Das Video kommt von YouTube: erst beim Abspielen verbindet sich die Seite mit YouTube (Google).
Der Prophet Mohammed: Wie Entstand Der Islam?
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 198 Zeilen
- Stellen Sie sich einen Moment lang vor. Wer war der Prophet Mohammad, auch bekannt als Mohammed, jenseits aller Etiketten? Welche persönlichen Wege und
- welches Umfeld im 7b. Jahrhundert machten es möglich, dass ein Weisenjunge aus Mecka zu einer spirituellen und politischen Bezugsperson für ganz
- unterschiedliche Gemeinschaften wurde? Dieses Video lädt zu einer sorgfältigen Reise durch seine Lebensgeschichte ein, von einer Kindheit voller Verluste bis
- hin zum Beginn des Islams mit einem Blick auf das soziale, wirtschaftliche und religiöse Umfeld, das seine Entscheidungen prägte. Hier gehen wir
- über die reine Chronologie der Ereignisse hinaus, um ihre Wirkung bis in die Gegenwart zu verstehen. Wie kam es dazu, dass ein angesehener Kaufmann
- begann, eine Botschaft zu verkünden, die das Gemeinschaftsleben neu ordnete? Wie wurden diese Offenbarungen von seinen Zeitgenossen aufgenommen und warum
- hallen sie bis heute nach? Wer bis zum Schluss dabei bleibt, wird Einblicke gewinnen, um das Ausmaß seines Erbes und die Debatten, die es umgeben, besser
- einordnen zu können, ohne dabei in Vereinfachungen zu verfallen. Und vielleicht die zentrale Frage: Was kann die Biographie Mohammeds über Führung,
- moralische Verantwortung und das Zusammenleben in Zeiten des Konflikts lehren? Welche Lektionen über Resilienz und Sinnfindung können in einen Dialog
- mit den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts treten? Und bevor wir zum Ende kommen, lohnt sich die Frage, wie viel von dem, was wir zu wissen glauben,
- stützt sich wirklich auf verlässliche Quellen und was verdient noch eine genauere Betrachtung.
- Mohammad kam um das Jahr 570 zur Welt in Meckka, einer Stadt, die sich damals als religiöses Herz und als Handelszentrum Arabiens etablierte. Diese Zeit ist in
- der islamischen Überlieferung als das Jahr des Elefanten bekannt, geprägt vom gescheiterten Angriff Abrahams, eines christlichen Stadthalters aus Abessinien
- im heutigen Jemen, auf die Kaaba. Dieses symbolträchtige Ereignis verstärkte den heiligen Charakter des Heiligtums und das Ansehen des Stammes, der es
- beschützte. Mohammads Familie gehörte zum Haschimitenklan, einem Zweig des mächtigen Stammes der Kurisch, der den Zugang zur Kaba kontrollierte und durch
- den Karawanenhandel, der die gesamte Halbinsel durchzog, Wohlstand anhäufte. Trotz der Ehre, die mit dem Haschimietenblut verbunden war, l seine
- Familie jedoch unter wirtschaftlichen Schwierigkeiten und verfügte nicht über den materiellen Einfluss, den andere Kurischklans zur Schau stellten. Für ein
- Neugeborenes bedeutete das: Er wuchs im Schatten einer angesehenen Abstammung auf, aber ohne die Privilegien, die mit Reichtum einherging. Gemäß einer alten
- arabischen Tradition wurde Mohammad als Säugling in die Obhut von Halima gegeben, einer Beduinin, die ihn als Amme aufzog. Diese Praxis hatte das
- Ziel, das Kind mit der frischen Wüstenluft zu stärken und sicherzustellen, dass es die reinste Form der arabischen Sprache erlernte,
- wie sie in den nomadischen Stämen bewahrt wurde. Muhammads Kindheit war jedoch von tiefen Verlusten geprägt. Sein Vater Abdullah war bereits vor
- seiner Geburt verstorben und seine Mutter Amina starb, als er gerade einmal 6 Jahre alt war. So früh zum Weisen geworden fand er zunächst Zuflucht bei
- seinem Großvater Abt Almutalip, einer angesehenen Persönlichkeit am Heiligtum der Kaba und nachdessen Tod bei seinem Onkel Abu Talib. Obwohl Abu Talib nicht
- wohlhabend war, spielte er eine wichtige Rolle im Stamm und bot seinem Neffen Schutz sowie die Möglichkeit, an den Karawanen teilzunehmen, die auf den
- zentralen Handelsrouten zwischen dem Jemen, Syrien und anderen Regionen der Halbinsel unterwegs waren. In seiner Jugend arbeitete Mohammed als Hirte,
- eine einfache, aber anspruchsvolle Aufgabe, die ständige Wachsamkeit, körperliche Ausdauer und Eigenverantwortung verlangte.
- Eigenschaften, die seinen Charakter nachhaltig prägen sollten. Später, als er Karawanen begleitete, machte er sich als Führer und Händler einen Namen. Er
- galt als aufrichtig, zuverlässig und geschäftlich äußerst geschickt. Obwohl er in einem von Polytheismus geprägten Mecker lebte mit hunderten von
- Götzenbildern in der Kaba und Stammesfesten, die heidnische Rituale feierten, wird er in Berichten über seine Jugend als nüchtern respektvoll
- und fern von den Ausschweifungen der kurashitischen Elite beschrieben. Gleichzeitig war Mecker ein Schmelzigel von Kulturen und Glaubensrichtungen.
- Unter den Händlern zirkulierten Gedanken und Einflüsse jüdischer und christlicher Gruppen, die sich im Hetgcha niedergelassen hatten. Mit ihnen
- gelangten monotheistische Vorstellungen in die Stadt, die einen deutlichen Kontrast zu den vielen lokalen Kultpraktiken bildeten. Mohammeds
- Engagement im Karawanenhandel intensivierte sich ab seiner Jugend, vor allem unter der Anleitung seines Onkels Abu Talib. Er sammelte Erfahrung im
- Handel mit Waren wie Leder, Datteln und Stoffen, die zwischen Mecka und Städten wie Yatrib, Bostra und Gaza zirkulierten. Mecka war ein wichtiger
- Knotenpunkt im arabischen Handelsnetz, an dem Händler auf dem Weg in den Levante und nach Mesopotamien halt machten. In dieser wettbewerbsintensiven
- Umgebung wurde Mohammad zunehmend von wohlhabenderen Kaufleuten engagiert, um lange Expeditionen zu leiten. In diesem Zusammenhang beauftragte ihn Kadia bin
- Kilid, eine verwitte Geschäftsfrau aus edler Herkunft, mit der Leitung einer Karawane nach Syrien. Sie gehörte dem Assadclan an, der ebenfalls Teil des
- Kurchstammes war und führte ihre Geschäfte mit einer für Frauen jenerzeit ungewöhnlichen Eigenständigkeit. Die von Mohammad geführte Expedition war sowohl
- wirtschaftlich als auch diplomatisch erfolgreich. So berichten klassische arabische Quellen. Beeindruckt von seinem Auftreten und seiner
- Zuverlässigkeit machte Khadija ihm einen Heiratsantrag und durchbrach damit gesellschaftliche Konventionen. Er war etwa 25 Jahre alt, sie ungefähr 40, ein
- Altersunterschied, der Bedeutung dieser Verbindung in Mohammads Biografie keinen Abbruch tat. Die Ehe mit Khadija war mehr als nur eine emotionale Bindung.
- Sie brachte wirtschaftliche Stabilität und gesellschaftliche Rückendeckung. Das Haus des Paares entwickelte sich zu einem Ort der Gastfreundschaft und des
- offenen Austauschs, an dem Reisende und Gemeindemitglieder regelmäßig ein und ausgingen. Während ihrer 25 gemeinsamen Ehejahre hatte Mohammad keine weiteren
- Ehefrauen, etwas ungewöhnliches in einem Stammeskontext, in dem mehrere Ehen unter Anführern üblich waren. Gemeinsam hatten sie Kinder, darunter die
- bekannteste Tochter, Fatima, die später Ali ibn Abi Talib heiratete, eine Schlüsselfigur der späteren islamischen Geschichte. In dieser Phase relativer
- Stabilität begann Mohammad mit regelmäßigen Rückzügen in die Höhle von Hira am Rand von Mecka. Hira lag am Berg Jabal Alnur und bot Stille, Einsamkeit
- und Abstand vom städtischen Leben. Ideale Voraussetzungen für lange meditative Nachtwachen. Auch wenn es keine Hinweise auf systematische Rituale
- gibt, deuten diese Erfahrungen auf eine spirituelle Suche hin, die über die traditionellen Stammeswerte hinausging. Mit etwa 40 Jahren intensivierte
- Mohammad seine spirituellen Rückzüge in die Höhle von Hira, unweit von Meckka, auf der Suche nach Stille und innerer Einkehr angesichts der moralischen und
- spirituellen Spannungen seiner Gesellschaft. Die Region war geprägt von sozialer Ungleichheit, Götzenkult und Stammeskonflikten. Diese nächtlichen
- Wachphasen führten ihn zu tiefgreifenden existentiellen Fragen. In einer dieser Nächte um das Jahr 610 soll er seine erste Offenbarung erlebt haben, eine
- intensive Erfahrung mit der Erscheinung einer engelhaften Gestalt. Nach islamischer Überlieferung handelte es sich dabei um Gibrel Gabriel, der ihm
- befahl: "Rezitiere". Ein Wort, das den Beginn der Übermittlung des Korans markiert. Mohammad kehrte erschüttert nach Hause zurück, wo ihn Kadia aufnahm,
- beruhigte und ihn von Anfang an unterstützte. Die ersten Offenbarungen betonten die Einzigkeit Gottes, Tauhid, das jüngste Gericht und die moralische
- Verantwortung der Menschen. Diese Botschaften standen im klaren Gegensatz zur damals in Mecka vorherrschenden polytheistischen Struktur und auch zur
- von den Courageeliten gestützten sozialen Ungleichheit. Kad stellte Mohammad ihrem Vetter Waraka ibn Naufal vor, einem arabischen Christen und
- Gelehrten, der in seiner Erfahrung Parallelen zu früheren Offenbarungen erkannte. Von diesem Moment an begann Mohammed die offenbarten Verse mit
- Vertrauten zu teilen und es entstand ein erster Kreis von Anhängern. Zu den ersten Gläubigen gehörten Personen, die später eine zentrale Rolle in der
- islamischen Geschichte einnehmen sollten. Ali ibn Abi Talib, Abu Bakr und Said ibn Haritha. Nach drei Jahren zurückhaltender Verkündung erhielt
- Mohammad eine neue Weisung. Er sollte die monotheistische Botschaft, die er bis dahin im kleinen Kreis rezitiert hatte, öffentlich machen. Fortan begann
- er Menschen auf Plätzen, Märkten und bei Stammesversammlungen anzusprechen. Mit Reden, die die ausschließliche Anbetung Allahs forderten und die Vielzahl der
- von den Stämmen verehrten Götter entschieden ablehnten. Neben der religiösen Kritik enthielten die offenbarten Verse auch klare Aufrufe zu
- sozialer Gerechtigkeit. und zum Schutz von schutzbedürftigen Gruppen wie Weisen, Versklavten und Armen. Die Botschaft fand schnell Beachtung und
- rief ebenso rasch Widerstand hervor. Die Elite der Kurisch, deren wirtschaftliche Macht eng mit dem polytheistischen Heiligtum der Kaba verknüpft war,
- erkannte in der neuen Lehre eine ernsthafte Bedrohung. Mohammad stellte nicht nur die theologischen Grundlagen des Stammeswesens in Frage, sondern auch
- die Privilegien von Abstammung, Reichtum und sozialem Status. Einige führende Persönlichkeiten versuchten Kompromisse anzubieten. Sie versprachen Ansehen,
- Allianzen oder Reichtum im Austausch gegen das Ende seiner Predigt. Doch Mohammad lehnte ab mit der Begründung, dass er einzig der göttlichen
- Offenbarung verpflichtet sei. Daraufhin nahm der soziale und politische Druck zu. Die ersten Anhänger, meist Menschen aus unteren Schichten oder ohne
- Stammesrückhalt, wurden ziel schwerer Repressionen. Schläge, Gefangenschaft und öffentliche Folterungen waren an der Tagesordnung. Eines der bekanntesten
- Opfer dieser Verfolgung war Bilal Ibn Raba, ein versklavter Mann abessinischer Herkunft, der die Gewalt überstand, indem er unermüdlich die Einheit Gottes
- proklamierte. Fälle wie seiner wurden zum Symbol für das neue Bewusstsein, das der Islam in die arabische Gesellschaft brachte. Ein Bewusstsein, das bestehende
- ethnische und stammesbezogene Hierarchien in Frage stellte. Für die Courage wurde die öffentliche Rezitation des Korans zunehmend als subversiver Akt
- wahrgenommen, weil sie die Widersprüche des Systems aufzeigte und die Vorstellungskraft des Volkes beflügelte. Mohammad selbst, teilweise durch seinen
- Onkel Abu Talib geschützt, geriet dennoch zunehmend ins gesellschaftliche Abseits. Seine Predigten wurden klarer und direkter. Sie prangerten Korruption
- an, den Umgang mit Weisen sowie die Instrumentalisierung der Religion durch Machthaber. Der Druck stieg so sehr, dass ein Teil der muslimischen
- Gemeinschaft Zuflucht außerhalb der arabischen Halbinsel suchte. Zwischen 615 und 616 wanderten kleine Gruppen nach Abessinien aus, wo ein christlicher
- König bekannt als der Negus ihnen Schutz gewährte, nachdem er Verse über Jesus und Maria aus dem Koran gehört hatte. Um das Jahr 619 erlebte Mohammad schwere
- Verluste, die seine Stellung in Mekka tief erschütterten. Diese Zeit ist in der islamischen Überlieferung als das Jahr der Trauer bekannt, da in diesem
- Zeitraum sowohl seine Ehefrau Kadya als auch sein Onkel Abu Talib verstarben. Zwei der wichtigsten Säulen seines emotionalen Rückhalts und seines
- tribalen Schutzes. Mit dem Tod von Kadi verlor er nicht nur seine langjährige Gefährtin, sondern auch die Frau, die seine prophetische Mission mit Vertrauen
- und materiellen Mitteln unterstützte. Der Tod von Abu Talib schwächte seinen politischen Rückhalt erheblich, da der schützende Einfluss seines Onkels
- innerhalb des Stammes erlosch. Ohne diesen familiären und politischen Rückhalt geriet Muhammads gesellschaftliche Stellung zunehmend ins
- Wanken. Auf der Suche nach Alternativen reiste er nach Taif, einer Stadt rund 100 km von Mecka entfernt, traditionell ein Rivale und bekannt für ihre
- Weinberge. Dort versuchte er Unterstützung bei den örtlichen Clans zu finden, um seine prophetische Mission fernab der mekanischen Feindseligkeit
- fortzusetzen. Die Anführer von Taif lehnten jedoch nicht nur sein Anliegen ab, sondern duldeten sogar, dass er öffentlich verspottet und von
- Jugendlichen mit Steinen beworfen wurde. Diese demütigende Erfahrung zählt zu den schmerzhaftesten Momenten in seinem Leben und verstärkte das wachsende
- Gefühl der Isolation unter den frühen Muslimen. In diesem Zustand tiefer Verwundbarkeit verortet die islamische Überlieferung das Ereignis von Isra und
- Mir, die Nacht und Himmelsreise Mohammads, wie sie im Koran und in den Hadithen beschrieben wird. Den Berichten zufolge wurde er in einer Nacht von
- Meckka nach Jerusalem gebracht, auf einem geflügelten Wesen namens Burak und stieg von dort aus in die Himmel auf. Während dieser mystischen Reise
- begegnete er anderen Propheten wie Mose, Abraham und Jesus und empfing die Anweisung zu den täglichen Pflichtgebeten. Diese Himmelsreise war
- auch eine symbolische Antwort auf das irdische verlassen werden. Als die Erde ihm keinen Schutz mehr bot, verliehen ihm die Himmel neue Legitimität. Die
- Erwähnung Jerusalems stellte eine Verbindung zwischen heiligen Orten her und leitete spirituelle Neuausrichtung ein über die Grenzen der arabischen
- Halbinsel hinaus. Die Botschaft dieser nächtlichen Reise überschritt die Logik von Stammeszugehörigkeit und stärkte das Bewusstsein der Gemeinschaft, Trägerin
- einer universellen Sendung zu sein. Angesichts der zunehmenden Repression in Meckka und des gescheiterten Versuchs in Taif Unterstützung zu finden, begann
- Mohammad nach entfernteren Alternativen zu suchen. Die Gelegenheit ergabte mit Bewohnern von Yatrib, einer Oasenstadt im Norden, die später als Medina bekannt
- wurde. Im Jahr 621 traf sich eine kleine Gruppe von Männern aus Yatrib mit Muhammad während der jährlichen Pilgerfahrt und zeigte sich offen für
- seine Botschaft. Im darauffolgenden Jahr bei einer zweiten größeren Delegation wurde der sogenannte zweite Vertrag von Akaba geschlossen. Darin verpflichteten
- sich die Männer den Propheten zu schützen, falls er in ihre Stadt übersiedeln würde. Die Auswanderung, bekannt als Hitschra wurde sorgfältig
- geplant, um eine direkte Konfrontation mit den Kurisch zu vermeiden, die in der Flucht eine strategische Bedrohung sahen. Die Muslime verließen Meckka in
- kleinen Gruppen, während Mohammad gemeinsam mit Abu Bakr eine alternative Route wählte und sich mehrere Tage lang in einer Höhle namens Tauer versteckte.
- Die Flucht galt als gefährlich und die Kurisch setzten sogar Belohnungen auf Mohammads Ergreifung aus. Dennoch gelang die Überquerung und seine Ankunft in
- Medina markierte den Beginn einer neuen Etappe. In Medina wurde Mohammad von zahlreichen einheimischen Familien aufgenommen, insbesondere von den Clans
- der Aus und der Harzrag, die jahrzehntelang unter internen Stammeskonflikten gelitten hatten. Seine Persönlichkeit wurde rasch als
- stabilisierender Faktor zwischen den Fraktionen anerkannt. Eine seiner ersten Maßnahmen war der Bau der Prophetenmoschee, die nicht nur als
- Gebetsort diente, sondern auch als politisches, rechtliches und soziales Zentrum fungierte. Die Moschee wurde zum Mittelpunkt des öffentlichen Lebens der
- neuen Gemeinschaft. Anders als in Mecka bot Medina eine aufgeschlossenere soziale Basis, was die Etablierung regelmäßiger religiöser Praktiken und
- den Aufbau von Allianzen mit verschiedenen Gruppen ermöglichte. Der wachsende Einfluss. Mohammads in Medina weckte die Sorge unter den Führern von
- Mecka, die in der neuen Gemeinschaft eine ernsthafte Bedrohung für das tribale und wirtschaftliche Gleichgewicht der Regionen sahen. Der
- Konflikt war nicht nur religiöser Natur, sondern auch wirtschaftlich motiviert, da die mekanischen Karawanen Gebiete durchquerten, die zunehmend unter
- muslimischer Kontrolle standen. Im Jahr 624 kam es zur ersten großen bewaffneten Auseinandersetzung zwischen beiden Seiten, der Schlacht von Bade. Obwohl
- die Muslime zahlenmäßig unterlegen waren, errangen sie einen überraschenden Sieg, namen Gefangene und erbeuteten wertvolle Güter. Der Triumph von Badere
- wurde jedoch im darauffolgenden Jahr durch eine Niederlage in der Schlacht von Uhut getrübt. Im Jahr 655 organisierten die Kurisch eine
- militärische Gegenoffensive unter der Führung von Abu Sufjan, um die frühere Niederlage auszugleichen. Die Schlacht fand in der Nähe des Berges Uhud statt
- und begann zunächst mit einem Vorteil für die Muslime. Doch ein taktischer Fehler, das vorzeitige Verlassen einer strategischen Position durch die
- Bogenschützen, ermöglichte den Kurisch die Wände. Mohammad wurde verletzt und mehrere seiner engen Gefährten fielen, darunter Hamsa eben Abdt Almutalib. Die
- Niederlage wirkte sich moralisch auf die Gemeinde in Medina aus, diente jedoch zugleich als militärische Lektion und führte zu einer stärkeren Disziplin
- unter seinen Anhängern. Im Jahr 62 starteten die Courage eine noch ambitioniertere Offensive, die Grabenschlacht, auch bekannt als die
- Schlacht der Konföderierten. Mit Unterstützung zahlreicher arabischer Stämme stellten sie ein großes Heer auf, das in Richtung Medina marschierte.
- Mohammad setzte auf eine in der Region ungewöhnliche Verteidigungsstrategie. Er ließ um die Stadt einen tiefen Graben ausheben, der den Vormarsch der
- feindlichen Reiterei verhinderte. Diese Maßnahme erwies sich als wirkungsvoll und nach mehreren Wochen der Belagerung und Versorgungsknappheit zogen sich die
- Angreifer zurück, ohne Medina eingenommen zu haben. Der kampflose Sieg steigerte das Ansehen des Propheten erheblich und festigte seine politische
- und militärische Autorität. Neben äußeren Bedrohungen musste Mohammad auch mit inneren Spannungen in Medina umgehen, etwa mit fragilen Bündnissen
- und dem Verdacht auf Verrat. Während der Belagerung wurde der jüdische Stamm der Banu Kururiza beschuldigt, mit den Kurisch konspiriert zu haben, was zu
- einer harten Entscheidung führte. Die Männer der Gruppe wurden hingerichtet, Frauen und Kinder in Gefangenschaft genommen. Im Jahr 628 entschloss sich
- Mohammad, die Wallfahrt zur Kaba zu unternehmen. Ein Brauch, der unter den Arabern weit verbreitet war, obwohl die Spannungen mit Mecker weiterhin
- bestanden. Begleitet von etwa 1400 Anhängern verließ er Medina in Pilgerkleidung und ohne Kriegswaffen. Ein deutliches Zeichen dafür, dass seine
- Absicht rein religiöser Natur war. Als die mekanischen Führer von der Annäherung erfuhren, entsandten sie Unterhändler, um den Zugang zur Stadt zu
- verhindern. Nach intensiven Verhandlung wurde der Vertrag von Hudai geschlossen. Ein Friedensabkommen mit einer Laufzeit von 10 Jahren, das die Feindseligkeiten
- zwischen beiden Seiten aussetzte. Den Muslimen wurde in jenem Jahr der Zugang zu Mecka verwehrt. Jedoch durften sie im Folgejahr zurückkehren. Das Abkommen
- rief bei Mohammads Gefolgschaft gemischte Reaktionen hervor. Viele empfanden die Bedingungen als nachteilig.
- Neben dem vorübergehenden Zutrittsverbot legte der Vertrag fest, dass muslimische Überläufer an die Courage zurückgegeben werden mussten. Eine Regelung, die
- jedoch nicht in umgekehrter Richtung galt. Trotz dieser scheinbaren Ungleichheit betonte Mohammad, dass der Waffenstillstand neue Möglichkeiten
- eröffne. Der Friede erleichterte den Austausch von Menschen und Ideen, ein Faktor, der die Verbreitung des Islams deutlich begünstigte. In den folgenden
- Monaten stieg die Zahl der Konversionen spürbar, auch unter Stämmen, die zuvor gezögert hatten, sich einer dauerhaft bedrohten Bewegung anzuschließen. In
- dieser stabileren Phase begann Mohammad eine diplomatische Initiative von bisher unbekanntem Ausmaß. Er ließ Briefe an verschiedene Herrscher der Region
- senden, darunter der byzantinische Kaiser Herakleos, der christliche Patriarch von Ägypten und der sasanidische Herrscher von Persien. In
- diesen Schreiben stellte er sich als gesandter Gottes vor und Ludpfänger zur Annahme des Monotheismus ein. Die Reaktionen fielen unterschiedlich aus,
- von diplomatischem Respekt bis hin zu offener Ablehnung und Feindseligkeit. Der Vertrag von Hudaibia bot Mohammad außerdem die Gelegenheit, seine
- Allianzen auf der arabischen Halbinsel neu zu ordnen. Der Friede mit Mecker schuf ein Umfeld, das es ermöglichte, Abkommen mit Stämmen aus dem Norden und
- dem zentralen Wüstengebiet zu schließen, ohne direkte militärische Auseinandersetzung. Einige dieser Gruppen begannen Medina als legitime
- Autorität anzuerkennen, während andere eine strategische Neutralität bewahrten. Die tribale Diplomatie, die auf gegenseitigem Treueversprechen beruhte,
- nutzte Mohammad geschickt, um ein breiteres politisches Netzwerk aufzubauen. Im Jahr 630 führte der Bruch des Hudai Vertrags durch Verbündete der
- Courage zur Mobilisierung einer neuen Bewegung in Richtung Mecka. Mohammad versammelte ein Heer von schätzungsweise 10.000 Männern, das größte, das er bis
- dahin aufgestellt hatte. Viele der Teilnehmer stammten aus Stämmen, die sich in den letzten Jahren Medina angeschlossen hatten. Der Marsch nach
- Mecka wurde strategisch und geräuschlos geplant mit dem Ziel, eine offene Konfrontation zu vermeiden. Beim Nähern an die Stadt befahl Mohammad, die
- Truppen in mehrere Kolonnen aufzuteilen, um Mecker einzukreisen und den Widerstand möglichst gering zu halten. Die meisten Bewohner entschieden sich,
- nicht einzugreifen. Der Einzug in Mecker verlief größtenteils friedlich. Es kam lediglich zu vereinzelten Widerstandshandlungen, die jedoch rasch
- unter Kontrolle gebracht wurden. Nach seiner Ankunft begab sich Mohammad direkt zur Kaba und ordnete die Entfernung sämtlicher Götzenbilder aus
- dem Heiligtum an. Die Kaba, die zuvor verschiedene Stammesgötter beherbergte, wurde nun dem alleinigen Gottesdienst gewidmet. Die religiöse Bedeutung
- Meckers blieb erhalten, wurde jedoch in einen neuen theologischen und politischen Rahmen überführt. Eine der bedeutendsten Entscheidungen in diesem
- Moment war die Gewährung von Amnestie für viele seiner früheren Gegner. Anstatt kollektive Strafen zu verhängen oder Rache zu üben, erklärte Mohammad,
- dass alle Mekaner, die in ihren Häusern blieben oder in der Kaba Zuflucht suchten, in Sicherheit seien. Unter den Begnadigten befanden sich auch Personen,
- die zuvor aktiv Kampagnen gegen die Muslime geführt hatten, darunter Abu Sufjan, der sich später dem neuen Glauben anschloss. Diese großzügige
- Geste hatte unmittelbare politische Wirkung. Sie erleichterte den Machtwechsel und förderte die innere Versöhnung.
- Nach der Eroberung Meckers richtete Mohammad seinen Fokus darauf, die neue politische und religiöse Ordnung auf der gesamten arabischen Halbinsel zu
- festigen. Einige Stämme, vor allem im Westen und Norden der Region, leisteten weiterhin Widerstand gegen die neue Autorität. Im Jahr 630, kurz nach dem
- Einzug in Mecka, kam es zur Schlacht von Hunain, in der die Muslime gegen den Stamm der Havzin kämpften, der für seine militärische Stärke bekannt war. Trotz
- eines chaotischen Beginns gelang es Muhammads Truppen sich neu zu formieren und den Sieg zu erringen. Damit wurde die Kontrolle über strategisch wichtige
- Gebiete zwischen Mecker und Taif ausgeweitet. Auch die Stadt Taif, einst Schauplatz seiner Zurückweisung, trat nun in den Einflussbereich des Islams.
- Die Feldzugsbewegung nach Tabuk im Jahr 631 war eine der letzten großen militärischen Mobilisierungen unter
- Muhammads Führung. Auch wenn es zu keinem direkten Gefecht kam, wirkte allein die Präsenz seiner Armee an der Nordgrenze nahe dem Byzantinischen Reich
- als klare Machtdemonstration. Stämme in der Umgebung, die zuvor auf Distanz geblieben waren, begannen nun, Gesandte nach Medina zu schicken, um
- sich dem neuen Bündnissystem anzuschließen. Mohammads Einfluss reichte mittlerweile bis an die Grenze Syriens und wurde zunehmend auch von
- benachbarten Großmächten wahrgenommen. In derselben Zeit setzte ein bemerkenswerter Prozess ein, der als das Jahr der Delegationen bekannt wurde.
- Zahlreiche Stammesgruppen aus verschiedenen Regionen reisten nach Medina, um ihre Loyalität zu erklären, den Islam formell anzunehmen oder
- einfach die neue zentrale Autorität anzuerkennen. Diese öffentliche Anerkennung durch die Stämme trug wesentlich zur Stabilisierung der
- Halbinsel bei und verringerte bewaffnete Widerstände erheblich. Im Jahr 632 unternahm Mohammad seine einzige vollständige Wahlfahrt nach Mekka seit
- Beginn der Offenbarung. ein Ereignis, das als Abschiedspilgerfahrt bekannt wurde. Vor einer großen Menge von Gläubigen hielt er eine Predigt, die
- später als sein geistliches und gesellschaftliches Vermächtnis betrachtet wurde. In dieser Rede sprach er über die Unantastbarkeit von Leben
- und Eigentum, das Ende blutiger Stammesrache, die Rechte der Frauen sowie die Geschwisterlichkeit unter den Gläubigen. Nach seiner Rückkehr von der
- Abschiedspilgerfahrt blieb Mohammad in Medina und zog sich nach und nach aus dem öffentlichen Leben zurück. Überlieferungen zufolge erkrankte er
- kurz darauf an hohem Fieber und zunehmender Schwäche. In seinen letzten Tagen wurde er im Haus seiner Ehefrau Aisha gepflegt, wo ihn enge
- Familienangehörige und Gefährten besuchten. Trotz seiner körperlichen Verfassung bemühte er sich weiterhin die Gemeinde zu leiten und nahm unterstützt
- von anderen gelegentlich noch an Gebeten in der Moschee teil. Sein Tod ereignete sich im Juni des Jahres 632 in einem familiären Umfeld. Die muslimische
- Gemeinschaft war tief erschüttert, da es keinen formellen Nachfolgeplan gab. Muhammad wurde an dem Ort bestattet, an dem er gestorben war und das Haus von
- Aisha wurde als heiliger Ort betrachtet, später in die Prophetenmoschee integriert. Die Frage der Führung wurde nun drängend. Da er keinen Überlebenden
- männlichen Nachkommen hinterließ und keine explizite Nachfolge benannt hatte, versammelten sich seine Gefährten, um den weiteren Weg der Gemeinschaft zu
- besprechen. Abu Bakr, ein langjähriger Freund und einer der ersten zum Islam konvertierten, wurde als erster Kalif gewählt. Ein Titel, der Nachfolger
- bedeutet. Damit begann die Era der sogenannten rechtgeleiteten Kalifen, geprägt von politischer Expansion und Auseinandersetzungen um die legitime
- Erbfolge des Prophetentums. Mit dem Tod Mohammads stand die islamische Gemeinschaft vor der Herausforderung, seine Botschaft zu bewahren und den
- inneren Zusammenhalt zu sichern. Die überund Jahre hinwego offenbarten Verse waren von seinen Anhängern auswendig gelernt und auf verschiedenen
- Materialien wie Knochen, Leder, Holz und Palmblättern aufgezeichnet worden. Unter dem Kalifat von Abu Bakr begann der Prozess der Sammlung und
- Zusammenstellung dieser Fragmente ein Vorhaben, das später unter dem Kalifen Utman ibn Afan zur Erstellung einer einheitlichen Fassung des Korans führte.
- Neben dem Koran wurde auch die Sunnah zur zentralen Quelle der islamischen Überlieferung, das Gesamtwerk überlieferten Wissens über Muhammads
- Handlungen, Worte und Entscheidungen. Die Sunnaah ergänzt nicht nur die Lehren des Korans, sondern gibt auch ethische, rechtliche und religiöse Orientierung.
- Aus der Verbindung beider Quellen entstand die Sharia, das normative System des Islams, das vom Alltagsverhalten bis zur Rechtsprechung
- reicht. Das Vermächtnis des Propheten wurde fort an im gelebten Alltag erfahrbar, stets neu interpretiert im Licht verschiedener historischer und
- lokaler Kontexte. Die Lebensreise Mohammads vom Weisenkind in Mecker zum Anführer einer wachsenden Gemeinschaft wirft eine zentrale Frage auf. Wie
- konnte jemand ohne ererbte Macht, ohne staatlichen Rückhalt und aus den Randzonen der großen Reiche kommt innerhalb weniger Jahrzehnte religiöse,
- soziale und politische Strukturen der arabischen Welt grundlegend verändern? Hätte seine Botschaft auch in einer anderen Zeit oder an einem anderen Ort
- eine ähnliche Kraft entfalten können? Oder war es gerade die damalige Krisenlage die stammesbedingte Zersplitterung und der kulturelle
- Austausch, die eine solch außergewöhnliche Führungspersönlichkeit ermöglichten?
- Und was meinen Sie, inwi weit war Mohammad ein spiritueller Reformer, geprägt von den Umständen seiner Zeit? Und inwi weit handelte er aus einem
- klaren Gefühl von Sendung? Welche Stationen seiner Biographie helfen? Die Entstehung einer Gemeinschaft, das Verantwortungsbewusstsein und den
- Einsatz für soziale Gerechtigkeit besser zu verstehen? Teilen Sie ihre Sicht in den Kommentaren. Ein gut informierter Austausch bereichert unser historisches
- Verständnis. Wenn Ihnen dieser Beitrag neue Perspektiven auf eine der einflussreichsten Persönlichkeiten der Geschichte eröffnet hat, abonnieren Sie
- gerne den Kanal und aktivieren Sie die Benachrichtigungen. Es gibt noch viel zu entdecken über Ursprünge, Wirkungen und offene Fragen. Wer nur von außen schaut,
- läuft Gefahr, den Blick für neue Zusammenhänge zu verpassen.
Zum Nachlesen
MohammedInhaltsverzeichnis · 1 Herkunft und Familie · 2 Die mekkanische Zeit (bis 622) · 3 Die medinensische Periode der Prophetie (622–630) · 4 Nach der Einnahme Mekkas: …
Mohammed – Der Gesandte GottesDer Film handelt von der Entstehung und Frühzeit des Islam, von seinen ersten Anhängern und deren Verfolgung durch die Quraisch, von der ersten Auswanderung …
KoranNach dem Glauben der sunnitischen Muslime ist der Koran die unerschaffene Rede Gottes oder zumindest ein Ausdruck davon. Eine Minderheit von Muslimen ist …
Politische und soziale Geschichte des IslamsDieser Artikel gibt einen Überblick über die politische, kulturelle und soziale Geschichte des Islams und leitet zu weiteren Hauptartikeln. Die …