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Rhetorische Stilmittel einfach erklärt I musstewissen Deutsch
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 44 Zeilen
- * Niesen * Meine Güte!
- Ich hab mir ein Oxymoron und einen Pleonasmus eingefangen. Nein, auch wenn sie so klingen:
- Das sind keine wissenschaftlichen Bezeichnungen für Infektionskrankheiten, das sind tatsächlich rhetorische Stilmittel.
- Ich hab mir die mal genauer angesehen und geguckt, was dahintersteckt. Und am Ende dieses Videos werdet ihr mit diesen rhetorischen Stilmitteln
- um euch werfen und angeben können. Stilmittel Nummer eins: Euphemismus.
- Fritzchen steht da mit gesenktem Kopf. Eine Lehrerin der Schule kommt dazu:
- Ja, Max ist sehr direkt zu seinem Freund Fritz. Als guter Freund kann er sich das vielleicht erlauben.
- Jemand, der Fritzchen nicht gut kennt, zum Beispiel eine Lehrerin der Nachbarklasse,
- drückt sich da schon etwas vorsichtiger aus. Anstelle von "sitzen bleiben", wie Max es sagt,
- sagt die Lehrerin "Ehrenrunde drehen". Das sind im Grunde Schönfärbereien, also Euphemismen -
- Wörter, mit denen man etwas auf mildere Weise zum Ausdruck bringt, weil das eigentliche Wort zu hart oder zu verletzend klingt.
- Euphemismen kommen nicht nur in der Literatur vor. Ich wette, ihr benutzt sie unbewusst fast jeden Tag.
- Denn oft tauchen sie in unserem Alltag und auch in der Umgangssprache auf. Das Baby rülpst nicht, sondern macht ein Bäuerchen.
- Die Kumpels kriegen den Allerwertesten nicht hoch. Letztes Wochenende war ich nicht betrunken, sondern leicht angeheitert.
- Und meine Oma wohnt in der Seniorenresidenz, nicht im Altersheim. Ihr merkt schon: Besonders oft werden sie bei Tabuthemen genutzt.
- Sobald es eklig oder unangenehm wird, verschleiern wir das durch Untertreibung oder Beschönigung.
- Macht auf jeden Fall einen gut erzogenen Eindruck. Anstelle von "sterben"
- sagt man auch gerne "heimgehen", "das Zeitliche segnen", "einschlafen". Ja, anstelle von "schlecht" kann man auch "suboptimal" sagen.
- Und anstelle von "dick" sagt man vielleicht besser "korpulent", "füllig", "kräftig" oder "gut gebaut".
- Das Gegenteil von Euphemismen sind übrigens Dysphemismen. Anstatt zu beschönigen, verschlimmern sie.
- Und das wirkt extrem abwertend. Zum Beispiel hier: "unvernünftig" wird zu "hirnverbrannt".
- Drittes Stilmittel: Pleonasmus. In dieser kurzen Erzählung verbirgt sich ein und dasselbe Stilmittel sechs Mal.
- Habt ihr's entdeckt? Ja, Pleonasmus,
- das heißt im Griechischen "pleonasmós" und bedeutet so etwas wie "Überfluss". Das erklärt ganz gut, was es mit dieser rhetorischen Figur auf sich hat.
- Es geht dabei nämlich um eine Häufung sinnähnlicher oder sinngleicher Wörter. Man könnte auch einfach sagen: doppelt gemoppelt.
- Pleonasmen kann man bewusst als Stilmittel, zum Beispiel in Gedichten, einsetzen.
- Sie verstärken und verdeutlichen das Ausgedrückte. Oft passieren sie aber auch aus Versehen und dann ...
- macht das nicht immer einen guten Eindruck. Beim Pleonasmus kommen Wörter verschiedener Wortarten zum Einsatz:
- Viertes Stilmittel: Tautologie. "Das hatte ich ja zu Beginn bereits schon gesagt".
- Das ist der Klassiker in jedem Referat. Bei diesem Beispiel handelt es sich um eine Tautologie.
- Dieses Stilmittel ist eng verwandt mit dem Pleonasmus. Bei Tautologien werden gleichbedeutende Wörter derselben Wortart verwendet,
- um etwas noch eindringlicher zu sagen. Zum Beispiel: "bereits" und "schon" sind beides Adverbien.
- "Einzig und allein", "nie und nimmer", die gehören zur gleichen Wortart. Ja, dieses Gedicht habt ihr sicherlich schon einmal gehört.
- Der Autor ist nicht bekannt. Aber auch heute werden die Zeilen immer noch gerne weiter umgedichtet
- und immer wieder aufgegriffen. Dieser Text ist gespickt mit dem Stilmittel Oxymoron.
- Das ist das Gegenteil vom Pleonasmus: eine Kombination von sich ausschließenden Begriffen.
- Wenn der Mond helle scheint, kann es ja nicht gleichzeitig finster sein. Genauso wie man blitzeschnelle nicht langsam fährt
- und ein toter Hase nicht Schlittschuh laufen kann. "Das ist ein offenes Geheimnis."
- Das schließt sich auch aus. Ist das dann auch ein Oxymoron? Nein, das ist eine Sonderform des Oxymorons,
- nämlich, die "Contradictio in adiecto". Meine Güte, jetzt wird's klugscheißermäßig speziell.
- Halb so schlimm: Hier wird einfach nur ein Adjektiv mit einem Substantiv
- zum Widerspruch verbunden. Wenn ihr Lust habt, freu ich mich selbstverständlich,
- wenn ihr dem Gedicht noch eine Strophe verleiht und das Oxymoron anwendet. Postet eure Ideen gerne in die Kommentare.
- Bis zum nächsten Mal, bei "musstewissen Deutsch".
Zum Nachlesen
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