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Melis Sekmen
Melis Sekmen (* 26. September 1993 in Mannheim) ist eine deutsche Politikerin (2014 bis Juli 2024 Bündnis 90/Die Grünen, seit 2024 CDU).
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Person und Hintergrund
Melis Sekmen (* 26. September 1993 in Mannheim) ist eine deutsche Politikerin. Von 2014 bis Juli 2024 gehörte sie Bündnis 90/Die Grünen an, seit 2024 ist sie Mitglied der CDU. Von 2021 bis 2025 war sie Abgeordnete des Deutschen Bundestages.
Sekmen hat einen türkischen Migrationshintergrund und ist Alevitin. Ihr Großvater kam als Gastarbeiter nach Deutschland. Sie wuchs in den Mannheimer Stadtteilen Neckarstadt-West und Waldhof auf und legte 2012 am Ludwig-Frank-Gymnasium das Abitur ab. Anschließend begann sie ein Bachelorstudium der Volkswirtschaftslehre an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Sie arbeitete außerdem als studentische Hilfskraft am Institut für Mittelstandsforschung der Universität Mannheim. Erste politische Erfahrungen sammelte sie ab 2012 durch Praktika in den Europa- und Wahlkreisbüros von Franziska Brantner und Gerhard Schick.
Kommunalpolitik und Bundestag
Sekmen wurde 2011 im Alter von 17 Jahren Sprecherin der Grünen Jugend in Mannheim. Von 2013 bis 2014 gehörte sie dem Mannheimer Kreisvorstand der Grünen an. 2014 wurde sie in den Mannheimer Gemeinderat gewählt. Dort war sie Mitglied des Fraktionsvorstands, von 2019 bis 2022 Fraktionsvorsitzende und zudem wirtschaftspolitische Sprecherin. Bei der Kommunalwahl 2019 erhielt sie innerhalb ihrer Partei die meisten Stimmen. Nach ihrem Einzug in den Bundestag legte sie das Gemeinderatsmandat im Februar 2022 nieder. Für ihre ehrenamtliche Arbeit im Gemeinderat erhielt sie im Oktober 2024 die Ratsmedaille der Stadt Mannheim in Bronze.
Bei der Bundestagswahl 2021 erzielte Sekmen im Wahlkreis Mannheim mit 22,5 Prozent das bis dahin beste Erststimmenergebnis der Grünen bei einer Bundestagswahl in Mannheim. Sie belegte hinter Isabel Cademartori (SPD) den zweiten Platz, zog aber über die baden-württembergische Landesliste der Grünen in den Bundestag ein. Dort war sie zunächst ordentliches Mitglied und Obfrau der Grünen im Wirtschaftsausschuss sowie stellvertretendes Mitglied im Finanzausschuss. Eine Obfrau koordiniert die Arbeit ihrer Fraktion in einem Ausschuss. Gemeinsam mit dem FDP-Politiker Mario Brandenburg gründete sie den Parlamentskreis „Gründung & Start-ups“ und gehörte dessen Doppelspitze an. Außerdem initiierte sie den Parlamentskreis „Ehrenamtliches Engagement“.
Bis Juli 2024 war Sekmen Mitglied der Deutsch-Französischen Parlamentarischen Versammlung. Ab September 2024 gehörte sie als ordentliches Mitglied den Ausschüssen für die Angelegenheiten der Europäischen Union sowie für Inneres und Heimat an und blieb stellvertretendes Mitglied im Finanzausschuss.
Parteiwechsel und Bundestagswahl 2025
Am 1. Juli 2024 gab Sekmen ihren Austritt aus Bündnis 90/Die Grünen und ihre Absicht bekannt, der CDU sowie deren Bundestagsfraktion beizutreten. Sie erklärte, ihre Vorstellungen darüber, wie und in welchem Stil Politik gemacht werde, hätten sich weiterentwickelt. Unterschiede zur Mehrheitslinie der Grünen bestanden zuletzt besonders in der Wirtschafts-, Migrations- und Integrationspolitik. Sekmen hatte unter anderem einen „Kurswechsel“ in der Migrations- und Integrationspolitik gefordert. Nach eigenen Angaben fand sie ihre Positionen im neuen Grundsatzprogramm der Union wieder. Am 9. Juli 2024 wurde sie in die CDU aufgenommen.
Der Mannheimer Kreisverband der Grünen und Pascal Haggenmüller, Co-Landesvorsitzender der Grünen in Baden-Württemberg, forderten sie auf, ihr über die grüne Landesliste erworbenes Bundestagsmandat zurückzugeben. Sekmen lehnte dies ab.
Am 30. November 2024 wählten rund 86 Prozent der Teilnehmer des CDU-Nominierungsparteitags Sekmen zur Mannheimer Direktkandidatin für die vorgezogene Bundestagswahl 2025. Zusätzlich stand sie auf Platz 7 der CDU-Landesliste. Sie gewann den Wahlkreis mit 24,7 Prozent der Erststimmen, zog aber nicht erneut in den Bundestag ein. Sie gehörte zu sechs Wahlkreisgewinnern der baden-württembergischen CDU ohne Zweitstimmendeckung. Das bedeutet, dass das Zweitstimmenergebnis ihrer Partei nicht ausreichte, um alle von ihr gewonnenen Wahlkreise mit Bundestagsmandaten abzudecken.
Politische Arbeit und Schwerpunkte
Ein zentraler Schwerpunkt Sekmens war die Förderung von Start-ups, also jungen Unternehmen mit innovativen und häufig wachstumsorientierten Geschäftsmodellen. Im Bundestag setzte sie sich für eine Reform der Mitarbeiter-Kapitalbeteiligung, höhere Steuerfreibeträge und die Entwicklung der Start-up-Strategie der Bundesregierung ein. Sie betrachtete Start-ups als wichtigen Teil der wirtschaftlichen Transformation und als möglichen Mittelstand von morgen. Zugleich forderte sie politische Unterstützung für die Umgestaltung bestehender mittelständischer Unternehmen.
Sekmen möchte Unternehmensgründungen für Menschen aus unterschiedlichen Lebens- und Berufsbereichen erleichtern. Dazu zählen nach ihrer Auffassung etwa Gründungsprogramme für Auszubildende, eine stärkere Förderung von Frauen sowie bessere Angebote im ländlichen Raum. Sie setzt sich außerdem für die finanzielle Absicherung selbstständiger Frauen während des Mutterschutzes ein und unterstützt „Mutterschutz für Alle e.V.“.
Im Gesundheitswesen wirkte Sekmen an einem Gesetz zur Digitalisierung und zur elektronischen Patientenakte (ePA) mit. Gesundheitsdaten sollen dadurch für die Forschung erschlossen und besser für gemeinwohlorientierte Zwecke genutzt werden.
In Mannheim setzte sie sich für die ökologische Transformation der Wirtschaft ein. Sie initiierte das vom Land Baden-Württemberg bewilligte nachhaltige Innovationszentrum „GreenTech“, das Start-ups, Unternehmen und wissenschaftliche Einrichtungen zusammenbringen soll. Außerdem unterstützte sie die Fusion der Universitätskliniken Mannheim und Heidelberg. Während der Corona-Pandemie befürwortete sie eine gebührenfreie Erweiterung von Außenbewirtungsflächen auf Parkplätzen, sogenannte „Parklets“.
Positionen, Kontroverse und Engagement
Nach dem tödlichen Messerangriff auf den Polizisten Rouven Laur in Mannheim durch einen in Deutschland lebenden Afghanen verstärkte Sekmen ihre Forderung nach einem Kurswechsel der Grünen. Die Partei müsse nach ihrer Auffassung einen klaren Plan zur Steuerung der Migration und zur konsequenten Bekämpfung des Islamismus vorlegen. Zugleich verlangte sie eine Debattenkultur, in der Menschen ihre Meinung äußern könnten, ohne vorschnell bestimmten Gruppen zugeordnet zu werden. Die Diskussion solle aus der Mitte der demokratischen Parteien geführt werden.
Nach der türkischen Parlaments- und Präsidentschaftswahl 2018 kritisierte Sekmen Mannheimer Jubelfeiern für den türkischen Präsidenten Erdoğan. Sie bezeichnete dessen Bejubelung als nicht hinnehmbar und als Stellungnahme gegen das deutsche Grundgesetz.
Im Bundestagswahlkampf 2024/2025 behauptete Sekmen mehrfach, ein Mitglied der SPD-Fraktion im Mannheimer Gemeinderat habe sie bei einer Podiumsdiskussion als Nazi bezeichnet. Obwohl sie keinen Namen nannte, wurde die Aussage dem SPD-Stadtrat Karim Baghlani zugeordnet. Dieser zeigte Sekmen an. Bevor es zu einem Prozess kam, gab sie nach anfänglicher Weigerung eine Unterlassungserklärung ab. Damit verpflichtete sie sich, die Behauptung nicht zu wiederholen. Dies geschah ohne Anerkennung einer Rechtspflicht und mit der ausdrücklichen Erklärung, dass sie an ihrer abweichenden Rechtsauffassung festhalte.
Sekmen ist Mitglied des Hochschulrates der SRH-Hochschule Berlin und des politischen Beirats des Verbands „Der Mittelstand“ – BVMW e.V. Bis 2022 gehörte sie aufgrund ihres Gemeinderatsmandats den Aufsichtsräten der m:con – mannheim:congress GmbH, der mg: mannheimer gründungszentren GmbH und des Universitätsklinikums Mannheim GmbH an. Bis 2024 war sie zudem ständiger Gast im Mittelstandsbeirat des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz sowie Senatsmitglied der Deutschen Industrieforschungsgemeinschaft Konrad Zuse e.V.