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Ostermontag
In der Liturgie der römisch-katholischen Kirche hat der Ostermontag, wie jeder einzelne Tag der Osteroktav, den Rang eines Hochfestes. Als arbeitsfreier Festtag …
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Kern und Stellung des Feiertags
Der Ostermontag ist der zweite Feiertag des Osterfests. In der römisch-katholischen Bezeichnung heißt er lateinisch Feria secunda infra Octavam Paschae, also „Montag in der Osteroktav“. Mit „Osteroktav“ ist die achttägige Festzeit ab Ostersonntag gemeint.
Der Tag gehört, ähnlich wie der Zweite Weihnachtsfeiertag und der Pfingstmontag, zu den in vielen Ländern arbeitsfreien zweiten Feiertagen nach einem besonders wichtigen christlichen Fest. Liturgisch hat der Ostermontag aber einen höheren Rang als die Tage nach Weihnachten und Pfingsten: In der Liturgie der römisch-katholischen Kirche gilt er, wie jeder einzelne Tag der Osteroktav, als Hochfest. Ein Hochfest ist eine Feier mit besonders hohem liturgischem Rang.
Gesetzlicher Feiertag in vielen Ländern
Der Ostermontag wird in mehreren Ländern als gesetzlicher Feiertag begangen. Dazu gehören Andorra, Australien, Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Indonesien, Italien, Irland, Island, Kroatien, Lettland, Liechtenstein, Luxemburg, Monaco, Neuseeland, die Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, San Marino, Schweden, Südafrika, Tschechien, Ungarn sowie das Vereinigte Königreich mit Ausnahme von Schottland.
In einigen Staaten gilt der Feiertag nur in bestimmten Teilen des Landes. Genannt werden Teile Kanadas, Teile der Schweiz, Teile Spaniens sowie Regelungen in Spanien: In Katalonien und Valencia ist der Ostermontag immer Feiertag statt Gründonnerstag, 2026 außerdem in vier weiteren Regionen.
Liturgische Bedeutung und Emmaus-Erzählung
Als arbeitsfreier Festtag ist der Ostermontag ein Überrest einer früher längeren Arbeitsruhe. Diese dauerte einst von Palmsonntag bis zum Weißen Sonntag, endete aber seit dem Hochmittelalter bereits am Mittwoch nach Ostern. Papst Urban VIII. erklärte 1642 die Tage von Ostersonntag bis Dienstag nach Ostern für arbeitsfrei. So stand neben dem „Leidenstriduum“ aus Gründonnerstag, Karfreitag und Karsamstag ein „Auferstehungstriduum“ von Ostersonntag bis Osterdienstag. Später blieb davon nur der Ostermontag als arbeitsfreier Tag erhalten.
Das Tagesevangelium ist Lk 24,13–35. Es erzählt die Auferstehung Jesu Christi aus der Sicht der Emmausjünger. Zwei Jünger Jesu verlassen am dritten Tag nach der Kreuzigung Jerusalem und gehen nach Emmaus. Unterwegs schließt sich ihnen ein unbekannter Mann an. Er fragt nach ihrer Trauer und erklärt ihnen, dass der Messias nach der Schrift leiden musste. In Emmaus laden die Jünger ihn ein. Beim Brotbrechen erkennen sie Jesus; danach verschwindet er vor ihren Augen. Die Jünger kehren noch in der Nacht nach Jerusalem zurück und berichten den dort versammelten Jüngern von ihrem Erlebnis.
Das Brotbrechen Jesu wird in der Theologie auf die Eucharistie bezogen. Eucharistie meint die christliche Feier des Abendmahls. In manchen Konfessionen wird sie in Anlehnung an Apg 2,46 auch „Brotbrechen“ genannt. In der syrisch-orthodoxen Kirche ist der Ostermontag außerdem der Ruhetag aller Verstorbenen und ein Gedenktag für alle Verstorbenen des vorangegangenen Jahres.
Regionale Bräuche
Nach der Matutin des Osterfestes endet das Fasten. Aus diesem Anlass entwickelten sich verschiedene Feiern, darunter sportliche Wettkämpfe und rituelle Feste. Für den Ostermontag entstanden eigene Bräuche, bei denen österliche Symbole wie Wasser und Licht eine Rolle spielen.
Ein wichtiger Brauch ist der Emmausgang oder Emmaus-Osterspaziergang. Er erinnert an den im Evangelium erzählten Weg der beiden Jünger von Jerusalem nach Emmaus, auf dem ihnen der auferstandene Jesus von Nazaret begegnete. Meist beginnt der Emmausgang vor der Pfarrkirche und endet bei einer Kapelle.
In vielen ländlichen Gemeinden Oberbayerns ist der österliche Feldumgang erhalten geblieben. Dabei geht der Bauer, meist zusammen mit allen Hausbewohnern, das Roggen- und Weizensaatfeld ab, das auch Winterfeld genannt wird. In Traunstein im Chiemgau werden am Ostermontag der Georgiritt und der Schwertertanz begangen; dabei wird symbolisch der Winter vertrieben.
In Bern ist seit 1720 ein Ostermontagsumzug nachweisbar. Dabei zogen die Magistraten vom Münster ins Rathaus, und die Handwerke der Küfer und Metzger veranstalteten Umzüge durch die Stadt. Auf der Großen Schanze in Bern fand außerdem bis ins 19. Jahrhundert ein festlicher Wettkampf im Schwingen statt. Weitere lokale Bräuche sind der „Traditionelle Remlinger Eierlauf“ in Remlingen in Unterfranken und die „Schönecker Eierlage“ in Schönecken in der Eifel.