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Allah
Allah (arabisch الله , DMG Allāh ‚der Gott', ʔalˤːɑːh) ist das Wort für Gott in der arabischen Sprache. Im Islam wird das Wort auch als Eigenname für Gott …
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Bedeutung und Stellung im Islam
Allah (arabisch الله, Allāh, „der Gott“) ist das arabische Wort für Gott. Im Islam dient es zugleich als Eigenname für Gott. Auch arabischsprachige Juden und Christen verwenden die Bezeichnung; in arabischen Bibelübersetzungen steht daher ebenfalls Allah. Im westlichen Sprachgebrauch meint „Allah“ meist den einen Gott der islamischen Gottesvorstellung.
Allah gilt im islamischen Selbstverständnis als derselbe Gott wie im Judentum und Christentum. Er wird jedoch nicht unmittelbar als menschliche Person verstanden, sondern als geheimnisvolle Macht hinter allen Aspekten des Universums. Er kann durch Zeichen der Schöpfung, Offenbarung sowie Vermittler wie Engel und Propheten erkannt werden.
Grundlage des islamischen Glaubens ist der Tauhīd, die Einheit und Einzigartigkeit Allahs. Allah ist nach Sure 112 Schöpfer des Universums, weder gezeugt noch erschaffen. Seine Existenz wird durch Großartigkeit und Gesetzmäßigkeit des Universums begründet. Die Einzigkeit Gottes wird auch in der Schahada, dem islamischen Glaubensbekenntnis, betont. Der Koran nennt Allah 2699-mal.
Allah im Koran
Der Koran beschreibt Allah als den einzigen Gott: „Er ist Gott, außer dem es keinen Gott gibt“ (Sure 59:22–24 nach Paret). Er weiß über Verborgenes und Bekanntes Bescheid, ist barmherzig und gnädig, heiliger König, Mächtiger, Gewaltiger und Weiser. Als „Schöpfer, Erschaffer und Gestalter“ stehen ihm die schönen Namen zu; alles im Himmel und auf der Erde preist ihn.
Sure 112:1–4 (Al-Ichlas, nach Friedrich Rückert) fasst zentrale Aussagen zusammen: „Gott ist Einer“, „Ein ewig reiner“, er hat nicht gezeugt, ist nicht gezeugt worden, und nichts ist ihm gleich. Allah erschuf Himmel und Erde (Sure 14:19), lässt Wasser vom Himmel fallen und dadurch Pflanzen wachsen, die auch dem Vieh als Weide dienen (Sure 16:10).
Allah ist von seiner Schöpfung unabhängig, nicht Teil der materiellen Welt und nicht an Zeit gebunden: Er war vor der Zeit und bleibt nach ihrem Ablauf. Er hat kein Geschlecht, keine Kinder, keine Partner und keine gleichwertigen Wesen. Der Artikel bezeichnet ihn außerdem als allgegenwärtig, allmächtig und allwissend: Er weiß, was überall geschieht, geschah, geschehen wird und geschehen könnte, falls ein vorhergesehenes Ereignis nicht eintritt. Seine unsichtbare, vollkommene und majestätische Natur soll durch die Betrachtung der Schöpfung erkennbar werden; dazu verweist Sure 3:190–191 auf Himmel, Erde sowie den Wechsel von Nacht und Tag als Botschaften für Einsichtige.
Namen, Attribute und Aussprache
Allāh ist im Islam der einzige (Quasi-)Eigenname Gottes. Die bekannten 99 Namen Allahs sind Attribute, also Bezeichnungen seiner Eigenschaften. Nicht alle stehen im Koran: Einige stammen aus Hadithen, den überlieferten Worten Mohammeds. So erscheint der 91. Name Ad-Dārr („Der Verletzer/Gefährder“) nur in Hadithen. Der Koran enthält tatsächlich mehr als 99 Attribute, ungefähr 114; die Liste der 99 Namen gehört zu den „Schönsten Namen“ (al-asmāʾu l-ḥusnā).
Aus koranischen Attributen entstehen gebräuchliche arabische Vornamen, etwa Abdullah („Diener Allahs“), Abdul Hayy („Diener des Lebendigen“) und Abdul Madschid („Diener des Ruhmreichen“). Die Eigenschaften werden dabei als Superlative verstanden, beispielsweise „der Allbarmherzige“, „der Allmächtige“ und „der Allsehende“.
Die Aussprache des Lām-Lauts in Allah hängt vom unmittelbar vorhergehenden Vokal ab. Nach a oder u wird es betont und als [lˤ] gesprochen, etwa in man ḥādda llāh („diejenigen, die sich Allah widersetzen“, Koran 58:22). Nach i wird es leicht, nur mit der Zungenspitze, als [l] gesprochen. Das gilt beispielsweise in der Basmala: bismi llāhi r-raḥmāni r-raḥīmi.
Unterschiedliche Gottesvorstellungen
Seit Mohammed entstanden verschiedene Auslegungen über Allahs Eigenschaften. Sie reichen von Vorstellungen eines auf einem Thron sitzenden Herrschers mit menschenähnlichen Eigenschaften bis zu panentheistischen Deutungen der islamischen Mystik. In Teilen ismailitischer und alawitischer Gruppen gibt es auch teilweise gnostische Gottesvorstellungen.
Die Muʿtazila versteht anthropomorphisierende, also menschenähnlich wirkende, koranische Attribute allegorisch. Eigenschaften wie Allmacht, Allwissenheit und Ewigkeit seien keine getrennten Merkmale neben Allah, sondern Teil seiner Essenz. Deshalb gelte auch der Koran als erschaffen und nicht ewig. Das Böse gehe nicht von Allah aus, sondern aus den bösen Entscheidungen der Geschöpfe, deren freien Willen Allah befürworte.
Die Aschariten, eine Richtung des sunnitischen Kalām, unterscheiden rationale Attribute, die der Verstand erkennen kann, etwa Leben, Wissen, Allmacht, Hören, Sehen, Rede und Ewigkeit, von Eigenschaften der Offenbarung wie Hand, Gesicht oder Auge. Letztere seien weder den Menschen gleich noch bloße Metaphern. Maturidi betont, Menschen könnten Allah nur mit Begriffen beschreiben, die sie kennen; Beschreibungen seien daher Analogien und auf die im Koran genannten Eigenschaften beschränkt. Diese werden mit den 99 Namen identifiziert.
Im Sufismus, besonders im Wahdat al-Wudschud, ist Allah allgegenwärtig und allumfassend, die reine Wirklichkeit al-ḥaqq, deren Attribute sich in der Schöpfung zeigen. Auch im Alewitentum gilt Allah als allgegenwärtig; nach einer verbreiteten Vorstellung offenbart sich das Göttliche im Herzen (qalb) und die Welt wurde geschaffen, damit sie Allahs Wesen widerspiegelt. Salafismus und Wahhabismus akzeptieren koranische Eigenschaften ohne weitere Interpretation, dürfen sie aber nicht mit menschlichen Eigenschaften vergleichen.
Modelle der Schöpfung
Muslimische Theologen und Philosophen stimmen mit wenigen Ausnahmen darin überein, dass Allah Ursprung der Existenz des Kosmos ist. Umstritten ist, wie diese Schöpfung geschieht und welche Kausalität, also Ursache-Wirkungs-Beziehung, besteht. Es gibt drei Modelle: Emanation (fayaḍān), Okkasionalismus (iḥdāth) und die Manifestation einer einzigen Realität (maẓhir).
Die meisten Philosophen vertraten die Emanationstheorie. Danach geht das Universum seit Ewigkeit aus Allah hervor. Zwischen Allah und den unteren Dingen vermitteln höhere Dinge; die unteren Dinge kommen also nicht unmittelbar von Allah. Allah ist die einzige notwendige Existenz, alles andere ist kontingent, das heißt nicht notwendig. Nach Ibn Sīnā kennt Allah als Wissender und Vollkommener sich selbst als Ursache aller Existenz und damit auch deren Wirkung. Deshalb erschaffe er den Kosmos ewig. Eine Schöpfung zu einem bestimmten Zeitpunkt würde eine Änderung in Allahs Willen voraussetzen und sei mit seiner Einfachheit beziehungsweise dem Tauhīd unvereinbar.
Theologen bevorzugten meist den Okkasionalismus. Allah habe die Welt zu einem bestimmten Zeitpunkt aus dem Nichts geschaffen; die Emanationstheorie schränke nach ihrer Auffassung seine Freiheit ein und mache ihn zu sehr zu einem Naturphänomen. Al-Ghazālī erklärt die zeitlich bestimmte Schöpfung so: Allah wollte die Schöpfung zum Zeitpunkt t, doch dieser Wille bestand schon in der Ewigkeit für genau diesen Zeitpunkt.
Eine mystische Variante versteht die Welt als Manifestation einer einzigen Realität. Bei Mulla Ṣadra, der von Muhyī d-Dīn Ibn ʿArabī beeinflusst war, ist allein Allah ewig und vollkommen, während Universum und Bewohner ständig verändert werden. Nach Heydar Amuli sind Engel Repräsentanten der schönen Namen Allahs und Satane Repräsentanten seiner herrischen Namen.
Vorislamische und christliche Bezüge
Im vorislamischen Arabien glaubte man an mehrere Götter, darunter einen Allah, dessen genaue Funktion nicht gesichert ist. Allah wird für diese Zeit als Hochgott im Hintergrund oder Deus otiosus beschrieben: als Schöpfergott, der sonst nicht in das menschliche Geschehen eingreift. Julius Wellhausen vertrat die Auffassung, Allah sei ein anderer Name für Hubal und ein Mondgott gewesen; der Artikel stellt diese Deutung dar. Archäologisch gesichert ist dagegen die vorislamische Verwendung des Namens Allah durch Christen in Umm al-Ǧimāl.
Im christlich-islamischen Dialog ist umstritten, ob Allah und der Gott der Bibel identisch sind. Die römisch-katholische Erklärung Nostra Aetate vom 28. Oktober 1965 beschreibt Muslime als Anbetende des einen, lebendigen, barmherzigen und allmächtigen Schöpfergottes. Gemeinsam ist Christen und Muslimen nach dem Artikel der Glaube an den Schöpfer von Himmel und Erde; genannt werden Genesis 1,1 und Sure 2,29. Viele evangelikale Christen lehnen die Gleichsetzung ab, weil der Islam betont, Allah habe keinen Sohn, während das Neue Testament Gott als Vater Jesu Christi bezeichnet. Wolfgang Huber erklärte, Menschen könnten nicht entscheiden, ob es derselbe Gott sei, sondern nur Aussagen über unterschiedliche Gottesbekenntnisse treffen.
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