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Maryam
Unter Musliminnen ist es ein sehr häufiger Vorname. Er geht zurück auf die biblische Maria, die nach dem Neuen Testament als Jungfrau Maria die Mutter des …
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Bedeutung und Einordnung
Maryam, auch Mariam, Meryem oder Marjam, ist die arabische, aramäische und amharische Form des Namens Miriam. Der Name ist unter Musliminnen sehr häufig. Gemeint ist vor allem die biblische Maria, die nach dem Neuen Testament als Jungfrau Maria die Mutter Jesu ist. Im Islam wird Jesus als ʿĪsā al-Masīḥ und als Sohn Maryams, ʿĪsā ibn Maryam, bezeichnet. In der außerkoranischen islamischen Literatur heißt sie Maryam al-ʿaḏrāʾ beziehungsweise al-batūl, also „die Jungfrau Maryam“.
Maryam im Koran
Der Koran widmet Maryam und ihrer Beziehung zu Jesus breiten Raum. Eine ganze Sure aus mittelmekkanischer Zeit, Sure 19, trägt ihren Namen. Dort wird berichtet, dass sie unter einer Palme einen Sohn namens ʿĪsā ibn Maryam gebar. Sure 21, die ebenfalls dieser Zeit zugerechnet wird, beschreibt die Jungfrauengeburt: Maryam bewahrte ihre Keuschheit; Gott hauchte ihr von Seinem Geist ein und machte sie und ihren Sohn zu einem Zeichen für die Welten (21:91).
In der medinischen Sure 3 wird Maryams Erwählung durch Gott hervorgehoben: Gott habe sie „auserwählt und gereinigt und erwählt vor den Frauen der Welten“ (3:42). Gleichzeitig wendet sich Sure 5 gegen eine übertriebene Verehrung von Jesus und seiner Mutter. Dort wird Jesus gefragt, ob er die Menschen aufgefordert habe, ihn und seine Mutter außer Gott zu Göttern zu nehmen (5:116).
Die deutlichste Übereinstimmung zwischen der koranischen Darstellung Maryams und der christlichen Überlieferung zu Maria ist ihre Jungfräulichkeit als Mutter Jesu. Schwierigkeiten bestehen bei ihrer genealogischen und zeitlichen Einordnung. Einerseits wird sie in Sure 19:28 als „Schwester Haruns“, also des biblischen Aaron, angesprochen und als Tochter ʿImrāns, des biblischen Amram und Vaters von Mose, dargestellt. Andererseits ist sie die Mutter Jesu und wächst nach Sure 3:37 in der Obhut Zakarīyās, des biblischen Zacharias, auf. Ältere Forschungen sahen darin eine Verwechslung mit Mirjam, der Schwester Moses und Aarons. Neuere Studien deuten die Verbindung beider Figuren eher als Typologie. Die islamische Tradition erklärt zudem, zwischen dem biblischen Amram und Maryams Vater lägen 1.800 Jahre.
Verehrung und theologische Grenzen
Muslime verehren Jesus als den letzten Propheten vor Mohammed. Deshalb besitzt auch Maryam als seine jungfräuliche Mutter besonderes Ansehen. Nach islamischer Auffassung gehört sie zu den von Gott auserwählten Menschen und gilt neben Khadija, der ersten Frau Mohammeds, und Fatima, seiner Tochter, als eine der „besten Frauen“. Sie wird dadurch zum Vorbild für alle Frauen im Islam.
Das christliche Konzept der Mutter Gottes ist dem Islam jedoch wesensfremd. Häufig wird angenommen, der Koran stelle Maryam neben Gott und Jesus als Bestandteil einer christlichen Trinität dar. Einige islamische Theologen widersprechen dieser Deutung. Ihrer Auffassung nach beschreibt der betreffende Vers zwei verschiedene Formen übertriebener, abzulehnender Verehrung: die Trinitätsvorstellung mit dem Schwerpunkt auf der göttlichen Natur Jesu und die Marienverehrung. Beide würden Jesus beziehungsweise Maryam Eigenschaften zuschreiben, die ausschließlich Gott zukämen.
Nach klassischer islamischer Auffassung muss jede Form des Gottesdienstes direkt an Gott gerichtet sein. Die Verehrung Jesu, Maryams oder eines Heiligen als Schutzpatron neben Gott gilt daher als Beigesellung, arabisch Schirk. Maryam erfährt im Islam somit eine andere Form der Verehrung als im Christentum.
Heiligtum und Verwendung des Namens
Das bei Ephesos nahe Selçuk in der heutigen Türkei gelegene Haus der Mutter Maria, türkisch Meryem ana evi, wird auf die Schriften Clemens Brentanos zurückgeführt. Es zieht neben christlichen auch zahlreiche islamische Pilger an. In bestimmten Lokaltraditionen kann der Besuch des Heiligtums für manche Personengruppen, besonders Mittellose und Frauen, die Wallfahrt nach Mekka ersetzen.
Der Artikel nennt außerdem zahlreiche Namensträgerinnen namens Maryam oder mit Maryam als Bestandteil ihres Namens. Sie stammen unter anderem aus Politik, Wissenschaft, Kunst, Film, Musik, Sport, Journalismus und Bürgerrechtsarbeit. Zu den genannten Personen gehören etwa die Mathematikerin Maryam Mirzakhani (1977–2017), die Politikerin Maryam Blumenthal (* 1985), die Sängerin Maryam Akhondy (* 1957), die Fotografin Maryam Şahinyan (1911–1996) und die Schauspielerin Maryam Zaree (* 1983). Als Zwischenname wird Khola Maryam Hübsch (* 1980) genannt; außerdem führt der Artikel den Künstlernamen Maryam.fyi an, bürgerlich Maryam Koohestanian (* 1995).