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Sachsen-Anhalt
Geographie. Bearbeiten. Im Norden wird Sachsen-Anhalt von Flachland geprägt ... Darunter zählen Energierohstoffe wie die Braunkohle bei Bitterfeld, Halle …
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Grundlagen und Lage
Sachsen-Anhalt ist ein Land der Bundesrepublik Deutschland und eine parlamentarische Republik als teilsouveräner Gliedstaat. Es hat den Landescode ST, wird oft LSA abgekürzt und hat Magdeburg als Landeshauptstadt. Die Fläche beträgt 20.451,58 km², die Einwohnerzahl 2.120.252 am 31. Dezember 2025 und die Bevölkerungsdichte 104 Einwohner pro km². Die größten Städte sind Magdeburg und Halle (Saale), ein weiteres Oberzentrum ist Dessau-Roßlau.
Das Land liegt zentral in Deutschland und Mitteleuropa. Es grenzt an Niedersachsen, Brandenburg, Sachsen und Thüringen. Sachsen-Anhalt wird von wichtigen Verkehrsachsen durchquert: der A 2 als bedeutender West-Ost-Verbindung und der A 9 als wichtiger Nord-Süd-Verbindung. Der südliche Teil gehört zur Metropolregion Mitteldeutschland; außerdem liegt das Land in Nähe der Metropolregionen Hamburg, Berlin-Brandenburg und Hannover.
Die Landschaft ist sehr unterschiedlich. Im Norden liegt das flache, dünn besiedelte Gebiet der Altmark. Die Magdeburger Börde ist fruchtbar und waldarm. Im Südwesten liegt der Harz mit dem Nationalpark Harz; dort befindet sich mit dem Brocken die höchste Erhebung Sachsen-Anhalts und ganz Norddeutschlands: 1141,2 m ü. NHN. Im Süden liegen unter anderem die Saale-Unstrut-Region und Städte wie Naumburg, Weißenfels und Zeitz. Im Osten gehört Anhalt-Wittenberg mit Dessau-Roßlau und Lutherstadt Wittenberg zum Land.
Wichtige Flüsse sind Elbe, Saale, Havel, Mulde, Aller, Weiße Elster und Unstrut. Ursprünglich hatte Sachsen-Anhalt nur wenige Seen; viele große Seen entstanden durch Rekultivierung ehemaliger Braunkohletagebaue, zum Beispiel der Geiseltalsee mit 1840 ha und der Große Goitzschesee mit 1332 ha.
Geschichte und Verwaltung
Sachsen-Anhalt entstand am 21. Juli 1947 durch die Vereinigung des Freistaates Anhalt mit den preußischen Provinzen Magdeburg und Halle-Merseburg. Diese Provinzen waren 1944 aus der Teilung der preußischen Provinz Sachsen hervorgegangen. Nach 1945 vereinigte die Sowjetische Militäradministration außerdem weitere Gebiete zur neuen Provinz Sachsen, die im Oktober 1946 Provinz Sachsen-Anhalt hieß. Am 10. Januar 1947 erhielt sie eine eigene Landesverfassung, am 21. Juli 1947 wurde sie zum Land Sachsen-Anhalt. Damals war Halle die Landeshauptstadt.
In der DDR wurde Sachsen-Anhalt durch die Verwaltungsreform von 1952 de facto aufgelöst und in die Bezirke Halle und Magdeburg aufgeteilt. Mit dem Ländereinführungsgesetz vom 22. Juli 1990 wurde das Land wiederhergestellt. Seit der deutschen Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 besteht Sachsen-Anhalt in seiner heutigen Form; Landeshauptstadt wurde Magdeburg.
Administrativ gliedert sich Sachsen-Anhalt in elf Landkreise und drei kreisfreie Städte. Die heutige Struktur entstand durch Kreisreformen: 1994 wurden aus 37 Landkreisen 21 gebildet, 2007 wurde die Zahl auf elf reduziert. Sachsen-Anhalt hat 218 Gemeinden, darunter 104 Städte und drei kreisfreie Städte. Die früheren Regierungsbezirke Dessau, Halle und Magdeburg wurden zum 1. Januar 2004 aufgelöst; ihre Aufgaben übernahm das Landesverwaltungsamt in Halle (Saale) mit Nebenstellen in Dessau und Magdeburg.
Das Landeswappen verweist im oberen Feld auf die frühere preußische Provinz Sachsen und im unteren Feld auf den früheren Freistaat Anhalt. Die Landesfarben sind gelb-schwarz.
Bevölkerung, Sprache und Religion
Sachsen-Anhalt hatte am 31. Dezember 2022 insgesamt 2.186.643 Einwohner, 2025 noch 2.120.252. Seit 1990 ist die Bevölkerung stark gesunken: 1990 waren es 2.873.957 Menschen. Ursachen sind eine geringe Zahl an Neugeborenen und Abwanderung in andere Regionen. Seit 2014 besteht ein positiver Wanderungssaldo, seit 2019 auch bei der Binnenwanderung der deutschen Bevölkerung. Die Fertilitätsrate lag 2022 bei 1,45 Kindern pro Frau und damit knapp unter dem bundesweiten Durchschnitt von 1,46.
Die sechste regionalisierte Bevölkerungsprognose von 2016 bis 2030 erwartete weiter sinkende Einwohnerzahlen. Für das ganze Land wurde ein Rückgang von 2.245.470 Einwohnern 2015 auf 1.990.324 Einwohner 2030 vorhergesagt, also −11,0 %. Besonders betroffen sind laut Prognose Mansfeld-Südharz, Salzlandkreis und Anhalt-Bitterfeld; Halle und Magdeburg haben sich dagegen stabilisiert und sollten zunächst weiter wachsen.
Sachsen-Anhalt gehört sprachlich zum niederdeutschen und zum mitteldeutschen Sprachraum. Heute wird überwiegend ein regional gefärbtes Hochdeutsch gesprochen. Im Norden, besonders in Altmark und Börde, gibt es bei älteren Sprechern noch Niederdeutsch. Im Mansfelder Land wird die Mansfäller Mundart genannt.
Der Anteil der ausländischen Bevölkerung liegt unter dem Bundesdurchschnitt. 2022 betrug er etwa 7,5 %, in Deutschland insgesamt 14,6 %. Die größten Gruppen waren Ukrainer, Syrer, Polen, Rumänen und Afghanen. Über 85 % der Bürger gehören keiner Kirche und weitgehend auch keiner anderen Religion an. Ende 2022 gehörten 13,7 % der Einwohner einer der beiden großen christlichen Konfessionen an: 10,6 % den evangelischen Landeskirchen und 3,2 % der römisch-katholischen Kirche. Sachsen-Anhalt hat damit die niedrigste Quote kirchlich gebundener Einwohner in Deutschland.
Politik und öffentliche Aufgaben
Die Verfassung des Landes Sachsen-Anhalt wurde 1992 vom Landtag beschlossen und gliedert sich in vier Hauptteile. Der Landtag sitzt in Magdeburg. Sachsen-Anhalt hat vier Stimmen im Bundesrat. Für 2024 war ein Haushaltsvolumen von 15,2 Milliarden Euro veranschlagt.
Nach der Wiedergründung 1990 regierten zunächst CDU und FDP. In den 1990er Jahren war die Politik von Regierungswechseln, wirtschaftlichen Umbrüchen und hoher Arbeitslosigkeit geprägt. Bekannt wurde das „Magdeburger Modell“: eine SPD-geführte Minderheitsregierung, zeitweise mit Bündnis 90/Die Grünen und toleriert von der PDS. Ab 2002 regierte zunächst CDU/FDP, später CDU/SPD unter Wolfgang Böhmer. Reiner Haseloff wurde 2011 Ministerpräsident. 2016 entstand die bundesweit erste „Kenia-Koalition“ aus CDU, SPD und Bündnis 90/Die Grünen. Seit 2021 regierte eine Deutschlandkoalition aus CDU, SPD und FDP. Anfang 2026 wurde Sven Schulze (CDU) Ministerpräsident; die Regierung aus CDU, SPD und FDP blieb im Amt.
Bei den Wahlen veränderte sich die Parteienlandschaft mehrfach deutlich. 2016 erreichte die erstmals kandidierende AfD 24,3 % und wurde zweitstärkste Kraft. 2021 wurde die CDU mit 37,1 % erneut stärkste Kraft; AfD, Die Linke und SPD verloren, FDP und Grüne legten leicht zu.
Zur politischen Kriminalität nennt der Artikel unter anderem Zahlen aus 2017: 1461 rechtspolitisch motivierte Straftaten, darunter 105 Gewalttaten; 357 linkspolitisch motivierte Straftaten, darunter 41 Gewalttaten; außerdem 30 religiöse Straftaten und 14 politische Straftaten ausländischer Ideologien.
Wirtschaft, Wissenschaft und Verkehr
Sachsen-Anhalts Wirtschaft wurde vor 1990 stark durch die DDR-Planwirtschaft geprägt. Der Bezirk Halle war ein wichtiger Chemiestandort mit Leuna, Schkopau und Bitterfeld/Wolfen; dieses Gebiet bildet bis heute das Mitteldeutsche Chemiedreieck. Außerdem waren Braunkohlebergbau, Kupfererzförderung im Mansfelder Land und Schwermaschinenbau wichtig. Nach 1990 hatten viele Großbetriebe wegen veralteter Anlagen, hohem Arbeitskräfteeinsatz und Umweltschäden große Probleme beim Übergang zur Sozialen Marktwirtschaft. Viele Arbeitsplätze gingen verloren; die Arbeitslosenquote stieg bis 1998/1999 auf 21,7 % und blieb bis 2005 sehr hoch. Danach sank sie langsam, im Oktober 2022 auf 7,1 %. Im August 2026 lag sie bei 8,2 %.
Das Bruttoinlandsprodukt verdoppelte sich von 20,3 Milliarden Euro 1991 auf 42,7 Milliarden Euro 1998. 2024 betrug das nominale Bruttoinlandsprodukt 79,51 Milliarden Euro. Trotzdem liegt der Wohlstand nach dem Artikel bei mehreren Indikatoren unter dem Bundesdurchschnitt; zugleich war Sachsen-Anhalt 2020 das Bundesland mit dem geringsten Rückgang der Wirtschaftsleistung.
Wichtige Branchen sind Chemie-, Mineralöl- und Pharmaindustrie, Automobilzulieferung, Maschinenbau, Metallindustrie, Gesundheitswesen und Tourismus. In der Lebensmittelindustrie sind Marken wie Rotkäppchen, Hasseröder, Halloren, Kathi, Zetti, Argenta und Wikana bekannt. Im Bergbau werden oder wurden unter anderem Braunkohle, Stein- und Kalisalz, Eisenerz, Kalkstein und Hartsteinschotter gewonnen. In der Pharmaindustrie werden unter anderem Aspirin für den deutschen Markt in Bitterfeld und ein bedeutender Teil der deutschen Impfstoffproduktion in Dessau-Roßlau und Brehna genannt.
Seit 1990 entstand eine ausgeprägte Wissenschaftslandschaft. Neben der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg gibt es neun weitere Hochschulen. Hinzu kommen Institute der Leibniz-Gemeinschaft, der Max-Planck-Gesellschaft, der Fraunhofer-Gesellschaft und der Helmholtz-Gemeinschaft. Die Leopoldina, die älteste dauerhaft existierende naturforschende Akademie der Welt, sitzt seit 1878 in Halle und wurde 2008 zur Nationalen Akademie der Wissenschaften Deutschlands erklärt.
Die Infrastruktur wird durch wichtige Bahnstrecken, Autobahnen und Wasserstraßen geprägt. Bedeutende Bahnknoten sind Halle und Magdeburg. Wichtige Autobahnen sind A 2, A 9, A 14, A 36 und A 38. Mit Elbe, Saale, Mittellandkanal und Elbe-Havel-Kanal verlaufen wichtige Wasserstraßen durch das Land; sie treffen sich bei Magdeburg am Wasserstraßenkreuz. In der Energieerzeugung spielen erneuerbare Energien eine große Rolle: 2020 wurden 24,7 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugt, davon 62 % aus erneuerbaren Energien.
Kultur, Welterbe und Sport
Sachsen-Anhalt hat eine regional sehr unterschiedliche Kulturlandschaft. Genannt werden unter anderem Altmark, Jerichower Land, Ostfalen/Magdeburger Börde, thüringisch geprägte Gebiete im Südwesten, sächsisch geprägte Gebiete im Südosten und Anhalt als Mischregion in der Landesmitte. Im Frühmittelalter war das Gebiet ein kultureller Schwerpunkt im deutschsprachigen Raum; Magdeburg war ein politisches Zentrum im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation.
Das Land besitzt sechs UNESCO-Welterbestätten: Bauhaus Dessau, Dessau-Wörlitzer Gartenreich, Luthergedenkstätten in Eisleben und Wittenberg, Altstadt von Quedlinburg, Naumburger Dom und die Himmelsscheibe von Nebra. Viele Orte sind durch Fachwerk, Romanik, Gotik, Renaissance, Barock, Industriegeschichte oder DDR-Nachkriegsarchitektur geprägt. Die Straße der Romanik verbindet zahlreiche Kirchen und Klöster; Sachsen-Anhalt gilt als reich an Sakralbauten der ottonischen Baukunst, Romanik und Gotik.
Wichtige Bauwerke sind Burgen wie Falkenstein, Querfurt, Giebichenstein, Wettin und Anhalt, Schlösser wie Wernigerode, Bernburg, Oranienbaum und Anlagen des Dessau-Wörlitzer Gartenreichs sowie Dome in Magdeburg, Merseburg, Naumburg, Zeitz, Halberstadt, Halle und Havelberg. Museen bewahren zentrale Zeugnisse der Landesgeschichte, darunter das Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle mit der Himmelsscheibe von Nebra, das Bauhaus Museum Dessau und die Luthergedenkstätten in Eisleben und Wittenberg.
Theater und Musik konzentrieren sich besonders in Halle, Magdeburg und Dessau-Roßlau. Das Anhaltische Theater ist mit 1050 Sitzen das größte Theater in Sachsen-Anhalt. Im Sport ist Sachsen-Anhalt besonders im Handball bekannt: Der SC Magdeburg spielt in der 1. Handball-Bundesliga und ist Champions-League-Gewinner. Weitere wichtige Sportarten und Vereine sind Basketball mit dem Mitteldeutschen Basketball Club und den SV Halle Lions, Fußball mit dem 1. FC Magdeburg und dem Halleschen FC sowie Motorsport in der Motorsport Arena Oschersleben.