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Karsamstag
Die Christen gedenken am Karsamstag, dem Tag der Grabesruhe Jesu Christi ... In vielen Kirchen wird am Karfreitag nach der Feier vom Leiden und Sterben Christi …
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Bedeutung des Tages
Der Karsamstag oder Karsonnabend ist der letzte Tag der Karwoche und der zweite Tag des österlichen Triduums. Auf ihn folgt der Ostersonntag. Regional wird er auch „stiller Samstag“ genannt. Im Mittelpunkt steht die Grabesruhe Jesu Christi: Christinnen und Christen gedenken daran, dass Jesus nach seiner Kreuzigung im Grab ruhte.
Zum Karsamstag gehört außerdem der Glaube an den Abstieg Christi in die Unterwelt. Nach 1 Petr 3,19 habe Christus dort die Seelen der Gerechten seit Adam aus dem Limbus patrum befreit. Der Tag ist deshalb von Trauer, Stille, Fasten, Gebet und Erwartung der Auferstehung geprägt.
Abgrenzung zu Ostersamstag
Die umgangssprachliche Bezeichnung des Karsamstags als „Ostersamstag“ oder „Ostersonnabend“ entspricht nicht der kirchlichen Tradition. Im christlichen Sprachgebrauch ist der Ostersamstag der Samstag der Osteroktav, also der Tag vor dem Weißen Sonntag und damit eine Woche nach Ostern.
Gottesdienstliche Ordnung
Am Karsamstag erwartet die Kirche mit Fasten und Gebet die Auferstehung Christi, die an Ostern gefeiert wird. Sakramente, die mit Festfreude verbunden sind, werden an diesem Tag nicht gespendet. Insbesondere findet keine Eucharistiefeier statt. Die heilige Kommunion wird nur als Wegzehrung, also als Sterbekommunion, gereicht.
In der evangelischen Tradition ist die liturgische Farbe des Tages Schwarz. Besonders an Kathedral- und Abteikirchen werden am Morgen des Gründonnerstags, Karfreitags und Karsamstags feierliche Karmetten mit der Gemeinde gesungen. Karmetten sind besondere Gebets- und Gesangsfeiern in der Karwoche.
Zeichen in der Kirche
Der Altar ist am Karsamstag nicht mit Altartuch, Kerzen oder Blumen geschmückt. Er zeigt den nackten Stein als Zeichen für Christus, den „Eckstein“. In den Kirchen ist zur Verehrung durch die Gläubigen immer das Kreuz aufgestellt. Häufig gibt es zusätzlich eine Ikone des Abstiegs Christi in die Unterwelt oder eine Pietà, auch Vesperbild genannt, die Maria mit dem toten Christus zeigt.
Vom Moment der Enthüllung des Kreuzes in der Feier vom Leiden und Sterben Christi bis zur Osternacht wird das Kreuz beim Vorüberschreiten durch eine doppelte oder einfache Kniebeuge geehrt. Diese Form der Verehrung entspricht sonst der Verehrung des ausgesetzten Allerheiligsten.
Heiliges Grab und Osternacht
In vielen Kirchen wird am Karfreitag nach der Feier vom Leiden und Sterben Christi ein „Heiliges Grab“ errichtet. Es enthält ein niedergelegtes Kreuz oder ein Bild des im Grab ruhenden Christus. Gläubige besuchen dieses Heilige Grab am Abend des Karfreitags und am Karsamstag, dem Tag der Grabesruhe des Herrn.
Bei Katholiken endet der Karsamstag mit dem Beginn der Feier der Osternacht. Diese Feier ist eine Nachtwache, also eine Vigil, und gehört bereits zur Liturgie des Ostersonntags. Da die Osternacht ganz im Dunkeln gefeiert werden soll, darf sie frühestens am Abend des Karsamstags nach Einbruch der Dunkelheit beginnen.