Zum Inhalt springen
L

Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Konsonant

Die Konsonanten des Deutschen gliedern sich in die Gruppe der Obstruenten (Plosive, Frikative, Affrikaten) und die Gruppe der Sonoranten (Liquide/Laterale, …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Grundbegriff
  2. 2. Artikulationsort
  3. 3. Artikulationsart
  4. 4. Konsonantensystem
  5. 5. Konsonanten im Deutschen
  6. 6. Silbe und Schrift

Grundbegriff

Ein Konsonant ist ein Sprachlaut, bei dessen Bildung der Stimmtrakt verengt wird. Dadurch wird der Atemluftstrom ganz oder teilweise blockiert, und es entstehen hörbare Turbulenzen, also Luftwirbelungen. Konsonanten heißen auch Mitlaute, Mitlauter oder Mitstimmer. Im genauen Sinn sind Konsonanten Laute der gesprochenen Sprache, also Phone. Davon zu unterscheiden sind Konsonantenbuchstaben wie K, P, T, S oder N, die Laute in der Schrift darstellen.

Sprachlaute bestehen aus Luftdruckwellen, die aus der Mund- und Nasenhöhle ausgestoßen werden. Bei Konsonanten wird der Luftstrom an Artikulationsstellen wie Gaumen, Lippen oder Zähnen gehemmt. Bei Reibelauten entsteht der hörbare Effekt durch eine Einengung des Luftstroms. Bei Verschlusslauten wird der Luftstrom kurz ganz unterbrochen; wenn die Blockade plötzlich gelöst wird, entsteht hörbare Turbulenz.

Konsonanten können stimmlos oder stimmhaft gebildet werden. Stimmlos bedeutet, dass keine Stimmgebung beteiligt ist; stimmhaft bedeutet, dass die Stimme mitwirkt. Im Sonagramm unterscheiden sich Vokale und Konsonanten vor allem dadurch, dass Vokale eine deutliche Formantenstruktur besitzen und eher in einem tieferen Frequenzbereich liegen, während Konsonanten eher in einem höheren Frequenzbereich liegen. Zur genaueren Beschreibung von Konsonanten verwendet man drei artikulatorische Eigenschaften: Stimmhaftigkeit, Artikulationsort und Artikulationsart.

Artikulationsort

Der Artikulationsort beschreibt, wo im Stimmtrakt die Engstelle für einen Konsonanten gebildet wird. Meist ist damit die Stelle gemeint, an die sich ein bewegliches Artikulationsorgan annähert, um eine Verengung oder einen Verschluss zu bilden.

Man kann Konsonanten auch nach dem beweglichen Artikulator einteilen. Der wichtigste und beweglichste Artikulator ist die Zunge. Deshalb beziehen sich viele Merkmale auf verschiedene Teile der Zunge. Beim Laut /k/ wie in „Karte“ bildet zum Beispiel der Zungenrücken, lateinisch dorsum, den Verschluss mit dem Velum, also dem weichen Gaumen. Daher kann /k/ neben der Ortsangabe „velar“ auch als dorsaler Laut bezeichnet werden.

Wichtige Artikulationsorte sind: bilabial, wenn Unterlippe und Oberlippe beteiligt sind; labiodental, wenn die Unterlippe an die oberen Schneidezähne geht; dental, wenn das Zungenblatt an die oberen Schneidezähne geht; alveolar, wenn die Zungenspitze am Zahndamm beteiligt ist; postalveolar und retroflex im Bereich des harten Gaumens; palatal am harten Gaumen; velar am weichen Gaumen; uvular am Zäpfchen; pharyngal an der Rachenwand; und glottal an den Stimmbändern.

Artikulationsart

Die Artikulationsart gibt an, welche Art von Engstelle gebildet wird und wie die Atemluft an ihr vorbeiströmt. Sie beschreibt also nicht den Ort, sondern die Funktionsweise der Lautbildung.

Bei einem Plosiv entsteht ein totaler oraler Verschluss, also eine dichte Verengung im Mundraum, die plötzlich gelöst wird. Bei einem Frikativ wird der Atemluftstrom so verengt, dass Reibegeräusche entstehen. Bei einem Nasal liegt ein totaler oraler Verschluss vor, während das Velum gesenkt ist; dadurch strömt die Luft durch die Nasenhöhle. „Nasal“ ist deshalb eine Artikulationsart und kein Artikulationsort.

Approximanten haben eine Verengung, die weit genug offen ist, sodass keine Reibegeräusche entstehen. Bei zentralen Approximanten entweicht die Atemluft zentral, bei lateralen Approximanten an den Zungenseiten. Vibranten entstehen durch eine schnelle Folge gelöster oraler Verschlüsse. Bei geschlagenen Lauten wird ein kurzer totaler oraler Verschluss einmal gelöst. Laterale Frikative verbinden eine reibegeräuscherzeugende Enge mit seitlichem Luftaustritt.

Eine seltene Klasse bilden nicht-pulmonale Konsonanten. Bei ihnen entsteht der Luftstrom nicht durch den aus der Lunge kommenden Atem, sondern durch Druckerzeugung im Mundraum.

Konsonantensystem

Das Inventar der Konsonanten wird im Internationalen Phonetischen Alphabet, kurz IPA, nach Artikulationsort, Artikulationsart und Stimmhaftigkeit geordnet. Die Abkürzung „stl.“ bedeutet stimmlos, „sth.“ bedeutet stimmhaft.

Zu den pulmonalen Konsonanten gehören Laute, deren Luftstrom aus der Lunge kommt. Das IPA unterscheidet dabei unter anderem Plosive wie [p], [b], [t], [d], [k], [ɡ] und [ʔ], Nasale wie [m], [n], [ɲ], [ŋ] und [ɴ], Vibranten wie [ʙ], [r] und [ʀ], Taps oder Flaps wie [ɾ] und [ɽ], Frikative wie [f], [v], [s], [z], [ʃ], [ʒ], [ç], [x], [χ], [ʁ], [h] und [ɦ], laterale Frikative wie [ɬ] und [ɮ], Approximanten wie [ʋ], [ɹ], [j] und [w] sowie laterale Approximanten wie [l], [ʎ] und [ʟ].

Nichtpulmonale Konsonanten werden im Artikel als Klicks, Implosive und Ejektive dargestellt. Klicks umfassen zum Beispiel [ʘ], [ǀ], [ǃ], [ǁ] und [ǂ]. Implosive sind unter anderem [ɓ], [ɗ], [ʄ], [ɠ] und [ʛ]. Ejektive können als Plosive, Frikative oder Affrikaten auftreten, zum Beispiel [pʼ], [tʼ], [kʼ], [sʼ], [ʃʼ], [t͡sʼ] oder [k͡xʼ].

Konsonanten im Deutschen

Die Konsonanten des Deutschen werden in Obstruenten und Sonoranten eingeteilt. Obstruenten sind Plosive, Frikative und Affrikaten. Sonoranten umfassen Liquide beziehungsweise Laterale sowie Nasale. Dazu kommt der Halbvokal oder Halbkonsonant /j/.

Zu den deutschen Konsonanten gehören unter anderem [p] wie in „Papier“, [b] wie in „aber“ und [m] wie in „Mutter“, alle bilabial. Labiodental sind [f] wie in „Eifer“ und [v] wie in „Wasser“. Alveolar sind [t] wie in „Auto“, [s] wie in „Kuss“, [d] wie in „du“, [n] wie in „nein“, [z] wie in „Sohn“ und [l] wie in „Liebe“. Der Laut [l] ist ein lateraler Approximant.

Weitere deutsche Konsonanten sind [ʃ] wie in „schön“ als postalveolarer stimmloser Frikativ, [ç] wie in „ich“ oder „Mädchen“ als palataler stimmloser Frikativ, [j] wie in „ja“ als palataler stimmhafter Approximant, [k] wie in „Kind“ als velarer stimmloser Plosiv, [x] beziehungsweise [χ] wie in „Buch“ als velarer oder uvularer stimmloser Frikativ, [ɡ] wie in „gut“ als velarer stimmhafter Plosiv, [ŋ] wie in „lang“ als velarer stimmhafter Nasal, [ʁ] wie in „rot“ als uvularer stimmhafter Frikativ, [ʔ] wie in „beachten“ als glottaler stimmloser Plosiv und [h] wie in „Hand“ als glottaler stimmloser Frikativ. Durch Fremdwörter kommen gelegentlich weitere Konsonanten ins Deutsche, zum Beispiel [ʒ] in „Garage“.

Silbe und Schrift

In der Silbe unterscheiden sich Konsonanten von Vokalen unter akustisch-auditiven Kriterien durch ihre Sonorität. Sonorität bedeutet Schallfülle, also die unterschiedliche akustische Reichweite von Lauten. Jede Silbe hat als Kern einen Laut, dessen Sonorität größer ist als die seiner Nachbarlaute. Die Laute mit maximaler Schallfülle sind Vokale. Konsonanten stehen deshalb normalerweise am Rand der Silbenstruktur und sind normalerweise keine Silbenträger.

Es gibt Ausnahmen. Approximanten sind eigentlich vokalähnliche Laute, können aber in konsonantischer Position am Silbenanfang stehen, etwa in „jung“: /jʊŋ/, phonetisch [i̯ʊŋ]. Außerdem können relativ sonore Konsonanten wie nasale und laterale Konsonanten das Sonoritätsmaximum bilden. So kann [n] in „Matten“ ([matn̩]) allein den Kern der zweiten Silbe bilden. In Dialekten können einzelne Konsonanten gelegentlich die zentrale Stellung eines Vokals übernehmen; das fränkische „schblln“ kann für den Infinitiv „spielen“ oder „spülen“ stehen.

In der Schrift meint man mit Konsonanten oft die Buchstaben, die solche Laute darstellen. Um Laut und Buchstabe nicht zu verwechseln, ist die Bezeichnung Konsonantenbuchstaben sinnvoll. Im Deutschen sind dies meist B, C, D, F, G, H, J, K, L, M, N, P, Q, R, S, ẞ, T, V, W, X und Z. Ihnen stehen die Vokalbuchstaben oder Vokalgrapheme A, Ä, E, I, O, Ö, U, Ü und Y gegenüber. Schriftsysteme, die ausschließlich oder hauptsächlich aus Konsonantenbuchstaben bestehen, heißen Konsonantenschriften.

Lernvideos zu Konsonant

Weiterlesen

Deutsche Sprache Die heutige deutsche Standardsprache entwickelte sich überwiegend aus den hochdeutschen Dialekten und fungiert als überregionale Dachsprache für sowohl hoch- … S Historisch haben sich verschiedene Zeichen zur Darstellung des s und seiner Kombinationen entwickelt (S, ſ, s, ß, ẞ). Zu den Buchstaben Langes s („ſ“), Schluss- … Menschliche Stimme Bei der Verwendung der Stimme wird zwischen Sprech- und Singstimme unterschieden. Beim Singen wird die menschliche Stimme wie ein Musikinstrument zur … Fremdwort Fremdwörter sind Wörter, die entweder aus altsprachlichen („fremden“) Wortelementen (besonders griechischen und lateinischen) „bei Bedarf neu gebildet“, … Silbe Beispielsweise erlaubt das Deutsche in unbetonten Silben auch „klingende“ (sonore) Konsonanten wie Nasale oder Liquiden, etwa in Laden in der Aussprache … H H beziehungsweise h (gesprochen: [haː]) ist der achte Buchstabe des klassischen und modernen lateinischen Alphabets. Er ist ein Konsonant (auch wenn er … W W bzw. w (gesprochen: [veː]) ist der 23. Buchstabe des modernen lateinischen Alphabets und in den meisten Sprachen, in denen er verwendet wird, ein Halbvokal. X Im Französischen ist „x“ am Wortende stumm (Ausnahmen sind six und dix [s] ... h/ (vgl. septem – ἑπτά hepta), also ksi – khi – chi zu tun. Unsere … Vokal „Vokale“ im genauen Sinne des Wortes sind vokalische Laute, also Phone: Einheiten der gesprochenen Sprache. Buchstaben der geschriebenen Sprache wie A, E, I, O, …