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Tyros

Mit einer für 2016 geschätzten Einwohnerzahl von rund 200.000 in der Agglomeration gilt Tyros als drittgrößte Stadt des Libanon nach Beirut und Tripoli. Sie ist …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Stadt, Lage und Bedeutung
  2. 2. Von der phönizischen Metropole zur osmanischen Zeit
  3. 3. Kreuzfahrer, Mameluken und Osmanen
  4. 4. Mandatszeit, Unabhängigkeit und Konflikte
  5. 5. Natur, Erbe und heutiges Leben

Stadt, Lage und Bedeutung

Tyros, auch Tyrus, Tyr oder Sour (arabisch Ṣūr), ist eine Küstenstadt im Südlibanon und eine der ältesten kontinuierlich bewohnten Städte der Welt. Sie liegt rund 80 km südlich von Beirut am Mittelmeer, bei 33° 16′ N, 35° 12′ O. Tyros war eine der frühesten phönizischen Metropolen. Wegen seiner zahlreichen antiken Ruinen wurde das gesamte Stadtgebiet 1984 in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.

Die historische Stadt bestand aus zwei Zentren: Tyros lag auf einer felsigen Insel wenige hundert Meter vor der Küste, während Uschu beziehungsweise Palaetyros („Alt-Tyros“) auf dem Festland lag. Alexander der Große ließ 332 v. Chr. einen Damm zur Insel bauen. Durch Sedimentablagerungen verbreiterte sich dieser Damm über die Jahrhunderte zu einem Tombolo, also einer natürlichen Landbrücke. Tyros ist deshalb heute eine Halbinsel.

Die Stadt besitzt reichlich Süßwasser aus Quellen wie Rashidieh, Ras Al Ain, Al Bagbog und Ain Ebrien sowie aus dem Litani. Die bebaute Fläche umfasst rund 16,7 km²; etwa 44 % der Agglomeration wurden 2017 landwirtschaftlich genutzt und rund 40 % waren bebaut. Tyros liegt nahe dem Zrariye-Schabriha-Bruch, dem Roum-Bruch und dem Yammouneh-Bruch. Erdbeben haben die Stadt wiederholt schwer beschädigt. Nach UN-HABITAT gelten Tsunamis, Erdrutsche und Überschwemmungen als größere Naturgefahren als Erdbeben.

Tyros hat ein Mittelmeerklima (Csa) mit heißen, trockenen Sommern und milden, niederschlagsreichen Wintern. Zwischen Mai und Oktober herrscht etwa sechs Monate Dürre. Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt 20,8 °C, die durchschnittliche Höchsttemperatur im August 30,8 °C und die durchschnittliche Tiefsttemperatur im Januar 10 °C. Der Jahresniederschlag erreicht bis zu 645 mm; im Mittel gibt es 300 Sonnentage pro Jahr. Die Stadt ist außerdem durch Küstenerosion infolge des globalen Klimawandels besonders gefährdet.

Von der phönizischen Metropole zur osmanischen Zeit

Nach Überlieferungen wurde Tyros um 2750 v. Chr. gegründet; diese Datierung ist archäologisch belegt. Frühere Siedlungen bestanden bereits etwa 150 Jahre zuvor, wurden aber offenbar wieder aufgegeben. Die Stadt stand zunächst unter ägyptischer Oberhoheit. Besonders während der 18. Dynastie im 2. Jahrtausend v. Chr. wuchs sie als Handelszentrum. Eine zentrale Einnahmequelle war der tyrische Purpur, ein äußerst teurer und lichtechter Farbstoff aus Murex-Meeresschnecken. Für ein Gramm mussten ungefähr 8.000 Schneckenhäuser zermahlen werden; der Farbstoff konnte so viel kosten wie 20 Gramm Gold.

Ab dem 11. Jahrhundert v. Chr. gewann Tyros seine politische Unabhängigkeit und seine maritime Vorherrschaft. Die Stadt baute ihre Macht vor allem durch Seehandel und Kulturaustausch aus. Tyrische Schiffe erreichten Gebiete westlich der Straße von Gibraltar; die Ausweitung bis zu den Britischen Inseln zur Zinngewinnung ist allerdings umstritten. Unter König Hiram I., der 969 v. Chr. seinem Vater Abi-Baʿal folgte, wurden Handelsbeziehungen unter anderem zu David und Salomo ausgebaut. Tyros wurde außerdem für seine astronomischen Kenntnisse, seine Navigation, den Schiffbau und die Verbreitung des Alphabets bekannt.

Im 9. bis 7. Jahrhundert v. Chr. geriet Tyros unter assyrische Oberhoheit und wurde tributpflichtig, bewahrte aber weitgehend seine wirtschaftliche Stärke. Assyrische Belagerungen, darunter die Belagerung von 725 bis 720 v. Chr., konnten die Inselbefestigungen nicht brechen. Nach dem Ende des assyrischen Reiches 612 v. Chr. folgte zunächst ein Aufschwung. Nebukadnezar II. belagerte Tyros ab 586 v. Chr. 13 Jahre lang, gab aber schließlich auf, nachdem die Stadt Tribut gezahlt hatte.

539 v. Chr. eroberten die Truppen Kyros’ II. Tyros. Unter persischer Oberhoheit behielt die Stadt zunächst eigene Könige; später wurde eine Republik eingeführt, deren Doppelspitze aus Sufeten bestand. 332 v. Chr. fiel Tyros nach einer siebenmonatigen Belagerung an Alexander den Großen. Die Stadt verweigerte ihm den Zugang zum Melkart-Tempel auf der Insel. Alexander ließ deshalb den Damm errichten und nahm Tyros im Herbst 332 v. Chr. ein. Nach antiken Berichten wurden 2.000 Männer gekreuzigt und 13.000 beziehungsweise nach Arrian 30.000 Einwohner versklavt; diese Zahlen widersprechen sich.

Nach Alexanders Tod wechselten die Herrscher mehrfach. Tyros hellenisierte sich stark: Griechisch wurde zur wichtigsten Verkehrssprache und blieb es über ein Jahrtausend, bis es vom Arabischen abgelöst wurde. 126 v. Chr. wurde Tyros wieder unabhängig. Die Münzen der Stadt wurden zur Standardwährung am östlichen Mittelmeer. 64 v. Chr. kam Tyros unter römische Herrschaft, durfte als civitas foederata aber eine gewisse Selbstständigkeit bewahren. Die Stadt blieb ein Handelszentrum, produzierte Purpur, Leinen und Garum und erhielt später den Status einer Colonia. Im Jahr 198 wurde sie Hauptstadt der Provinz Syrien.

395 wurde Tyros Teil des Byzantinischen Reiches. Die Stadt florierte durch den Handel an der Seidenstraße, erlitt jedoch ab 502 schwere Erdbebenschäden. Das Beirut-Beben von 551 löste einen Tsunami aus und ließ Teile der Stadt im Meer versinken. 640 eroberten arabische Truppen die Stadt. Unter den Kalifaten prosperierte Tyros erneut, wurde arabisiert und entwickelte sich zu einem kulturellen Zentrum. Neben Purpur und Glas wurde Zuckerrohr angebaut. Nach einer zweijährigen Revolte gegen die Fatimiden wurde die Stadt 998 geplündert. 1086 eroberten sie die Seldschuken, 1089 fiel sie wieder an die Fatimiden.

Kreuzfahrer, Mameluken und Osmanen

Am 7. Juli 1124 wurde Tyros nach einer fünfeinhalbmonatigen Belagerung von einem fränkischen Heer und einer venezianischen Flotte eingenommen. Den Bewohnern wurde freigestellt, die Stadt mit ihrem Besitz zu verlassen oder unter Schutz ihres Eigentums zu bleiben. Nach dem Pactum Warmundi gehörten zwei Drittel der Stadt zur Krondomäne des Königreichs Jerusalem, ein Drittel wurde italienischen Handelskolonien, vor allem Venedig, überlassen. Tyros blieb wegen seiner Handelsverbindungen, seiner Glas-, Keramik-, Seiden-, Purpur- und Zuckerproduktion eine wichtige Stadt.

Die Kreuzfahrerzeit war von Erdbeben und politischen Kämpfen geprägt. 1127, 1157, 1170 und 1202 wurde Tyros schwer beschädigt. Nach dem Fall Jerusalems an Saladin 1187 diente Tyros als wichtiges Zentrum der Kreuzfahrer. Saladin konnte die stark befestigte Stadt nicht einnehmen. Die Kathedrale wurde zum Krönungsort der Könige von Jerusalem. 1291 übergab Margarete von Antiochia die Herrschaft an Amalrich von Tyrus; im selben Jahr nahmen die Mameluken die Stadt ein. Sie evakuierten oder vertrieben die Bevölkerung, rissen die Befestigungen und die Kreuzfahrer-Kathedrale nieder und ließen Tyros von Akkon aus verwalten.

Unter den Mameluken bestanden Keramik- und Glasproduktion zunächst weiter, während die Purpurherstellung wegen neuer und günstigerer Farbstoffe zum Erliegen kam. Tyros verlor seine Bedeutung und verfiel. Ibn Battūta fand die Stadt 1355 nur noch als Trümmerhaufen vor; viele Steine wurden in andere Städte abtransportiert.

1516 eroberte das Osmanische Reich die Levante. Bis zum Ende des 16. Jahrhunderts blieb Tyros weitgehend menschenleer. Im 17. Jahrhundert förderte der Drusen-Emir Fachr ad-Dīn II. die Ansiedlung von Schiiten und Christen und plante den Wiederaufbau des Hafens. Der Maan-Palast, später Chan Sur oder Chan Al-Askar genannt, diente zeitweise als Residenz und Militärgarnison. Nach Fachr ad-Dīns Hinrichtung 1635 blieb die Region von wechselnden lokalen Familien geprägt.

Ab 1750 initiierte Scheich Nasif al-Nassar Bauprojekte: Er ließ einen Marktplatz, den Serail und den Al-Mubarakie-Turm errichten und förderte den Zuzug von Siedlern. 1752 begann der Bau der melkitischen Kathedrale Sankt Thomas; außerdem entstand die Große beziehungsweise Alte Moschee. 1759 zerstörten Erdbeben Teile der Stadt, 1781 wurde al-Nassar getötet. Im frühen 19. Jahrhundert entstanden die Karawansereien Chan Rabu und Chan Sur als Handelszentren.

1831 geriet Tyros unter die Herrschaft Muhammad Ali Paschas von Ägypten. Das große Galiläa-Erdbeben vom 1. Januar 1837 verursachte schwere Schäden. 1839 eroberten schiitische Rebellen unter Hamad al-Mahmud die Stadt mit britischer und österreichischer Unterstützung zurück. Im 19. Jahrhundert verstärkten Frankreich und andere europäische Mächte ihren Einfluss. Die osmanischen Landreformen von 1858 begünstigten die Bildung großer Grundbesitze und stärkten in Tyros besonders die al-Chalil-Familie. Armut und politische Abhängigkeit führten in den 1880er Jahren zu einer starken Auswanderung, vor allem nach Westafrika.

Mandatszeit, Unabhängigkeit und Konflikte

Im Ersten Weltkrieg führten Einberufungen, eine Hungersnot und eine Heuschreckenplage zu Not und weiterer Auswanderung. Nach dem Rückzug der Osmanen erreichten britisch-indische Truppen Tyros am 4. Oktober 1918. Kurz darauf erklärte Kamil al-Asa'ad Dschabal ʿAmil einschließlich Tyros zum Teil des Arabischen Königreichs Syrien. Am 23. Oktober 1918 richteten Frankreich und Großbritannien jedoch die Occupied Enemy Territory Administration (OETA) ein; Dschabal ʿAmil fiel unter französische Kontrolle.

Am 1. September 1920 errichtete Frankreich den Staat Großlibanon als Mandatsgebiet. Tyros wurde Teil dieses Gebiets und 1920 zu einer administrativen Gemeinde erklärt. Hohe Steuern und die koloniale Wirtschaftspolitik verschärften die Armut; der Hafenhandel kam weitgehend zum Erliegen. 1921 waren nach einer Volkszählung 83 % der Bevölkerung Schiiten, 4 % Sunniten und rund 13 % Christen. 1928 wurde die Abdel-Hussein-Moschee als erste schiitische Moschee der Stadt eingeweiht. 1938 gründete Imam Sayyid Abd al-Husain Scharaf ad-Din die Dschaʿfarīya-Schule. Sie wurde 1946 zur ersten Sekundarschule des Südlibanons und zu einem wichtigen Instrument des sozialen Aufstiegs der Schiiten.

1943 erklärte die libanesische Republik ihre Unabhängigkeit. Die Nakba von 1948 führte zur Ankunft Tausender palästinensischer Flüchtlinge. Es entstanden beziehungsweise wuchsen die Lager Al Bass, Burj al-Shemali und Rashidieh sowie informelle Ansiedlungen. 1968 registrierte UNRWA in diesen Lagern fast 25.000 palästinensische Flüchtlinge; später stieg die Zahl in Tyros und Umgebung auf über 60.000.

1958 wurde Tyros während der Libanonkrise zum Schauplatz bewaffneter Auseinandersetzungen zwischen Anhängern Präsident Camille Chamouns und panarabischen Oppositionsgruppen. Am 28. März wurden Berichten zufolge drei Demonstranten getötet, am 2. April vier oder fünf weitere. Die Kämpfe dauerten insgesamt 16 Tage. Im Mai gewannen die Aufständischen die Kontrolle über die Stadt; die Krise endete im September mit Chamouns Rücktritt.

Ab 1959 prägte Musa Sadr die politische Entwicklung. Er gründete Berufsbildungs- und Wohlfahrtseinrichtungen, 1967 den Hohen Islamischen Rat der Schiiten und 1974 die Bewegung der Beraubten. 1975 entstand deren bewaffneter Arm AMAL. Nach Sadrs Verschwinden in Libyen am 31. August 1978 übernahm Nabih Berri die Führung von AMAL.

Der Bürgerkrieg und die israelischen Interventionen zerstörten große Teile von Tyros. 1976 riefen PLO-Kommandanten die „Volksrepublik Tyros“ aus. 1978 folgte nach dem Südlibanonkrieg die Einrichtung der UNIFIL; Tyros wurde zur palästinensischen Enklave „Tyre Pocket“. Israel marschierte am 6. Juni 1982 erneut ein und bombardierte die Stadt und die Flüchtlingslager. Angaben zu den zivilen Opfern reichen von 56 im gesamten Bezirk nach israelischer Darstellung bis zu rund 1.200 Toten in Tyros nach libanesischen Angaben. 1985 zog Israel seine Truppen aus Tyros ab.

Von 1985 bis 1988 kämpften AMAL, PLO und Hisbollah im „Krieg der Lager“ gegeneinander. Rund 7.000 Flüchtlinge wurden vertrieben, Häuser niedergebrannt und über tausend Männer festgenommen. Seit dem Ende des Bürgerkriegs 1991 dominieren AMAL und Hisbollah die Politik der Region. 1998 gewann AMAL 21 Sitze im Stadtrat. Bei den Parlamentswahlen 2018 erhielten die gemeinsame Liste von Hisbollah und AMAL 92 % und alle sieben Sitze im Wahlbezirk Tyros-Zahrani.

Im Juli 2006 wurde Tyros erneut vom Krieg zwischen Hisbollah und Israel getroffen. Raketenstellungen um die Stadt wurden angegriffen; Zivilisten flohen, Krankenhäuser waren überlastet und ausländische Staatsangehörige wurden mit der MV Serenade nach Zypern evakuiert. Die Resolution 1701 vom 11. August 2006 beendete die Kampfhandlungen und schuf eine Pufferzone zwischen Litani und südlicher Grenze. Seit 2006 gehört Tyros zum italienischen UNIFIL-Sektor. 2019 beteiligten sich viele Bewohner an konfessionsungebundenen Protesten gegen Korruption und wirtschaftliche Not. Der Artikel berichtet außerdem von der COVID-19-Pandemie 2020 und nennt fünfzehn bestätigte Fälle bis zum 8. Mai sowie 37 Fälle weniger als einen Monat später.

Natur, Erbe und heutiges Leben

Das Tyre Coast Nature Reserve wurde 1998 geschaffen und 1999 nach der Ramsar-Konvention als Schutzgebiet für Feuchtgebiete anerkannt. Es ist 3,5 km lang und umfasst mehr als 380 Hektar. Zum Gebiet gehören ein 1,8 km langer Sandstrand, landwirtschaftliche Flächen und die Quellen von Ras El Ain. Ein 900 m langer Abschnitt ist dem Schutz von Flora und Fauna vorbehalten. Das Reservat beherbergt 275 Spezies aus über 50 Familien, darunter sieben regional oder national bedrohte, vier endemische und zehn seltene Arten sowie 25 Heilpflanzen. Es ist Brutgebiet für Zugvögel und Meeresschildkröten. Gefährdet wird es durch Abwasser, Plastikmüll, Küstenerosion, den Neophyten Heterotheca subaxillaris, Kriegsschäden und die Ölpest von 2021.

Zu den wichtigsten archäologischen Bereichen gehören Al Bass mit Nekropole, Triumphbogen und Hippodrom sowie Al Mina mit Palästra, Thermen und Agora. Systematische Ausgrabungen begannen 1946 unter Maurice Schéhab. Unterwasserarchäologische Untersuchungen bestätigten 2001 künstliche Strukturen im Nordhafen. Der Bürgerkrieg unterbrach die Forschung für zwei Jahrzehnte. Seit 1995 und besonders seit 2008 werden die Arbeiten fortgesetzt. Gefährdet ist das Erbe durch Stadtverdichtung, illegale Ausgrabungen und Antiquitätenhandel, den geplanten Autobahnbau sowie mangelnde Instandhaltung osmanischer Gebäude wie Chan Rabu und Chan Sur.

Tyros hat eine geschätzte Agglomerationsbevölkerung von rund 200.000 bis 201.208 Einwohnern; genaue Zahlen fehlen, weil der Libanon seit 1932 aus politischen Gründen keine regelmäßigen konfessionellen Volkszählungen veröffentlicht. Die Bevölkerung besteht überwiegend aus schiitischen Muslimen. Christen machten 2010 etwa 10 % aus. 2017 zählte die maronitische Erzeparchie 42.500 Mitglieder, von denen aber nur etwa 500 in Tyros selbst lebten; die griechisch-katholische Erzeparchie verzeichnete 2.857 Melkiten. Hinzu kommen palästinensische und syrische Flüchtlinge sowie afrikanische Migranten. UN-HABITAT schätzte 2017, dass 43 % der libanesischen Bevölkerung im urbanen Tyros in Armut leben.

Die Wirtschaft beruht vor allem auf Tourismus, Dienstleistungen, Baugewerbe, Landwirtschaft und Rücküberweisungen der Diaspora. 38 % der landwirtschaftlichen Fläche dienen dem Olivenanbau, 25 % dem Anbau von Zitrusfrüchten; etwa 20 % der Zitrusernte werden nicht verwertet. Bananenplantagen nahmen besonders nach 2006 zu. Der Hafen ist kleiner als die Häfen von Beirut, Tripoli und Sidon und importiert vor allem Gebrauchtwagen. Traditioneller Bootsbau und Fischerei bestehen fort, stehen aber unter wirtschaftlichem Druck.

Das Kulturleben wurde durch Kinos, Theater und Festivals geprägt. Nach der Schließung der Kinos im Bürgerkrieg wurden das Al-Hamra-Kino 2014 und das Rivoli-Kino 2018 renoviert. Das Libanesische Nationaltheater fördert besonders die künstlerische Bildung von Kindern und Jugendlichen. Seit den 1990er Jahren finden im römischen Hippodrom internationale Festivals statt. Die Dschaʿfarīya-Schule, die Imam-Sadr-Stiftung und eine Außenstelle der Islamic University of Lebanon sind wichtige Bildungseinrichtungen. Der älteste Fußballverein Tadamon Sour wurde 1939 gegründet und gewann den Libanesischen FA Cup 2001 sowie den Challenge Cup 2013 und 2018.

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