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Mathematik-Olympiade in Deutschland
Der bundesweit angebotene Wettbewerb gliedert sich in mehrere Runden und richtet sich an Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 3–13. Die Schul …
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Überblick und Zielgruppe
Die Mathematik-Olympiade in Deutschland, kurz MO und offiziell Mathematik-Olympiade, ist ein bundesweit durchgeführter Schülerwettbewerb im Fach Mathematik. Sie richtet sich an Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 3 bis 13. Der Wettbewerb ist wichtig, weil er mathematisch interessierten und begabten Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit gibt, anspruchsvolle Aufgaben zu bearbeiten, sich über mehrere Runden zu qualifizieren und auf höherer Ebene bis zur Bundesrunde oder sogar zu Auswahlklausuren für den Auswahlwettbewerb zur Internationalen Mathematik-Olympiade zu gelangen.
Der Wettbewerb ist in mehrere Runden gegliedert. In jeder Runde werden die Teilnehmenden nach Klassenstufen getrennt bewertet. Die Aufgaben stammen aus verschiedenen Bereichen der Mathematik und werden von Runde zu Runde anspruchsvoller. Dadurch prüft die Mathematik-Olympiade nicht nur Rechenfertigkeiten, sondern vor allem mathematisches Denken, Problemlösen und das verständliche Darstellen von Lösungswegen.
Erste Runden
Die ersten drei Runden sind Schulrunde, Regionalrunde und Landesrunde. Ihre Organisation und Durchführung liegt bei Beauftragten in den Bundesländern. Die Aufgaben der 1. Runde werden zentral vom Mathematik-Olympiaden e. V. gestellt. In jeder Runde qualifizieren sich jeweils die Besten für die nächste Runde.
Die Schulrunde wird meistens als Hausaufgabenrunde geschrieben, also nicht unbedingt als Klausur in der Schule. An ihr nehmen jährlich weit über 200.000 Schülerinnen und Schüler teil. Danach folgen die weiteren Runden auf regionaler und landesweiter Ebene. Das Niveau der Aufgaben steigt dabei schrittweise an, sodass die späteren Runden deutlich höhere Anforderungen stellen.
Bundesrunde
Die Bundesrunde findet im Mai oder Juni statt. Daran nehmen Mannschaften aus allen Bundesländern teil. Jede Mannschaft besteht aus neun bis fünfzehn Schülerinnen und Schülern ab Klassenstufe 8, die von den jeweiligen Bundesländern ausgewählt werden. Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 7 können als „Frühstarter“ teilnehmen; sie werden dann wie Achtklässler gewertet. Seit 2014 gehören außerdem fünf Gäste aus deutschen Auslandsschulen zu den Teilnehmenden.
In der Bundesrunde werden an zwei Tagen jeweils drei Aufgaben bearbeitet. Die Klausuren dauern jeweils viereinhalb Stunden. Vergeben werden Erste, Zweite und Dritte Preise im Verhältnis 1:2:3. Insgesamt sollen 40 % der Schülerinnen und Schüler einen Preis erhalten. Wer einen Preis nur knapp verpasst, kann mit einer Anerkennung geehrt werden.
Preisträgerinnen und Preisträger der Bundesrunde aus den Klassenstufen 9 bis 11 sowie besonders gute Preisträgerinnen und Preisträger aus Klassenstufe 8 qualifizieren sich für die Auswahlklausuren zum Auswahlwettbewerb der Internationalen Mathematik-Olympiade. Diese Klausuren finden im Dezember nach der Bundesrunde statt.
Austragungsorte
Die Bundesrunde wird jedes Jahr in einem anderen Bundesland ausgetragen. Seit 1991 fanden Bundesrunden unter anderem in Erfurt, Magdeburg, Hamburg, Berlin, Essen, München, Dresden, Göttingen, Frankfurt am Main, Jena, Würzburg, Chemnitz und Flensburg statt.
Für die jüngere Zeit nennt der Artikel folgende Austragungsorte: 2020 Bonn in Nordrhein-Westfalen, 2021 Berlin, 2022 Magdeburg in Sachsen-Anhalt, 2023 Berlin, 2024 Flensburg in Schleswig-Holstein und 2025 Göttingen in Niedersachsen. Für 2026 ist Hamburg geplant.
Entwicklung seit 1961
Die erste Mathematik-Olympiade in der DDR fand 1961/62 unter dem Namen „Olympiade Junger Mathematiker“ statt. In der DDR gab es danach ab der 5. Klassenstufe Schul- und Kreisolympiaden, ab der 7. Klassenstufe Bezirksolympiaden und ab der 10. Klassenstufe DDR-Olympiaden. Auch dort konnten sogenannte Frühstarter aus niedrigeren Klassenstufen teilnehmen.
Der DDR-Ausscheid fand zunächst jedes Jahr in der Woche vor Ostern in der Jugendhochschule „Wilhelm Pieck“ nördlich von Berlin statt, später im Mai in Erfurt. Für Schülerinnen und Schüler der 1. bis 4. Klassen gab es vorbereitend die einstufige ABC-Olympiade, die von der ABC-Zeitung veranstaltet wurde. Zur Förderung begabter Schülerinnen und Schüler existierten auf allen Ebenen Mathematikzirkel. Viele Teilnehmende der DDR-Olympiaden kamen von mathematisch ausgerichteten Spezialschulen und Spezialklassen an Universitäten oder Hochschulen.
Nach der Wiedervereinigung
Nach der Wiedervereinigung Deutschlands entwickelte sich die Mathematikolympiade schnell zu einem bundesweiten Schülerwettbewerb. Seit 1994 ist der Mathematik-Olympiaden e. V. Träger des Wettbewerbs. Er wird in Kooperation mit dem Talentförderzentrum Bildung & Begabung jährlich ausgeschrieben. Seit 1996 nehmen alle 16 Bundesländer an der Bundesrunde teil.
In den Jahren 2020 und 2021 fand die Bundesrunde wegen der COVID-19-Pandemie nicht in Präsenz statt. Zur 60. Mathematik-Olympiade 2021 musste außerdem die dritte Runde, also die Landesrunde, in Thüringen von den Teilnehmenden zu Hause bestritten werden.