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Ostersonntag

Ostersonntag. Festtag der Auferstehung Jesu Christi, ranghöchster Feiertag im Kirchenjahr. Artikel · Diskussion.

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Bedeutung und Einordnung
  2. 2. Datum und Berechnung
  3. 3. Liturgischer Ablauf
  4. 4. Biblische Lesungen und Gesänge
  5. 5. Ostern als Ankerpunkt
  6. 6. Osterwoche

Bedeutung und Einordnung

Der Ostersonntag ist im Christentum der Festtag der Auferstehung Jesu Christi. Nach dem Neuen Testament hat Jesus als Sohn Gottes den Tod überwunden. Deshalb gilt Ostern als das höchste Fest im Kirchenjahr. Die Evangelische Kirche in Deutschland betont ausdrücklich, dass nicht Karfreitag, sondern Ostern, die Feier der Auferweckung Jesu, das höchste Fest der ganzen Christenheit ist.

Mit dem Ostersonntag beginnen das Osterfest und die Osterzeit. Zugleich beendet die liturgische Vesper des Ostersonntags das Triduum Sacrum, also die „heiligen drei Tage“. In Deutschland ist der Ostersonntag, außer in Brandenburg, kein gesetzlicher Feiertag. In vielen Ländern folgt auf ihn der Ostermontag als gesetzlicher Feiertag.

Der Ostersonntag steht auch in einem biblischen Zusammenhang mit dem jüdischen Pessachfest. Nach der johanneischen Passionschronologie fällt die Auferstehung Christi auf das Fest der Erstlingsfrucht. Auch Paulus nennt Jesus in 1 Kor 15,20 die „Erstlingsfrucht (aparchē) der Entschlafenen“.

Datum und Berechnung

Das Osterdatum wird, ähnlich wie das jüdische Hauptfest Pessach, über einen gebundenen Mondkalender bestimmt. In den westlichen Kirchen fällt der Ostersonntag auf den ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling. Für diese Regel gelten der festgesetzte Frühlingsanfang und der früheste Frühlingsvollmond am 21. März.

Daraus ergeben sich feste Grenzen: Der frühestmögliche Termin für den Ostersonntag ist der 22. März, der spätestmögliche der 25. April. Weil Ostern beweglich ist, ändern sich auch viele andere kirchliche Termine von Jahr zu Jahr.

Für die Jahre 2021 bis 2031 nennt der Artikel folgende Daten: 2021: 4. April; 2022: 17. April; 2023: 9. April; 2024: 31. März; 2025: 20. April; 2026: 5. April; 2027: 28. März; 2028: 16. April; 2029: 1. April; 2030: 21. April; 2031: 13. April.

Liturgischer Ablauf

Am Abend des Karsamstags endet die Fastenzeit. Mit dem Ostersonntag beginnt die Osteroktav, also die achttägige Feierzeit von Ostern, die mit dem Weißen Sonntag endet. Nur innerhalb dieses Rahmens wird heute noch der Osterdienstag gefeiert.

Die Liturgie des Ostersonntags wird durch die Osternacht eingeleitet. Diese Feier erinnert daran, dass nach dem Neuen Testament am frühen Morgen des ersten Tages der Woche das leere Grab Jesu entdeckt wurde. Im Idealfall endet die Osternachtliturgie in den westlichen Kirchen mit der Eucharistiefeier beim Sonnenaufgang. Häufig wird sie aber schon am Vorabend des Ostersonntags nach Einbruch der Dunkelheit gefeiert.

Die Osternacht ist eine nächtliche Vigilfeier. Eine Vigil ist eine Nachtwache im Gottesdienst. Sie geht auf die altkirchliche Ostermatutin zurück; in der Ostkirche entspricht ihr die Pannychis. Durch die liturgische Bewegung des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts wurde die Bedeutung der Osternacht als Vigil neu entdeckt. In der katholischen Kirche wurde sie durch Papst Pius XII. ab 1951 reformiert und durch die Liturgiereform 1969 nochmals umgestaltet, nachdem sie seit dem 14. Jahrhundert meist am Morgen des Karsamstags gefeiert worden war. Mit dem Beginn der Osternacht wechselt die liturgische Farbe zum Weiß der Osterzeit.

Das heutige Messbuch des römischen Ritus enthält zwei Ostermessen: die Eucharistiefeier als letzten Teil der Osternachtfeier und die „Messe am Tage“ am Ostersonntag, lateinisch Missa in die, mit dem Introitus Resurrexi („Ich bin auferstanden“). Am Ostersonntag spendet der Papst gewöhnlich nach der heiligen Messe auf dem Petersplatz in Rom den Apostolischen Segen Urbi et orbi. Dieser ist kein Schlusssegen der Messfeier, sondern ein eigener Ritus. Er wird von der Benediktionsloggia über dem Hauptportal des Petersdoms gespendet. Gewöhnlich nehmen über 100.000 Menschen auf dem Petersplatz teil; mehr als 150 Fernsehsender übertragen die Segensspendung weltweit live.

Biblische Lesungen und Gesänge

Die Leseordnung unterscheidet zwischen den Texten der Osternacht und denen des Ostertages. In der Osternacht zeigen die Schrifttexte das Osterereignis als Erfüllung des Alten Bundes. Die Auferstehung Jesu Christi wird im Evangelium zunächst angedeutet, zum Beispiel in Lk 24,1–12 durch die Botschaft der Engel am leeren Grab.

Die Schrifttexte des Ostertages weisen stärker auf die Bedeutung des Osterfestes für die Kirche hin. In den fünfzig Tagen der Osterzeit vom Ostersonntag bis Pfingsten werden nach der Leseordnung der römisch-katholischen Kirche keine Lesungen aus dem Alten Testament vorgetragen. Stattdessen werden Texte aus den Paulusbriefen und der Apostelgeschichte gelesen. Als Evangelium am Ostersonntag ist Joh 20,1–18 vorgesehen, also die Entdeckung des leeren Grabes und Maria von Magdalas Begegnung mit dem Auferstandenen. In einer Abendmesse kann auch Lk 24,13–35 gelesen werden, die Erzählung von den Emmausjüngern. Das Tagesgebet lautet Deus, qui hodierna die.

Zur Ostersonntagsmesse gehören bekannte gregorianische Choräle. Gregorianischer Choral ist einstimmiger liturgischer Gesang der westlichen Kirche. Genannt werden die Antiphon Vidi aquam, der Introitus Resurrexi, das Graduale Haec Dies, das Alleluia Pascha nostrum immolatus, die Sequenz Victimae paschali laudes, das Offertorium Terra tremuit und die Communio Pascha nostrum immolatus est Christus. Für das Ordinarium ist die Missa lux et origo vorgesehen.

Ostern als Ankerpunkt

Der Ostersonntag ist ein zentraler Orientierungspunkt für viele bewegliche Brauchtums-, Gedenk- und Feiertage im Kirchenjahr. Diese Tage haben kein festes Kalenderdatum, sondern werden vom Osterdatum aus berechnet.

Vor Ostern liegen Weiberfastnacht 52 Tage, Rosenmontag 48 Tage, Veilchendienstag 47 Tage und Aschermittwoch 46 Tage vor Ostern. Palmsonntag ist sieben Tage vor Ostern, also der Sonntag vor dem Osterfest. Gründonnerstag liegt drei Tage vor Ostern, Karfreitag zwei Tage vor Ostern.

Auch mehrere Feste nach Ostern werden vom Ostersonntag aus gezählt. Christi Himmelfahrt liegt 39 Tage nach Ostern und gilt als „der 40. Tag“. Pfingsten liegt 49 Tage nach Ostern und gilt als „der 50. Tag“. Fronleichnam liegt 60 Tage nach Ostern, das Fest Heiligstes Herz Jesu 68 Tage nach Ostern, also am dritten Freitag nach Pfingsten.

Osterwoche

Als Osterwoche wird die Woche bezeichnet, in der der Ostermontag liegt. Nach traditioneller christlicher Zählweise ist der Ostersonntag der erste Tag dieser Woche. Nach weltlicher Zählung gemäß ISO 8601 ist er dagegen der letzte Tag der vorhergehenden Woche.

Die Osterwoche kann in die 13. bis 17. Kalenderwoche fallen. Theoretisch wäre auch die 18. Kalenderwoche möglich. Dies ist seit 1583 jedoch noch nicht eingetreten und wird auch im 21. Jahrhundert nicht eintreten.

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