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Olympische Sommerspiele
Die Olympiaden werden seit dem 1. Januar 1896 (Jahr der ersten Austragung der Olympischen Spiele der Neuzeit) durchnummeriert, unabhängig davon ob tatsächlich …
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Begriff und Grundprinzip
Die Olympischen Sommerspiele sind ein internationaler Sportwettbewerb, der grundsätzlich alle vier Jahre stattfindet. Offiziell heißen sie „Spiele der … Olympiade“, zum Beispiel „Spiele der XVIII. Olympiade“. Eine Olympiade bezeichnet nicht die Veranstaltung selbst, sondern den vierjährigen Zeitraum zwischen zwei Sommerspielen. Diese Zeiträume werden seit dem 1. Januar 1896, dem Jahr der ersten Olympischen Spiele der Neuzeit, fortlaufend nummeriert. Die Sommerspiele finden jeweils im ersten Jahr der nach ihnen benannten Olympiade statt.
Die Zählung läuft auch dann weiter, wenn die Spiele ausfallen. Deshalb gehören die wegen der Weltkriege abgesagten Veranstaltungen von 1916, 1940 und 1944 weiterhin zur VI., XII. und XIII. Olympiade. Bei den Olympischen Winterspielen werden ausgefallene Spiele dagegen nicht mitgezählt. Die Jubiläumsspiele von 1906 in Athen erkennt das Internationale Olympische Komitee (IOC) nicht als reguläre Olympische Spiele an; sie gelten als inoffizielle Zwischenspiele.
Entwicklung der Sommerspiele
Die ersten Spiele der Neuzeit wurden 1896 in Athen ausgetragen. 14 Nationen und 241 ausschließlich männliche Teilnehmer traten in 43 Wettbewerben aus 10 Disziplinen beziehungsweise 9 Sportarten an. Ruder- und Segelwettbewerbe fielen wegen des Wetters aus. In Paris 1900 nahmen erstmals Frauen teil, und zwar in Golf und Tennis. Von insgesamt 997 Teilnehmenden waren 22 Frauen. Das Programm enthielt auch heute ungewöhnliche Wettbewerbe wie Cricket und Pelota sowie nichtolympische Veranstaltungen wie Ballonfahren und Jeu de Paume.
Die Größe der Spiele nahm langfristig stark zu, schwankte aber durch Kriege, politische Konflikte und Boykotte. Berlin 1916 fiel wegen des Ersten Weltkriegs aus. Die Spiele von 1940 waren zunächst für Tokio vorgesehen; Japan gab sie am 16. Juli 1938 wegen des Japanisch-Chinesischen Krieges zurück. Helsinki war danach als möglicher Austragungsort im Gespräch, doch der Zweite Weltkrieg verhinderte sowohl die Spiele von 1940 als auch jene von London 1944. Nach dem Krieg fanden die Sommerspiele 1948 in London mit 59 Nationen und 4.104 Teilnehmenden statt; Deutschland und Japan waren nicht eingeladen.
Einzelne Austragungen spiegelten politische Konflikte besonders deutlich. Die Nationalsozialisten missbrauchten Berlin 1936 als Propagandaforum. Dort gab es erstmals einen olympischen Fackellauf, und ausgewählte Wettkämpfe wurden im Fernsehen gezeigt. 1956 boykottierten mehrere Staaten die Spiele in Melbourne wegen des sowjetischen Einmarschs in Ungarn, der Sueskrise oder des Streits um die Teilnahme Taiwans. Die Reitwettbewerbe wurden wegen australischer Quarantänebestimmungen in Stockholm ausgetragen. Zehn Tage vor der Eröffnung von Mexiko-Stadt 1968 starben bei der Niederschlagung von Studentenunruhen schätzungsweise 200 bis 300 Menschen. München 1972 wurde nach dem Terroranschlag auf die israelische Mannschaft am 5. September für einen Tag unterbrochen.
1976 blieben 30 Staaten aus Afrika, Asien und Südamerika den Spielen in Montreal fern, um gegen die Teilnahme Neuseelands zu protestieren, dessen Rugby-Nationalmannschaft durch das wegen seiner Apartheid-Politik geächtete Südafrika gereist war. 1980 boykottierten 42 Staaten Moskau wegen des sowjetischen Einmarschs in Afghanistan; weitere 24 nahmen aus anderen Gründen nicht teil oder beantworteten die Einladung nicht. 1984 boykottierte die Sowjetunion Los Angeles, 18 Staaten schlossen sich an. 1988 blieben Kuba, Äthiopien, Nicaragua und Nordkorea den Spielen von Seoul fern.
Seit den späten 1980er-Jahren wurden die Spiele zunehmend größer und internationaler. In Seoul 1988 durften erstmals auch Profis teilnehmen. Barcelona 1992 erreichte mit 169 Nationen und 9.956 Teilnehmenden einen neuen Rekord und zeigte zugleich die politischen Veränderungen der Zeit; erstmals seit der deutschen Wiedervereinigung trat eine gesamtdeutsche Mannschaft an. Rio de Janeiro 2016 war die erste Austragung auf dem südamerikanischen Kontinent.
Die für 2020 geplanten Spiele in Tokio wurden wegen der COVID-19-Pandemie um ein Jahr verschoben, behielten aber den Namen „Tokyo 2020“. Sie waren die einzigen Olympischen Spiele ohne reguläre Zuschauer. Mit 206 Nationen, 11.483 Teilnehmenden und 339 Wettbewerben waren sie deutlich umfangreicher als 1896. Paris 2024 umfasste 206 Nationen, 11.069 Teilnehmende, 329 Wettbewerbe und 48 Disziplinen beziehungsweise 32 Sportarten. Als nächste Austragungsorte nennt die Zeittafel Los Angeles 2028 und Brisbane 2032.
Sportarten und Wettbewerbsprogramm
Das olympische Programm ist nicht dauerhaft festgelegt: Sportarten und einzelne Disziplinen können aufgenommen, gestrichen oder später wieder eingeführt werden. Eine Disziplin ist eine Untergliederung einer Sportart, etwa Dressur, Springreiten und Vielseitigkeitsreiten innerhalb des Reitsports. Die Übersicht unterscheidet Wettbewerbe für Männer, für Frauen, für beide Geschlechter beziehungsweise ohne Geschlechtertrennung, Demonstrationswettbewerbe, die Zwischenspiele von 1906 und ausgefallene Spiele. Die Summen enthalten die Zwischenspiele von 1906 nicht.
Zu den bereits 1896 vertretenen Sportarten gehörten Fechten, Gewichtheben, Leichtathletik, Radsport, Ringen, Schießen, Schwimmen, Tennis und Turnen. Das Programm änderte sich anschließend häufig. Für Stockholm 1912 kamen gegenüber 1896 unter anderem Fußball, Moderner Fünfkampf, Reiten, Segeln und Tauziehen hinzu, während Gewichtheben fehlte. In Berlin 1936 wurden unter anderem Basketball, Kanusport, Feldhandball, Fußball und Polo ausgetragen. Judo und Volleyball wurden 1964 erstmals olympisch. Tennis und Tischtennis kamen 1988 ins Programm, Badminton und Baseball 1992, Softball und Beachvolleyball 1996 sowie Taekwondo, Triathlon und Trampolinturnen 2000.
Golf kehrte 2016 erstmals seit 1904 zurück; Siebener-Rugby wurde im selben Jahr erstmals ausgetragen. Tokio 2020 nahm Baseball und Softball wieder auf und ergänzte Karate, Skateboard, Sportklettern und Surfen. Paris 2024 führte Breakdance ein, strich aber Baseball, Softball und Karate wieder aus dem Programm. Für Los Angeles 2028 sind erstmals Flag Football und Squash sowie die Rückkehr von Cricket, Lacrosse und Baseball beziehungsweise Softball vorgesehen; Breakdance soll nach einer einzigen Austragung wieder entfallen.
Manche früheren Sportarten und Disziplinen verschwanden vollständig, darunter Krocket, Jeu de Paume, Motorbootrennen, Polo, Rackets, Roque und Tauziehen. Rugby Union wurde durch Siebener-Rugby abgelöst; Feldhandball ist eine ehemalige Handballdisziplin. Eishockey und Eiskunstlauf kamen zunächst bei Sommerspielen vor, werden aber seit 1924 bei den Olympischen Winterspielen ausgetragen.
Auch die Beteiligung von Frauen entwickelte sich schrittweise. 1900 waren erstmals 22 Frauen dabei. 2012 entsandte erstmals jede Nation mindestens eine Athletin, und in jeder Sportart gab es mindestens einen Frauenwettbewerb. Dennoch bestanden damals noch ausschließlich männliche Disziplinen wie das griechisch-römische Ringen und ausschließlich weibliche Disziplinen wie Rhythmische Sportgymnastik und Synchronschwimmen.
Erfolgreichste Athletinnen und Athleten
Die Rangliste mit Stand vom 12. August 2024 ordnet die erfolgreichsten Sommerolympioniken nach ihren Medaillenergebnissen. An der Spitze steht der US-amerikanische Schwimmer Michael Phelps. Er gewann von 2004 bis 2016 insgesamt 28 Medaillen: 23 Gold-, 3 Silber- und 2 Bronzemedaillen. Damit besitzt er sowohl die meisten Goldmedaillen als auch die meisten Gesamtmedaillen der aufgeführten Athleten.
Auf Platz 2 folgt die sowjetische Turnerin Larissa Latynina mit 18 Medaillen aus den Jahren 1956 bis 1964: 9 Gold, 5 Silber und 4 Bronze. Katie Ledecky aus den Vereinigten Staaten gewann zwischen 2012 und 2024 im Schwimmen 9 Gold-, 4 Silber- und 1 Bronzemedaille, insgesamt 14. Ebenfalls jeweils 9 Goldmedaillen errangen Paavo Nurmi in der Leichtathletik, Mark Spitz und Caeleb Dressel im Schwimmen sowie Carl Lewis in der Leichtathletik.
Isabell Werth erreichte im Dressurreiten von 1992 bis 2024 insgesamt 14 Medaillen, darunter 8 Gold- und 6 Silbermedaillen. Birgit Fischer gewann zwischen 1980 und 2004 für die DDR und Deutschland im Kanusport 8 Gold- und 4 Silbermedaillen. Je 8 Goldmedaillen erzielten außerdem Sawao Katō, Jenny Thompson, Matt Biondi, Lisa Carrington, Usain Bolt und Ray Ewry. Die Liste zeigt besonders viele Erfolge im Schwimmen, in der Leichtathletik und im Turnen.
Medaillenspiegel und Länderwertung
Bei den Wettbewerben der Sommerspiele erhalten die Erst-, Zweit- und Drittplatzierten Medaillen. Der Sieger bekommt die sogenannte Goldmedaille; sie besteht tatsächlich aus Silber mit einem Goldüberzug. Der Zweitplatzierte erhält Silber, der Drittplatzierte Bronze. Der ewige Medaillenspiegel fasst alle in der Geschichte der Sommerspiele vergebenen Medaillen nach Teilnehmerländern zusammen. Der angegebene Stand ist der 4. Januar 2025.
Die Vereinigten Staaten führen mit 1.105 Gold-, 881 Silber- und 786 Bronzemedaillen, insgesamt 2.772. Deutschland steht mit 451 Gold-, 469 Silber- und 498 Bronzemedaillen sowie insgesamt 1.418 auf Rang 2. Die Sowjetunion, die von 1952 bis 1988 teilnahm, folgt mit 395 Gold-, 319 Silber- und 296 Bronzemedaillen, insgesamt 1.010. Danach kommen die Volksrepublik China mit 727 Medaillen, Großbritannien mit 981, Frankreich mit 815, Italien mit 658, Japan mit 542, Ungarn mit 530 und Australien mit 596. Die Rangfolge richtet sich damit nicht allein nach der Gesamtzahl, sondern vorrangig nach der Zahl der Goldmedaillen.
Die deutsche Gesamtsumme fasst verschiedene Mannschaften und staatliche Phasen zusammen: das Deutsche Reich von 1896 bis 1936 mit 214 Medaillen, (West-)Deutschland 1952 mit 24, das Saarland 1952 ohne Medaille, die Gesamtdeutsche Mannschaft von 1956 bis 1964 mit 118, die Bundesrepublik Deutschland von 1968 bis 1988 mit 204, die DDR von 1968 bis 1988 mit 409 und Deutschland seit 1992 mit 449 Medaillen. Zusammen ergeben diese Ergebnisse 451 Gold-, 469 Silber- und 498 Bronzemedaillen, also 1.418 Medaillen.