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Max Hoffmann

Carl Adolf Maximilian Hoffmann (* 25. Januar 1869 in Homberg; † 8. Juli 1927 in Bad Reichenhall) war ein deutscher Generalmajor, der im Ersten Weltkrieg …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Bedeutung und militärischer Aufstieg
  2. 2. Rolle an der Ostfront
  3. 3. Frieden von Brest-Litowsk und Kriegsziele
  4. 4. Konflikt mit Ludendorff und Entmachtung
  5. 5. Hoffmannplan und letzte Jahre

Bedeutung und militärischer Aufstieg

Carl Adolf Maximilian Hoffmann (* 25. Januar 1869 in Homberg; † 8. Juli 1927 in Bad Reichenhall) war deutscher Generalmajor. Im Ersten Weltkrieg spielte er an der Ostfront eine bedeutende militärische und politische Rolle; nach dem Krieg entwarf er den antisowjetischen „Hoffmannplan“.

Nach dem Gymnasium in Nordhausen trat er 1887 in das preußische Heer ein. Von 1895 bis 1898 besuchte er die Preußische Kriegsakademie und hielt sich anschließend ein halbes Jahr als Militärattaché am Zarenhof in Sankt Petersburg auf. Von 1899 bis 1901 arbeitete er in der Russland-Abteilung des deutschen Generalstabs. Dadurch wurde er Spezialist für russische Angelegenheiten. Im Russisch-Japanischen Krieg 1904/05 beobachtete er die japanische 1. Armee in der Mandschurei. 1907 erhielt er den Auftrag, den voraussichtlichen russischen Feldzugsplan für einen Krieg gegen Deutschland auszuarbeiten.

Bei der Mobilmachung am 2. August 1914 wurde Hoffmann Erster Generalstabsoffizier der neu formierten 8. Armee. Im Oktober 1917 erfolgte seine Beförderung zum Generalmajor.

Rolle an der Ostfront

Als Chef der Operationsabteilung der für Ost- und Westpreußen zuständigen 8. Armee entwarf Hoffmann die Operationspläne für die Schlachten bei Gumbinnen, bei Tannenberg und an den Masurischen Seen. Er hielt den damaligen Oberbefehlshaber Maximilian von Prittwitz und Gaffron für unfähig und widersprach dessen Plan, die Armee nach Gumbinnen hinter die Weichsel zurückzuziehen.

Nach Prittwitz’ Ablösung übernahmen Paul von Hindenburg als Oberbefehlshaber und Erich Ludendorff als Stabschef. Hoffmann war mit dem Operationsgebiet vertraut und wurde für Ludendorff ein wichtiger Ideengeber. Hoffmann und Ludendorff beanspruchten beide die Urheberschaft für die Benennung der Tannenbergschlacht; Hoffmann widersprach später der Darstellung, Ludendorff habe die Schlacht geplant.

Das Zusammenspiel von Hindenburg, Ludendorff und Hoffmann führte zu großen Erfolgen an der Ostfront. Hoffmann hielt einen vollständigen Sieg über Russland jedoch für unmöglich, solange Deutschland nicht ausschließlich gegen Russland Krieg führte. Als Hindenburg und Ludendorff 1916 die Oberste Heeresleitung übernahmen und sich der Westfront zuwandten, wurde Hoffmann Chef des Generalstabes beim Oberbefehlshaber Ost, Prinz Leopold von Bayern.

Frieden von Brest-Litowsk und Kriegsziele

Ende 1917 und Anfang 1918 war Hoffmann als Generalstabschef Ober Ost Beobachter der Obersten Heeresleitung bei den Verhandlungen in Brest-Litowsk. Als Initiator und Gastgeber der Konferenz hatte er trotz fehlender Verhandlungsvollmacht großen Einfluss. Gegenüber dem russischen Delegationsleiter Adolf Abramowitsch Joffe erklärte er am 26. Dezember 1917, Polen, Litauen und Kurland sollten unter Ausschluss Russlands und im Einvernehmen mit ihren politischen Vertretungen über ihr Schicksal bestimmen. Damit wollte er das westliche Russland zerteilen und eine deutsche Einflusssphäre in Osteuropa schaffen. Das Selbstbestimmungsrecht der Völker verstand er dabei als Mittel zur Loslösung von Russland.

Am 12. Januar 1918 vertrat Hoffmann in einer scharfen Rede den Machtanspruch der siegreichen deutschen Armee und erklärte eine Räumung der besetzten Gebiete für ausgeschlossen. Diese Rede wurde als „Faustschlag“ beziehungsweise als Auf-den-Tisch-Schlagen bekannt, obwohl Hoffmann selbst bestritt, mit der Faust auf den Tisch geschlagen zu haben. Die harte Sprache der Mittelmächte lieferte den Bolschewiki Propagandamaterial und wirkte sich laut Artikel direkt auf den Januarstreik in Deutschland und den Jännerstreik in Österreich-Ungarn aus.

Konflikt mit Ludendorff und Entmachtung

Hoffmann unterstützte weitergehende Kriegsziele Ludendorffs, etwa die Vorstellung einer dauerhaft besetzten und deutsch besiedelten Krim als Kolonialstaat und Flottenstützpunkt. Zugleich gehörte er zu den wenigen deutschen Generälen, die bei Belgien und besonders beim „polnischen Grenzstreifen“ gemäßigtere Ziele vertraten. Er lehnte die Annexion eines breiten Gebiets des russischen Polens ab, weil dadurch nahezu zwei Millionen Polen an das Deutsche Reich angegliedert worden wären. Sein reduzierter Vorschlag hätte den Zuwachs an polnischer Bevölkerung auf etwa 100.000 begrenzt.

Kaiser Wilhelm unterstützte Hoffmanns Vorschlag zunächst, zog ihn aber im Kronrat am 2. Januar 1918 unter Druck der Obersten Heeresleitung zurück. Damit brach Hoffmann endgültig mit Ludendorff. Hindenburg und Ludendorff verlangten am 4. Januar erfolglos seine Abberufung. Danach richtete Ludendorff eine rufschädigende Pressekampagne gegen ihn; Hoffmann wurde politisch weitgehend kaltgestellt. Bei der Operation Faustschlag ab dem 18. Februar 1918 hatte er nur noch eine militärische Rolle. Nach dem Waffenstillstand Ende 1918 organisierte er die Rückführung des deutschen Ostheeres.

Hoffmannplan und letzte Jahre

Der 1922 erstmals formulierte Hoffmannplan war Hoffmanns Entwurf für einen antisowjetischen Feldzug. Zusammen mit dem Industriellen Arnold Rechberg wollte er, dass Deutschland gemeinsam mit Großbritannien und Frankreich in Sowjetrussland interveniere. Ziel war, die Sowjetregierung durch eine gemeinsame militärische Intervention zu stürzen, eine verfassungsmäßige russische Regierung einzusetzen und Russland wirtschaftlich wiederherzustellen.

1926 und 1927 wurde der Plan in London unter Federführung des niederländischen Industriellen Henri Deterding diskutiert; Deterding unterstützte eine mögliche Ausführung durch Geldzuweisungen an Hoffmann. Die Führung der Reichswehr übernahm den Plan nicht und setzte stattdessen auf militärische Zusammenarbeit mit der Sowjetunion. Hoffmann und Rechberg waren in den 1920er-Jahren außerdem in eine Affäre um gefälschte russische Tscherwonez-Geldscheine verwickelt, die die sowjetische Währung untergraben sollten; Rechberg wurde 1930 freigesprochen.

Von 1919 bis 1927 lebte Hoffmann in Berlin. In seinen Schriften kritisierte er Falkenhayn und Ludendorff, schilderte Hindenburg als unfähig und betonte seinen eigenen Anteil an Tannenberg. Er starb am 8. Juli 1927 unerwartet an einem Schlaganfall während eines Kuraufenthalts in Bad Reichenhall und wurde auf dem Invalidenfriedhof in Berlin beigesetzt.

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