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Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten 2024

Die Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten 2024 am 5. November 2024 war die 60. Wahl zum Präsidenten und Vizepräsidenten der Vereinigten Staaten.

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Wahl und Wahlsystem
  2. 2. Kandidaten und Vorwahlen
  3. 3. Wahlkampf und zentrale Konflikte
  4. 4. Umfragen, Swing States und Stimmabgabe
  5. 5. Ergebnis und Bedeutung

Wahl und Wahlsystem

Die Präsidentschaftswahl am 5. November 2024 war die 60. Wahl des Präsidenten und Vizepräsidenten der Vereinigten Staaten. Gleichzeitig wurden alle 435 Sitze des Repräsentantenhauses, 34 der 100 Senatssitze sowie verschiedene Ämter und Parlamente der Bundesstaaten gewählt. Donald Trump und JD Vance gewannen für die Republikanische Partei gegen Kamala Harris und Tim Walz von der Demokratischen Partei. Trump wurde damit nach seiner ersten Amtszeit von 2017 bis 2021 erneut Präsident und nach Grover Cleveland erst der zweite US-Präsident mit zwei nicht unmittelbar aufeinanderfolgenden Amtszeiten.

Die Wahl erfolgt indirekt über das Electoral College, das Wahlkollegium. Es umfasst 538 Wahlleute; für den Sieg sind mindestens 270 Stimmen erforderlich. Die Zahl der Wahlleute eines Bundesstaats entspricht seiner Gesamtzahl an Senatoren und Abgeordneten im Kongress. Weil jeder Staat unabhängig von seiner Bevölkerung zwei Senatoren hat, sind bevölkerungsarme Staaten relativ stärker vertreten. Washington, D.C. stellt drei Wahlleute. Die Verteilung beruhte 2024 erstmals auf dem Zensus 2020.

In 48 Bundesstaaten und Washington, D.C. erhält der Kandidat mit der relativen Stimmenmehrheit grundsätzlich alle Wahlleute. Maine und Nebraska teilen dagegen jeweils zwei Stimmen nach dem landesweiten Ergebnis und weitere Stimmen nach den Ergebnissen ihrer Kongresswahlbezirke zu. Maine verwendete Instant-Runoff-Voting, ein Rangfolgeverfahren mit schrittweiser Übertragung von Stimmen; Alaska wandte es 2024 erstmals bei einer Präsidentschaftswahl an.

Die Wahlleute stimmten am 17. Dezember 2024 ab. Trump und Vance erhielten 312, Harris und Walz 226 Stimmen; es gab keine abweichenden Wahlleute. Die Gewinner wurden am 20. Januar 2025 in ihre Ämter eingeführt.

Kandidaten und Vorwahlen

Die großen Parteien bestimmten ihre Kandidaten in Primaries und Caucuses. Primaries sind staatlich organisierte Vorwahlen, Caucuses parteiliche Versammlungen. Die dabei bestimmten Delegierten entscheiden auf den Parteitagen über die Nominierung.

Bei den Demokraten gewann Präsident Joe Biden die Vorwahlen deutlich und erreichte am 12. März 2024 die notwendige Delegiertenmehrheit. Nach seinem als schwach bewerteten Auftritt in der Fernsehdebatte gegen Trump am 27. Juni wuchsen jedoch Zweifel an seiner Amtseignung. Am 21. Juli zog Biden seine Kandidatur zurück und unterstützte Vizepräsidentin Kamala Harris. Sie gewann die Unterstützung der nötigen Delegierten, erhielt in der Online-Abstimmung mehr als 99 Prozent der abgegebenen Delegiertenstimmen und wurde am 6. August offiziell nominiert. Als Running Mate, also Kandidaten für die Vizepräsidentschaft, wählte sie Minnesotas Gouverneur Tim Walz. Beide nahmen ihre Nominierungen beim Parteitag vom 19. bis 22. August in Chicago an.

Bei den Republikanern dominierte Donald Trump die Vorwahlen. Er gewann Iowa mit etwa 51 Prozent, New Hampshire mit 54,3 Prozent und South Carolina mit 60 Prozent. Seine wichtigste Konkurrentin Nikki Haley siegte nur in Washington, D.C. und am Super Tuesday knapp in Vermont; danach beendete sie ihre Kampagne. Trump erreichte am 12. März die Delegiertenmehrheit und wurde am 15. Juli beim Parteitag in Milwaukee mit 2.387 von 2.429 möglichen Delegiertenstimmen bestätigt. Er wählte den Senator JD Vance aus Ohio als Running Mate.

Weitere Kandidaturen waren Chase Oliver und Mike ter Maat für die Libertäre Partei sowie Jill Stein und Butch Ware für die Grüne Partei. Unabhängig kandidierten unter anderem Cornel West und Melina Abdullah. Robert F. Kennedy Jr. setzte seine Kampagne teilweise aus, unterstützte ab dem 23. August Trump und versuchte, seinen Namen in umkämpften Staaten von den Stimmzetteln entfernen zu lassen. Wegen unterschiedlicher Gerichts- und Behördenentscheidungen blieb er in einigen Staaten dennoch wählbar.

Wahlkampf und zentrale Konflikte

Zu den wichtigsten Wahlkampfthemen gehörten Wirtschaft und Inflation, Einwanderung, Abtreibungsrechte, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, Kriminalität, Bildung, LGBTQ-Rechte, Klimawandel sowie die Kriege in der Ukraine und im Gazastreifen. Hinzu kamen strafrechtliche Verfahren gegen Trump und Verfahren gegen Bidens Sohn Hunter Biden.

Trump wurde am 30. Mai 2024 im New Yorker Verfahren zur Verschleierung von Schweigegeldzahlungen in allen 34 Anklagepunkten schuldig gesprochen. Am 13. Juli wurde er bei einer Wahlkampfveranstaltung in Butler County, Pennsylvania, durch einen Schuss am Ohr verletzt. Ein Zuschauer starb, zwei weitere wurden schwer verletzt; der Schütze Thomas Matthew Crooks wurde erschossen. Politiker beider Parteien verurteilten die Gewalt.

Nach Bidens Rückzug nahm Harris innerhalb einer Woche mehr als 200 Millionen Dollar an Spenden ein. Im Juli sammelten Harris und verbundene Super-PACs 310 Millionen Dollar, Trump und verbundene Gruppen 139 Millionen Dollar. Insgesamt kostete der Präsidentschaftswahlkampf einschließlich der Einnahmen der nationalen Parteikomitees 5,515 Milliarden Dollar. Harris und unterstützende Gruppen kamen laut Artikel zusammen auf 1,9944 Milliarden Dollar, Trump und seine Unterstützer auf 1,4395 Milliarden Dollar.

In der Fernsehdebatte am 10. September trat Harris gegen Trump an. Trump wiederholte dabei die falsche Behauptung, haitianische Migranten in Springfield, Ohio, würden Haustiere essen. Behörden fanden dafür keine Hinweise; anschließend nahmen Drohungen und Anfeindungen zu. Bis zum 17. September waren 33 Bombendrohungen gegen Einrichtungen des Ortes eingegangen. Der Wahlkampf war außerdem von gegenseitigen Warnungen vor Gefahren für die Demokratie, persönlichen Angriffen und Streit über Einwanderung, Zölle und die Unterstützung der Ukraine geprägt. Mehrere bekannte Republikaner und frühere Sicherheitsbeamte warnten vor Trump oder unterstützten Harris, während Robert F. Kennedy Jr. Trump unterstützte.

Desinformation spielte eine bedeutende Rolle. Trump stellte die Integrität der Wahl wiederholt infrage; vor der Wahl 2024 sprach er mindestens fünfmal so häufig von angeblich bevorstehendem Wahlbetrug wie vor der Wahl 2020. Ein verbreitetes, unbelegtes Narrativ behauptete, Nicht-Staatsbürger würden an der Wahl teilnehmen. Russische Akteure verbreiteten nach Darstellung des Artikels ebenfalls Falschinformationen und KI-generierte Inhalte, unter anderem zu den Hurrikans Helene und Milton. Zugleich wurden Regeln zur Briefwahl, zu Wählerlisten und zur Bestätigung von Ergebnissen juristisch und politisch umkämpft.

Umfragen, Swing States und Stimmabgabe

Bundesweite Umfragen messen die Stimmung, entscheiden aber nicht unmittelbar über den Wahlsieg: Ausschlaggebend sind die Wahlleute der einzelnen Staaten. Besonders wichtig sind Swing States, also Staaten ohne dauerhaft klare Mehrheit für eine Partei. Als besonders umkämpft galten 2024 Arizona, Georgia, Michigan, Nevada, North Carolina, Pennsylvania und Wisconsin.

Vor Bidens Rückzug lag er im Durchschnitt etwa drei Prozentpunkte hinter Trump. Harris holte nach ihrer Übernahme der Kandidatur auf und führte Anfang Oktober in landesweiten Durchschnittswerten um etwa zwei bis vier Prozentpunkte. Ende Oktober lagen beide in den sieben entscheidenden Swing States ungefähr gleichauf. Umfragen hatten jedoch statistische Schwankungsbreiten von bis zu ±5 Prozentpunkten. Das tatsächliche Ergebnis zeigte erneut, dass ein landesweiter Umfragevorsprung nicht automatisch eine Mehrheit im Electoral College bedeutet.

Viele Bürger stimmten vor dem Wahltag per Brief oder in Wahllokalen ab. In 47 Bundesstaaten und Washington, D.C. bestanden entsprechende Möglichkeiten. Alabama, Mississippi und New Hampshire erlaubten keine allgemeine vorzeitige Stimmabgabe im Wahllokal und verlangten für Briefwahl einen anerkannten Grund. Kalifornien, Oregon, Washington, Hawaii, Nevada, Utah, Colorado und Vermont verschickten Unterlagen automatisch an registrierte Wahlberechtigte. Bis zum 5. November waren mehr als 85,9 Millionen Stimmen vorzeitig abgegeben worden, ungefähr 55 Prozent der erwarteten Gesamtstimmen. Die Wahlbeteiligung betrug schließlich 64,05 Prozent und lag damit 2,7 Prozentpunkte unter der Wahl von 2020.

Ergebnis und Bedeutung

Donald Trump gewann 77.303.569 gültige Kandidatenstimmen beziehungsweise 49,72 Prozent, Kamala Harris 75.019.233 beziehungsweise 48,25 Prozent. Trumps Vorsprung betrug damit rund 2,28 Millionen Stimmen. Jill Stein erhielt 878.265 Stimmen, Robert F. Kennedy Jr. 756.800 und Chase Oliver 650.138; weitere Kandidaten und Write-in-Stimmen kamen auf 880.008. Die Ergebnistabelle nennt 155.488.013 gültige Stimmen für Kandidaten. Die bundesstaatliche Gesamttabelle weist einschließlich 1.222.573 ungültiger beziehungsweise sonstiger Stimmen 156.710.586 abgegebene Stimmen aus.

Trump gewann 312 Wahlleute, entsprechend 58,0 Prozent des Electoral College; Harris erhielt 226 beziehungsweise 42,0 Prozent. Trump gewann alle sieben besonders umkämpften Staaten: Arizona, Georgia, Michigan, Nevada, North Carolina, Pennsylvania und Wisconsin. Besonders knapp waren Wisconsin mit 0,86 Prozentpunkten Vorsprung, Michigan mit 1,41 und Pennsylvania mit 1,70. Harris gewann unter anderem Kalifornien, New York, Illinois, Washington, Virginia und die Neuenglandstaaten. In Maine gingen drei Wahlleute an Harris und einer an Trump; in Nebraska erhielt Trump vier und Harris einen.

Die vollständige landesweite Auszählung endete erst am 11. Dezember 2024, weil manche Staaten dafür mehrere Wochen vorsehen. Am 17. Dezember bestätigte das Electoral College das erwartete Verhältnis von 312 zu 226 ohne „faithless electors“, also Wahlleute, die entgegen ihrer vorgesehenen Bindung stimmen. Trumps Sieg brachte den Republikanern zugleich das Präsidentenamt; laut Artikel hatten sie außerdem Mehrheiten im Senat und Repräsentantenhaus sowie die Mehrheit der Gouverneursposten gewonnen.

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