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Präposition

Bedeutungseigenschaften · abzüglich, auf, aus, ausschließlich, außer, bei, bis, an, bis auf, bis zu, einschließlich, entgegen, exklusive, für, gegen, gegenüber, …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Grundidee und Funktion
  2. 2. Abgrenzung zu ähnlichen Formen
  3. 3. Rektion und Kasus
  4. 4. Bedeutungsklassen
  5. 5. Entstehung und Wortbildung
  6. 6. Verhältnis zu Konjunktionen

Grundidee und Funktion

Präpositionen sind eine Wortart, die zwischen Inhaltswort und grammatischer Markierung steht. In der Schulgrammatik heißen sie auch Verhältniswörter oder Vorwörter. Sie bilden eine geschlossene Klasse und sind in den meisten Sprachen, auch im Deutschen, nicht flektierbar. Eine Präposition verlangt in der Regel eine Substantivgruppe oder ein Pronomen als Ergänzung; im Deutschen kann sie auch mit Adverbien verbunden werden.

Zusammen mit ihrer Ergänzung und möglichen weiteren Modifikatoren bildet eine Präposition eine Präpositionalphrase. Präpositionen können zum Beispiel lokale, temporale, kausale, konzessive oder modale Bedeutungen ausdrücken. Sie können aber auch hauptsächlich grammatische Verhältnisse markieren, etwa wenn sie ein Präpositionalobjekt einleiten.

Abgrenzung zu ähnlichen Formen

Der Name Präposition bedeutet, dass das Wort vor dem Ausdruck steht, den es regiert. Es gibt aber auch gleichartige Wörter, die nachgestellt werden; sie heißen Postpositionen. Ein deutsches Beispiel ist „der Einfachheit halber“. Außerdem gibt es Zirkumpositionen, die den regierten Ausdruck umschließen, zum Beispiel „um des Friedens willen“.

Einige deutsche Verhältniswörter können entweder vor- oder nachgestellt werden; sie heißen Ambipositionen. Beispiele sind „entgegen“, „entlang“, „gegenüber“ und „wegen“. Präpositionen, Postpositionen und Zirkumpositionen werden unter dem Oberbegriff Adposition zusammengefasst. In formalen Syntaxmodellen wird für Adpositionen meist das Kategoriesymbol P verwendet.

Rektion und Kasus

Eine wichtige grammatische Eigenschaft von Präpositionen ist die Rektion. Das bedeutet: Die Präposition bestimmt den Kasus ihrer Ergänzung. Im Deutschen können Präpositionen alle Fälle außer dem Nominativ regieren.

Viele Präpositionen verlangen den Genitiv, zum Beispiel „angesichts“, „außerhalb“, „infolge“, „innerhalb“, „kraft“, „trotz“, „während“ oder „zugunsten“. Viele dieser Präpositionen gehören zur Schrift- und Verwaltungssprache. Einige werden umgangssprachlich auch mit dem Dativ verwendet.

Manche Präpositionen können mit Genitiv oder Dativ stehen. Dazu gehören „dank“, „laut“ und „wegen“. „Laut“ und „dank“ werden ohne Bedeutungsunterschied mit beiden Kasus gebraucht; bei „dank“ wird der ursprüngliche Dativ zunehmend vom Genitiv verdrängt. „Wegen“ steht im geschriebenen Standarddeutsch mit dem Genitiv; im gesprochenen Standarddeutsch gilt heute auch der Dativ als korrekt. Der Dativ wird außerdem verwendet, wenn direkt danach ein Plural-Substantiv steht, dessen Genitiv sich nicht vom Nominativ unterscheidet, etwa „wegen Gewitterschauern“.

Dativpräpositionen sind zum Beispiel „aus“, „außer“, „bei“, „mit“, „nach“, „seit“, „von“ und „zu“. Akkusativpräpositionen sind „durch“, „für“, „gegen“, „ohne“, „um“ und „wider“. Die Präpositionen „an“, „auf“, „hinter“, „in“, „neben“, „über“, „unter“, „vor“ und „zwischen“ heißen Wechselpräpositionen, weil sie je nach Bedeutung Dativ oder Akkusativ verlangen. Der Dativ steht bei Ortsangaben, der Akkusativ bei Zielrichtung oder Zielort: „Er sitzt im Wohnzimmer“, aber „Er geht ins Wohnzimmer“. Feste Verbindungen von Verben mit Präpositionen können davon abweichen; der Kasus ergibt sich dann aus der jeweiligen Verbindung. Formen wie „zur“, „fürs“ und „im“ heißen Kontraktionen.

Bedeutungsklassen

Viele Präpositionen lassen sich nach Bedeutungsklassen ordnen, ähnlich wie adverbiale Bestimmungen. Lokale Präpositionen bezeichnen Herkunftsort, Ort, Zielrichtung oder Zielort. Beispiele sind „aus“ und „von“ für die Herkunft, „an“, „auf“, „in“ oder „zwischen“ für den Ort, sowie „nach“, „zu“ oder Wechselpräpositionen mit Akkusativ für Zielrichtung und Zielort. Beispiele aus dem Artikel sind: „ich stelle die Milch in den Kühlschrank“ gegenüber „die Milch steht im Kühlschrank“ und „das Auto fährt auf die Autobahn“ gegenüber „das Auto fährt auf der Autobahn“.

Temporale Präpositionen bezeichnen Zeitpunkte oder Zeitdauer. Beispiele sind „am Sonntag“, „vor der Party“, „während des Essens“, „zeit seines Lebens“, „in zwei Stunden“ und „gegen Abend“. Je nach Präposition können Dativ, Akkusativ oder Genitiv stehen.

Kausale Präpositionen im weiteren Sinn drücken Begründungen und verwandte Verhältnisse aus. Dazu gehören unter anderem kausale oder konsekutive Bedeutungen, instrumentale Bedeutungen, konditionale Bedeutungen, konzessive Bedeutungen und finale Bedeutungen. Beispiele sind „infolge eines Autounfalls“, „durch einen Unfall“, „unter den gegebenen Umständen“, „trotz des Unfalls“ und „zur Einhaltung seines Termins“.

Modale Präpositionen betreffen Art und Weise oder verwandte Bedeutungen. Sie können zum Beispiel Art und Weise, Beschaffenheit, Begleitung, Erweiterung oder Fehlendes ausdrücken: „mit großer Sorgfalt“, „aus Leder“, „mit dem Pfarrer“, „zuzüglich Versandkosten“ oder „statt Wein“. Viele Präpositionen sind mehrdeutig, zum Beispiel „mit“ in „mit großer Disziplin“, „mit einem Hammer“ und „mit dem Pfarrer“ oder „aus“ in „aus dem Kühlschrank“, „aus Holz“ und „aus Furcht“.

Entstehung und Wortbildung

Präpositionen können durch Lexikalisierung aus anderen Wortarten entstehen. Dabei entwickeln sich Wörter aus Substantiven, Adjektiven, Lokaladverbien oder Verben zu Präpositionen. Häufig verändern sich konkrete räumliche Bedeutungen dabei zu zeitlichen oder abstrakten Bedeutungen.

Beispiele für Präpositionen aus Substantiven sind „angesichts“, „anhand“, „aufgrund“, „dank“, „infolge“, „kraft“, „laut“, „mithilfe“, „statt“, „trotz“, „wegen“, „zeit“ und „zugunsten“. Aus Adjektiven entstanden unter anderem „ausschließlich“, „bezüglich“, „einschließlich“, „fern“, „nahe“, „unweit“ und „gemäß“. Aus ursprünglichen Partizipformen als Adjektiven stammen zum Beispiel „unbeschadet“, „unerachtet“, „ungeachtet“, „während“ und „entsprechend“.

Obwohl Präpositionen überwiegend Funktionswörter sind, können sie in der Wortbildung als Erstglied von Komposita auftreten. Beispiele für Substantivkomposita sind „Abgrund“, „Aufwind“, „Ausweg“, „Gegenlicht“, „Mitautor“ und „Vorgarten“. Beispiele für Adjektivkomposita sind „unterernährt“, „zugeknöpft“ und „abgeneigt“. In der Wortbildung des Verbs spielen Präfixe und Verbalpartikeln eine große Rolle; beide können auf Präpositionen zurückgehen oder mit ihnen identisch sein.

Verhältnis zu Konjunktionen

Manche Verhältnisse können entweder mit einer Präposition und einer Nomengruppe oder mit einer Konjunktion und einem Nebensatz ausgedrückt werden. Das Beispiel „Bei Nässe bitte langsam fahren!“ entspricht inhaltlich „Wenn es nass ist, bitte langsam fahren!“.

Typische Entsprechungen sind: final „zu“ und „damit“, kausal „wegen“ und „weil“ oder „da“, konditional „bei“ und „wenn“ oder „falls“, konzessiv „trotz“ und „obwohl“. Bei temporalen Verhältnissen entsprechen zum Beispiel „vor“ und „bevor“, „während“ oder „bei“ und „während“, „als“ oder „wenn“, sowie „nach“ und „nachdem“.

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