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Musikrecht
Das Urheberrecht an Musik kann an Dritte übertragen werden. Insbesondere ... Insbesondere handeln Musikverlage mit Lizenzen an Musikwerken, die die …
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Begriff und Bedeutung
Musikrecht umfasst im weiteren Sinn alle Rechtsnormen, die sich mit Musik beschäftigen. Es ist eine Querschnittsmaterie, also ein Rechtsbereich mit Bezügen zu mehreren Gebieten, und Teil des Medienrechts. Im engeren Sinn meint Musikrecht nur den auf Musik anwendbaren Teil des Urheberrechts. „Musikrechte“ sind die subjektiven Urheberrechte an einem Musikstück. Davon zu unterscheiden ist das Musikerrecht: Es bezeichnet die für Musiker wichtigen Rechtsgebiete insgesamt.
Schutz von Musikwerken
Eine musikalische Komposition kann als Musikwerk urheberrechtlich geschützt sein. Art. 2 Abs. 1 der Revidierten Berner Übereinkunft (RBÜ) verpflichtet die Vertragsstaaten unter anderem zum Schutz von „musikalischen Kompositionen mit oder ohne Text“ sowie „dramatisch-musikalischen Werken“.
Auch eine Improvisation kann ein schutzfähiges Musikwerk sein. Musikalische Arrangements sind nach Art. 2 Abs. 3 RBÜ als Bearbeitungen eigenständig schutzfähig. Urheber können der Komponist sowie weitere am Werk beteiligte Personen sein, etwa Arrangeur und Orchestrator.
Der Schutz betrifft neben dem Vervielfältigungsrecht an Noten besonders das Aufführungsrecht und das Senderecht. Diese sind international in Art. 11 Abs. 1 Nr. 1 und Nr. 2 RBÜ geregelt. Ein Liedtext ist getrennt davon als Sprachwerk schutzfähig.
Leistungen und Grenzen des Schutzes
Neben dem Urheberrecht am Musikwerk schützen Leistungsschutzrechte bestimmte Leistungen rund um Musik. Dazu gehören die Darbietung eines fremden Musikwerks durch ausübende Künstler, Musikveranstaltungen durch das Recht des Veranstalters, Musikaufnahmen durch das Recht des Tonträgerherstellers sowie Musiksendungen durch das Recht des Sendeunternehmens.
Das Urheberrecht an Musik ist unter anderem durch die zulässige freie Benutzung und das Musikzitat begrenzt. In manchen Rechtsordnungen muss dabei jedoch der Melodienschutz beachtet werden.
Lizenzen und Verwertung
Das Urheberrecht an Musik kann an Dritte übertragen werden. Musikverlage handeln insbesondere mit Lizenzen für Musikwerke. Diese umfassen als „Hauptrecht“ die Vervielfältigung von Musiknoten und als „Nebenrechte“ das Aufführungsrecht, das Recht der öffentlichen Zugänglichmachung, das Recht zur mechanischen Vervielfältigung auf Tonträgern und das Synchronisationsrecht für audiovisuelle Medien.
Ein bekanntes Beispiel für eine solche Lizenz ist der Plattenvertrag. Das Gegenstück zur klassischen Musiklizenz ist die Freie Musik. Die Rechte an Musik werden im Wesentlichen durch Verwertungsgesellschaften wahrgenommen. In Deutschland sind dies die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (GEMA), die VG Musikedition und die Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten (GVL).
Weitere Rechtsgebiete
Musik kann als Hörmarke markenrechtlich geschützt sein. Außerdem unterliegt der Titel eines Musikwerks dem Musiktitelschutz.
Für Musiker bestehen in vielen Ländern besondere Tarifverträge, zum Beispiel der deutsche Tarifvertrag für die Musiker in Kulturorchestern. Hinzu kommen sozialrechtliche Besonderheiten wie die Künstlersozialkasse in Deutschland. Länderberichte behandeln Musikrecht außerdem speziell für Deutschland und die Vereinigten Staaten.