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Ostern
Ostern ist das höchste christliche Fest. Dabei wird der Auferstehung Jesu Christi am dritten Tage nach seinem Tod am Kreuz gedacht. Ostern wird am Sonntag …
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Bedeutung und Termin
Ostern ist das höchste christliche Fest. Christen feiern die Auferstehung Jesu Christi am dritten Tag nach seinem Tod am Kreuz. Die österliche Freudenzeit beginnt in der Nacht zum Ostersonntag und dauert bis Pfingsten.
Ostern ist ein bewegliches Fest: Sein Datum wechselt von Jahr zu Jahr. In der Westkirche fällt der Ostersonntag auf den Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling. Im gregorianischen Kalender liegt er deshalb frühestens am 22. März und spätestens am 25. April. Vom Ostersonntag aus werden alle übrigen beweglichen christlichen Feste berechnet.
Eine erste allgemeinverbindliche Regelung des Ostertermins wurde 325 auf dem Ersten Konzil von Nicäa beschlossen und beruhte auf dem Julianischen Kalender. Papst Gregor XIII. führte 1582 in der Westkirche den gregorianischen Kalender ein. Die meisten Ostkirchen blieben beim Julianischen Kalender; Ausnahmen sind die Finnisch-Orthodoxe Kirche und die Ostsyrische Kirche. Daher können die Ostertermine der westlichen, orthodoxen und altorientalischen Kirchen um bis zu fünf Wochen voneinander abweichen. In diesem Jahrhundert fallen die Termine von Ost- und Westkirche insgesamt nur 27-mal zusammen.
Biblische Grundlage
Die neutestamentliche Osterüberlieferung geht im Kern auf die Jerusalemer Urgemeinde zurück. Ihr Bekenntnis lautet: „Der Herr ist wahrhaftig auferstanden … (und dem Simon erschienen)!“ Nach allen Evangelien ist die Auferweckung Jesu ausschließlich eine Tat Gottes, die kein Mensch beobachtet hat. Beschrieben werden erst ihre Folgen.
Frauen, die Jesu Tod und Grablegung miterlebt hatten, finden sein Grab leer. Engel verkünden ihnen die Auferweckung und senden sie zu Petrus und den übrigen Jüngern. In der vermutlich ältesten Fassung des Markusevangeliums kündigt der Engel ein Wiedersehen mit Jesus in Galiläa an. Die Frauen schweigen zunächst aus Furcht; die späteren Verse des Evangeliums gelten als nachträglich hinzugefügte Zusammenfassung anderer Überlieferungen. Auch Matthäus verlegt das Wiedersehen nach Galiläa. Lukas und Johannes berichten dagegen von Ereignissen in Jerusalem und Umgebung.
Die Begegnung des Auferstandenen mit den versammelten Jüngern am Abend des Ostertages führt sie zum Glauben, stellt ihre Gemeinschaft mit Jesus wieder her und verbindet sich mit dem Auftrag zur weltweiten Mission. Die Namen der ersten Osterzeugen waren für die Urchristen besonders wichtig. Paulus von Tarsus ordnete sich als Letzter in diese Reihe ein: Er berichtete, Jesus sei ihm während seiner Zeit als Christenverfolger erschienen und habe ihn zum Völkerapostel berufen.
Der dritte Tag und das Pessach
Das wohl älteste christliche Glaubensbekenntnis sagt, Jesus sei „am dritten Tag gemäß der Schrift“ von den Toten erweckt worden. Die Evangelien berichten, dass das leere Grab am „ersten Tag der Woche“ entdeckt wurde. Dieser Tag folgte auf den Schabbat nach der Kreuzigung. Nach damaliger jüdischer Zählweise wurden auch nur teilweise betroffene Zeitabschnitte als ganze Tage gerechnet: Der Kreuzigungstag zählt als erster, der Schabbat als zweiter und der Ostersonntag als dritter Tag.
Der „dritte Tag“ erinnert zugleich an Texte des Tanach, der hebräischen Bibel. Dort bezeichnet er häufig einen entscheidenden Zeitpunkt, eine Rettung aus Todesnot oder eine von Gott bewirkte Wende zum Heil. Die Evangelien verwenden sowohl „am dritten Tag“ als auch „nach drei Tagen“. Das Rätselwort vom „Zeichen des Jona“ nennt allerdings „drei Tage und drei Nächte“ und stimmt damit nicht mit dem Osterdatum überein. Das Wort vom Wiederaufbau des abgerissenen Tempels „in drei Tagen“ deuteten die Urchristen auf Jesu Tod und Auferstehung.
Ostern ist eng mit dem jüdischen Pessach verbunden. Nach den synoptischen Evangelien wurde Jesus am 15. Nisan, dem Hauptfesttag des Pessach, gekreuzigt. Nach dem Johannesevangelium starb er dagegen am 14. Nisan, als im Jerusalemer Tempel die Pessachlämmer geschlachtet wurden. Diese unterschiedliche Datierung wird nicht aufgelöst.
Das Urchristentum verband Jesu Tod mit der Leidensgeschichte und Befreiungshoffnung Israels. Seine Auferstehung galt als Bestätigung dieser Hoffnung und als ihre erwartete Ausweitung auf alle Völker. Die christliche Eucharistie, die Feier mit Brot und Wein, geht auf Jesu letztes Abendmahl zurück, das bei den Synoptikern ein Pessachmahl ist. Das „Lamm Gottes“ erinnert an die bis 70 n. Chr. im Tempel geopferten Pessachlämmer. Christus wurde als „wahres Pascha-Opfer“ verstanden: „Als unser Paschalamm ist Christus geopfert worden.“
Festkreis und Gottesdienste
In der Alten Kirche wurde Ostern zunächst in der Nacht vor dem Ostersonntag als Einheit von Leiden und Auferstehung gefeiert. Nach der Anerkennung des Christentums durch Kaiser Konstantin I. in der Mailänder Vereinbarung von 313 entwickelte sich das Triduum Sacrum oder Triduum paschale, die Feier der drei heiligen Tage. Sie reicht vom Gedächtnis des letzten Abendmahls am Gründonnerstagabend über Karfreitag und Karsamstag bis zum Ostersonntag, dem „Sonntag der Auferstehung“.
Der österliche Festkreis beginnt in den westlichen Kirchen seit 1091 mit dem Aschermittwoch. Es folgt eine 40-tägige Fastenzeit, auch österliche Bußzeit genannt. Sie erinnert an die 40 Jahre der Israeliten in der Wüste und an Jesu 40-tägiges Fasten und Beten in der Wüste. Im Westen endet sie am Karsamstag. Das östliche Christentum zählt die Sonntage mit, behandelt aber die Woche vor Ostern als eigenen Zeitraum.
Die Karwoche beginnt mit dem Palmsonntag und dem Gedenken an Jesu Einzug in Jerusalem. Am Gründonnerstag wird das letzte Abendmahl gefeiert, am Karfreitag des Kreuzestodes gedacht und am Karsamstag der Grabesruhe. Am Ostersonntag folgt die Feier der Auferweckung. Die westkirchliche Theologie versteht Leiden, Tod, Auferstehung, Himmelfahrt und Erhöhung Christi als Einheit. In der römisch-katholischen und altkatholischen Theologie heißt sie „Pascha-Mysterium“.
In der Osternacht wird das Osterfeuer gesegnet. An ihm entzündet der Priester die Osterkerze und trägt sie in die dunkle Kirche. Weil Ostern in den ersten christlichen Jahrhunderten der ordentliche Tauftermin war, gehören die Weihe des Taufwassers und häufig Taufen zur Feier. Die Nachtwache endet idealerweise bei Sonnenaufgang mit der Eucharistie, wird heute aber oft schon nach Einbruch der Dunkelheit am Vorabend gefeiert. Im römischen Ritus gibt es daneben die „Messe am Tage“ am Ostersonntag.
Die Ostkirchen bewahrten die Nachtwache vom Abend bis zum Morgen. Im Westen war lange das Hochamt am Ostersonntag der Höhepunkt; Papst Pius XII. hob 1955 durch eine Reform die Osternacht wieder stärker hervor. Am Ostersonntag spendet der Papst nach der Messe auf dem Petersplatz den eigenständigen Segen Urbi et orbi von der Benediktionsloggia des Petersdoms. Gewöhnlich nehmen über 100.000 Menschen teil; mehr als 150 Fernsehsender übertragen ihn live.
Bräuche und Symbole
Zu den verbreitetsten Bräuchen gehören bunt bemalte Ostereier, Süßigkeiten und kleine Geschenke, die für Kinder versteckt und dem Osterhasen zugeschrieben werden. Zweige und Gartenbäume werden mit Eiern geschmückt; Kuchen werden als Hasen oder Lämmer gebacken. Zu den Spielen mit Eiern zählen Ostereiertitschen, Eierpecken, Ostereierschieben und Ostereierwerfen. Osterfeuer sind von der Osternacht bis zum Ostermontag auch außerhalb eines ausdrücklich christlichen Zusammenhangs verbreitet.
In katholischen und vielen evangelischen Gemeinden schweigen die Glocken zwischen Karfreitag und Osternacht. Mancherorts rufen Kinder und Jugendliche mit Ratschen oder Klappern zu Gebet und Gottesdienst. In Frankreich, Österreich und katholisch geprägten Teilen Deutschlands erzählt man Kindern, die Glocken flögen nach Rom und brächten bei ihrer Rückkehr Süßigkeiten mit. Bei der Speisensegnung werden traditionelle Speisen wie Schinken, Würste, Meerrettich und Eier gesegnet.
Viele Bräuche unterscheiden sich regional. In Polen werden am Karsamstag Speisen für das Osterfrühstück gesegnet; am Ostermontag bespritzt man sich gegenseitig mit Wasser. In mehreren orthodox geprägten Ländern werden Eier rot gefärbt: Die Farbe steht für das durch Christi Opfer erworbene neue Leben. In Griechenland lautet der Ostergruß „Christus ist auferstanden!“, worauf „Er ist wahrhaftig auferstanden!“ geantwortet wird.
In der sorbisch-katholischen Oberlausitz verkünden Prozessionen beim Osterreiten singend die Auferstehung. An neun sorbischen Prozessionen nehmen jährlich etwa 1.500 Reiter teil. In slawisch geprägten Gebieten werden Eier kunstvoll bemalt, mit Wachs verziert oder durch Kratz- und Ritztechniken gestaltet. Weitere Formen sind Prozessionen in Italien, Spanien und Mexiko, das Eierrollen im Vereinigten Königreich und am Weißen Haus sowie die New Yorker Easter Parade. In Australien ersetzt teilweise der Kaninchennasenbeutler Bilby den Osterhasen. Auf der Südhalbkugel fällt Ostern in den Herbst, weshalb dort manchmal durch Blumenschmuck eine frühlingshafte Stimmung nachgebildet wird.
Besondere Entwicklungen
Die COVID-19-Pandemie veränderte die Osterfeiern 2020 weltweit. Im Vatikan fanden keine Präsenzveranstaltungen mit Gläubigen statt. Deutschland, Österreich und die Schweiz untersagten Gottesdienste mit anwesenden Gemeinden; möglich waren nur online oder im Fernsehen übertragene Feiern. In der Oberlausitz fiel das Osterreiten erstmals seit mehr als 400 Jahren aus.
2021 baten die deutsche Bundesregierung und die Ministerpräsidenten darum, Gottesdienste möglichst nicht in Präsenz abzuhalten. Nach Kritik wurde diese Bitte zurückgezogen.
Lernvideos zu Ostern
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