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Präpositionalphrase

Präpositionalphrasen können auch als eine besondere Art von Objekt des Verbs auftreten (Präpositionalobjekt). In diesem Fall verlangt das Verb eine …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Definition und Aufbau
  2. 2. Die einzige Ergänzung der Präposition
  3. 3. Modifikatoren und typische Verwendungen
  4. 4. Übergang zu Kasus-Phrasen
  5. 5. Abgrenzung von Adverbphrasen

Definition und Aufbau

Eine Präpositionalphrase (PP), auch Präpositionalgefüge oder Präpositionalgruppe genannt, ist eine abgeschlossene Wortgruppe, deren Kopf eine Präposition ist. Die beschriebenen Eigenschaften gelten in der Regel auch für Postpositionen, die als nachgestellte Präpositionen beziehungsweise als Präpositionen im weiteren Sinn bezeichnet werden.

Nach der Art ihrer Ergänzung werden drei Typen unterschieden. Der häufigste Typ besteht aus Präposition + Nominalphrase, einschließlich Pronomen. Die Präposition kann dabei im Deutschen den Genitiv, Dativ oder Akkusativ regieren:

  • Genitiv: „wegen des starken Regens“, „aufgrund dessen“
  • Dativ: „hinter dem großen Schrank“, „seit einem Jahr“, „trotz allem“
  • Akkusativ: „ohne einen einzigen Fehler“, „für denjenigen“

Daneben gibt es Präposition + Adverb, zum Beispiel „vor morgen“ und „seit damals“, sowie Präposition + Präpositionalphrase, zum Beispiel „von unter dem Sofa“ und „nach außerhalb des Tarifgebiets“.

Die einzige Ergänzung der Präposition

Im Unterschied zu Verben, die mehrere grammatische Ergänzungen haben können („Man gibt jemandem etwas.“), haben Präpositionen immer genau eine Ergänzung. Das gilt auch dann, wenn die Präposition inhaltlich mehrere Gegenstände miteinander in Beziehung setzt.

Ein besonderer Fall ist „zwischen“. Die Präposition bezeichnet einen Ort in Abhängigkeit von zwei Bezugsobjekten. Grammatisch werden diese Bezugsobjekte jedoch zu einer einzigen Ergänzung zusammengefasst. Erst bei der Interpretation wird diese Ergänzung wieder in mehrere Gegenstände aufgeteilt. Das kann durch den Plural oder durch eine Koordination angezeigt werden:

  • „Das Zelt steht zwischen [den Bäumen].“
  • Nicht möglich ist mit einem Singular-Objekt: „*Das Zelt steht zwischen dem Wald.“
  • „Würzburg liegt zwischen [Frankfurt und Nürnberg].“

Bei Verben kann dagegen zwischen zwei Ergänzungen und einer zusammengezogenen Ergänzung gewählt werden: „[Das Auto] stieß [mit dem Traktor] zusammen“ gegenüber „[Das Auto und der Traktor] stießen zusammen“.

Modifikatoren und typische Verwendungen

Eine Präposition kann zusätzlich durch ein Adverb oder Adjektiv modifiziert werden. In „unten im Schrank“ bedeutet der Zusatz „unten“, dass sich etwas im Schrank und zwar im unteren Bereich befindet. Der Ausdruck ist allerdings mehrdeutig. In „schräg über der Türe“ bezeichnet „schräg“ eine Stelle über der Türe, zu der die Verbindungslinie von der Türe aus in schräger Richtung verlaufen würde.

Präpositionalphrasen kommen in unterschiedlichen syntaktischen Funktionen vor. Häufig stehen sie als adverbiale Bestimmung oder als Präpositionalattribut. Als adverbiale Bestimmung modifizieren sie Verben, Verbalphrasen oder ganze Sätze: „Wir gingen im Wald spazieren.“ Als Präpositionalattribut modifizieren sie ein Substantiv: „Ein Spaziergang im Wald.“

Eine weitere wichtige Funktion ist das Präpositionalobjekt. Dabei verlangt ein Verb eine bestimmte Präposition, die oft einen Teil ihrer eigenständigen Bedeutung verloren hat: „Wir warten auf den Bus.“ In solchen Fällen hat die Präposition einen Status, der einer Kasus-Markierung gleichkommt.

Übergang zu Kasus-Phrasen

Präpositionalkonstruktionen können grammatische Funktionen ausdrücken, die in anderen Sprachen durch Kasusformen bezeichnet werden. In den romanischen Sprachen führte die Verwendung solcher Konstruktionen beispielsweise dazu, dass die Kennzeichnung einer grammatischen Funktion bei einer Verbergänzung oder einem Attribut auf Präpositionen überging.

Daraus ergeben sich Übergänge zwischen Präpositionalphrasen und sogenannten Kasus-Phrasen. Ein Beispiel ist die englische Präposition „of“ in „the first part of the book“ („der erste Teil des Buches“). Formal bildet „of the book“ eine Präpositionalphrase; funktional hat „of“ jedoch den Status einer Genitiv-Markierung.

Abgrenzung von Adverbphrasen

Eine adverbiale Präpositionalphrase darf nicht mit einer Adverbphrase verwechselt werden. Eine Adverbphrase ist eine Phrase, deren Kopf ein Adverb ist. Die Abgrenzung wird dadurch erschwert, dass Präpositionen und Adverbien teilweise äußerlich gleich aussehen.

Traditionell wird unterschieden: Regiert das betreffende Wort eine Ergänzung, gilt es als Präposition; tritt keine Ergänzung auf, gilt es als Adverb. In „Rechts ist noch Platz“ ist „rechts“ daher ein Adverb. In „Die Altstadt liegt rechts des Mains“ bildet „rechts des Mains“ eine Präpositionalphrase.

Ausdrücke wie „darauf“, „daran“ und „darin“ werden traditionell als Adverbien bezeichnet, weil sie aus jeweils einem Wort bestehen. In der Sprachwissenschaft werden sie jedoch häufig wie Präpositionalphrasen analysiert, da sie den entsprechenden Verbindungen „auf diesem“, „an diesem“ und „in diesem“ gleichwertig sind. Besonders deutlich wird dies beim Präpositionalobjekt: Ein Verb kann eine bestimmte Präposition verlangen, unabhängig davon, ob diese mit einer Nominalphrase oder in einer solchen zusammengezogenen Form erscheint:

  • „Anna freut sich [PP auf ihren Geburtstag].“
  • „Anna freut sich [PP darauf].“

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