauptsächlich mit Seestreitkräften und auf Sizilien geführt. · Der Zweite Punische Krieg wurde …
Karthagisches ReichKarthago hat die drei Punischen Kriege mit Rom geführt. Zwischen dem Ersten und Zweiten Punischen Krieg ereignete sich der Libysche Krieg, ein Bürgerkrieg, …
Zweiter Punischer KriegDer Zweite Punische Krieg wurde von 218 v. Chr. bis 201 v. Chr. zwischen Rom und Karthago ausgetragen. Er war der zweite von drei Punischen Kriegen, …
Erster Punischer KriegDer Erste Punische Krieg (lateinisch bellum Punicum primum), auch Erster Römisch-Punischer Krieg, wurde zwischen Karthago und Rom von 264 bis 241 v.