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Politische Ideologie

Die grundlegenden, modernen politischen Ideologien sind Liberalismus (Betonung der Freiheit), Sozialismus (Betonung der Gleichheit) und Konservatismus (Betonung …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Begriff und politische Bedeutung
  2. 2. Ideologien im politischen Streit
  3. 3. Historische Entstehung
  4. 4. Liberalismus
  5. 5. Konservatismus
  6. 6. Sozialismus und Kommunismus

Begriff und politische Bedeutung

Eine politische Ideologie oder politische Strömung ist die Gesamtheit von Ideen, Vorstellungen und Theorien, mit denen politisches Handeln begründet und gerechtfertigt wird. Ihr Kern sind Grundeinstellungen und Wertvorstellungen, die ihre Anhänger teilen und für wahr halten. Politische Programme beruhen daher immer auf bestimmten Wertesystemen.

Ideologien verbinden bestimmte Interessen mit dem Ziel, diese politisch und gesellschaftlich umzusetzen. Sie wollen die Welt nicht nur erklären, sondern auch verändern. Deshalb enthalten sie verfestigte politische Normen und Einstellungen sowie einen normativen Gestaltungsanspruch, also Vorstellungen darüber, wie Politik und Gesellschaft sein sollen. Sie beeinflussen das politische Verhalten und dienen Menschen als politische Orientierung.

Als grundlegende moderne Ideologien gelten Liberalismus, Sozialismus und Konservatismus. Der Liberalismus betont vor allem die Freiheit, der Sozialismus die Gleichheit und der Konservatismus die Bewahrung gesellschaftlicher Traditionen. Der Artikel weist allerdings darauf hin, dass seine Angaben nicht hinreichend mit Belegen ausgestattet sind.

Ideologien im politischen Streit

Im politischen Diskurs wird der Begriff „Ideologie“ häufig abwertend verwendet. Je einflussreicher eine politische Richtung ist und je stärker sie sich von anderen unterscheidet, desto eher können Gegner sie als weltfremd, unzulänglich, korrupt oder unsozial darstellen. Dabei wird behauptet, ein Standpunkt sei schon deshalb nicht überzeugend, weil er auf einer Ideologie beruhe. Die eigene Position erscheint dagegen als Ergebnis nüchterner Analyse, des gesunden Menschenverstands oder einer nicht anzuzweifelnden Ethik. Oft könnte jedoch die Gegenseite denselben Anspruch erheben.

Einzelne Bestandteile einer Ideologie heißen Ideologeme. Solche oft unausgesprochenen Grundannahmen können politische Debatten bestimmen, ohne den Beteiligten vollständig bewusst zu sein.

Erheben die Machthaber eines Staates ein System von Ansichten und Aussagen zum verbindlichen politischen Leitbild, das meist Allgemeingültigkeit beansprucht, spricht man von einer Doktrin. Nach Darstellung des Artikels können daraus gesellschaftsgefährdende Zustände wie Rassismus, Sexismus und Anti-Pluralismus sowie extrem destruktive Handlungen wie Inquisition, Holocaust oder Despotie hervorgehen.

Eine Ideologie ist von den umfassenden Theorien ihrer Vordenker zu unterscheiden. Politische Wortführer übernehmen häufig nur ausgewählte Grundelemente, um eine Bevölkerungsgruppe zu einer durchsetzungsfähigen sozialen Bewegung zusammenzuführen. Die theoretische Ausarbeitung unterscheidet sich stark: Der Nationalsozialismus bediente sich dem Artikel zufolge kaum ausgefeilter Theorien, während liberale und sozialistische Bewegungen auf zahlreiche Theoreme zurückgreifen.

Zu den seit dem 19. Jahrhundert in Europa prägenden Hauptströmungen gehören Liberalismus, Konservatismus, Sozialismus, Kommunismus und Anarchismus. Weitere wichtige Ideologien sind Nationalismus, Faschismus und Nationalsozialismus. Seit den 1970er Jahren entwickelte sich der Islamismus; dies veranlasste Kritiker des Islam dazu, auch den Islam insgesamt als politische Ideologie anzusehen. „Ökologismus“ beziehungsweise Grüne Politik wird ebenfalls durch Fremdzuschreibung als Ideologie bezeichnet.

Historische Entstehung

Seit dem 17. Jahrhundert wurden in intellektuellen Kreisen liberale und demokratische Ideen diskutiert. Gleichzeitig entstand eine konservative Gegenposition. Durch die Französische Revolution und in ihrer Folge veränderte sich die politische Debatte grundlegend: Ganze Bevölkerungen wurden politisiert, wobei der Alphabetisierungsgrad bereits sehr hoch war.

Hinzu kam die soziale Frage infolge der industriellen Revolution. Die ständischen Sozialstrukturen lösten sich auf; industrielle Arbeitsformen und ein neues Arbeitsethos bildeten sich allmählich heraus. Gleichzeitig kam es zu starkem Bevölkerungswachstum und zu Massenarmut, dem sogenannten Pauperismus. Die zunehmende Bekanntheit politischer Ideen und der Wille neuer politisch-sozialer Bewegungen, ihre Interessen durchzusetzen, führten zur Entstehung der ersten politischen Ideologien.

Liberalismus

Der Liberalismus leitet seine politischen Forderungen seit dem Ende des 18. Jahrhunderts unter anderem aus den Konzepten von Thomas Hobbes, John Locke, Montesquieu, Adam Smith, Immanuel Kant, Jeremy Bentham, John Stuart Mill und Alexis de Tocqueville ab. Im 20. Jahrhundert wirkten unter anderem Friedrich August von Hayek, John Rawls, James Buchanan und Robert Nozick auf liberale Theorien ein.

Seine wichtigsten Prinzipien sind das Recht auf Selbstbestimmung, die Freiheit gegenüber dem Staat, die Begrenzung politischer Macht und die Selbstregulierung der Wirtschaft auf der Grundlage persönlichen Eigentums. Aus dem Individualismus der Aufklärung entwickelten liberale Theoretiker zentrale Ordnungsprinzipien der modernen liberalen Demokratie: Volkssouveränität, Gewaltenteilung, Wahlen, Repräsentation, Religionsfreiheit, Toleranz und Rechtsstaatlichkeit. Wichtige wirtschaftliche Prinzipien sind Vertragsfreiheit, freier Markt, Freihandel und freier Wettbewerb.

Träger liberaler Reformforderungen war zunächst das aufstrebende Bürgertum, das sich zuerst in England entwickelte und unter anderem die Aufhebung feudaler Beschränkungen verlangte. Frühe Umsetzungen liberaler Ideen erfolgten in England durch die Glorious Revolution und in den USA durch die Bill of Rights und die amerikanische Unabhängigkeitserklärung. Damit entstand der erste Verfassungsstaat.

Die Verelendung großer Bevölkerungsschichten während der industriellen Revolution im 19. Jahrhundert stellte den Liberalismus vor erhebliche Probleme. Darauf reagierte der Sozialliberalismus, der unter anderem mit John Stuart Mill, in Deutschland mit Friedrich Naumann und gegenwärtig mit John Rawls verbunden wird. In der Mitte des 20. Jahrhunderts entstanden Neoliberalismus beziehungsweise Ordoliberalismus, vertreten etwa durch Walter Eucken und Ludwig Erhard. Diese Richtung verlangt einen Ordnungsrahmen für die Wirtschaft und sozialstaatliche Eingriffe; aus ihr entwickelte sich das Konzept der Sozialen Marktwirtschaft.

Konservatismus

Der Konservatismus entwickelte sich als ideologischer Gegenpol zur Französischen Revolution. Seine gesellschaftlichen Träger waren vor allem die alten Eliten, insbesondere Adel und Klerus. Zu den zentralen Theoretikern gehören Edmund Burke, Juan Donoso Cortés, Joseph de Maistre, Adam Heinrich Müller und Carl Schmitt.

Im Mittelpunkt steht die Forderung nach einer organischen Gemeinschaft, an der sich die Politik vorrangig orientieren soll. Ihre Ordnung wird aus der Religion, aus als gegeben betrachteten menschlichen Unterschieden und aus gesellschaftlichen Traditionen abgeleitet. Als Beispiel nennt der Artikel unterschiedliche gesellschaftliche Rollen von Mann und Frau. Der Konservatismus zieht die Bewahrung von Traditionen und eine langsame gesellschaftliche Entwicklung schnellen Veränderungen vor.

Sozialismus und Kommunismus

Zum Sozialismus gehören verschiedene Strömungen. Der Marxismus geht auf Karl Marx und Friedrich Engels zurück und wurde später unter anderem von Wladimir Lenin, Leo Trotzki und Mao Zedong weiterentwickelt. Daneben stehen andere sozialistische Ansätze, etwa von Robert Owen, Henri de Saint-Simon, Charles Fourier, Pierre-Joseph Proudhon und Ferdinand Lassalle.

Im Frühsozialismus, vom Ende des 18. Jahrhunderts bis ungefähr 1848, führte die soziale Frage zu Utopien neuer politischer und wirtschaftlicher Gesellschaftsformen. Zentrale Leitwerte waren Gleichheit, Freiheit und Solidarität sowie der Glaube an das Gute in allen Menschen, sofern geeignete gesellschaftliche Bedingungen bestehen.

Karl Marx grenzte davon im 19. Jahrhundert den sogenannten wissenschaftlichen Sozialismus ab. Nach seiner Analyse entfremdet die industrielle Arbeitsteilung den Arbeiter aus der Klasse der Proletarier von seinem Produkt; seine Arbeit wird ihm zur Qual. Den von ihm erzeugten Mehrwert eignet sich ein Angehöriger der Kapitalistenklasse an. Marx verstand dies als von Menschen geschaffene und deshalb veränderbare Ungerechtigkeit, die unter anderem zur zunehmenden Verelendung des Proletariats führe.

Nach Marx’ Geschichtstheorie, die Engels als historischen Materialismus bezeichnete, sollte der Kapitalismus ebenso verschwinden wie zuvor Urgemeinschaft, Sklavenhaltergesellschaft und Feudalismus. Auf eine proletarische Revolution sollte zunächst die Diktatur des Proletariats, also der Sozialismus, folgen. In ihr sollte das Privateigentum an Produktionsmitteln aufgehoben sein. Schließlich sollte daraus eine klassenlose kommunistische Gesellschaft, der Kommunismus, entstehen.

Friedrich Engels entwickelte Marx’ Ideen zum historischen Materialismus weiter. Lenin, Stalin und Mao Zedong betonten später besonders die Rolle der kommunistischen Partei und formulierten Theorien über den Aufbau des Sozialismus; in diesem Zusammenhang steht auch der dialektische Materialismus.

Hauptträger sozialistischer Ideen war die Arbeiterschaft, die sich seit der Mitte des 19. Jahrhunderts in Europa in Arbeitervereinen und Arbeiterparteien organisierte. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts spaltete sich die zuvor überwiegend marxistisch geprägte Arbeiterbewegung. Der Kommunismus hielt am revolutionären Weg fest, sichtbar etwa in der Oktoberrevolution in Russland 1917. Teile der zunächst ebenfalls revolutionären Sozialisten in Westeuropa entwickelten sich dagegen zu einem demokratischen und reformorientierten Sozialismus, der Sozialdemokratie.

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