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Opportunitätserlös
Ein weiteres Beispiel ist die Entscheidung zwischen Eigenfertigung oder Fremdbezug, wobei die Eigenfertigung höhere Gesamtkosten verursacht als der Fremdbezug …
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Bedeutung und Abgrenzung
Opportunitätserlöse sind in der Betriebswirtschaftslehre keine echten Erlöse im Sinne der Gewinn- und Verlustrechnung. Sie bezeichnen Kostenersparnisse: Kosten, die nicht entstehen, weil ein Entscheidungsträger eine bestimmte Alternative wählt. Der Gegenbegriff sind Opportunitätskosten.
Wolfgang Männel entwickelte den Begriff des Opportunitätserlöses 1971 in Anlehnung an die Opportunitätskosten.
Typische Entscheidungen
Opportunitätserlöse entstehen, wenn bei der Entscheidung gegen eine Handlungsalternative bestimmte Kosten nicht anfallen.
Entscheidet sich ein Unternehmen für die Installation eines Qualitätsmanagements, können Fehlerkosten oder Fehlerfolgekosten infolge von Qualitätsmängeln ganz wegfallen oder geringer ausfallen. Die dadurch ersparten Kosten sind Opportunitätserlöse.
Auch bei der Wahl zwischen Eigenfertigung und Fremdbezug können Opportunitätserlöse auftreten. Verursacht die Eigenfertigung höhere Gesamtkosten als der Fremdbezug, gelten die niedrigeren Kosten des Fremdbezugs als Opportunitätserlöse.
Bedeutung im Rechnungswesen
Die Berücksichtigung von Opportunitätserlösen im Rechnungswesen ist umstritten. Nach einer Auffassung gehören sie zu den kalkulatorischen Erlösen im weiteren Sinne, weil sie sich nicht unmittelbar aus den Herstellkosten ableiten lassen. Eine andere Auffassung ordnet eingesparte Herstellkosten als Opportunitätserlöse den Zugängen im Lagerbestand oder eingesparte Vernichtungskosten der Weiterverarbeitung zu.
Entscheidend ist: Opportunitätserlöse sind keine pagatorischen Erlöse, also keine tatsächlich erzielten Erlöse mit Zahlungsvorgang. Sie gehören deshalb zu den kalkulatorischen Erlösen und sind Bestandteil des internen Rechnungswesens.