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Philipp Amthor
Philipp Amthor (* 10. November 1992 in Ueckermünde) ist ein deutscher Politiker (CDU). Seit Juli 2026 ist er Staatsminister für die Bund-Länder-Beziehungen …
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Überblick und Ausbildung
Philipp Amthor (* 10. November 1992 in Ueckermünde) ist deutscher CDU-Politiker und seit 2017 Mitglied des Deutschen Bundestages. Seit Juli 2026 ist er Staatsminister für die Bund-Länder-Beziehungen im Bundeskanzleramt; davor war er von Mai 2025 bis Juli 2026 Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung.
Amthor wuchs in Torgelow bei seiner alleinerziehenden Mutter auf; sein Vater, ein Soldat, verließ die Familie früh. 2011 legte er am Greifen-Gymnasium Ueckermünde das Abitur ab. Von 2012 bis 2017 studierte er mit einem Stipendium der Konrad-Adenauer-Stiftung Rechtswissenschaft an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald und bestand 2017 die Erste Juristische Prüfung. Während und nach dem Studium arbeitete er für Abgeordnete, 2017 als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität und bis 2020 neben dem Mandat bei der Wirtschaftskanzlei White & Case. Er gab 2019 an, an einer juristischen Dissertation zu arbeiten.
Er legte 2018 die Jägerprüfung ab und trat im Dezember 2019 nach seiner Taufe der römisch-katholischen Kirche bei. Seit 2024 ist er mit der Historikerin und politischen Referentin Carlotta Voß liiert. Mit Philipp Birkenmaier kommentierte er in der 16. Auflage des Hofmann/Henneke-Kommentars zum Grundgesetz die Artikel 18 und 142 GG.
Partei und Mandate
Amthor trat 2008 CDU und Junge Union bei. Er gehörte ab 2010 dem Landesvorstand der Jungen Union Mecklenburg-Vorpommern an, war von 2012 bis 2018 Kreisvorsitzender der Jungen Union Vorpommern-Greifswald und von 2017 bis 2022 Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes Ueckermünde. Seit dem 14. Mai 2022 führt er den CDU-Kreisverband Vorpommern-Greifswald. Von April 2024 bis Mai 2025 war er Generalsekretär der CDU Mecklenburg-Vorpommern; dieses Amt gab er wegen seiner Ernennung zum Parlamentarischen Staatssekretär auf. Seit Mai 2024 ist er Mitgliederbeauftragter im Bundesvorstand der CDU.
Bei der Bundestagswahl 2017 gewann Amthor im Wahlkreis Mecklenburgische Seenplatte I – Vorpommern-Greifswald II mit 31,2 Prozent der Erststimmen das Direktmandat. In der 19. Wahlperiode war er der zweitjüngste Bundestagsabgeordnete und der jüngste direkt gewählte Wahlkreisabgeordnete. Er gehörte dem Innen- und dem Europaausschuss an und war stellvertretendes Mitglied des Ausschusses für Recht und Verbraucherschutz.
2021 erhielt er in seinem Wahlkreis 20,7 % der Erststimmen, verlor damit das Direktmandat und zog über die CDU-Landesliste in den 20. Bundestag ein. Ein Wahlkampffoto mit einem Mann in einem T-Shirt mit der Aufschrift „Solidarität mit Ursula Haverbeck“ führte zu Kritik; Amthor entschuldigte sich, da er die Aufschrift zur Holocaustleugnerin nicht bemerkt habe. In der Fraktion war er Fachsprecher für Staatsorganisation und Staatsmodernisierung, Vorsitzender der Landesgruppe Mecklenburg-Vorpommern und Mitglied des Fraktionsvorstands. Bis 2025 war er ordentliches Mitglied des Ausschusses für Inneres und Heimat.
Für die Bundestagswahl 2025 wurde er mit 95 Prozent als Direktkandidat für Wahlkreis 16 aufgestellt. Mit 19,9 Prozent der Erststimmen wurde er dort Zweiter, zog jedoch erneut über die Landesliste in den 21. Bundestag ein und ist dort stellvertretendes Mitglied des Ausschusses für Wahlprüfung, Immunität und Geschäftsordnung.
Regierungsämter und politische Ausrichtung
Während der Koalitionsverhandlungen von CDU/CSU und SPD leitete Amthor die CDU-Arbeitsgruppe für Bürokratierückbau, Staatsmodernisierung und moderne Justiz. Am 6. Mai 2025 wurde er im Kabinett Merz Parlamentarischer Staatssekretär bei Karsten Wildberger, dem Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung. Am 29. Juli 2026 folgte seine Ernennung zum Staatsminister für die Bund-Länder-Beziehungen im Bundeskanzleramt. Er trat damit die Nachfolge von Michael Meister an.
Amthor ordnet sich innerhalb der CDU dem konservativen Flügel zu. Er wandte sich gegen Gender-Mainstreaming, Schwangerschaftsabbruch und die Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe. 2016 war er Mitinitiator des „Konservativen Kreises“ in der CDU Mecklenburg-Vorpommern. Zugleich positionierte er sich verschiedentlich eindeutig gegen die AfD.
Tätigkeit für Augustus Intelligence
Ab Juni 2020 wurde bekannt, dass Amthor ab Mai 2019 einen Aufsichtsratsposten beim IT-Unternehmen Augustus Intelligence innehatte. Nach den Berichten besaß er Aktienoptionen im Wert von bis zu 250.000 Dollar, ließ Reisen nach New York, Korsika und St. Moritz finanzieren und setzte sich für das Unternehmen ein. Im Oktober 2018 schrieb er auf offiziellem Briefpapier des Bundestages an Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier; das Schreiben wurde durch das Informationsfreiheitsgesetz (IFG) öffentlich.
Amthor bezeichnete die Tätigkeit zunächst als „nicht-exekutive Funktion, mit der sich kein regelmäßiger Arbeitsaufwand verbindet“. Am 12. Juni 2020 erklärte er: „Es war ein Fehler“, beendete die Tätigkeit und auch seine Nebentätigkeit bei White & Case, aus der er 1000–3500 Euro bezog. Wegen der Verbindung von Hans-Georg Maaßen zu Augustus Intelligence schied er nach Kritik aus dem Untersuchungsausschuss zum Terroranschlag in Berlin vom 19. Dezember 2016 aus. Am 19. Juni 2020 zog er außerdem seine Kandidatur für den Vorsitz der CDU Mecklenburg-Vorpommern zurück.
Transparency Deutschland und Lobbycontrol kritisierten einen möglichen „Eindruck der Käuflichkeit“ sowie fehlendes Bewusstsein für Interessenkonflikte. Die Generalstaatsanwaltschaft Berlin sah im Juli 2020 keinen Anfangsverdacht wegen Bestechlichkeit von Mandatsträgern und stellte das Verfahren ohne Ermittlungen ein. Auch der Bundestag beendete sein Prüfverfahren im August 2020, weil keine Hinweise auf Rechtsverstöße vorlagen. In der Folge wurden Transparenzregeln verschärft: 2021 beschlossen Bundestag und Bundesrat das Gesetz zur Einführung eines Lobbyregisters. Bei den Koalitionsverhandlungen nach der Bundestagswahl 2025 warb Amthor für die Streichung des IFG.
Weitere Funktionen und Mitgliedschaften
Amthor übernahm neben seinem Mandat zahlreiche Partei- und Verbandsfunktionen. Von 2018 bis 2022 war er Schatzmeister im Bundesvorstand der Jungen Union; seit 2018 ist er Schatzmeister im Vorstand des Parlamentskreises Mittelstand der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Seit 2019 ist er Vorsitzender der Jungen Gruppe und stellvertretender Vorsitzender der Gruppe der Vertriebenen. Ebenfalls seit 2019 gehört er ehrenamtlich dem Kreistag Vorpommern-Greifswald an.
Er ist unter anderem Mitglied der Atlantik-Brücke, des Landesjagdverbands Mecklenburg-Vorpommern, der Europa-Union Deutschland und des Bundes der Vertriebenen. Weitere Funktionen sind ein ehrenamtlicher Sitz im Verwaltungsrat der Sparkasse Uecker-Randow sowie ein stellvertretender Sitz im Kuratorium der Bundeszentrale für politische Bildung. Von 2020 bis 2023 war er berufenes Mitglied im Diözesanrat des Erzbistums Berlin.