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Arrangeur
Ein musikalischer Arrangeur ist der Einrichter der Instrumentierung und/oder der Gesangsparts einer Komposition. Er erstellt ein musikalisches Arrangement, …
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Was ist ein Arrangeur?
Ein musikalischer Arrangeur ist der Einrichter der Instrumentierung und/oder der Gesangsparts einer Komposition. Er erstellt ein musikalisches Arrangement, wenn der Komponist dies nicht selbst machen möchte oder nicht über das spezielle Know-how verfügt. Dabei fügt der Arrangeur der Komposition oft eigene Ideen hinzu und wird so zu einem wichtigen Mitgestalter des Werks. Auf weit über 50 Prozent wird der Anteil von Werken geschätzt, die nicht durch den Komponisten selbst arrangiert und instrumentiert wurden. Bekannte Beispiele: Leonard Bernstein ließ seine West Side Story von Sid Ramin und Irwin Kostal arrangieren; das Arrangement von George Gershwins Rhapsody in Blue stammt von Ferde Grofé.
Rechtliches: Bearbeitung und Urheberrecht
Dem Arrangeur steht es oft frei, Teile zu verändern, zu reharmonisieren (also neu zu harmonisieren) und sogar neue Teile einzufügen, solange er dabei den Charakter des Werks nicht verändert. Mitunter entsteht dabei eine eigene, wiederum urheberrechtlich geschützte Bearbeitung. Die genauen Definitionen einer Bearbeitung im urheberrechtlichen Sinne findet man bei der GEMA.
Ausbildung und Aufgaben
Ein Arrangeur ist meist selbst ein gut ausgebildeter Instrumentalist und verfügt über umfassendes Wissen über die einzelnen Musikinstrumente und deren gut klingende und spielbare Bereiche. Er kennt musikalische Stilistiken und Kompositionsformen und ist nicht selten auch Komponist eigener Werke. Oft übernimmt der Arrangeur auch das Dirigat seiner Bearbeitung, das heißt, er dirigiert das Orchester bzw. die Band selbst und erarbeitet mit den Musikern die vom Komponisten oder Produzenten gewünschte Interpretation des Arrangements.
Grundlagen der Arrangementserstellung
Grundlage im klassischen Sinne sind Notenlesen und -schreiben sowie Kenntnisse über Harmonielehre, Tonsatz, Interpretation und Phrasierung. Manche Arrangeure arbeiten nach alter Tradition eng mit einem Notisten/Kopisten zusammen, der nach der Ausarbeitung des Gesamtarrangements (in Partiturform) die einzelnen Instrumentalstimmen aus der Partitur herausschreibt und entsprechend der jeweiligen Transposition des Instrumentes einzeln ausnotiert. Mittlerweile arbeiten die meisten Arrangeure mit Computer und einem modernen Notensatzprogramm, mit dem sich sowohl die Partitur als auch die Einzelstimmen ausdrucken lassen.
Moderne Musikproduktion, Filmmusik und Musical
In der modernen Musikproduktion ist der Arrangeur meist Komponist, Musiker und Produzent in einer Person, da die Produktionen oft im eigenen Tonstudio am Rechner entstehen und die Übergänge fließend sind. Das Schreiben von Noten hat hier kaum noch Bedeutung; der Arrangeur definiert vielmehr, welches Instrument zu welchem Zeitpunkt mit welchem Sound gespielt wird. Er setzt im Tonstudio-Alltag die musikalisch-ästhetischen Wünsche des Produzenten oder des Künstlers/Komponisten um. In der modernen Filmmusik ist der Arrangeur oft auch Komponist und Keyboarder in einer Person und stellt dem Regisseur seine Kompositionen als sogenannte MIDI-Arrangements vor; dafür nutzen Komponisten und Arrangeure dieses Genres meist neueste Sampling-Technik, vor allem große Orchester-Libraries. Es gibt zudem Spezialisten für Teilbereiche, z. B. Vokal-, Streicher- oder Brass-/Bläserarrangeure. Musical-Arrangeure gewinnen an Bedeutung, weil Produzenten mit neuer Technik (u. a. Computer und Keyboards) die bisherigen Broadwayorchester von einst mit 25–35 Musikern aus Kostengründen auf maximal 15 Musiker verkleinern. In der Filmmusik werden Orchester-Arrangements meist in MIDI-Arrangements vorproduziert und dann vom Orchester eingespielt. Außerdem ist ein neuer Arrangementstil populär geworden (vor allem geprägt durch William David Brohn), bei dem nicht mehr ständig das komplette Orchester in verschiedenen Lautstärken spielt, sondern immer nur wenige Instrumente zusammen, die elektronisch verstärkt werden.
Bekannte Arrangeure
Arrangeure von großen dramatischen Werken (meist Musicals): Robert Russell Bennett (u. a. Oklahoma, South Pacific, The King And I, The Sound of Music), William D. Brohn (u. a. Miss Saigon, Crazy For You, The Secret Garden, Ragtime), Ralph Burns (u. a. Funny Girl, Sweet Charity, Chicago), David Cullen (u. a. Cats, Starlight Express, The Phantom of the Opera, Sunset Boulevard), Michael Gibson (u. a. Anything Goes, Kiss of the Spiderwoman), Danny Troob (Disney's Beauty And The Beast), Jonathan Tunick (u. a. Follies, Sweeney Todd, Into the Woods, Titanic) und Thorsten Wszolek (Neufassungen von My Fair Lady, Brigadoon, Gigi, Camelot). Arrangeure für Orchester und Big Band sind u. a.: Count Basie, Les Baxter, Irving Berlin, Carla Bley, Francy Boland, Helmut Brandt, Bob Brookmeyer, Billy Byers, Don Costa, Matt Dennis, Eumir Deodato, Tommy Dorsey, Duke Ellington, Alexander Erbrich-Crawford, Gil Evans, Percy Faith, Chico O'Farrill, Dani Felber, Bruce Fowler, Joki Freund, Markus Fritsch, Harry Frommermann, Michael Gibbs, Jerry Gray, Bob Hammer, Neal Hefti, Peter Herbolzheimer, Fletcher Henderson, Bill Holman, Gordon Jenkins, Quincy Jones, Thad Jones, Bert Kaempfert, Kurt Kaiser, Stan Kenton, Heinz Kiessling, Alexander Krampe, Paul Kuhn, James Last, Michel Legrand, Günter Lenz, Toni Leutwiler (Tom Wyler), Melba Liston, Henry Mancini, Johnny Mandel, Billy May, Jay McShann, Sérgio Mendes, Vince Mendoza, Glenn Miller, Charles Mingus, Hugo Montenegro, Gerry Mulligan, Sammy Nestico, Claus Ogerman, Pino Presti, Don Redman, Dieter Reith, Nelson Riddle, Waldo de los Ríos, Pete Rugolo, George Russell, Bill Russo, Maria Schneider, Gunther Schuller, Don Sebesky, Axel Stordahl, Billy Strayhorn, Andreas N. Tarkmann, Joe Völker, Wilhelm Wieprecht, Mary Lou Williams, George Dale Williams, Franz Wittenbrink, Erik van der Wurff und Torrie Zito.