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Liste rhetorischer Stilmittel
Alliteration, Zwei oder mehrere unmittelbar aufeinander folgende Wörter ... Deutsche“ für: „viele Deutsche“. T. Bearbeiten. Bezeichnung, Beschreibung oder …
Inhalt6 Abschnitte
Grundidee rhetorischer Stilmittel
Rhetorische Stilmittel sind Wortfiguren und Tropen: besondere Arten, Sprache zu gestalten. Sie können Aussagen anschaulicher, eindringlicher, rhythmischer, emotionaler, überraschender oder wertend machen. Die Liste ordnet solche Mittel nach ihren Bezeichnungen. Viele Stilmittel gehören zu Gruppen, etwa Wiederholung, Auslassung, Bildsprache, Satzbau, Klang oder gedanklichem Gegensatz. Einzelne Mittel können sich überschneiden: So ist die Personifikation auch als Anthropomorphismus bezeichnet; die Inversion auch als Anastrophe; die Epiphora als Conversio.
Für die Analyse ist wichtig, nicht nur den Namen zu erkennen, sondern seine Wirkung am Text zu erklären: Wiederholungen betonen, Bilder veranschaulichen, Gegensätze schärfen Unterschiede, und ungewöhnliche Wort- oder Satzstellungen lenken Aufmerksamkeit auf bestimmte Teile einer Aussage.
Wiederholung, Reihung und Steigerung
Repetitio bedeutet die Wiederholung eines Wortes oder Satzteils, zum Beispiel „er gab und gab und gab et dar“. Ihre Unterformen richten sich nach der Position: Die Anapher wiederholt am Satz- oder Versanfang („Ich fordere Moral. Ich fordere Verständnis.“), die Epiphora am Ende, die Anadiplose übernimmt das Schlusswort am Anfang der nächsten Einheit, die Geminatio verdoppelt unmittelbar („Diese, diese Unverschämtheit!“), und der Kyklos wiederholt den Anfang am Ende. Die Symploke verbindet Anapher und Epipher. Epanalepse wiederholt im Satz oder am Satzanfang, Epizeuxis unmittelbar drei- oder mehrmals, Polyptoton dasselbe Wort in unterschiedlichen Beugungsformen.
Aufzählungen heißen Enumeration. Bei der Accumulatio werden thematisch zusammengehörige Wörter gehäuft, etwa „Feld, Wald und Wiese“. Ein Asyndeton reiht ohne Bindungswörter auf, ein Polysyndeton verbindet mehrfach mit „und“ oder „oder“. Perissologie häuft synonyme Wörter, Tautologie wiederholt Sinnverwandtes derselben Wortart wie „Not und Elend“, während ein Pleonasmus Bedeutungen doppelt ausdrückt, etwa „runde Kugel“.
Dikolon, Trikolon und Tetrakolon sind zwei-, drei- oder viergliedrige, gleich gebaute Ausdrücke. Beim Tricolon in membris crescentibus kommt eine Steigerung hinzu: „Ich achte, liebe, vergöttere dich“. Die Klimax steigert stufenweise, die Antiklimax fällt ab. Evidenz führt einen Hauptgedanken durch mehrere koordinierte Teilgedanken detailliert aus.
Bildsprache und Bedeutungsverschiebungen
Eine Metapher verwendet einen bildlichen Ausdruck: Zwischen Bildspender und Bildempfänger verbindet eine Eigenschaft, das Tertium Comparationis, zum Beispiel „ein Meer von Menschen“. Ein Vergleich ist durch ein Vergleichswort gekennzeichnet („stark wie ein Löwe“); ein Gleichnis baut einen Vergleich sprachlich weiter aus. Eine Allegorie ist eine Verbildlichung oder ausgeführte Metapher, häufig für abstrakte Ideen. Ein Symbol verweist ebenfalls auf eine abstrakte Vorstellung, ist im Unterschied zu Allegorie und Metapher aber kulturell festgelegt, etwa die weiße Taube für Frieden.
Bei der Personifikation werden Tieren oder Dingen menschliche Eigenschaften zugewiesen („Die Sonne lacht“); Verdinglichung ordnet umgekehrt Personen nichtmenschliche Eigenschaften zu. Metonymie ersetzt einen Ausdruck durch einen real verbundenen, etwa „Schiller lesen“ für seine Werke oder „ein Glas trinken“ für dessen Inhalt. Synekdoche ersetzt durch einen zahlenmäßig verwandten Begriff, etwa Teil und Ganzes. Pars pro toto nennt den Teil für das Ganze („Kopf“ für Person), Totum pro parte das Ganze oder den Oberbegriff für einen Teil. Antonomasie verwendet Eigennamen als Gattungsbegriffe oder umgekehrt.
Euphemismus beschönigt („das Zeitliche segnen“ für „sterben“), Dysphemismus wertet ab, Pejoration lässt eine Sache absichtlich negativ erscheinen, Melioration verwendet ein positiv konnotiertes Wort. Periphrase umschreibt einen Begriff durch Merkmale; Paraphrase ist eine erklärende Umschreibung als Zusatz. Chiffren bleiben ohne Kontext rätselhaft. Neologismen sind Wortneuschöpfungen, Archaismen veraltete Ausdrücke.
Satzbau, Auslassung und Redeführung
Ellipse, Brachylogie und Aposiopese arbeiten mit Auslassungen: Die Ellipse lässt Satzteile weg („Na und?“), die Brachylogie Satzglieder, die Aposiopese bricht vor dem Wichtigsten ab („Ich werde dich …“). Beim Anakoluth oder Anakoluthon wird die syntaktische Konstruktion plötzlich geändert; beim Anapodoton fehlt der erwartete Nachsatz. Eine Parenthese ist ein Einschub, eine Epiphrase ein Nachtrag nach einem scheinbar beendeten Satz. Hyperbaton trennt syntaktisch zusammengehörige Wörter weit voneinander; Inversion verändert die normale Wortstellung.
Parataxe stellt gleichwertige Hauptsätze oder beigeordnete Nebensätze nebeneinander. Hypotaxe ordnet Nebensätze verschachtelt einem höherrangigen Satzteil unter. Beim Chiasmus stehen entsprechende Satzteile über Kreuz, beim Parallelismus parallel. Constructio ad sensum verstößt formal gegen die grammatische Kongruenz, ist dem Sinn nach aber korrekt. Solözismus bezeichnet einen groben syntaktischen Fehler; Syllepse und Zeugma verbinden ein einmal gesetztes Satzteil mit mehreren Teilen, die grammatisch oder semantisch verschieden ergänzt werden müssen.
Apostrophe wendet sich an Publikum, Personen oder Dinge; Invokation ruft feierlich oft eine höhere Macht an. Die rhetorische Frage erwartet keine Antwort, während die Hypophora eine Frage stellt und sofort beantwortet. Prokatalepsis nimmt einen möglichen Einwand vorweg, Concessio gesteht ein gegnerisches Argument zu, schwächt es aber durch ein stärkeres eigenes Argument. Whataboutism lenkt durch einen Gegenangriff vom Thema ab. Captatio benevolentiae bittet zu Beginn um wohlwollende Aufnahme.
Gegensatz, Wertung und überraschende Wendung
Antithese und Antitheton stellen Gegensätze gegenüber; beim Antitheton liegt kein Widerspruch vor. Ein Oxymoron enthält einen inneren Widerspruch wie „bittersüß“; die Contradictio in adiecto ist die widersprüchliche Verbindung von Adjektiv und Substantiv, etwa „gerade Kurve“. Ein Paradoxon wirkt widersprüchlich oder widerspricht der üblichen Meinung, zum Beispiel „Ich weiß, dass ich nichts weiß.“ Hysteron-Proteron stellt das logisch oder zeitlich Nachfolgende voran. Adynaton vergleicht mit Unmöglichem.
Ironie trennt wörtliche und wirkliche Bedeutung, ohne dass sie zwingend Gegensätze sein müssen. Antiphrasis drückt das Gegenteil des Gesagten aus und ist eine häufige Form der Ironie. Sarkasmus ist beißender, bitterer oder verletzender Spott; Zynismus verletzt boshaft und demonstriert Überlegenheit unter Missachtung anerkannter Werte. Untertreibung spielt etwas herunter, Meiosis ist Untertreibung als Gegenteil der Hyperbel, Litotes hebt durch Abschwächung oder doppelte Verneinung hervor. Die Übersteigerung steigert ein eigentlich nicht steigerbares Adjektiv.
Aprosdoketon, Paraprosdokian, Sustentio und Pointe beruhen auf einer unerwarteten Wendung. Das Aprosdoketon setzt ein auffälliges Wort anstelle der erwarteten Wendung; Paraprosdokian lässt den Schluss den Anfang neu einordnen. Correctio korrigiert und steigert dabei oft („ein Erfolg – was sage ich – ein Triumph“). Paralipse behauptet, etwas auszulassen, betont es aber gerade dadurch.
Klang, Wortform und besondere Wortspiele
Alliteration bezeichnet gleiche Anfangslaute unmittelbar aufeinanderfolgender Wörter, etwa „Milch macht müde Männer munter“. Stabreim ist eine Form gleicher Anfangslaute, bei der alle Vokale untereinander staben. Homöarkton meint Anfangsgleichheit, Homöoteleuton gleiche Endungen naher Wörter; Homöoptoton beruht dabei auf demselben Kasus. Assonanz ist ein vokalischer Halbreim, Lautmalerei oder Onomatopoesie ahmt Geräusche nach, etwa „Quak!“ oder „Bumm!“. Kakophonie wirkt unangenehm oder schwer aussprechbar, Konzinnität dagegen klanglich-rhythmisch ebenmäßig; Inkonzinnität vermeidet bewusst parallele Syntax, Wortwahl oder Tempora.
Akrostichon lässt Wort- oder Versanfänge zusammen einen neuen Sinn ergeben. Ein Palindrom bleibt vorwärts und rückwärts gleich, beispielsweise „Anna“. Littera secuta ordnet Anfangslaute alphabetisch. Elision lässt meist unbetonte Laute weg, Epenthese fügt in der Lyrik einen Laut zur Silbenerweiterung ein.
Wortspiele nutzen gleiche, verwandte oder ähnlich klingende Wörter für verschiedene Bedeutungen. Dazu gehören Paronomasie („Wer rastet, der rostet“), Diaphora mit demselben Wort in verschiedenen Bedeutungen, Buchstabendreher oder Wortsilbentausch und Malapropismus, bei dem ein Wort humorvoll durch ein ähnlich klingendes, aber unpassendes ersetzt wird. Figura etymologica verbindet sprachgeschichtlich verwandte Wörter. Katachrese kann entweder eine Metapher oder Metonymie für ein fehlendes Wort sein („Arm eines Flusses“) oder einen Bildbruch bezeichnen.
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