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Pronomen
Artikel = Begleiter“ & „Pronomen stehen für Nomen (das Kind – es, Monas Tasche – ihre Tasche …).“ ↑ Pons (Peter Hoffmann, Volker Losch): Gewusst wie …
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Grundfunktion und grammatische Eigenschaften
Pronomen oder Fürwörter sind eine deklinierbare Wortart. Sie bezeichnen Personen oder Dinge nicht durch eigene inhaltliche Merkmale, sondern mithilfe grammatischer Merkmale. Je nach Untertyp können sie Formen für Kasus (Fall), Numerus (Zahl) und Genus (Geschlecht) zeigen.
Im modernen Verständnis werden bis zu zehn sehr unterschiedliche Untertypen zusammengefasst, etwa er als Personalpronomen, mein als Possessivpronomen, jemand als Indefinitpronomen und welcher als Frage- oder Relativpronomen. Eine einheitliche, sehr genaue Definition ist deshalb schwierig.
Pronomen sind Funktionswörter, also grammatische Elemente und keine Inhaltswörter. Sie bilden eine geschlossene Klasse: Ihre Zahl lässt sich nicht beliebig durch neue Wörter erweitern. Abgrenzungsprobleme bestehen besonders gegenüber Artikeln. Die Dudengrammatik verwendet deshalb die übergeordnete Klasse „Artikelwörter und Pronomen“; andere grammatische Modelle fassen beide ebenfalls zusammen oder unterscheiden sie je nach Untersuchungszweck.
Stellvertreterfunktion und Einordnung
Traditionell werden Pronomen als „Stellvertreter“ oder „Fürwörter“ bezeichnet. Diese Erklärung ist jedoch nur eingeschränkt passend. Pronomen stehen normalerweise nicht für ein einzelnes Nomen oder Substantiv, sondern für eine größere Einheit, mindestens für eine Verbindung aus Artikel plus Nomen. In „mein früherer Chef“ ersetzt er die gesamte Substantivgruppe; die Form *„mein früherer er“ wäre nicht möglich.
Die Ersetzung einer Wortgruppe durch ein Pronomen ist zugleich ein klassischer Konstituententest, also eine Probe, mit der man zusammengehörige Wortgruppen im Satz ermittelt. Relativpronomen können beim Einleiten eines Relativsatzes zudem nicht durch Substantivkonstruktionen ersetzt werden. Bei Indefinitpronomen können zusätzlich verneinende, quantifizierende oder fragende Funktionen enthalten sein. Die Personalpronomen der ersten und zweiten Person lassen sich ebenfalls nicht als Stellvertreter substantivischer Konstruktionen auffassen, weil Substantive nur das Merkmal der 3. Person tragen können.
In der traditionellen Wortartlehre bilden Pronomen eine eigene Wortart. In der modernen Linguistik werden sie teilweise wie die Einheiten analysiert, die sie ersetzen können, also als Nominalphrasen beziehungsweise Determinansphrasen. Personalpronomen wie er oder sie werden in einem Modell als intransitive Artikel, also als Köpfe der Kategorie D, analysiert.
Traditionell lassen sich Pronomen gegenüber anderen Wortarten so abgrenzen: Sie sind flektierbar, im Gegensatz zu Adverbien, Präpositionen, Konjunktionen und Partikeln; unter den flektierbaren Wortarten sind sie deklinierbar, im Gegensatz zum Verb; sie sind nicht selbst artikelfähig, im Gegensatz zum Substantiv; sie sind nicht komparierbar, im Gegensatz zum Adjektiv; und sie können im Gegensatz zum Artikel als Satzglied auftreten.
Selbstständige Pronomen und Begleiter
Im Deutschen können viele Wörter ein Substantiv begleiten oder selbstständig stehen. In der traditionellen Grammatik und Schulgrammatik werden beide Verwendungen meist als Pronomen bezeichnet. Die Dudengrammatik nennt dagegen nur selbstständig auftretende Formen „Pronomen“ und bezeichnet die begleitende Verwendung als „Artikelwort“, etwa „Possessivartikel“ oder „Demonstrativartikel“.
Alle Pronomen können selbstständig stehen, manche zusätzlich als Begleiter:
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Nur selbstständig sind Personal- und Reflexivpronomen wie ich, du, er, es, sie (Singular), wir, ihr, sie (Plural), Sie, man und sich. Beispiele sind „Das bin ich“ und „Man wäscht sich zuerst die Hände.“
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Begleitend oder selbstständig können unter anderem der, dieser, jener, derselbe, diejenige, ein, kein, welcher, manche, einige, alle und jeder verwendet werden. Beispiele sind „einige Minuten warten“ und „Ich habe noch einiges zu tun“ sowie „Das ist mein Heft!“ und „Das ist meins!“.
Die Abgrenzung zu Artikeln und Adjektiven kann in der begleitenden Verwendung schwierig sein. „Beide Töchter“ wirkt artikelähnlich, „die beiden Töchter“ dagegen adjektivähnlich. Auch die Stellung vor dem indefiniten Artikel ist möglich: „solcher Aufwand“, „ein solcher Aufwand“ und „solch ein Aufwand“.
Pronomen können mit großgeschriebenen substantivierten Adjektiven verbunden werden, etwa in „du Armer!“, „für uns Arbeitslose“, „jemand Unbekanntes“ und „niemanden Bekannten“. Üblicherweise werden die substantivierten Adjektive dabei als Appositionen zu den Pronomen analysiert.
Wichtige Untertypen
Die Einteilung der Pronomen ist eine von mehreren möglichen Klassifikationen. Zu den wichtigsten Untertypen gehören:
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Personalpronomen unterscheiden im Deutschen Person und Numerus sowie in der 3. Person Singular zusätzlich das Genus: ich, du, er, sie, es, wir, ihr, sie. Sie können auf Personen in der Sprechsituation zeigen, etwa du, oder auf bereits im Text eingeführte Personen und Dinge verweisen, etwa „der Hund … er …“. Ihrer Bedeutung nach sind sie definite Ausdrücke. In manchen Sprachen gibt es selbstständige und klitische, also angelehnte, Reihen; Beispiele sind das Französische moi und me sowie bairisch gib-ma-s und moselfränkisch gäf-ma-t.
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Expletivpronomen sind nur grammatisch, nicht inhaltlich erforderlich. Das es in „es war einmal ein König“ und „es warten schon viele Leute vor der Tür“ verweist auf keinen Gegenstand und trägt in dieser Verwendung keine nachweisbaren Merkmale wie Person oder Numerus. Wegen seiner Form und seiner syntaktischen Verwendung als Subjekt oder Objekt wird es dennoch als Pronomen bezeichnet. Auch englisch there kann aufgrund seiner Subjektfunktion als Pronomen eingeordnet werden.
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Generalisierende Pronomen wie man wurden traditionell wegen ihres unbestimmten Bezugs als Indefinitpronomen eingeordnet, verhalten sich bei näherer Analyse aber wie Personalpronomen.
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Possessivpronomen drücken Besitz oder Zugehörigkeit aus: mein, dein, sein, ihr, unser, euer, ihr.
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Reflexivpronomen verweisen auf das Satzsubjekt zurück, etwa sich sowie im Englischen myself, yourself und herself.
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Reziprokpronomen bezeichnen eine wechselseitige Beziehung, etwa einander oder sich in „sie sehen sich“.
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Indefinitpronomen bezeichnen Personen oder Dinge unbestimmt, etwa jemand, alle, einer, manche, etwas, einige und andere. Sie können ein Individuum neu in den Text einführen oder logisch als Quantoren wirken. „Jemand singt“ kann dabei die Bedeutung „Es gibt eine Person, die singt“ haben.
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Fragepronomen wie wer, was und wessen werden oft als Untertyp der Indefinitpronomen betrachtet.
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Negativpronomen wie keiner, niemand und nichts gelten als Unterklasse der Indefinitpronomen.
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Demonstrativpronomen weisen auf Personen oder Dinge hin: der, die, das, dieser, diese, dieses, jener, jene, jenes.
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Determinativpronomen bestimmen näher: derjenige, diejenige, dasjenige, derselbe, dieselbe, dasselbe.
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Relativpronomen leiten Relativsätze ein: der, die, das, welcher, welches, welche, wer und deren.
Pronomen und Pro-Adverbien
Die Grenze zwischen Pronomen und Adverbien ist teilweise unscharf. Einige Adverbien greifen wie Pronomen auf vorher Genanntes zurück, sind aber nicht deklinierbar. Beispiele sind dort, so und seither sowie wo und worin, wenn sie einen Relativsatz einleiten. Solche Wörter werden in der Sprachwissenschaft als Pro-Adverbien bezeichnet. Schulgrammatiken nennen manche davon auch „Adverbialpronomen“.
Ein verwandter Begriff ist Pronominaladverb. Er bezeichnet zusammengesetzte Wörter wie dafür, in denen da- ein pronominaler Bestandteil ist. Pronominaladverbien können als Ganzes teilweise ebenfalls den Pronomen zugerechnet werden; syntaktisch haben sie jedoch die Funktionen von Präpositionalphrasen.
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