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Wolfgang Männel

September 2006) war ein deutscher Wirtschaftswissenschaftler und Professor für Betriebswirtschaftslehre mit den Schwerpunkten Rechnungswesen und Controlling.

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Einordnung
  2. 2. Leben und akademischer Weg
  3. 3. Ämter und Praxisbezug
  4. 4. Forschungsschwerpunkte
  5. 5. Veröffentlichungen

Einordnung

Wolfgang Männel (* 18. Oktober 1937 in Falkenstein/Vogtl.; † 26. September 2006) war ein deutscher Wirtschaftswissenschaftler. Er war Professor für Betriebswirtschaftslehre und arbeitete vor allem zu Rechnungswesen und Controlling. Betriebswirtschaftslehre untersucht wirtschaftliche Entscheidungen in Unternehmen und anderen Organisationen; Rechnungswesen meint die systematische Erfassung und Auswertung wirtschaftlicher Vorgänge; Controlling unterstützt Planung, Steuerung und Kontrolle von Entscheidungen.

Männels Bedeutung liegt vor allem in seinen Arbeiten zur Kostenrechnung, zur Erlösrechnung, zum Ergebniscontrolling sowie zur Anlagenwirtschaft und Instandhaltung. Kostenrechnung untersucht, welche Kosten in einem Betrieb entstehen und wie sie Entscheidungen beeinflussen. Erlösrechnung befasst sich mit den Einnahmen beziehungsweise Erlösen. Ergebniscontrolling verbindet Kosten und Erlöse, um den wirtschaftlichen Erfolg zu planen und zu kontrollieren. Anlagenwirtschaft meint den Umgang mit technischen Anlagen eines Betriebs, Instandhaltung die Maßnahmen, mit denen Anlagen funktionsfähig gehalten oder wiederhergestellt werden.

Leben und akademischer Weg

Männel wurde 1937 als Sohn eines Unternehmers und seiner Ehefrau geboren. Von 1958 bis 1962 studierte er Betriebswirtschaftslehre an der Wirtschaftshochschule Mannheim. 1963 folgte er seinem akademischen Lehrer Paul Riebel an die Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main. Dort promovierte er 1967 über Wirtschaftlichkeitsfragen der Anlagenerhaltung.

1971 entwickelte Männel den Begriff des Opportunitätserlöses in Anlehnung an die Opportunitätskosten. Opportunitätskosten bezeichnen den entgangenen Nutzen einer nicht gewählten Alternative; der Opportunitätserlös überträgt diese Denkweise auf Erlöse. 1972 wurden ihm wegen zahlreicher Buch- und Aufsatzveröffentlichungen habilitationsgleiche Leistungen testiert. Danach ernannte ihn die Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main zum Professor für Betriebswirtschaftslehre.

1973 folgte Männel einem Ruf an die damals neu gegründete Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Dortmund. Dort war er ordentlicher Professor für Betriebswirtschaftslehre und leitete den Lehrstuhl für Industriebetriebslehre und Fertigungswirtschaft. Dieser Lehrstuhl wurde später in „Industriebetriebslehre und industrielles Rechnungswesen“ umbenannt.

1982 nahm er einen Ruf an die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg an. Dort hatte er den Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Rechnungswesen und Controlling. Er starb kurz nach seiner Emeritierung am 26. September 2006.

Ämter und Praxisbezug

Neben seiner Forschung und Lehre übernahm Männel verschiedene akademische und fachliche Aufgaben. An Universitäten war er unter anderem Dekan, Prodekan und Senator. Außerdem war er Vorsitzender des Arbeitskreises „Anlagenwirtschaft“ der Schmalenbach-Gesellschaft Deutsche Gesellschaft für Betriebswirtschaft. Er arbeitete im Wissenschaftlichen Beirat des Deutschen Komitees Instandhaltung (DKIN) mit und war Mitglied des DKIN-Arbeitskreises „Instandhaltung im Krankenhaus“.

Weitere Aufgaben betrafen die Hochschulpolitik. Männel war Mitglied der Studienreformkommission des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultätentages. Ab 1981 war er stellvertretender Vorsitzender und von 1984 bis 1985 Vorsitzender dieses Fakultätentages.

Männel wirkte auch als Herausgeber und Gutachter. Von 1976 bis 2002 gab er die Fachzeitschrift „Kostenrechnungspraxis – Zeitschrift für Controlling, Accounting und System-Anwendungen“ im Gabler-Verlag heraus. Außerdem erstellte er wissenschaftliche Gutachten zu kostenrechnerischen, investitionsrechnerischen und bilanzierungsrelevanten Fragen, unter anderem für Landesverbände, das Bundesforschungsministerium, Wirtschaftsunternehmen und die Energiewirtschaft. Er war zudem Herausgeber der Schriftenreihe „Anlagenwirtschaft“ im Verlag TÜV Rheinland.

Seit 1976 konzipierte und moderierte er zahlreiche Fachveranstaltungen für die Praxis. Thematisch ging es einerseits um Kostencontrolling, Kostenmanagement, Ergebniscontrolling und Controlling-Softwaresysteme, andererseits um integrierte Anlagenwirtschaft, besonders um Instandhaltung. Dadurch verband er wissenschaftliche Betriebswirtschaftslehre mit praktischen Problemen von Unternehmen und Institutionen.

Forschungsschwerpunkte

Männels Forschung umfasste mehrere Grundgebiete der Betriebswirtschaftslehre. Ein zentrales Feld war das Rechnungswesen einschließlich Bilanzierung. Bilanzierung bezeichnet die Darstellung von Vermögen, Schulden und Erfolg in Abschlüssen. Eng damit verbunden waren Kostenrechnung, Kostencontrolling und Kostenmanagement. Kostencontrolling dient der Steuerung und Kontrolle von Kosten; Kostenmanagement zielt darauf, Kosten aktiv zu beeinflussen.

Ein weiterer Schwerpunkt war die Deckungsbeitragsrechnung. Dabei werden Erlöse den variablen Kosten gegenübergestellt, um zu erkennen, welchen Beitrag ein Produkt, Auftrag oder Bereich zur Deckung fixer Kosten und zum Gewinn leistet. Männel beschäftigte sich außerdem mit Ergebniscontrolling, also der Planung und Überwachung wirtschaftlicher Ergebnisse.

Weitere Themen waren Investitionscontrolling und wertorientiertes Controlling. Investitionscontrolling unterstützt Entscheidungen über langfristige Anschaffungen oder Projekte. Wertorientiertes Controlling richtet die Steuerung an wirtschaftlichen Wertgrößen aus. Männel untersuchte außerdem Outsourcing und Entscheidungen zwischen Eigenfertigung und Fremdbezug, also die Frage, ob ein Unternehmen Leistungen selbst erbringen oder von außen beziehen soll.

Wichtig war auch der Bereich Anlagenwirtschaft und Instandhaltung. Dazu gehören Planung, Pflege, Reparatur, Ersatz und Kontrolle von technischen Anlagen. Zusätzlich arbeitete Männel zu Produktion, Einkauf, Materialwirtschaft und Logistik sowie zu besonderen Anwendungsbereichen wie öffentlichen Betrieben, Energiewirtschaft und Gesundheitswesen.

Veröffentlichungen

Männel veröffentlichte zahlreiche Bücher, Aufsätze und Gutachten. Im Themenkreis Kostenrechnung und Rechnungswesen behandelte er unter anderem Entscheidungen zwischen Eigenfertigung und Fremdbezug, Kundenskonti, Mengenrabatte, Erlösschmälerungen, Kostenrechnung, Preisobergrenzen im Einkauf, Logistik-Controlling und Entwicklungsperspektiven der Kostenrechnung. Zu den genannten Büchern gehören „Die Wahl zwischen Eigenfertigung und Fremdbezug“ (2., überarbeitete und erweiterte Auflage 1981), „Selbermachen oder kaufen?“ (1969), „Kundenskonti im Rechnungswesen“ (1971), „Mengenrabatte in der entscheidungsorientierten Erlösrechnung“ (1974), „Erlösschmälerungen“ (1975), gemeinsam mit Siegfried Hummel „Kostenrechnung Band I“ (4., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage 1986) und „Kostenrechnung Band II“ (3. Auflage 1978), außerdem das „Handbuch Kostenrechnung“ (1992) und „Logistik-Controlling – Konzepte, Instrumente, Wirtschaftlichkeit“ (1993).

In seinen Aufsätzen behandelte er unter anderem Opportunitätserlöse, Deckungsbeitragsrechnung, entscheidungsorientierte Erlösrechnung, Einzelkosten- und Deckungsbeitragsrechnung, interne Rechnungslegung öffentlicher Unternehmungen und Verwaltungen, Kostenrechnung in der ambulanten Krankenversorgung, Kostenmanagement, integriertes Ergebniscontrolling und Fragen der Strompreis- beziehungsweise Netzentgeltkalkulation.

Im Themenkreis Anlagenwirtschaft und Instandhaltung veröffentlichte Männel Bücher wie „Wirtschaftlichkeitsfragen der Anlagenerhaltung“ (1968), „Wahl zwischen Eigen- und Fremdinstandhaltung“ (1982), „Praxiskonzepte EDV-gestützter Instandhaltung“ (1987), „Integrierte Anlagenwirtschaft“ (1988), „Perspektiven, Führungskonzepte und Instrumente der Anlagenwirtschaft“ (1989) und „Moderne Software-Lösungen für die Instandhaltung“ (1990). Seine Aufsätze in diesem Bereich behandelten vorbeugende Instandhaltung, Koordination von Reparaturterminen, Zeitbedarfsplanung, organisatorische Einordnung der Anlagenwirtschaft, Wechselwirkungen zwischen Anlagenwirtschaft, Planung und Unternehmenserfolg, Arbeitsschutz bei Instandhaltungsarbeiten, Instandhaltungskosten, Benchmarking der Instandhaltung und Controllinginstrumente für das Instandhaltungsmanagement.

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