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Rhetorische Stilmittel einfach erklärt I musstewissen Deutsch

musstewissen Deutsch5:18 320.655 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.

Transkriptautomatisch erstellt · 44 Zeilen
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  1. * Niesen * Meine Güte!
  2. Ich hab mir ein Oxymoron und einen Pleonasmus eingefangen. Nein, auch wenn sie so klingen:
  3. Das sind keine wissenschaftlichen Bezeichnungen für Infektionskrankheiten, das sind tatsächlich rhetorische Stilmittel.
  4. Ich hab mir die mal genauer angesehen und geguckt, was dahintersteckt. Und am Ende dieses Videos werdet ihr mit diesen rhetorischen Stilmitteln
  5. um euch werfen und angeben können. Stilmittel Nummer eins: Euphemismus.
  6. Fritzchen steht da mit gesenktem Kopf. Eine Lehrerin der Schule kommt dazu:
  7. Ja, Max ist sehr direkt zu seinem Freund Fritz. Als guter Freund kann er sich das vielleicht erlauben.
  8. Jemand, der Fritzchen nicht gut kennt, zum Beispiel eine Lehrerin der Nachbarklasse,
  9. drückt sich da schon etwas vorsichtiger aus. Anstelle von "sitzen bleiben", wie Max es sagt,
  10. sagt die Lehrerin "Ehrenrunde drehen". Das sind im Grunde Schönfärbereien, also Euphemismen -
  11. Wörter, mit denen man etwas auf mildere Weise zum Ausdruck bringt, weil das eigentliche Wort zu hart oder zu verletzend klingt.
  12. Euphemismen kommen nicht nur in der Literatur vor. Ich wette, ihr benutzt sie unbewusst fast jeden Tag.
  13. Denn oft tauchen sie in unserem Alltag und auch in der Umgangssprache auf. Das Baby rülpst nicht, sondern macht ein Bäuerchen.
  14. Die Kumpels kriegen den Allerwertesten nicht hoch. Letztes Wochenende war ich nicht betrunken, sondern leicht angeheitert.
  15. Und meine Oma wohnt in der Seniorenresidenz, nicht im Altersheim. Ihr merkt schon: Besonders oft werden sie bei Tabuthemen genutzt.
  16. Sobald es eklig oder unangenehm wird, verschleiern wir das durch Untertreibung oder Beschönigung.
  17. Macht auf jeden Fall einen gut erzogenen Eindruck. Anstelle von "sterben"
  18. sagt man auch gerne "heimgehen", "das Zeitliche segnen", "einschlafen". Ja, anstelle von "schlecht" kann man auch "suboptimal" sagen.
  19. Und anstelle von "dick" sagt man vielleicht besser "korpulent", "füllig", "kräftig" oder "gut gebaut".
  20. Das Gegenteil von Euphemismen sind übrigens Dysphemismen. Anstatt zu beschönigen, verschlimmern sie.
  21. Und das wirkt extrem abwertend. Zum Beispiel hier: "unvernünftig" wird zu "hirnverbrannt".
  22. Drittes Stilmittel: Pleonasmus. In dieser kurzen Erzählung verbirgt sich ein und dasselbe Stilmittel sechs Mal.
  23. Habt ihr's entdeckt? Ja, Pleonasmus,
  24. das heißt im Griechischen "pleonasmós" und bedeutet so etwas wie "Überfluss". Das erklärt ganz gut, was es mit dieser rhetorischen Figur auf sich hat.
  25. Es geht dabei nämlich um eine Häufung sinnähnlicher oder sinngleicher Wörter. Man könnte auch einfach sagen: doppelt gemoppelt.
  26. Pleonasmen kann man bewusst als Stilmittel, zum Beispiel in Gedichten, einsetzen.
  27. Sie verstärken und verdeutlichen das Ausgedrückte. Oft passieren sie aber auch aus Versehen und dann ...
  28. macht das nicht immer einen guten Eindruck. Beim Pleonasmus kommen Wörter verschiedener Wortarten zum Einsatz:
  29. Viertes Stilmittel: Tautologie. "Das hatte ich ja zu Beginn bereits schon gesagt".
  30. Das ist der Klassiker in jedem Referat. Bei diesem Beispiel handelt es sich um eine Tautologie.
  31. Dieses Stilmittel ist eng verwandt mit dem Pleonasmus. Bei Tautologien werden gleichbedeutende Wörter derselben Wortart verwendet,
  32. um etwas noch eindringlicher zu sagen. Zum Beispiel: "bereits" und "schon" sind beides Adverbien.
  33. "Einzig und allein", "nie und nimmer", die gehören zur gleichen Wortart. Ja, dieses Gedicht habt ihr sicherlich schon einmal gehört.
  34. Der Autor ist nicht bekannt. Aber auch heute werden die Zeilen immer noch gerne weiter umgedichtet
  35. und immer wieder aufgegriffen. Dieser Text ist gespickt mit dem Stilmittel Oxymoron.
  36. Das ist das Gegenteil vom Pleonasmus: eine Kombination von sich ausschließenden Begriffen.
  37. Wenn der Mond helle scheint, kann es ja nicht gleichzeitig finster sein. Genauso wie man blitzeschnelle nicht langsam fährt
  38. und ein toter Hase nicht Schlittschuh laufen kann. "Das ist ein offenes Geheimnis."
  39. Das schließt sich auch aus. Ist das dann auch ein Oxymoron? Nein, das ist eine Sonderform des Oxymorons,
  40. nämlich, die "Contradictio in adiecto". Meine Güte, jetzt wird's klugscheißermäßig speziell.
  41. Halb so schlimm: Hier wird einfach nur ein Adjektiv mit einem Substantiv
  42. zum Widerspruch verbunden. Wenn ihr Lust habt, freu ich mich selbstverständlich,
  43. wenn ihr dem Gedicht noch eine Strophe verleiht und das Oxymoron anwendet. Postet eure Ideen gerne in die Kommentare.
  44. Bis zum nächsten Mal, bei "musstewissen Deutsch".

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