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Oxymoron
Das Antonym zu Oxymoron ist Pleonasmus („kohlpechrabenschwarz“). Inhaltsverzeichnis. 1 Eigenschaften; 2 Beispiele; 3 Abgrenzung des Oxymorons zum Paradoxon; 4 …
Inhalt4 Abschnitte
Definition und Funktion
Ein Oxymoron ist eine rhetorische Figur, bei der zwei gegensätzliche, einander widersprechende oder sich gegenseitig ausschließende Begriffe zu einer Formulierung verbunden werden, zum Beispiel „alter Knabe“. Der Plural lautet Oxymora. Ein Oxymoron kann aus einzelnen Wörtern, Begriffen oder auch aus einem oder mehreren ganzen Sätzen bestehen. Häufig tritt es als Zwillingsformel auf.
Das Stilmittel macht einen inneren Widerspruch absichtlich sichtbar. Es kann dadurch eine Aussage verdichten, steigern oder etwas schwer Ausdrückbares in einem Gegensatzpaar fassbar machen. Das Gegenteil des Oxymorons ist der Pleonasmus, bei dem eine Bedeutung überflüssig verstärkt wird, zum Beispiel „kohlpechrabenschwarz“.
Eigenschaften und Verwendung
Der Widerspruch im Oxymoron ist gewollt. Er dient dazu, einen doppelbödigen, mehrdeutigen oder vielschichtigen Inhalt pointiert darzustellen. Das „Sowohl-als-auch“ eines Sachverhalts wird dabei in gegensätzlichen Begriffen gespiegelt.
Als Stilfigur ist das Oxymoron besonders in Lyrik und dichterischer Prosa wichtig. Es kommt aber auch im politischen Diskurs und in der Werbung vor. Das Wort „Oxymoron“ selbst gilt bereits als Oxymoron. Ein unbeabsichtigter logischer Widerspruch heißt lateinisch Contradictio in adiecto, also „Widerspruch in der Beifügung“.
Abgrenzung vom Paradoxon
Das Oxymoron ist eine Wortfigur, während das Paradoxon eine Satzfigur ist. Beide Stilmittel arbeiten mit Widersprüchen, unterscheiden sich aber grundlegend.
Beim Paradoxon handelt es sich um einen scheinbaren Widerspruch, der sich bei genauerem Nachdenken auflösen kann. In der Aussage „Weniger ist mehr“ widersprechen sich „weniger“ und „mehr“ zunächst. Gemeint sein kann aber, dass Zurückhaltung in bestimmten Situationen wirkungsvoller ist als Übertreibung.
Beim Oxymoron steht dagegen der vordergründige Widerspruch und die daraus entstehende Mehrdeutigkeit im Mittelpunkt. Ein tieferliegender Sinn, der den Widerspruch vollständig auflöst, wird hier nicht vorausgesetzt. Außerdem stehen Paradoxa stets in vollständigen Sätzen, während Oxymora meist kürzer sind, etwa als Substantiv oder als Substantiv mit vorangestelltem Adjektiv wie „stummer Schrei“.
Typische Beispiele
Typische Oxymora sind „Beredtes Schweigen“, „Eile mit Weile“ und „alter Knabe“. Auch literarische Formulierungen können Oxymora bilden, etwa „Diese Fülle hat mich arm gemacht“ aus Ovids Metamorphosen 3,466 oder „traurigfroh“ aus Friedrich Hölderlins Ode Heidelberg.
Weitere Beispiele sind „unsichtbar sichtbar“ aus Goethes Faust I, „I burn and freeze like ice“ von Thomas Wyatt, „schwarze Milch der Frühe, wir trinken dich abends“ aus Paul Celans Todesfuge sowie die Sätze „Krieg ist Frieden, Freiheit ist Sklaverei, Unwissenheit ist Stärke“ aus George Orwells Roman 1984.
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