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Mohammed – Der Gesandte Gottes
Der Film handelt von der Entstehung und Frühzeit des Islam, von seinen ersten Anhängern und deren Verfolgung durch die Quraisch, von der ersten Auswanderung …
Inhalt5 Abschnitte
Film und Darstellung
Mohammed – Der Gesandte Gottes ist ein britischer Film von 1976 über Mohammed, einen im 7. Jahrhundert wirkenden arabischen Feldherrn, Religionsstifter und islamischen Propheten. Regie führte Moustapha Akkad; die englischsprachige Fassung heißt Mohammad, Messenger of God beziehungsweise in den USA The Message. Parallel entstand eine arabische Fassung unter dem Titel الرسالة / ar-Risāla / „die Botschaft“. Der 177 Minuten lange, ab FSK 12 freigegebene Film wurde in Marokko und Libyen gedreht.
Er erzählt die Entstehung und Frühzeit des Islam. Aus Respekt vor muslimischer Tradition werden Mohammed, seine Frauen und die ersten Kalifen grundsätzlich weder gezeigt noch gehört. Seine Worte zitieren unter anderem Hamza, Zaid und Bilal; bei Szenen in seiner Nähe erklingt leise Orgelmusik. Als bildliche Hinweise erscheinen etwa die Spitze von ʿAlī ibn Abī Tālibs Schwert Zulfiqar sowie bei der Ankunft in Medina Mohammeds Kamelstute Qaswa.
Beginn der islamischen Gemeinschaft
Die Handlung beginnt im Mekka des Jahres 610. Die Handelsstadt wird von einer religiösen Führung geprägt, die den Glauben an viele Götter vertritt. Der 40-jährige Analphabet Mohammed verkündet nach Eingebungen Gottes durch den Erzengel Gabriel: Es gibt nur einen Gott, Allah, und Mohammed ist sein Gesandter. Islam bedeutet dabei Unterwerfung unter beziehungsweise völlige Hingabe zu Gott.
Seine Gefährten, die Sahāba, übernehmen den neuen Glauben. Die Lehre wendet sich gegen den Götzenglauben, der im Islam Schirk heißt, und verurteilt Unrecht, Trunksucht und Sklaverei. Sie fordert Gleichheit der Rassen, die Aufhebung sozialer Unterschiede, Gleichstellung der Frau und Bildung. Die Herrschenden sehen dadurch ihre Macht gefährdet und verfolgen die Anhänger. Bilal, ein schwarzer Sklave, wird gefoltert, weil er einen Gläubigen nicht auspeitschen will; Abū Bakr kauft ihn im Auftrag Mohammeds frei. Mohammeds Onkel Hamza schützt die Gemeinschaft und wird zu einem wichtigen Verbündeten.
Flucht, Medina und Kämpfe
Wegen des zunehmenden Drucks schickt Mohammed viele Anhänger nach Abessinien. Der dortige christliche König hört sie an und gewährt ihnen Schutz, nachdem sie ihm Koranworte über Maria und Jesus vorgetragen haben. Als in Mekka ein Mordanschlag geplant wird, fliehen Mohammed und Abū Bakr nach Medina; ʿAlī ibn Abī Tālib liegt dabei in Mohammeds Bett. Die Hidschra, die Auswanderung nach Medina, wird im Überblick des Films auf 622 datiert.
In Medina entsteht die erste Moschee, und Bilal ruft erstmals zum Gebet. Mekkaner plündern zugleich die Häuser und das Eigentum der Geflüchteten. Erst nachdem Gott die Verteidigung erlaubt habe, nehmen die Gläubigen Waffen auf. Der Film betont: Es gehe nicht um einen heiligen Krieg zur Ausbreitung des Glaubens, sondern um Verteidigung. Es folgen unter anderem die Schlacht von Badr 624 und die Schlacht von Uhud ein Jahr später.
Eroberung Mekkas und Schluss
Nach einem zehnjährigen Waffenstillstandsabkommen von Hudaibiya wird der Frieden laut Film durch einen nächtlichen Angriff der Gegner gebrochen. Die Muslime ziehen daraufhin nach Mekka. Abū Sufyān ibn Harb, zuvor ein entschiedener Gegner Mohammeds, bittet um Verhandlungen, erkennt Mohammed als Propheten an und spricht die Schahāda, das islamische Glaubensbekenntnis. Mekka wird ohne Blutvergießen erobert. Mohammed lässt die Götzen in der Kaaba stürzen; Bilal ruft von der Kaaba zum Gebet. Mohammed nimmt keine Rache an früheren Verfolgern und erklärt Mekka zur heiligen Stadt, in der Blutvergießen verboten ist.
Am Ende vermittelt der Film Mohammeds letzte Mahnungen: Arme sollen gespeist und gekleidet werden wie man selbst; niemand soll andere unterdrücken; alle Menschen stammen von Adam ab, und vor Gott gilt als der Vornehmste, wer am frömmsten ist. Als Hinterlassenschaft nennt er den von Gott offenbarten Koran. Er rezitiert außerdem den dritten Vers der Sure 6: „Heute habe ich (Gott) eure Religion vervollständigt und meine Gnade vollendet. Ich habe den Islam zu eurer Religion erwählt.“ Eine Erzählerstimme berichtet, Mohammed sei am 8. Juni 632 im Alter von 63 Jahren gestorben und neben seiner Moschee in Medina begraben worden. Abschließend zeigt der Film Pilger bei der Kaaba sowie Menschen unterschiedlicher Kulturen beim rituellen Gebet.
Abweichungen, Kontroversen und Resonanz
Der Film lässt die Grabenschlacht von 627 in Medina aus, obwohl sie laut Artikel die größte der drei Schlachten zwischen Mekkanern und Muslimen war. Außerdem werde im Film nahegelegt, der Vertrag von Hudaibiya sei nach Uhud geschlossen worden; nach islamischer Geschichtsschreibung erfolgte er erst nach der Grabenschlacht.
Die Dreharbeiten begannen im Frühjahr 1974 in Marokko, wo König Hassan II. 5000 Komparsen und 7000 Kamele bereitgestellt hatte. Weil König Faisal von Saudi-Arabien gegen den Film war, wurden sie eingestellt und 1975 in Libyen beendet. Obwohl Mohammed nicht bildlich dargestellt wird, löste der Film heftige Reaktionen aus: Demonstrationen fanden in London, West-Berlin und Hamburg statt, Kinos erhielten Bombendrohungen. In Washington, D.C. wurden mehr als 100 Menschen als Geiseln gehalten und ein Mensch getötet. 1978 wurde Maurice Jarre für die Filmmusik für einen Oscar nominiert. Das Lexikon des internationalen Films kritisierte fehlende historische Hintergründe und Zusammenhänge sowie den starken Schwerpunkt auf ausgedehnten Kampfszenen; über die geistige und geistliche Welt des Islam gebe der Film kaum Aufschluss.