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Presse- und Informationsamt der Bundesregierung
Regierungskommunikation: Unterrichtung der Bürger und der Medien über die Politik der Bundesregierung durch Darlegung und Erläuterung der Tätigkeit, der …
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Aufgabe und Bedeutung
Das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung, kurz Bundespresseamt (BPA), ist eine selbstständige oberste Bundesbehörde. Es untersteht unmittelbar dem Bundeskanzler. Seine zentrale Aufgabe besteht darin, Bürger und Medien im Inland über die Politik der Bundesregierung zu informieren und zugleich den Bundespräsidenten sowie die Bundesregierung über die Nachrichtenlage in Deutschland und weltweit zu unterrichten.
Als Hauptstelle der Bundesregierung für den Kontakt mit Nachrichtenträgern und Organen der öffentlichen Meinungsbildung führt das BPA Informationen aus den Bundesministerien und dem Bundeskanzleramt zusammen. Dazu wertet es Nachrichten und öffentliche Meinungen aus. Diese Erkenntnisse dienen der Bundesregierung als Entscheidungshilfe für ihre politische Arbeit.
Zur Regierungskommunikation gehören die Darstellung und Erläuterung der Tätigkeiten, Vorhaben und Ziele der Bundesregierung. Das Amt vertritt die Bundesregierung auf Pressekonferenzen, besonders bei der Bundespressekonferenz, und koordiniert die Öffentlichkeitsarbeit mehrerer Bundesministerien, wenn Themen von allgemeinpolitischer Bedeutung betroffen sind. Außerdem organisiert es die sogenannten Wahlkreisfahrten, die offiziell BPA-Informationsfahrten der Bundestagsabgeordneten heißen.
Die politische Öffentlichkeitsarbeit im Ausland gehört seit dem Organisationserlass des Bundeskanzlers vom 22. Oktober 2002 zum Auswärtigen Amt. Gemeinsam mit diesem ist das BPA Partner einer Verwaltungspartnerschaft mit der Europäischen Kommission und dem Europäischen Parlament. Unter dem Titel „aktion europa“ werden Projekte zur europapolitischen Öffentlichkeitsarbeit im Inland ausgeschrieben. Das BPA verwaltet diese Projekte im Auftrag der Europäischen Kommission als sogenannte Zwischengeschaltete Stelle.
Leitung und Organisation
Das BPA wird nach dem Stand von 2025 von Stefan Kornelius geleitet. Er ist Chef des Presse- und Informationsamtes, Sprecher der Bundesregierung und beamteter Staatssekretär. Die beiden stellvertretenden Regierungssprecher sind Steffen Meyer und Sebastian Hille; stellvertretende Chefin des BPA ist seit Juni 2025 Esther Uleer.
Der Amtschef ist in der Regel zugleich Regierungssprecher. Er nimmt gemäß § 23 Abs. 1 GOBReg an den Sitzungen der Bundesregierung teil. Wird das Amt ausnahmsweise von einem Bundesminister für besondere Aufgaben geleitet, besitzt dieser dort auch Stimmrecht. Der Amtschef vertritt die Bundesrepublik Deutschland in seinem Geschäftsbereich gerichtlich und außergerichtlich. Stellvertretende Regierungssprecher und der stellvertretende Amtschef können im Beamtenverhältnis Ministerialdirektoren der Besoldungsgruppe B 10 sein.
Die Verwaltung gliedert sich in vier Abteilungen: die Zentralabteilung, die Abteilung Agentur/Medienauswertung, die Abteilung Politische Information und die Abteilung Kommunikation. Jede Abteilung besteht aus zwei Unterabteilungen mit mehreren Referaten. Hinzu kommt die Gruppe Bonn/Verwaltung Bonn mit den Referaten 202 und 213.
Im September 2023 hatte das Amt insgesamt 540 Bedienstete: 490 arbeiteten am Hauptsitz Berlin und 50 am alten Dienstsitz Bonn. Das Haushaltsvolumen betrug 2024 141,847 Millionen Euro. Außerdem vergibt das BPA jährlich insgesamt mehr als drei Millionen Euro institutionelle Förderung an politische Thinktanks. 2025 wurden sechs Vereinigungen gefördert, darunter die Deutsche Atlantische Gesellschaft, das Aspen Institute Deutschland und die Europa-Union Deutschland.
Digitales Bildarchiv
Seit 1949 erweitern die offiziellen Fotografen des BPA kontinuierlich das digitale Bildarchiv. Sie dokumentieren jährlich etwa 1200 politische Ereignisse, beispielsweise Staatsbesuche, Vertragsunterzeichnungen und Festakte. Dadurch steht Bildmaterial über die politischen Aktivitäten der Bundeskanzler, der Bundesminister und des Bundespräsidenten für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zur Verfügung.
Das Bildarchiv der Bundesbildstelle umfasst ungefähr zwei Millionen Fotos. Rund 475.000 Aufnahmen aus den Jahren seit 1949 befinden sich in der Bilddatenbank des BPA. Der Bestand wurde auch durch den Kauf oder die Übernahme einzelner Bilder und ganzer Archive ergänzt, darunter der Nachlass von Richard Schulze-Vorberg und das Archiv von Georg Munker.
Genutzt werden die Bilder unter anderem vom BPA, von Bundesministerien und von deutschen Vertretungen im Ausland. Sie erscheinen in Broschüren, anderen Publikationen und Informationsangeboten im Internet. Auch Zeitungen, Zeitschriften, Verlage, Stiftungen und weitere Institutionen können Fotos für Veröffentlichungen erhalten; dafür sind marktübliche Bildhonorare zu zahlen.
Entwicklung seit 1949
Als Gründungstag des BPA gilt der 16. September 1949, der Tag nach der ersten Bundeskanzlerwahl der Bundesrepublik Deutschland. Das Amt ging aus der Pressestelle beim Parlamentarischen Rat hervor. Nach der Bildung der ersten Bundesregierung wurde diese zunächst als „Bundeskanzleramt – Presse- und Informationsabteilung“ in die Regierungszentrale eingegliedert. Anfang Oktober 1949 hieß sie „Bundespresse- und Informationsamt“, seit dem 30. Oktober 1949 trägt sie die Bezeichnung „Presse- und Informationsamt der Bundesregierung“. Zunächst blieb sie jedoch eine unselbstständige Abteilung.
Der erste Organisationsplan des Bundeskanzleramtes vom 3. Dezember 1949 führte das BPA als zweite von zwei Abteilungen auf. Geleitet wurde es von einem Ministerialdirektor mit der Bezeichnung Bundespressechef. Die Verselbstständigung zu einer eigenen Behörde erfolgte nach dem 30. Juli 1958, nachdem der damalige Leiter Felix von Eckardt zum Staatssekretär ernannt worden war. Der Organisationserlass des Bundeskanzlers vom 18. Januar 1977 fasste erstmals die Aufgaben des BPA zusammen.
Eine wichtige Zuständigkeitsänderung folgte aus dem Organisationserlass vom 22. Oktober 2002: Die politische Öffentlichkeitsarbeit im Ausland wurde dem Auswärtigen Amt übertragen. Im März 2003 wechselten deshalb mehr als 80 Beschäftigte der früheren Auslandsabteilung IV des BPA dorthin.
Seit 1949 hatte das Amt zahlreiche Leiter. Zu den länger amtierenden gehörten Klaus Bölling, Steffen Seibert und andere. Steffen Hebestreit leitete das BPA vom 9. Dezember 2021 bis zum 6. Mai 2025. Seit dem 6. Mai 2025 ist der parteilose Stefan Kornelius der 26. in der Tabelle geführte Amtschef.
Dienstsitze in Berlin und Bonn
Der Hauptsitz befindet sich in Berlin-Mitte im ehemaligen Berliner Postscheckamt an der Dorotheenstraße 84 im Regierungsviertel. Bei der Sanierung Ende der 1990er Jahre wurde ein angrenzender Büro-Plattenbau aus DDR-Zeiten einbezogen. Ein moderner Anbau verbindet das Ensemble in Richtung Reichstagufer und Spree. Das Berliner Bundespresseamt wurde am 15. Februar 2001 eingeweiht; die Planung des Neubaus stammte vom Architekturbüro KSP Engel und Zimmermann. Am Reichstagufer 14 liegt das öffentlich zugängliche Presse- und Besucherzentrum, in dem unter anderem Broschüren der Bundesregierung erhältlich sind. In Berlin finden auch Pressekonferenzen des Bundeskanzlers und seiner Gäste statt.
In Bonn hatte das Amt von September 1949 bis Mai 1950 seinen Sitz in der 1922/1923 erbauten Villa Kurt-Schumacher-Straße 10. Danach zog es in die Ermekeilkaserne. Von 1954 bis 1956 entstand in der Welckerstraße 11 nach Plänen von Dirk Denninger ein neues, zweiflügeliges und vier- bis fünfgeschossiges Gebäude. Bis zur Verlegung des Regierungssitzes nach Berlin im Jahr 1999 war es der Hauptsitz. Heute arbeiten dort nur noch die Gruppe Bonn/Verwaltung Bonn und die ihr nachgeordneten Referate 202 und 213.