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Pronominaladverb
Liste der gebräuchlichsten Pronominaladverbien in der deutschen Sprache ; in, darin, hierin ; über, darüber, hierüber ; um, darum, hierum ; unter, darunter …
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Begriff und Einordnung
Ein Pronominaladverb (auch Präpositionaladverb) ist ein zusammengesetztes Wort aus einer Präposition und einem verweisenden Wortteil, zum Beispiel dafür aus für und da-. Es nimmt etwas bereits Erwähntes auf und wird in der deutschen Grammatik meist als Adverb eingeordnet. Es ist ein Pro-Adverb, also ein Adverb mit Verweisfunktion.
Manche Grammatiker bezeichnen Pronominaladverbien auch als Pronomen oder Adverbialpronomen. Dabei wird Pronomen weit gefasst: als Wort mit verweisender Funktion. Im Unterschied zu Pronomen im üblichen Sinn sind Pronominaladverbien jedoch nicht flektierbar, sie verändern ihre Form also nicht nach Fall, Geschlecht oder Zahl.
Bildung und Wortformen
Pronominaladverbien bestehen aus da, hier oder wo als erstem Bestandteil und einer Präposition als zweitem Bestandteil: dafür, hierfür, wofür; damit, hiermit, womit.
Beginnt die Präposition mit einem Vokal, stehen bei da und wo die Formen dar- beziehungsweise wor-: darauf, darum, worin, worüber. In Süddeutschland, der Schweiz und Österreich kommt vor manchen mit Konsonant beginnenden Präpositionen die heute antiquierte Form hie- vor, etwa hiemit, hienach und hiezu.
Sie lassen sich nur mit 19 Präpositionen bilden: den neun Wechselpräpositionen an, auf, in, hinter, neben, vor, über, unter, zwischen sowie aus, bei, durch, für, gegen, mit, nach, um, von und zu. Daher gibt es damit, aber nicht darohne.
Die Einordnung als Adverb ist umstritten, weil die Formen eine Präposition enthalten. Teilweise werden sie mit Präpositionen zusammengefasst: Für das und dafür können beide als Präpositionalphrasen gelten, einmal als Wortgruppe und einmal als einzelnes Wort. In der nord- und mitteldeutschen Umgangssprache werden sie oft getrennt, etwa: „Da hab ich keine Ahnung von.“ Diese Trennung ist im Niederländischen standardsprachlich.
Funktionen und Bezug
Pronominaladverbien können wie Pronomen Satzglieder vertreten und deren grammatische Funktion übernehmen. In „Mit diesem Hammer schlug er den Pfahl in die Erde“ ist „mit diesem Hammer“ eine adverbiale Bestimmung. Wenn der Hammer bereits genannt wurde, kann dafür „damit“ stehen; auch damit ist eine adverbiale Bestimmung.
Grundsätzlich beziehen sich Pronominaladverbien auf Sachen, nicht auf Personen. Für Personen stehen Personalpronomen bei da oder hier und Relativ- oder Fragepronomen bei wo: „mit ihm“, „zu ihr“ und „von wem“ statt damit, dazu oder wovon. Deshalb heißt es bei einer Person „ich kann mich an ihn/sie erinnern“ und „an wen denkst du?“, bei einer Sache dagegen „ich kann mich daran erinnern“ und formal korrekt „woran denkst du?“. Die umgangssprachliche Form „an was denkst du?“ kommt in gesprochener Sprache vor.
Ausnahmen sind davon und darunter: Sie können auch Personen bezeichnen, etwa „einer davon“ oder „darunter einige Kinder“. Weitere Funktionen sind ein Attribut („sein Beitrag dazu“), die Einleitung eines Nebensatzes („worüber sich alle freuten“), ein Rückverweis im Text („Darüber freute sie sich sehr“), ein Vorverweis („Dazu musste es ja kommen“) und ein Verweis auf einen Gegenstand in der Gesprächssituation („Damit sollst du arbeiten“).
Gebräuchliche Reihen
Zu den gebräuchlichen Reihen gehören beispielsweise dabei, hierbei, wobei; dadurch, hierdurch, wodurch; dafür, hierfür, wofür; dagegen, hiergegen, wogegen; damit, hiermit, womit; danach, hiernach, wonach und dazu, hierzu, wozu.
Bei Präpositionen mit Vokal erscheinen besonders die Formen daran, hieran, woran; darauf, hierauf, worauf; darin, hierin, worin; darüber, hierüber, worüber; darunter, hierunter, worunter; davon, hiervon, wovon und darum, hierum, worum. Weitere Formen sind dahinter, hierhinter, wohinter; daneben, hierneben, woneben; daraus, hieraus, woraus; davor, hiervor, wovor sowie dazwischen, hierzwischen, wozwischen.