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Olympische Winterspiele
Olympische Winterspiele sind Teil der Olympischen Spiele und werden seit 1924 ausgetragen. Zuvor gab es Wintersportwettbewerbe (wie Eiskunstlaufen) als Teil …
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Grundidee und Zählweise
Die Olympischen Winterspiele sind der Wintersportteil der Olympischen Spiele und werden seit 1924 ausgetragen. Schon zuvor gehörten einzelne Wintersportwettbewerbe zu den Olympischen Sommerspielen, darunter Eiskunstlaufen in London 1908 und Antwerpen 1920. Pierre de Coubertin, der Gründer der modernen Olympischen Spiele, lehnte eigene Winterspiele zunächst ab: Es hatte sie in der Antike nicht gegeben, und er wollte die Nordischen Spiele seines Freundes und IOC-Mitglieds Oberst Viktor Balck schützen. Nach Coubertins Rückzug konnte sich die neue olympische Tradition entwickeln.
Bis 1992 wurden Winter- und Sommerspiele jeweils im selben Jahr veranstaltet. Seit 1994 wechseln sie sich im Abstand von zwei Jahren ab; die Winterspiele selbst finden im Normalfall weiterhin alle vier Jahre statt.
Eine Olympiade ist eigentlich der Zeitraum zwischen zwei Sommer- beziehungsweise zwei Winterspielen und dauert normalerweise vier Jahre. Der Ausdruck Winterolympiade wird jedoch häufig für die eigentlichen Olympischen Winterspiele verwendet. Bei den Winterspielen zählt man offiziell die tatsächlich veranstalteten Spiele, nicht die Olympiaden. Deshalb erscheinen die wegen des Zweiten Weltkriegs ausgefallenen Veranstaltungen nicht in der nummerierten Reihe.
Entwicklung und Austragungsorte
Die ersten Winterspiele fanden 1924 im französischen Chamonix statt. 16 Mannschaften und 258 Athleten nahmen an 16 Entscheidungen in sechs Sportarten teil. Bis 2026 wuchsen die Spiele deutlich: Für Mailand–Cortina d’Ampezzo nennt die Tabelle 92 Mannschaften, 2917 Athleten, acht Sportarten, 16 Disziplinen und 116 Entscheidungen. Besonders stark stieg die Beteiligung von Frauen: 1924 waren unter den 258 Teilnehmenden 13 Frauen, 2026 unter 2917 Teilnehmenden 1364 Frauen.
1940 und 1944 konnten keine Winterspiele stattfinden. Für 1940 gab Japan die Spiele in Sapporo wegen des Japanisch-Chinesischen Krieges zurück. Eine anschließende Vergabe an St. Moritz wurde wegen Differenzen über die Skiwettbewerbe aufgehoben; schließlich verhinderte der Zweite Weltkrieg auch eine Austragung in Garmisch-Partenkirchen. Die für 1944 in Cortina d’Ampezzo vorgesehenen Spiele fielen ebenfalls wegen des Krieges aus. Die Reihe wurde 1948 mit den V. Winterspielen in St. Moritz fortgesetzt.
Weitere wichtige Stationen waren Oslo 1952, Cortina d’Ampezzo 1956, Squaw Valley 1960, Innsbruck 1964 und 1976, Sapporo 1972, Lake Placid 1980, Sarajevo 1984, Calgary 1988 und Albertville 1992. Lillehammer 1994 waren die ersten Winterspiele im neuen zweijährigen Wechsel mit den Sommerspielen. Es folgten Nagano 1998, Salt Lake City 2002, Turin 2006, Vancouver 2010, Sotschi 2014, Pyeongchang 2018, Peking 2022 und Mailand–Cortina d’Ampezzo 2026. Für 2030 sind die Französischen Alpen, für 2034 Utah vorgesehen.
Die Teilnehmerzahlen beruhen auf Angaben des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Sie können von anderen Aufstellungen abweichen, etwa wenn diese nur tatsächlich angereiste Wettkämpfer oder Presseangaben vor Beginn der Spiele berücksichtigen.
Erfolgreiche Athletinnen und Athleten
Nach dem Stand vom 22. Februar 2026 führt der norwegische Skilangläufer Johannes Høsflot Klæbo die Rangliste nach Goldmedaillen an. Er gewann zwischen 2018 und 2026 insgesamt 13 Medaillen: elfmal Gold, einmal Silber und einmal Bronze.
Die Norwegerin Marit Bjørgen besitzt unter den aufgeführten Personen mit 15 Medaillen die höchste Gesamtzahl. Im Skilanglauf gewann sie von 2002 bis 2018 acht Gold-, vier Silber- und drei Bronzemedaillen. Der norwegische Biathlet Ole Einar Bjørndalen folgt mit acht Gold-, vier Silber- und zwei Bronzemedaillen, insgesamt 14. Bjørn Dæhlie erreichte im Skilanglauf acht Gold- und vier Silbermedaillen.
Tobias Arlt und Tobias Wendl aus Deutschland kamen im Rennrodeln zwischen 2014 und 2026 jeweils auf sieben Gold- und eine Bronzemedaille. Ireen Wüst aus den Niederlanden gewann im Eisschnelllauf sechs Gold-, fünf Silber- und zwei Bronzemedaillen. Weitere Athleten der Top 12 sind Ljubow Jegorowa, Martin Fourcade, Wiktor Ahn, Natalie Geisenberger und Lidija Skoblikowa. Die Rangliste zeigt, dass besonders Skilanglauf, Biathlon, Rennrodeln und Eisschnelllauf unter den erfolgreichsten Winterolympioniken vertreten sind.
Medaillenspiegel
Der ewige Medaillenspiegel fasst alle bei Olympischen Winterspielen vergebenen Medaillen nach Teilnehmerländern zusammen. Wer einen Wettbewerb gewinnt, erhält die sogenannte Goldmedaille; tatsächlich handelt es sich um eine Silbermedaille mit Goldüberzug. Der zweite Platz wird mit Silber und der dritte mit Bronze ausgezeichnet.
Nach dem Stand vom 22. Februar 2026 führt Deutschland mit 171 Gold-, 164 Silber- und 126 Bronzemedaillen, insgesamt 461. Es folgen Norwegen mit 166 Goldmedaillen und insgesamt 447 Medaillen sowie die Vereinigten Staaten mit 126 Goldmedaillen und insgesamt 363. Auf den weiteren Plätzen der Top 10 stehen Kanada, die Sowjetunion, Österreich, Schweden, die Schweiz, die Niederlande und Italien. Nach der Gesamtzahl der Medaillen weicht die Reihenfolge teilweise von der Platzierung nach Goldmedaillen ab: Österreich besitzt beispielsweise 269 Medaillen und damit mehr als Kanada mit 246, liegt wegen seiner geringeren Zahl an Goldmedaillen aber hinter Kanada.
Die deutsche Gesamtsumme umfasst verschiedene historische Mannschaften: das Deutsche Reich von 1928 bis 1936, (West-)Deutschland 1952, die Gesamtdeutsche Mannschaft von 1956 bis 1964, die Bundesrepublik Deutschland und die DDR von 1968 bis 1988 sowie Deutschland seit 1992. Den größten Anteil innerhalb dieser Aufteilung liefert Deutschland seit 1992 mit 107 Gold-, 102 Silber- und 68 Bronzemedaillen, insgesamt 277. Die DDR gewann insgesamt 110 Medaillen, darunter 39 goldene.
Sicherheit und Zukunft
Vier qualifizierte Teilnehmer kamen bislang bei der Vorbereitung auf olympische Winterwettkämpfe ums Leben. Vor Innsbruck 1964 starben der britische Rennrodler Kazimierz Skrzypecki und der australische Skifahrer Ross Milne bei Trainingsunfällen. Während Albertville 1992 kollidierte der Schweizer Speedski-Teilnehmer Nicolas Bochatay auf einer öffentlichen Skipiste mit einer Pistenraupe. Der georgische Rennrodler Nodar Kumaritaschwili wurde am Eröffnungstag der Spiele von Vancouver 2010 im letzten Training nach der letzten Kurve aus der Bahn geschleudert und prallte gegen einen Stahlträger.
Eine zentrale Zukunftsfrage ist die sinkende Zahl klimatisch geeigneter Austragungsorte. Durch den Klimawandel werden die notwendigen Schnee- und Temperaturbedingungen an vielen Orten voraussichtlich nicht mehr zuverlässig vorhanden sein. Eine vom IOC beauftragte Studie kam 2024 zu dem Ergebnis, dass in den 2050er Jahren von 93 möglichen Standorten nur 52 klimatisch zuverlässig wären. Zwei Jahre später stellte dasselbe Forschungsteam anhand neuer Klimaprognosen fest, dass bis 2050 auch ein großer Teil dieser Orte seine Eignung verlieren könnte. Nach einem Bericht des Weltwirtschaftsforums werden bis 2040 möglicherweise nur noch etwa zehn Länder die klimatischen Voraussetzungen für Winterspiele besitzen. Als Gegenmaßnahmen werden eine frühere Austragung im Jahr und der konsequente Einsatz von Kunstschnee empfohlen.