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Neuromantik
Neu-Romantik oder Neoromantik („literarischer Jugendstil“) ist die Bezeichnung für eine literarische Strömung um 1890–1915, die sich als Gegenbewegung zum …
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Neu-Romantik oder Neoromantik, auch „literarischer Jugendstil“ genannt, bezeichnet eine literarische Strömung der Zeit um 1890–1915. Sie verstand sich als Gegenbewegung zum Naturalismus und zur Moderne und knüpfte bewusst an Inhalte der Romantik an. Wichtig ist sie vor allem, weil sie zentrale Motive der Romantik in eine neue literarische Form übertrug und zugleich mit anderen Strömungen der Jahrhundertwende verbunden war.
Neuromantische Dichter bevorzugten exotische Schauplätze, etwa das Mittelalter oder das Italien der Renaissance. Häufige Themen waren das Wunderbare, das Geheimnisvoll-Magische, das Skurrile sowie Sagen, Mythen und Märchen. Besonders in der Lyrik entstanden Texte, die durch große Formvollendung und eine verfeinerte Sprache geprägt waren.
Anregungen erhielt die Neuromantik vom Symbolismus und von der Dekadenzdichtung. Enge Berührungspunkte bestanden außerdem mit dem Impressionismus, der Dichtung des Fin de siècle und dem Jugendstil. Der Jugendstil wurde von der Neuromantik wesentlich beeinflusst.
Zu den bedeutenden Vertretern zählt der Artikel unter anderem den George-Kreis, die Wiener Moderne, Ludwig Bäte, Richard Dehmel, Herbert Eulenberg, Ernst Hardt, Gerhart Hauptmann, Hermann Hesse, Hugo von Hofmannsthal, Ricarda Huch, Heinrich Mann, Agnes Miegel, Börries Freiherr von Münchhausen, Kurt Münzer, Arthur Oelwein, Rainer Maria Rilke, Albrecht Schaeffer, Eduard Stucken, Karl Gustav Vollmoeller, Prinz Emil von Schoenaich-Carolath und Hans Fritz von Zwehl. Als Beispiele werden bei Gerhart Hauptmann „Hanneles Himmelfahrt“ von 1893 und „Die versunkene Glocke“ von 1896 genannt. Bei Hermann Hesse wird „Der Steppenwolf“ genannt. Zu Heinrich Mann wird eingeschränkt erwähnt, dass etwa „Das Wunderbare“ dazugehört, jedoch nicht sein gesamtes Werk.