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Magdeburg
Die Stadt liegt an der Elbe und ist eines der drei Oberzentren des Landes. Mit 244.494 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2025) ist sie die größte Stadt Sachsen- …
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Überblick
Magdeburg ist die Hauptstadt Sachsen-Anhalts, liegt an der Elbe und ist eines der drei Oberzentren des Landes. Mit 244.494 Einwohnern am 31. Dezember 2025 ist sie die größte Stadt Sachsen-Anhalts, die viertgrößte Stadt der neuen Bundesländer und umfasst 201,03 km² mit 40 Stadtteilen. Oberbürgermeisterin ist seit 1. Juli 2022 die parteilose Simone Borris.
Die Stadt ist ein Verwaltungs-, Industrie-, Handels-, Wissenschafts- und Kulturstandort. Sie liegt am Schnittpunkt von Elbe, Elbe-Havel-Kanal und Mittellandkanal, besitzt einen bedeutenden Binnenhafen und ist evangelischer sowie katholischer Bischofssitz. Wahrzeichen ist der Magdeburger Dom. Bedeutend sind außerdem die Otto-von-Guericke-Universität, die Hochschule Magdeburg-Stendal, das Theater Magdeburg und mehrere Museen.
Lage, Natur und Bevölkerung
Magdeburg liegt an der mittleren Elbe am Ostrand der Magdeburger Börde. Der Fußpunkt des Nordturms des Doms liegt bei 56,2 m ü. NHN; die höchste Erhebung am Hängelsberge erreicht 124 m ü. NHN, die niedrigste Stelle 40,8 m ü. NHN. Die Stromelbe durchquert das Stadtgebiet auf 21,1 km, die Alte Elbe auf 5,3 km. Die Stadt liegt vor allem am westlichen Hochufer, teilweise auf einer Insel zwischen Stromelbe und Alter Elbe sowie am östlichen Ufer.
Geologisch liegt Magdeburg am Übergang des pleistozänen Elbe-Urstromtals zur Flechtingen-Roßlauer Scholle. Der Domfelsen besteht aus Rotliegend-Sand- und Schluffsteinen. Die Innenstadt wurde durch historische Auffüllungen verändert: Nach den Zerstörungen im Dreißigjährigen und im Zweiten Weltkrieg wurde Bauschutt vor allem in früheren Rinnen abgelagert.
Das Klima ist vergleichsweise trocken, weil Magdeburg im Regenschatten des Harzes liegt. Der durchschnittliche Jahresniederschlag beträgt etwa 500 mm, die Durchschnittstemperatur 8,8 °C. Der Februar ist der trockenste, der Juni der niederschlagsreichste Monat; der Juli ist am wärmsten, der Januar am kühlsten.
Die Einwohnerzahl überschritt 1880 etwa 100.000. Den Höchststand erreichte sie 1940 mit 346.600 Einwohnern. Nach Kriegsverlusten, Abwanderung, Suburbanisierung und Geburtenrückgang sank sie von 1989 bis 2010 um rund 60.000 auf etwa 230.000 und wächst seitdem wieder leicht. Ende 2023 waren 7,1 % evangelisch, 3,6 % römisch-katholisch; 89,3 % waren konfessionslos oder gehörten einer anderen Religionsgemeinschaft an.
Geschichtliche Entwicklung
Magdeburg wurde 805 erstmals als Magadoburg erwähnt. Unter Otto I. war es Kaiserpfalz; 968 wurde das Erzbistum Magdeburg begründet. Im Mittelalter war die Stadt ein wichtiger Handelsort und Knotenpunkt von Fernverbindungen sowie spätestens seit 1295 nachweislich Teil der Hanse. Der Dom war Begräbnisort Ottos I. und seiner ersten Frau Editha.
Am 17. Juli 1524 wurde nach Predigten Martin Luthers die Reformation in allen Magdeburger Kirchen eingeführt. Im Dreißigjährigen Krieg eroberten und verwüsteten kaiserliche Truppen unter Tilly die Stadt am 20. Mai 1631; dieses Ereignis wird „Magdeburger Hochzeit“ genannt. Ab 1680 gehörte Magdeburg zu Brandenburg-Preußen und wurde zu einer starken preußischen Festung und Industriestadt ausgebaut.
Im Nationalsozialismus wurden politische Gegner sowie aus rassistischen und eugenischen Gründen ausgegrenzte Menschen verfolgt. Juden, Zwangsarbeiter, Sinti und Roma sowie KZ-Häftlinge waren betroffen. Der Luftangriff der Royal Air Force am 16. Januar 1945 zerstörte etwa 90 % der Altstadt, darunter 15 Kirchen; mindestens etwa 2.000 Menschen starben und weitere 190.000 wurden obdachlos.
Von 1952 bis 1990 war Magdeburg Bezirksstadt der DDR und Standort des Schwermaschinenbaus, etwa des SKET. Friedensgebete und Demonstrationen prägten 1989 die Friedliche Revolution; drei Tage vor dem Mauerfall demonstrierten 80.000 Menschen. 1990 entschied der neu gewählte Landtag mit 57 zu 49 Stimmen gegen Halle (Saale), Magdeburg zur Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts zu machen. Seitdem wurden Innenstadt, historische Gebäude und Verkehrswege umfassend erneuert. Beim Hochwasser 2013 erreichte die Elbe am 9. Juni 7,46 m. Beim Anschlag auf den Weihnachtsmarkt am 20. Dezember 2024 wurden sechs Menschen getötet und mindestens 299 verletzt.
Politik, Wirtschaft und Verkehr
Magdeburg ist Sitz des Landtags, der Landesregierung und der Ministerien Sachsen-Anhalts. Der Stadtrat hat 56 Sitze; bei der Wahl 2024 erhielten CDU und AfD jeweils 13 Sitze. Die Stadtfarben sind Grün und Rot. Das Wappen zeigt eine rote Burg und die Magdeburger Jungfrau mit grünem Kranz.
2016 betrug das Bruttoinlandsprodukt 7,813 Milliarden Euro, das BIP pro Kopf 32.978 Euro. Am 30. Juni 2021 gab es etwa 95.000 Erwerbstätige; die Arbeitslosenquote lag im Juni 2022 bei 8,3 %. Wichtige Branchen sind Maschinen- und Anlagenbau, Umwelttechnologien, Gesundheitswirtschaft, Kreislaufwirtschaft, Verarbeitung nachwachsender Rohstoffe, Logistik sowie Informations- und Kommunikationstechnik. Eine geplante Ansiedlung zweier Intel-Halbleiterfabriken wurde nach einer Verschiebung im September 2024 im Juli 2025 abgesagt.
Der Verkehr nutzt Straße, Schiene und Wasserwege. Bei der Erhebung 2023 entfielen 41,6 % der Wege auf motorisierten Individualverkehr, 28 % auf Fußverkehr, 17,8 % auf Radverkehr und 12,6 % auf öffentlichen Verkehr. Die MVB betreiben 10 Straßenbahnlinien auf 64,1 km Streckennetz und 23 Buslinien. Der Hauptbahnhof ist der wichtigste Eisenbahnknoten im nördlichen Sachsen-Anhalt.
Die A 2 verläuft nördlich, die A 14 verbindet Magdeburg mit Dresden, Leipzig und Halle (Saale); ihre Verlängerung nach Schwerin war 2026 noch im Bau. Die Elbe und das Wasserstraßenkreuz verbinden Mittellandkanal und Elbe-Havel-Kanal. Der Hafen Magdeburg ist der größte Binnenhafen der neuen Bundesländer und besteht aus Kanal-, Industrie-, Hanse- und Handelshafen. Der Flugplatz Magdeburg dient vor allem Luftsport, Privatflügen und Rundflügen.
Kultur, Bauwerke und Freizeit
Viele historische Bauwerke wurden 1631 sowie 1944/45 zerstört, aber teilweise wiederhergestellt. Der Magdeburger Dom wurde von 1209 bis 1520 auf dem Domfelsen gebaut. Er ist eine dreischiffige Basilika, Bischofskirche der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland und enthält unter anderem das Grab Ottos I. Seit 2008 besitzt er die größte Orgel Sachsen-Anhalts; jährlich besuchen ihn über 100.000 Menschen.
Weitere wichtige Bauwerke sind das romanische Kloster Unser Lieben Frauen mit Kunstmuseum und Konzerthalle, die Johanniskirche, die katholische Kathedrale St. Sebastian, das Alte Rathaus und die 2005 eröffnete Grüne Zitadelle, das letzte Architekturprojekt Friedensreich Hundertwassers. Das Wasserstraßenkreuz wurde am 10. Oktober 2003 fertiggestellt. Der 60 m hohe Jahrtausendturm im Elbauenpark ist das höchste Leimholzgebäude der Welt und zeigt Wissenschafts- und Technikgeschichte.
Zu den zentralen Museen gehören das Kulturhistorische Museum mit dem originalen Magdeburger Reiter, das Museum für Naturkunde, das Dommuseum Ottonianum, das Otto-von-Guericke-Museum, das Technikmuseum und das Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen. Das Theater Magdeburg ist ein Viersparten-Theater für Musiktheater, Philharmonie, Ballett und Schauspiel; hinzu kommen Puppentheater, Kabarett und weitere Bühnen.
Wichtige Erholungsräume sind Elbauenpark, Herrenkrugpark, Stadtpark Rotehorn und Klosterbergegarten. Der Zoo Magdeburg umfasst 16 ha, etwa 1.400 Tiere in rund 210 Arten und beteiligt sich an mehr als 43 Erhaltungszuchtprogrammen. Regelmäßige Veranstaltungen sind unter anderem das Sommer-Open-Air auf dem Domplatz, das Kaiser-Otto-Fest, die Herbstmesse und der Weihnachtsmarkt.
Bildung, Forschung und Gesundheit
Die Otto-von-Guericke-Universität entstand 1993 aus technischen, medizinischen und pädagogischen Hochschulen. Ihre Schwerpunkte liegen in Ingenieur- und Naturwissenschaften, Medizin sowie Wirtschafts-, Sozial- und Geisteswissenschaften; Exzellenzschwerpunkte sind Neurowissenschaften, Dynamische Systeme und Automotive. Knapp 14.000 Studierende lernen dort in neun Fakultäten und mehr als 70 Studiengängen.
Am Magdeburger Standort der Hochschule Magdeburg-Stendal studieren etwa 4.800 Menschen in fünf Fachbereichen und mehr als 30 Studiengängen. Wichtige außeruniversitäre Forschungseinrichtungen sind das Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung, das Max-Planck-Institut für Dynamik komplexer technischer Systeme, das Leibniz-Institut für Neurobiologie, das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen und das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung. Im Wissenschaftshafen werden frühere Hafenanlagen zu einem Forschungs- und Innovationsquartier entwickelt.
Die Schullandschaft umfasst 37 Grundschulen, 13 Sekundarschulen, acht Gymnasien, zwei integrierte Gesamtschulen, vier berufsbildende Schulen und zehn Förderschulen. Das Konservatorium Georg Philipp Telemann hat etwa 2.600 Schülerinnen und Schüler.
Zur medizinischen Versorgung gehören das Universitätsklinikum Magdeburg mit 1.128 Betten und das Klinikum Magdeburg mit über 735 Betten als Maximalversorger. Weitere Krankenhäuser ergänzen die Basisversorgung. Auf einen Arzt kommen etwa 480 Einwohner.