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Weißer Sonntag

→ Hauptartikel: Erstkommunion. In der katholischen Kirche ist der Weiße Sonntag traditionell der Tag für die gemeinsame feierliche Erstkommunion der Kinder.

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Kernbedeutung
  2. 2. Name und liturgische Bezeichnungen
  3. 3. Biblische Lesungen
  4. 4. Erstkommunion
  5. 5. Barmherzigkeitssonntag
  6. 6. Termine 2019 bis 2033

Kernbedeutung

Der Weiße Sonntag, lateinisch Dominica in albis, ist der Sonntag nach Ostern und damit der zweite Sonntag der Osterzeit. Seit 2000 wird er in der römisch-katholischen Kirche auch als Sonntag der Göttlichen Barmherzigkeit, lateinisch Dominica de Divina Misericordia, begangen.

Mit diesem Sonntag endet die Osteroktav. Das sind die acht Tage ab Ostersonntag, die in der katholischen Liturgie alle als Hochfest gefeiert werden: in der Messe mit Gloria und im Stundengebet mit Te Deum. Der Termin hängt vom Osterdatum ab und ist deshalb beweglich. Der früheste mögliche Termin ist der 29. März, der späteste der 2. Mai.

Name und liturgische Bezeichnungen

Der Ursprung der Bezeichnung Weißer Sonntag ist nicht sicher. Wahrscheinlich hängt sie mit den weißen Taufgewändern zusammen, die in der frühen Kirche von Menschen getragen wurden, die in der Osternacht getauft worden waren. Diese Neugetauften trugen die Gewänder bei den Gottesdiensten in den Tagen nach Ostern und legten sie am letzten Tag der Osteroktav ab. Deshalb wurde der Tag Dies Dominica post alba genannt, also „Sonntag nach den weißen Gewändern“. Zeitweise fand das Ablegen schon am Samstag nach Ostern statt, dem Sabbatum in albis.

Im Missale Romanum von 1970 heißt der Sonntag Dominica secunda paschae, also „Zweiter Sonntag der Osterzeit“. Im deutschen Sprachraum blieb die Bezeichnung Weißer Sonntag aber verbreitet, vor allem wegen ihrer Bedeutung in der Volksfrömmigkeit und als traditioneller Tag der Erstkommunion.

Im Mittelalter konnte auch der Sonntag Invocabit, der erste Sonntag in der Fastenzeit, als „weißer Sonntag“ bezeichnet werden. In Rom zogen an diesem Tag Taufbewerber, die in der Osternacht getauft werden sollten, erstmals in weißen Taufkleidern in die Kirche ein. Erst ab dem 16. Jahrhundert wurde der weiße Sonntag am Oktavtag von Ostern begangen.

In der evangelischen Liturgie heißt der Sonntag Quasimodogeniti. Der Name stammt von den ersten Worten des Introitus Quasi modo geniti infantes, „Wie neugeborene Kinder“. Dieser Eröffnungsgesang nimmt das Motiv der Wiedergeburt des Christen durch die Taufe auf.

Biblische Lesungen

In der katholischen Leseordnung ist in allen drei Lesejahren als Evangelium Joh 20,19–29 vorgesehen. Der Text berichtet von den Erscheinungen Jesu vor seinen Aposteln, besonders vor dem Apostel Thomas. Diese Erscheinungen fanden am ersten und am achten Tag nach der Auferstehung Jesu statt.

Die ersten Lesungen berichten vom Leben in der Urgemeinde: Apg 2,42–47 im Lesejahr A, Apg 4,32–35 im Lesejahr B und Apg 5,12–16 im Lesejahr C. Die zweiten Lesungen betonen die Hoffnung, die für die Gläubigen aus der Überwindung des Todes durch Christus entsteht: 1 Petr 1,3–9 im Lesejahr A, 1 Joh 5,1–6 im Lesejahr B und Offb 1,9–11a.12f.17–19 im Lesejahr C. Das Tagesgebet beginnt mit Deus misericordiae sempiternae.

Nach der evangelischen Perikopenordnung steht am Sonntag Quasimodogeniti die von Gott geschenkte Hoffnung im Mittelpunkt. Die alttestamentliche Lesung ist Jes 40,26–31. Die Epistel 1 Petr 1,3–9 und das Sonntagsevangelium Joh 20,19–29 entsprechen den katholischen Lesungen. Thematisch geht es auch hier um die Sendung der Jünger, ihre Absolutionsvollmacht nach der Gabe des Heiligen Geistes und die Überwindung der Glaubenszweifel des Jüngers Thomas.

Erstkommunion

In der katholischen Kirche ist der Weiße Sonntag traditionell der Tag der gemeinsamen feierlichen Erstkommunion der Kinder. Erstkommunion bedeutet, dass Kinder zum ersten Mal die Kommunion, also den Empfang des eucharistischen Brotes, in einer feierlichen kirchlichen Form empfangen.

Diese Praxis entstand nach dem Konzil von Trient ab dem 17. Jahrhundert. In früheren Jahrhunderten wurde die Kommunion erstmals schon zusammen mit der Taufe empfangen. Das ist heute noch bei der Taufe von Jugendlichen und Erwachsenen üblich. Ab dem 19. Jahrhundert wurde der Weiße Sonntag als Termin für die ganze katholische Kirche verbindlich. Seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil sind auch andere Termine in der Osterzeit möglich.

Barmherzigkeitssonntag

Am 30. April 2000 bestimmte Papst Johannes Paul II., dass der Sonntag nach Ostern in der ganzen römisch-katholischen Kirche als Barmherzigkeitssonntag begangen werden soll. Er wird auch Sonntag zur göttlichen Barmherzigkeit oder Fest der Barmherzigkeit Gottes genannt.

Mit dieser Einführung erfüllte Johannes Paul II. einen Wunsch der Ordensfrau Maria Faustyna Kowalska, die er an demselben Tag heiligsprach. Schwester Faustyna berief sich auf Visionen, in denen Jesus Christus ihr mitgeteilt habe, dass ein solches Fest begangen werden solle. In Verbindung mit Beichte und Kommunion kann an diesem Tag ein vollkommener Ablass gewonnen werden.

Der emeritierte Papst Benedikt XVI., der zur Zeit der Einführung als Joseph Ratzinger Präfekt der Glaubenskongregation war, berichtete im Mai 2020 von einem Dissens über den Termin. Die Glaubenskongregation habe den Termin zweimal abgelehnt, weil der traditionsreiche Tag der Osteroktav nicht durch eine neue Botschaft überlagert werden sollte. Schließlich habe man sich darauf geeinigt, beide Anlässe miteinander zu verbinden.

Termine 2019 bis 2033

Da der Weiße Sonntag vom Osterdatum abhängt, liegt er in jedem Jahr auf einem anderen Kalenderdatum. Für die Jahre 2019 bis 2033 nennt der Artikel folgende Termine: 2019: 28. April; 2020: 19. April; 2021: 11. April; 2022: 24. April; 2023: 16. April; 2024: 7. April; 2025: 27. April; 2026: 12. April; 2027: 4. April; 2028: 23. April; 2029: 8. April; 2030: 28. April; 2031: 20. April; 2032: 4. April; 2033: 24. April.

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