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Olympische Spiele
Olympiade (die XXXIII. Olympiade begann am 1. Januar 2024 und dauert bis 31. Dezember 2027) heißen. Die Olympischen Spiele sind in ihrem Umfang stetig gewachsen …
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Grundidee und Entwicklung
Die Olympischen Spiele sind regelmäßig ausgetragene internationale Sportwettkämpfe und umfassen Olympische Sommerspiele und Olympische Winterspiele. Athleten und Mannschaften aus fast allen Ländern treten in verschiedenen Sportarten gegeneinander an. Organisiert werden die Spiele vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC). Neben der Fußball-Weltmeisterschaft gelten sie als größtes Sportereignis der Welt.
Eine Olympiade ist nicht dasselbe wie die Olympischen Spiele, sondern ein Zeitraum von vier Kalenderjahren. Die erste neuzeitliche Olympiade begann am 1. Januar 1896. Die XXXIII. Olympiade dauert beispielsweise vom 1. Januar 2024 bis zum 31. Dezember 2027. Nach diesen Zeiträumen werden die Sommerspiele offiziell benannt.
Die antiken Spiele in Olympia entstanden vermutlich im 2. Jahrtausend v. Chr.; rekonstruierte Siegerlisten reichen bis 776 v. Chr. zurück. Sie waren vor allem ein religiöses Fest zu Ehren von Zeus und Pelops. Anfangs bestand das Programm nur aus einem Lauf über 192,24 Meter, später aus 18 Wettkämpfen unter anderem in Leichtathletik, Schwerathletik, Pentathlon und Reiten. Sieger erhielten einen Kranz aus Ölbaumzweigen, den Kotinos. Die teils äußerst brutalen Kampfsportarten konnten tödlich enden. Nach der römischen Eroberung Griechenlands 148 v. Chr. durften auch nichtgriechische Athleten teilnehmen. Theodosius I. verbot 393 heidnische Zeremonien; 426 verbot Theodosius II. die Spiele endgültig.
Mehrere spätere Veranstaltungen griffen die olympische Idee auf, darunter die Cotswold Olympick Games, die französischen Olympiades de la République von 1796 bis 1798, die Wenlock Olympian Games und die ab 1859 in Athen veranstalteten Olympien. Pierre de Coubertin verband die Wiederbelebung mit sportlicher Erziehung, Frieden und internationaler Verständigung. Ein Kongress in Paris beschloss am 23. Juni 1894 die ersten modernen Spiele für 1896 in Athen und gründete das IOC. Rund 250 Athleten nahmen teil; Frauen waren erst ab 1900 zugelassen. Das Rotationsprinzip sorgt dafür, dass die Spiele in wechselnden Ländern stattfinden.
Seit 1896 werden Sommerspiele, seit 1924 Winterspiele ausgetragen. Die zunächst als internationale Wintersportwoche veranstalteten Wettbewerbe von Chamonix 1924 wurden 1925 rückwirkend als erste Winterspiele anerkannt. Seit 1994 wechseln sich Sommer- und Winterspiele im Abstand von zwei Jahren ab. Tokio 2020 wurde wegen der COVID-19-Pandemie auf 2021 verschoben. Die Teilnehmerzahl wuchs von etwa 250 Athleten aus 14 Ländern im Jahr 1896 auf mehr als 11.000 Athleten aus 204 Ländern in Peking 2008. Das IOC umfasste 205 Mitgliedsländer und damit auch Delegationen abhängiger Gebiete.
Organisation und Austragungsorte
Die olympische Bewegung umfasst alle Organisationen und Personen, die sich zur Olympischen Charta bekennen. Ihr Dachverband ist das IOC mit Sitz in Lausanne. Es besitzt die Rechte an den Spielen und ihren Symbolen, betreut die Organisation, wählt Austragungsorte und Sportarten aus und vermarktet Übertragungsrechte. Thomas Bach war von 2013 bis 2025 IOC-Präsident.
Die Bewegung hat drei Hauptbestandteile: Internationale Sportverbände wie FIFA, FIS oder UCI regeln ihre Sportarten; Nationale Olympische Komitees vertreten das IOC in den Mitgliedsländern und wählen die teilnehmenden Athleten aus; örtliche Organisationskomitees planen die jeweiligen Spiele und werden nach ihrem Abschluss wieder aufgelöst. Offizielle Sprachen sind Englisch und Französisch sowie jeweils die Amtssprache des Gastgeberlandes.
Eine Gastgeberstadt wurde nach dem beschriebenen Verfahren sieben Jahre vor den Spielen bestimmt. Zunächst wählt das Nationale Olympische Komitee höchstens eine Bewerbung seines Landes aus. Das IOC prüft Fragebögen zu Organisation, Sportstätten, Regelkonformität und Leistungsfähigkeit. Ausgewählte Städte reichen anschließend detaillierte Planungen und finanzielle Garantien ein. Eine Evaluationskommission besucht die Orte und veröffentlicht einen Bericht. Danach entscheiden die IOC-Mitglieder in geheimer Abstimmung; die erfolgreiche Stadt und ihr Nationales Olympisches Komitee schließen mit dem IOC den Host City Contract ab.
Das IOC unterstützt außerdem verwandte Multisportveranstaltungen. Die Paralympics für Sportler mit Behinderung gingen aus den 1948 begonnenen Stoke Mandeville Games hervor und fanden erstmals 1960 statt; seit 1976 gibt es auch Winter-Paralympics und seit 1988 dieselben Austragungsorte wie bei den Olympischen Spielen. Anerkannt sind zudem die Deaflympics für Gehörlose, die Special Olympics für Menschen mit geistiger Behinderung und die World Games für nichtolympische Sportarten. Olympische Jugendspiele richten sich an 14- bis 18-Jährige; die ersten Sommerspiele fanden 2010 in Singapur, die ersten Winterspiele 2012 in Innsbruck statt.
Sportarten, Teilnahme und Auszeichnungen
Das dargestellte olympische Programm umfasst nach der Zählweise des IOC 35 Sportarten: 28 im Sommer und 7 im Winter. Nach üblicher feinerer Aufteilung sind es 41 Sommer- und 15 Wintersportarten. Leichtathletik, Schwimmen, Fechten und Kunstturnen gehörten zu allen Sommerspielen; nordischer Skisport, Eisschnelllauf, Eiskunstlauf und Eishockey zu allen Winterspielen. Eiskunstlauf und Eishockey waren vor 1924 bereits Bestandteile von Sommerspielen.
Internationale Fachverbände überwachen die Regeln. Neue Sportarten können mit einer Zweidrittelmehrheit der IOC-Mitglieder aufgenommen oder ausgeschlossen werden. Bewertet werden unter anderem Geschichte und Tradition, Verbreitung, Beliebtheit, Gesundheit der Athleten, Entwicklung des Verbandes und Kosten. Golf und 7er-Rugby wurden 2009 aufgenommen und gehören seit 2016 zum Programm. Demonstrationssportarten dienten bis 1992 dazu, Sportarten vorzustellen; ihre Sieger gelten nicht als offizielle Olympiasieger. Curling und Taekwondo wurden später reguläre olympische Sportarten.
Anfangs waren Berufssportler ausgeschlossen, weil bezahltes Training als unfairer Vorteil gegenüber Amateuren galt. Diese Regel führte zu Konflikten: Jim Thorpe verlor wegen halbprofessionellen Baseballspiels zunächst seine Titel von 1912 und wurde erst 1983 rehabilitiert. Zugleich konnten sogenannte Staatsamateure und Sportsoldaten praktisch hauptberuflich trainieren. Seit Ende der 1970er-Jahre wurden die Amateurregeln gelockert und in den 1990er-Jahren aufgehoben. Das aus NBA-Profis bestehende US-amerikanische „Dream Team“ gewann 1992 Basketballgold. Seit 2016 dürfen auch Profiboxer teilnehmen. Im Männerfußball sind jedoch höchstens drei Spieler pro Mannschaft älter als 23 Jahre; für Frauen gilt diese Begrenzung nicht.
Die ersten drei eines Wettbewerbs erhalten Medaillen. Goldmedaillen bestehen aus mindestens 92,5 Prozent Silber und müssen sechs Gramm Gold enthalten; Silbermedaillen enthalten mindestens 92,5 Prozent Silber, die dritten Plätze erhalten Bronze. In manchen K.-o.-Wettbewerben, etwa Boxen, bekommen beide Halbfinalverlierer Bronze. Seit 1984 werden olympische Diplome für die Plätze eins bis acht vergeben. Gemessen an Goldmedaillen ist Michael Phelps mit 23 Gold-, 3 Silber- und 2 Bronzemedaillen der erfolgreichste Olympionike der aufgeführten Rangliste; Johannes Høsflot Klæbo ist mit 11 Gold-, 1 Silber- und 1 Bronzemedaille der erfolgreichste Winterolympionike.
Symbole und Zeremonien
Das bekannteste olympische Symbol ist die weiße Flagge mit fünf verschiedenfarbigen, verschlungenen Ringen für die fünf Erdteile. Die Farben Weiß, Rot, Blau, Grün, Gelb und Schwarz wurden gewählt, weil jede Nationalflagge mindestens eine davon enthält. Die Flagge entstand 1914 und wurde erstmals 1920 in Antwerpen bei Spielen gehisst. Das offizielle Motto lautet „citius, altius, fortius“ – „schneller, höher, stärker“. Das olympische Credo betont, dass Teilnahme, Streben und guter Kampf wichtiger seien als der Sieg.
Die olympische Fackel wird in Olympia mithilfe eines Parabolspiegels entzündet und in einem Staffellauf zum Hauptstadion getragen. Dort brennt das Feuer während der Spiele. Ein olympisches Feuer gab es erstmals 1928 in Amsterdam, den ersten Fackellauf 1936 vor den Berliner Sommerspielen und den ersten winterlichen Fackellauf 1952 in Oslo. Offizielle Maskottchen gibt es seit den Winterspielen 1968 in Grenoble.
Die Eröffnungsfeier beginnt gewöhnlich mit Flagge und Hymne des Gastgeberlandes sowie kulturellen Darbietungen. Beim Einmarsch kommt Griechenland seit 1928 zuerst, das Gastgeberland zuletzt; die übrigen Delegationen folgen grundsätzlich der alphabetischen Reihenfolge der Hauptsprache des Gastgeberlandes. Nach Reden eröffnet das Staatsoberhaupt die Spiele. Die olympische Fahne wird hereingetragen, ein Athlet und ein Schiedsrichter sprechen den olympischen Eid, und der letzte Fackelläufer entzündet das Feuer.
Bei der Schlussfeier ziehen die Athleten seit 1956 nicht mehr nach Ländern getrennt, sondern gemeinsam ein. Der IOC-Präsident erklärt die Spiele für beendet und ruft die Jugend der Welt zum nächsten Treffen in vier Jahren auf. Die Flaggen Griechenlands, des gegenwärtigen und des nächsten Gastgeberlandes werden gehisst. Die olympische Flagge wird dem Bürgermeister der nächsten Olympiastadt übergeben, das Feuer erlischt und der nächste Gastgeber präsentiert sich kulturell.
Finanzierung, Medien und Probleme des Sports
Das IOC lehnte kommerzielle Finanzierung lange ab. Beim Rücktritt Avery Brundages 1972 besaß es 2 Millionen US-Dollar, 1980 bereits 45 Millionen. Die Spiele von Los Angeles 1984 brachten durch exklusive Vermarktungsrechte einen Überschuss von 225 Millionen US-Dollar. Seit 1985 erhalten Unternehmen im Sponsorenprogramm The Olympic Program weltweite Werberechte für ihre Produktkategorie. Kritiker sehen darin eine Überkommerzialisierung: Gastgeber tragen große Kosten, während das IOC die Symbolrechte kontrolliert und an Sponsoren- und Medieneinnahmen beteiligt ist. Städte bewerben sich dennoch vor allem wegen der weltweiten Aufmerksamkeit.
Berlin 1936 bot die erste, noch begrenzte Fernsehübertragung. Cortina d’Ampezzo 1956 erreichte erstmals ein internationales Publikum; seit 1960 werden Übertragungsrechte verkauft. Die geschätzte Zuschauerzahl stieg von 600 Millionen 1968 über 900 Millionen 1984 auf 3,5 Milliarden 1992. Später führten Kabelsender und Internet zu stärkerer Konkurrenz. Wegen der hohen Rechtekosten beeinflussten Fernsehsender sogar die zeitliche Planung beliebter Wettbewerbe.
Doping ist eines der Hauptprobleme. 1967 begann das IOC mit Kontrollen; 1968 verlor Hans-Gunnar Liljenwall als erster positiv getesteter Athlet eine Medaille. Ben Johnson musste sein 1988 gewonnenes 100-Meter-Gold nach einem positiven Stanozolol-Test zurückgeben. Dokumente belegten staatlich organisiertes Doping in der DDR. Die 1999 gegründete Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) verschärfte die Kontrollen. Der McLaren-Report bestätigte 2016 russisches Staatsdoping; dennoch ließ das IOC 271 von 389 russischen Athleten in Rio starten.
Auch Korruption beschädigte das IOC. 1998 wurde bekannt, dass Mitglieder für Stimmen zugunsten von Salt Lake City als Austragungsort der Winterspiele 2002 bestochen worden waren. Vier Mitglieder traten zurück, sechs wurden ausgeschlossen. Das Auswahlverfahren und Amtszeiten wurden reformiert, doch eine BBC-Dokumentation zeigte 2004, dass Bestechungsversuche weiterhin möglich waren.
Politik, Konflikte und Boykotte
Die Olympischen Spiele sollten der Verständigung dienen, blieben aber eng mit Politik verbunden. Wegen der Weltkriege fielen die Spiele 1916 sowie die Sommer- und Winterspiele 1940 und 1944 aus. Das nationalsozialistische Deutschland nutzte die Spiele 1936 als Propaganda; die Erfolge Jesse Owens' widersprachen jedoch der behaupteten Überlegenheit der „arischen Rasse“. 1968 wurden kurz vor den Spielen in Mexiko-Stadt beim Massaker von Tlatelolco zwischen 300 und 500 Studenten getötet. Tommie Smith und John Carlos protestierten bei der Siegerehrung mit dem Black-Power-Zeichen und wurden nach Hause geschickt.
Beim Münchner Attentat 1972 nahm die Terrororganisation Schwarzer September elf israelische Mannschaftsmitglieder als Geiseln. Zwei wurden sofort ermordet; bei der gescheiterten Befreiung starben alle übrigen Geiseln, fünf Terroristen und ein Polizist. 1996 tötete eine Bombe im Centennial Olympic Park in Atlanta zwei Menschen und verletzte 111.
Boykotte dienten wiederholt als politisches Druckmittel. 1956 blieben mehrere Staaten wegen des ungarischen Volksaufstands beziehungsweise der Sueskrise fern. 1976 zogen 28 afrikanische Staaten ihre Mannschaften zurück, weil Neuseeland nach einem Rugbyspiel in Südafrika nicht ausgeschlossen wurde. 1980 boykottierten die USA und zahlreiche weitere Staaten Moskau wegen der sowjetischen Invasion Afghanistans; insgesamt blieben 66 Staaten fern, teilweise auch aus anderen Gründen. 1984 boykottierten die Sowjetunion und weitere Staaten Los Angeles. Nordkorea, Äthiopien, Kuba und Nicaragua nahmen 1988 nicht in Seoul teil.
Staaten wurden außerdem vom IOC ausgeschlossen, etwa Deutschland und Japan 1948, Südafrika über viele Spiele von 1964 bis 1988, Jugoslawien 1992 und 1994 sowie Russland 2018, 2021 und 2022. Für Paris 2024 nennt der Artikel Russland, Belarus und das Islamische Emirat Afghanistan; afghanische Sportler treten unter der Flagge der Islamischen Republik Afghanistan an. Solche Fälle zeigen, dass die Spiele trotz ihres Anspruchs auf Völkerverständigung immer wieder von Kriegen, Rassismus, Menschenrechtsfragen und internationalen Konflikten geprägt wurden.
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