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Pennsylvania

Das Quäker-Erbe und die Gründung durch William Penn machten den Staat zu einem Symbol für Religionsfreiheit und politische Ideale. Gleichzeitig ist Pennsylvania …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Überblick und Lage
  2. 2. Bevölkerung und Städte
  3. 3. Geschichte
  4. 4. Politik und Regierung
  5. 5. Kultur, Sport und Bildung
  6. 6. Wirtschaft

Überblick und Lage

Pennsylvania ist ein Bundesstaat im Osten der Vereinigten Staaten und einer der dreizehn Gründerstaaten. Der offizielle Name lautet Commonwealth of Pennsylvania. Der Staat gehört mit New York und New Jersey zu den Mittelatlantikstaaten, hat aber auch Anteil an den Großen Seen und den Appalachen. Hauptstadt ist Harrisburg; die größte und bedeutendste Stadt ist Philadelphia. Weitere wichtige Städte sind Pittsburgh, Allentown, Erie, Scranton, Wilkes-Barre und Williamsport.

Pennsylvania grenzt an New Jersey, Delaware, Maryland, West Virginia, Ohio, den Eriesee und New York; über den Eriesee besteht außerdem eine indirekte Verbindung zur kanadischen Provinz Ontario. Die Ausdehnung beträgt 274 km von Norden nach Süden und 455 km von Westen nach Osten. Die Gesamtfläche beträgt 119.283 km², davon 116.075 km² Land und 3.208 km² Gewässer. Der höchste Punkt ist der Mount Davis mit 979 m, der niedrigste Punkt liegt auf Meereshöhe am Delaware River. Die Durchschnittshöhe beträgt 336 m. Wichtige Landschaftsmerkmale sind Laubwälder, Hügelland, die Appalachen im Osten und der Susquehanna River als Hauptfluss.

Bevölkerung und Städte

Pennsylvania hatte laut Zensus 2020 13.002.700 Einwohner. Für 2010 werden 12.702.379 Einwohner genannt; damals waren 79,5 % Weiße, 10,8 % Afroamerikaner, 5,7 % Hispanics, 2,7 % Asiaten und 0,2 % Indianer. Die Bevölkerungsdichte lag 2020 bei 109 Einwohnern pro km².

Die Altersstruktur umfasste 22,6 % Menschen bis 18 Jahre, 62,3 % im Alter von 18 bis 64 Jahren und 15,1 % ab 65 Jahren. Das Medianalter betrug 39,6 Jahre. 48,6 % der Bevölkerung waren männlich und 51,4 % weiblich.

Bei der American Community Survey 2014 gaben 3.239.286 Einwohner deutschstämmige Vorfahren an. Mit 25,3 % waren Deutschstämmige die größte Abstammungsgruppe, gefolgt von Irischstämmigen mit 16,4 %, Italienischstämmigen mit 12,2 %, Englischstämmigen mit 7,0 % und Polnischstämmigen mit 6,4 %. Deutschsprachige Einwanderer, die Pennsylvania Dutch, darunter Mennoniten und Amische, siedelten vor allem im Süden, besonders im Lancaster County. Pennsylvania hat offiziell keine Amtssprache; de facto wird Englisch von offizieller Stelle benutzt. Pennsylvania Dutch wird noch von wenigen Tausend Menschen aktiv gesprochen.

Die größten Städte nach dem Census 2020 sind Philadelphia mit 1.603.797 Einwohnern, Pittsburgh mit 302.971, Allentown mit 125.845, Reading mit 95.112, Erie mit 94.831, Scranton mit 76.328, Bethlehem mit 75.781, Lancaster mit 58.039, Harrisburg mit 50.099 und York mit 44.800.

Geschichte

Das Gebiet des heutigen Pennsylvania war ursprünglich Siedlungsgebiet der Susquehannock, die von Irokesen und europäischen Kolonisten ausgerottet wurden. 1643 kamen erste Siedler aus Schweden; der südöstliche Teil gehörte zeitweise zur Kolonie Neu-Schweden. Später gelangte das Gebiet unter englische Kontrolle.

Ab 1671 warb William Penn in Europa für Quäker-Kolonien in der Neuen Welt. 1681 überließ Karl II. von England den Quäkern ein großes Landgebiet an der damaligen Westgrenze der besiedelten Gebiete und ernannte Penn zum Gouverneur. Penn nannte die Kolonie ein „heiliges Experiment“. Sie war als Zufluchtsort für religiöse und politische Toleranz gedacht und hatte von Anfang an volle Religionsfreiheit. Die Kolonie war außerdem für relativ friedliche Beziehungen zu einheimischen Stämmen, religiösen Pluralismus und ein innovatives Regierungssystem bekannt.

Philadelphia spielte eine zentrale Rolle in der Amerikanischen Revolution. Dort tagten 1774 und 1775 die Kontinentalkongresse. Am 4. Juli 1776 wurde in der Independence Hall, damals Pennsylvania State House, die Unabhängigkeitserklärung unterzeichnet. 1787 wurde in Philadelphia die bis heute gültige Verfassung der Vereinigten Staaten während der Philadelphia Convention ratifiziert. Pennsylvania stimmte am 12. Dezember 1787 als zweiter Staat nach Delaware der US-Verfassung zu. Von 1790 bis 1800 war Philadelphia nach New York die zweite Hauptstadt der USA.

Im Sezessionskrieg von 1861 bis 1865 stand Pennsylvania auf Seiten der Nordstaaten. Ungefähr 350.000 Pennsylvanier dienten in der Armee der Union, darunter etwa 8600 afroamerikanische Freiwillige. Die Schlacht von Gettysburg vom 1. bis 3. Juli 1863 gilt als einer der entscheidenden Wendepunkte des Amerikanischen Bürgerkriegs. Am 27. August 1859 löste Edwin L. Drake mit einer Ölbohrung am Oil Creek in Titusville einen Ölboom aus. Am 28. März 1979 kam es im Kernkraftwerk Three Mile Island nahe Harrisburg zu einer Kernschmelze. Am 11. September 2001 stürzte eines der entführten Flugzeuge in Shanksville, Pennsylvania, ab, nachdem Passagiere mit Entführern gekämpft hatten.

Politik und Regierung

Pennsylvania gilt politisch und gesellschaftlich als stark geteilter Staat. Der Westen um Pittsburgh ist traditionell von Stahlindustrie und Bergbau geprägt. Das Hügelland der Appalachen besteht aus Kleinstädten und Farmland, wo Quäker, Presbyterianer und Amische gesellschaftlich wichtig sind. Im Osten liegt Philadelphia mit wohlhabenden Vororten sowie vielen Afroamerikanern und Hispanics. Wegen dieser Mischung ist Pennsylvania bei Präsidentschaftswahlen besonders umkämpft.

Von 1992 bis 2012 wählte Pennsylvania bei Präsidentschaftswahlen stets demokratisch. 2016 gewann Donald Trump den Staat knapp, 2020 setzte sich Joe Biden durch, 2024 gewann wieder Trump. Der Staat hat 20 Wahlmännerstimmen. Im 119. Kongress vertreten zehn Republikaner und acht Demokraten Pennsylvania im Repräsentantenhaus; im Senat sitzen David H. McCormick, Republikaner seit 2025, und John Karl Fetterman, Demokrat seit 2023.

Gouverneur ist seit Januar 2023 der Demokrat Josh Shapiro. Der Gouverneur führt die Staatsregierung, bestimmt die Richtlinien der Politik, hat das Begnadigungsrecht, ernennt hohe Beamte und Richter am bundesstaatlichen Verfassungsgericht, unterzeichnet Gesetze oder legt ein Veto ein, ist Oberbefehlshaber der Nationalgarde von Pennsylvania und vertritt den Bundesstaat nach außen. Er wird alle vier Jahre direkt gewählt.

Die Legislative Pennsylvanias ist ein Zweikammerparlament. Das Repräsentantenhaus hat 203 Mitglieder, die für zwei Jahre gewählt werden. Der Senat hat 50 Mitglieder, die für vier Jahre gewählt werden; alle zwei Jahre wird jeweils die Hälfte der Senatoren gewählt. Beide Kammern vertreten Wahlkreise, und in beiden Häusern haben die Republikaner derzeit eine Mehrheit. Es handelt sich um ein Vollzeitparlament.

Kultur, Sport und Bildung

Kulturell ist Pennsylvania durch seine Siedlungsgeschichte, das Quäker-Erbe, religiöse Vielfalt und seine industrielle Vergangenheit geprägt. Der Staat gilt als Symbol für Religionsfreiheit und politische Ideale. Besonders bekannt sind die Amish und Mennoniten im Pennsylvania Dutch Country, die mit Pferdekutschen, Handwerkskunst und schlichter Lebensweise verbunden werden. Auch die Stahlproduktion in Pittsburgh und die Geschichte von Arbeit und Einwanderung prägen das Bild des Staates. Kulinarisch werden Philadelphia Cheesesteak, Soft Pretzels und Pennsylvania-Dutch-Küche genannt.

Ein bekannter Brauch ist der Murmeltiertag am 2. Februar. Nach der Überlieferung sagt ein aus seinem Bau geholtes Waldmurmeltier das Wetter voraus: Sieht es seinen Schatten, werden weitere sechs Wochen Winter erwartet; sieht es ihn nicht, wird ein früher Frühling erwartet.

Im Sport besitzt Pennsylvania mehrere bekannte Profiteams: die Pittsburgh Penguins und Philadelphia Flyers im Eishockey, die Philadelphia 76ers im Basketball, die Philadelphia Eagles und Pittsburgh Steelers im Football, die Philadelphia Phillies und Pittsburgh Pirates im Baseball sowie Philadelphia Union in der Major League Soccer.

Wichtige Hochschulen sind die Pennsylvania State University, die University of Pittsburgh und die Temple University. Die University of Pittsburgh und die Temple University sind autonom, erhalten aber staatliche Unterstützung. Bekannte private Hochschulen sind die University of Pennsylvania, die Carnegie Mellon University, die Drexel University, die Duquesne University und die Saint Joseph’s University.

Wirtschaft

Die Wirtschaftsleistung Pennsylvanias betrug 2016 724 Milliarden USD. Damit hatte der Staat die sechsthöchste Wirtschaftsleistung unter den US-Bundesstaaten und einen Anteil von 3,93 % an der gesamten amerikanischen Wirtschaft. Als eigenes Land gezählt, wäre Pennsylvanias Wirtschaftsleistung ungefähr so groß wie die der Niederlande. Das reale Bruttoinlandsprodukt pro Kopf lag 2016 bei 56.625 USD; der Durchschnitt der 50 US-Bundesstaaten lag bei 57.118 USD. Pennsylvania belegte damit Rang 21. Die Arbeitslosenquote betrug im November 2017 4,6 %, bei einem Landesdurchschnitt von 4,1 %.

Wichtige Wirtschaftszweige sind Landwirtschaft mit Mais, Weizen, Kartoffeln, Obst und Gemüse, außerdem Viehzucht. Bedeutend sind auch Eisen- und Stahlerzeugung, Erdöl, Eisenerz, Kohlebergbau mit Anthrazit, Zementindustrie, Maschinenbau, Elektrogeräte, Metallwaren und chemische Industrie. Bei Eisen und Stahl steht Pennsylvania an dritter Stelle in den USA; beim Anthrazit-Kohlebergbau ist der Staat führend. Die großen Kohlevorkommen können Gefahren verursachen: Centralia musste wegen eines unterirdischen Kohlebrands aufgegeben werden, und auch das Gelände um Uniontown wölbt sich aufgrund von Hitze.

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