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Osterdatum

Ostern ist als Feier der Auferstehung Jesu Christi von den Toten das wichtigste und älteste Fest der Christen. Inhaltsverzeichnis. 1 Konkrete Festlegung; 2 …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Grundregel und Bedeutung
  2. 2. Biblischer Bezug und frühe Unterschiede
  3. 3. Vereinheitlichung und alexandrinische Rechnung
  4. 4. Gregorianische Reform und Berechnungsmethoden
  5. 5. West- und Ostkirchen

Grundregel und Bedeutung

Das Osterdatum bezeichnet den Sonntag, an dem das Osterfest gefeiert wird. Ostern erinnert an die Auferstehung Jesu Christi und gilt als ältestes und wichtigstes christliches Fest. Von seinem Datum hängen fast alle anderen beweglichen Feiertage des Kirchenjahres sowie weitere Festtage ab.

Die Grundregel lautet: Ostersonntag ist der erste Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling. Für die kirchliche Berechnung gelten jedoch nicht die exakten astronomischen Zeitpunkte. Der Frühlingsbeginn wird immer auf den 21. März festgelegt, obwohl das astronomische Äquinoktium auch auf den 19. oder 20. März fallen kann. Ebenso verwendet man berechnete, zyklische Vollmonddaten statt des beobachteten astronomischen Vollmonds. Fällt der kirchliche Frühlingsvollmond selbst auf einen Sonntag, wird Ostern erst am folgenden Sonntag gefeiert.

Im gregorianischen Kalender kann Ostersonntag deshalb frühestens auf den 22. März und spätestens auf den 25. April fallen. Der früheste Fall tritt ein, wenn der kirchliche Vollmond am Samstag, dem 21. März, liegt. Der späteste Termin ergibt sich aus den Regeln für einen sehr späten Frühlingsvollmond. Insgesamt sind 35 Ostertermine möglich.

Biblischer Bezug und frühe Unterschiede

Ausgangspunkt der Osterdatierung ist das jüdische Pessachfest, in dessen zeitlicher Nähe Jesus nach den Evangelien gekreuzigt wurde. Der jüdische Kalender ist ein Lunisolarkalender, der Mondmonate mit dem Sonnenjahr verbindet. Pessach dauert vom 15. bis zum 22. Nisan; der 14. Nisan ist der vorbereitende Sederabend beziehungsweise Erev Pessach.

Die Evangelien stimmen beim genauen Datum des Todes Jesu nicht überein. Nach dem Johannesevangelium war der Todestag der 14. Nisan, der Rüsttag zu Pessach. Nach den synoptischen Evangelien war das Letzte Abendmahl ein Sedermahl, sodass die Kreuzigung am 15. Nisan stattgefunden hätte. Einheitlich ist dagegen die Abfolge: letztes Mahl am Donnerstagabend, Kreuzigung und Tod am Freitag, Grabesruhe am Sabbat und Auferstehung am Sonntag. Teile der frühen Christenheit rechneten daher mit dem 14. Nisan als Kreuzigungstag und dem 16. Nisan als Auferstehungstag. Auch moderne Historiker halten diese Daten für die wahrscheinlichsten.

Mit der Ausbreitung des Christentums konnten sich viele Gemeinden nicht mehr auf die Bekanntgabe der jüdischen Monatsanfänge durch den Hohen Rat verlassen. Nach der Zerstörung des Jerusalemer Tempels im Jahr 70 n. Chr. verstärkte sich dieses Problem. Zur Bestimmung des Ostertermins orientierte man sich deshalb am ersten Vollmond seit Frühlingsanfang, der grundsätzlich dem 14. Nisan beziehungsweise in Jahren mit Schaltmonat dem 14. Adar II entsprach.

In den ersten Jahrhunderten bestanden unterschiedliche Praktiken. Die besonders in Kleinasien verbreiteten Quartodezimaner feierten am 14. Nisan, unabhängig vom Wochentag, und gedachten vor allem der Kreuzigung. Die Protopaschisten in Syrien, Mesopotamien und einem Teil Kilikiens feierten dagegen am Sonntag nach Pessach. Weil die jüdische Kalenderrechnung das Frühlingsäquinoktium nicht streng berücksichtigte, lag ihr Osterfest häufig einen Monat vor dem Osterfest anderer Christen.

Vereinheitlichung und alexandrinische Rechnung

Das Erste Konzil von Nicäa legte im Jahr 325 die Grundlage für eine einheitliche Feier. Der genaue Wortlaut seines Beschlusses ist nicht erhalten. Aus einem Schreiben Kaiser Konstantins lässt sich jedoch entnehmen, dass Ostern nach dem auf den 21. März festgelegten Frühlingsanfang und an einem Sonntag nach dem jüdischen Pessach gefeiert werden sollte. Damit wurde die sonntägliche Feier bestätigt und die Praxis der Quartodezimaner verworfen.

Ein konkretes Rechenverfahren beschloss das Konzil offenbar nicht. In Alexandria, dem damaligen wissenschaftlichen Zentrum, war jedoch bereits eine vergleichsweise einfache und genaue zyklische Osterrechnung entwickelt worden. Eine zyklische Berechnung erlaubt es, Ostertermine viele Jahre im Voraus festzulegen, statt jeweils aktuelle Himmelsbeobachtungen abzuwarten.

In Rom wurde zunächst ein 84-Jahre-Zyklus verwendet, in Alexandria dagegen der genauere 19-jährige Meton-Zyklus. Dabei entsprechen 19 Sonnenjahre ungefähr 235 Mondmonaten. Im julianischen Verfahren ergeben sich 19 wiederkehrende Daten für den Frühlingsvollmond zwischen dem 21. März und dem 18. April. Der folgende Sonntag ist Ostern.

Die alexandrinische Methode setzte sich erst allmählich durch. Um 530 erstellte Dionysius Exiguus Ostertafeln nach diesen Regeln. Er führte die Tafeln des Eusebius von Caesarea bis 531 fort und begann 532 einen neuen Zyklus. Seine Tafeln enthielten die Jahre 532 bis 627. Beda Venerabilis erweiterte sie 725 auf den gesamten Zyklus von 532 bis 1063 und setzte die Methode als allgemeinverbindlich durch. Seit der Mitte des 8. Jahrhunderts feierten die Christen Ostern damit grundsätzlich nach derselben Berechnung.

Im julianischen Kalender wiederholt sich die Folge der Ostertermine nach 532 Jahren. Diese Zahl entsteht als kleinstes gemeinsames Vielfaches des 19-jährigen Mondzirkels, der Siebentagewoche und der vierjährigen Schaltperiode: 19 × 7 × 4 = 532. Da der festgelegte Frühlingsbeginn und der zyklische Vollmond nicht immer den astronomischen Ereignissen entsprechen, entstehen sogenannte Osterparadoxien: Das kirchlich berechnete Datum weicht dann vom astronomisch erwarteten Termin ab.

Gregorianische Reform und Berechnungsmethoden

Reinher von Paderborn kritisierte 1171 im „Computus emendatus“, dass die etablierte Rechnung dem jüdischen Kalender nicht genau folge. Der Computus rechnete mit einer mittleren Jahreslänge von 365,2500 Tagen, während Reinher für den jüdischen Kalender 365,2468 Tage angab. Daraus ergab sich ungefähr alle 314 Jahre eine Abweichung von einem Tag. Sein verbessertes zyklisches Verfahren wurde jedoch nicht offiziell übernommen.

Bei der gregorianischen Kalenderreform von 1582 wurde die Rechnung an eine Jahreslänge von 365,2425 Tagen angepasst. Außerdem korrigierte man den Fehler der Näherung 235 Mondmonate = 6939,75 Tage. Die Sonnengleichung lässt gelegentlich einen Schalttag ausfallen; durch die Mondgleichung wird das berechnete Vollmonddatum gelegentlich um einen Tag vorverlegt.

Im reformierten Verfahren können grundsätzlich alle 30 Tage vom 21. März bis zum 19. April als zyklische Vollmonddaten auftreten. Ohne Zusatzregel wäre daher der 26. April als Ostersonntag möglich. Zwei Ausnahmen bewahren die traditionelle Obergrenze vom 25. April:

  • Liegt der zyklische Vollmond am 19. April, wird er auf den 18. April zurückverlegt.
  • Tritt in derselben Periode des Mondzirkels außerdem der 18. April als Vollmonddatum auf, wird dieser Termin auf den 17. April vorverlegt.

Der gregorianische Osterzyklus umfasst theoretisch 5.700.000 Jahre. Über einen so langen Zeitraum würden sich allerdings auch seine Ergebnisse vollständig von den astronomischen Verhältnissen entfernen.

Die mittelalterliche Osterrechnung heißt „computus paschalis“ und verwendet Hilfsgrößen und Tabellen. Carl Friedrich Gauß fasste den Computus in algebraische Formeln, die ohne Kenntnis der dahinterliegenden Tabellenrechnung benutzt werden können; seine Osterformel ist auf den julianischen und den gregorianischen Kalender anwendbar. Eine weitere, Harold Spencer Jones zugeschriebene Formel berechnet das gregorianische Osterdatum ohne ausdrücklich anzuwendende Ausnahmeregel. Nach Jean Meeus erschien sie 1922 in Spencer Jones’ „General Astronomy“; eine Veröffentlichung von 1977 nennt jedoch bereits Butchers „Ecclesiastical Calender“ von 1876 als Quelle.

West- und Ostkirchen

In der Westkirche kommt der frühestmögliche Termin, der 22. März, sehr selten vor: seit der Reform von 1582 in den Jahren 1598, 1693, 1761 und 1818, das nächste Mal 2285. Statistisch tritt er etwa einmal in 200 Jahren auf. Der späteste Termin, der 25. April, fiel auf die Jahre 1666, 1734, 1886 und 1943 und wird 2038 wieder erreicht. Seine statistische Häufigkeit beträgt 0,737 Prozent. Nach ISO 8601 kann Ostersonntag auf den letzten Tag der Kalenderwochen 12 bis 17 fallen; Kalenderwoche 17 tritt nur ein- bis zweimal in einem 400-Jahreszyklus und nur in Schaltjahren auf.

Fast alle orthodoxen Kirchen verwenden für Ostern weiterhin den unreformierten julianischen Kalender und die zugehörige Osterrechnung. Ausnahmen sind die finnische orthodoxe Kirche und ein Teil der unierten Kirchen. Einige Kirchen, etwa in Griechenland und Bulgarien, benutzen für feste Feiertage den neujulianischen Kalender, der bis 2799 mit dem gregorianischen übereinstimmt, halten für bewegliche Feiertage aber am julianischen Verfahren fest. Zusätzlich gilt in den Ostkirchen, dass Ostern nicht vor Pessach liegen darf. Wegen der Verschiebung des julianischen Kalenders ist eine gesonderte Anwendung dieser Regel seit Jahrhunderten praktisch nicht mehr erforderlich. Orthodoxes Ostern kann bis zu fünf Wochen später als das westliche stattfinden.

Gleiche Termine in West- und Ostkirchen entstehen zufällig. Sie treten ein, wenn das julianisch berechnete Datum 13 Tage früher liegt als das gregorianische Datum; dieser Kalenderabstand gilt gegenwärtig bis 2099. So war der orthodoxe Termin 2010 der 22. März julianisch und der westliche der 4. April gregorianisch. 2014 entsprachen sich der 7. April julianisch und der 20. April gregorianisch.

1923 beschloss ein orthodoxer Kongress in Konstantinopel grundsätzlich den neujulianischen Kalender und schlug für Ostern eine astronomische Berechnung von Frühlingsanfang und Vollmond nach Jerusalemer Ortszeit vor. Diese Osterregel wurde nicht umgesetzt. Auch ein Versuch der Konferenz von Aleppo 1997, ab 2001 einen gemeinsamen Termin einzuführen, scheiterte vor allem an Bedenken der Ostkirchen: Ihre Termine hätten sich sofort und teilweise deutlich verändert, während die Westkirche erst ab 2019 und nur in wenigen Jahren betroffen gewesen wäre. Zudem hätte die orthodoxe Zusatzregel zum Pessach aufgegeben werden müssen. Papst Franziskus sprach sich im Juni 2015 für einen festen gemeinsamen Termin, beispielsweise den zweiten Sonntag im April, aus; zuvor hatte Tawadros II., der koptische Patriarch von Alexandrien, einen gemeinsamen Termin angeregt.

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