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Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

Die Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland ist eine Stiftung des Bundes mit Sitz in Bonn. Präsident ist derzeit Harald Biermann.

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Aufgabe und Bedeutung
  2. 2. Entstehung und Entwicklung
  3. 3. Museumsstandorte
  4. 4. Leitung und Gremien
  5. 5. Sammlungen und digitale Angebote

Aufgabe und Bedeutung

Die Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland ist eine Stiftung des öffentlichen Rechts des Bundes mit Sitz in Bonn. Sie besteht seit 1986 und hat den Zweck, über die Geschichte Deutschlands nach 1945 zu dokumentieren und zu informieren. Dazu sammelt und bewahrt sie historische Objekte, entwickelt Dauer- und Wechselausstellungen und stellt Informationen auch digital bereit.

Zur Stiftung gehören vier Museen in Bonn, Leipzig und Berlin. Präsident ist der Historiker Harald Biermann. Die Stiftung beschäftigt 140 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Entstehung und Entwicklung

Den Anstoß gab Bundeskanzler Helmut Kohl am 13. Oktober 1982 mit dem Vorschlag, eine Sammlung zur deutschen Geschichte seit 1945 aufzubauen. Eine Sachverständigenkommission erstellte 1983 ein Gutachten, das nach einer breiten gesellschaftlichen Diskussion im Juli 1984 dem Deutschen Bundestag vorgelegt wurde. 1986 entstand zunächst eine unselbstständige Stiftung; 1990 wurde sie in eine selbstständige Stiftung umgewandelt. Seit 1986 bereitete ein Aufbaustab die Dauerausstellung vor und legte zugleich eine eigene Sammlung historischer Gegenstände an.

Der Bau des Hauses der Geschichte in Bonn begann im September 1989. Bundeskanzler Helmut Kohl eröffnete das Museum und seine Dauerausstellung 1994. Die Dauerausstellung wurde 2001, 2011 und 2017 umfassend aktualisiert.

1992 erhielt die Stiftung auf Empfehlung der Unabhängigen Föderalismuskommission den Auftrag, in Leipzig ein „Archiv der Deutschen Einheit“ aufzubauen. Daraus entstand das Zeitgeschichtliche Forum Leipzig, ein Ausstellungs-, Dokumentations- und Informationszentrum. Bundeskanzler Gerhard Schröder eröffnete es am 9. Oktober 1999, dem 10. Jahrestag der Leipziger Großdemonstration. Im Mittelpunkt der 2000 m² großen Dauerausstellung stehen Widerstand und Diktatur in der Sowjetischen Besatzungszone und der DDR. 2018 wurde sie unter dem Titel „Unsere Geschichte. Diktatur und Demokratie nach 1945“ vollständig erneuert.

Seit der Übernahme der Sammlung Industrielle Gestaltung im Jahr 2005 besitzt die Stiftung auch einen Standort in Berlin. Diese Sammlung umfasst Alltagsgegenstände aus der DDR und wurde in der Kulturbrauerei untergebracht. Dort eröffnete am 15. November 2013 die Dauerausstellung „Alltag in der DDR“. 2011 wurde außerdem der Tränenpalast, die ehemalige Ausreisehalle der Grenzübergangsstelle Bahnhof Friedrichstraße, der Stiftung angegliedert. Seine von Bundeskanzlerin Angela Merkel eröffnete Dauerausstellung heißt „Tränenpalast. Ort der deutschen Teilung“.

Museumsstandorte

Die Stiftung umfasst vier Museen:

  • das Haus der Geschichte in Bonn,

  • das Zeitgeschichtliche Forum Leipzig,

  • den Tränenpalast am Bahnhof Friedrichstraße in Berlin,

  • das Museum in der Kulturbrauerei in Berlin.

Die Standorte behandeln unterschiedliche, miteinander verbundene Bereiche der deutschen Geschichte nach 1945: die Entwicklung der Bundesrepublik, Diktatur und Widerstand in der Sowjetischen Besatzungszone und der DDR, den Alltag in der DDR sowie die deutsche Teilung und die Erfahrungen an der innerdeutschen Grenze.

Leitung und Gremien

An der Spitze der Stiftung steht Präsident Harald Biermann. Das Kuratorium setzt sich aus Mitgliedern der Bundesregierung, des Bundestages und des Bundesrates zusammen; sein Vorsitzender ist Konrad Schmidt-Werthern. Ein Kuratorium ist ein Aufsichts- und Beratungsgremium.

Die Leitung wird außerdem durch einen wissenschaftlichen Beirat unter Joachim Scholtyseck und einen Arbeitskreis gesellschaftlicher Gruppen unter Regine Möbius unterstützt. Der wissenschaftliche Beirat bringt fachliche Expertise ein, während der Arbeitskreis gesellschaftliche Gruppen einbezieht. Dietmar Preißler war von 2002 bis 2022 der erste Sammlungsdirektor; sein Nachfolger ist Manfred Wichmann.

Sammlungen und digitale Angebote

Ein bedeutender Zugang zur Sammlung war das künstlerische Werk des Ehepaars Edith und Johannes Hegenbarth. Johannes Hegenbarth, auch Hannes Hegen genannt und Schöpfer des „Mosaik“, wollte nach dem Tod seiner Frau, dass beide Werke dauerhaft gemeinsam in einem Museum bewahrt werden. Nachdem Mitarbeiter des Zeitgeschichtlichen Forums Leipzig sein Vertrauen gewonnen hatten, unterzeichnete er am 14. Juli 2009 die Schenkungsurkunde für das Œuvre des Künstlerpaares zugunsten der Stiftung.

Gemeinsam mit der Stiftung Deutsches Historisches Museum und dem Bundesarchiv betreibt die Stiftung das Online-Portal „Lebendiges Museum Online“. Es macht historische Informationen digital zugänglich.

Seit 2017 bündelt die Abteilung „Digitale Dienste“ unter der Leitung von Ruth Rosenberger alle digitalen Aufgaben und Angebote der Standorte Bonn, Leipzig und Berlin. Dazu gehören die Zeitzeugenarbeit für das Zeitzeugenportal, weitere digitale Angebote, die Kommunikation über soziale Medien, Medien in Ausstellungen sowie die gesamte Informationstechnik mit Infrastruktur, Software-Services und Softwareentwicklungen. Die Einrichtung dieser vierten Fachabteilung neben den Abteilungen für Ausstellungen, Kommunikation und Sammlung war die größte fachliche Änderung der Organisationsstruktur seit 1990.

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